Bau der NEAT kostet weniger als geplant

Bern, 02.04.2015 - Die Kostenprognose für die Neuen Eisenbahn-Alpentransversalen (NEAT) kann aufgrund des guten Baufortschritts um 300 Millionen Franken gesenkt werden. Bei den Hochgeschwindigkeitsanschlüssen, der Zukünftigen Entwicklung der Bahninfrastruktur (ZEB), der Lärmsanierung und dem Wechsel auf das Zugsicherungssystem ETCS schreitet die Realisierung wie geplant voran. Dies geht aus den veröffentlichten Standberichten 2014 des Bundesamts für Verkehr (BAV) zu den Eisenbahn-Grossprojekten hervor.

Der Bau der NEAT wird weniger kosten als angenommen. Die Schlussrechnungen zu den Vortriebs- und Betonarbeiten am Gotthard lagen im vergangenen Jahr unter dem Budget und die finanziellen Risiken gehen mit dem Baufortschritt zurück. Das BAV konnte deshalb die NEAT-Endkostenprognose per Ende 2014 von 18,5 auf 18,2 Milliarden Franken senken (Preisstand 1998). Zu heutigen Preisen und unter Einbezug von Mehrwertsteuer und Bauzinsen sinkt die Kostenprognose dank der geringen Teuerung von 24 auf 23 bis 23,5 Milliarden Franken. Das geht aus dem Standbericht 2014 hervor, den das BAV jeweils zuhanden der Finanzdelegation der beiden Räte und der NEAT-Aufsichtsdelegation erstellt. Der Gotthard-Basistunnel soll im Dezember 2016 in Betrieb gehen, der Ceneri-Basistunnel im Dezember 2019.

Das Ausbauprogramm Zukünftige Entwicklung der Bahninfrastruktur (ZEB) ist ebenfalls auf gutem Weg. Der Bundesrat genehmigte 2014 die vierte Umsetzungsver¬einbarung und erteilte die Baubewilligung für den Vierspurausbau Olten–Aarau mit dem Eppenbergtunnel. Das Vorprojekt für den Ausbau des Bahnhofs Lausanne wurde fertig gestellt und die Aufteilung der Kosten geregelt. BAV und SBB starteten zudem die Plangenehmigungsverfahren für die Entflechtung Wylerfeld und die Doppelspur Walchwil. Insgesamt wurden bisher 42 ZEB-Projekte im Umfang von rund 2 Milliarden Franken für die Realisierung freigegeben.

Auch beim Anschluss der Ost- und der Westschweiz an das europäische Eisenbahn-Hochleistungsnetz (HGV-Anschluss) verlief das Berichtsjahr nach Plan. Der Ausbau auf den beiden Korridoren Zürich–Winterthur und St. Margrethen–Sargans konnte abgeschlossen werden.

Massnahmen für Lärmsanierung

Das erste Massnahmenpaket zur Lärmsanierung konnte 2014 wie vorgesehen vorangetrieben werden: Die Wagenhalter rüsteten 500 weitere Güterwagen mit leisen Bremsen aus, und die Bahnen stellten weitere rund 11 Kilometer Lärmschutzbauten fertig. Bis Ende 2015 werden die Sanierungsprogramme weitgehend abgeschlossen sein. Um die Bahnanwohner noch besser vor Lärm zu schützen, hat der Bundesrat am 1. März 2014 das revidierte Gesetz über die Lärmsanierung der Eisenbahnen in Kraft gesetzt. Es beinhaltet neue Grenzwerte, mit denen ab 2020 lärmigen Güterwagen aus dem Ausland die Durchfahrt durch die Schweiz untersagt wird. Zudem stehen während zehn Jahren rund 200 Millionen Franken für verschiedene weitere Lärmreduktions-Massnahmen zur Verfügung. 

ETCS Level 2 erfüllt hohe Erwartungen

Seit Juli 2012 werden die bestehenden Zugssicherungssysteme durch das System European Train Control System (ETCS) Level 1 Limited Supervision (LS) abgelöst. Bis Ende 2017 soll das gesamte Normalspurnetz der Schweiz auf ETCS Level 1 LS, oder abschnittsweise auf ETCS Level 2, umgestellt sein. Das auf einzelnen Schweizer Strecken bereits verwendete ETCS Level 2-System erfüllt die hohen Erwartungen bezüglich Sicherheit, Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit. Die Vorbereitungsarbeiten für die Inbetriebnahmen von ETCS Level 2 auf den Zulaufstrecken zum Gotthard-Basistunnel verliefen im Berichtsjahr nach Plan.


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Letzte Änderung 20.04.2018

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