“Sind Drogen gefährlich?” – Publikation der EKDF

Bern, 21.12.2015 - Die Eidgenössische Kommission für Drogenfragen (EKDF) setzt sich seit ihrem Bestehen für einen rationaleren Umgang der Gesellschaft mit psychoaktiven Substanzen ein. Als Folge der neuesten, heute publizierten Studie zur Gefährlichkeit psychoaktiver Substanzen hält die Kommission fest, dass die aktuelle auf Verboten beruhende Gesetzgebung zu Drogen für künftige Herausforderungen nicht mehr ausreicht. Sie fordert entsprechend, dass für alle heute illegale Substanzen Regulationsmodelle entwickelt werden, die diese zugänglich und staatlich kontrollierbar machen. Ergänzend soll die Politik weiterhin selbstverantwortliches Handeln fördern sowie vulnerable Gruppen schützen und suchtkranken Menschen die notwendige Hilfe zusichern.

In den vergangenen vier Jahren widmete die EKDF ihre Arbeit insbesondere der Frage der Gefährlichkeit psychoaktiver Substanzen und deren Auswirkung auf den gesellschaftlichen Umgang damit. Der Bericht “Sind Drogen gefährlich?“ evaluiert verschiedene Studien und zeigt auf, wie komplex es ist, Drogen nach ihrer Gefährlichkeit zu kategorisieren. Alle Drogen sind gefährlich – und ungefährlich zugleich.

Der Bericht bekräftigt die Haltung der Kommission, dass nur eine umfassende Herangehensweise an Fragen rund um den Konsum psychoaktiver Substanzen eine glaubwürdige Debatte ermöglicht. Um dies zu erreichen bedarf es gemäss der EKDF einer möglichst offenen gesetzlichen Regulierung aller Substanzen, egal ob legal oder illegal, die sich an den konkreten Problemen orientiert.

Die EKDF ging 1997 aus der Subkommission Drogenfragen der damaligen Eidgenössischen Betäubungsmittelkommission hervor. Sie berät Bundesrat und Behörden in drogenpolitischen Belangen und pflegt engen Austausch mit drogenpolitisch relevanten Akteuren. Die Kommission besteht aktuell aus 10 Mitgliedern. Ende 2015 wird sie aufgelöst und in die Eidgenössische Kommission für Suchtfragen (EKSF) überführt.

Zitiervorschlag:
Domenig, Dagmar und Sandro Cattacin (2015): Sind Drogen gefährlich? Gefährlichkeitsabschätzungen psychoaktiver Substanzen. I.A. der Eidgenössischen Kommission für Drogenfragen. Genève: Université de Genève (Sociograph – Sociological Research Studies, 22a).


Adresse für Rückfragen

Toni Berthel, Dr. med., Präsident der EKDF, +41 79 232 47 57
Sandro Cattacin, Prof. Dr., Co-Autor der Studie, +41 79 436 75 26



Herausgeber

Kommissionen des EDI


Letzte Änderung 24.01.2018

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