Zoll 2014: etwas weniger Einnahmen - Höchstwerte bei der Migration

Bardonnex, 05.02.2015 - Die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) hat 2014 mit 23,6 Mia. Franken etwas weniger eingenommen als im Vorjahr (2013: 24,1 Mia.). Das Grenzwachtkorps (GWK) verzeichnete im Bereich der Migration einen Rekordwert bei den rechtswidrigen Aufenthalten und bei den Fällen von Schlepperkriminalität. Die Mitte 2014 eingeführten einfacheren Zollbestimmungen beschleunigen den Grenzübertritt von Reisenden. Erstmals in der Statistik separat ausgewiesen ist mutmassliches Drogengeld.

Leichter Rückgang bei den Einnahmen

2014 hat die EZV rund 23,6 Mia. Franken eingenommen. Dies entspricht einem Rückgang von 500 Mio. Franken (2013: 24,1 Mia. Franken). Die grössten Einnahmeposten sind: die Mehrwertsteuer mit 11,7 Mia. Franken (2013: 12,2 Mia.), die Mineralölsteuer mit 4,9 Mia. Franken (2013: 5 Mia.) und die Tabaksteuer mit 2,25 Mia. Franken (2013: 2,29 Mia.). Leicht rückläufig war auch der Wert der in die Schweiz eingeführten Waren: 185,7 Mia. (2013: 186,3 Mia.). Die Einnahmen von 23,6 Mia. Franken machen rund einen Drittel der Gesamteinnahmen des Bundes aus.

Mehr rechtswidrige Aufenthalte, mehr Schlepper

Im Vergleich zum Vorjahr stellte das GWK 2014 bei den rechtswidrigen Aufenthalten eine Zunahme um 19 % fest. Die Zahl der Fälle stieg von 11 992 auf 14 265. Die höchsten Zahlen weist nach wie vor das Tessin auf. 6347 Personen stellten ein Asylgesuch (2013: 5339) Zugenommen haben auch die Fälle von Schlepperkriminalität: 384 (2013: 211).

Sicherheit: Waffen, Deliktsgut und Betäubungsmittel

Das GWK fasste 2014 10 % mehr ausgeschriebene Personen: 18 482 (2013: 16 741). Davon hatten 3566 (2013: 3968) ein Einreiseverbot und 5771 (2013: 5510) waren zur Verhaftung ausgeschrieben. In 2730 Fällen zog das GWK 2014 verbotene Waffen aus dem Verkehr. Das sind 15 % mehr als im Vorjahr (2366 Fälle). Weiter intervenierte das GWK in 524 Fällen, bei denen der Verdacht bestand, dass es sich um Deliktsgut handelt (2013: 644). In 443 Fällen wurden Tatwerkzeuge beschlagnahmt (2013: 419). Bei den sichergestellten Betäubungsmitteln verzeichnete das GWK 2014 eine markante Zunahme bei Marihuana: 709 kg (2013: 416 kg). Beim Heroin nahm die Menge von 40 kg auf 76 kg zu. Eine Abnahme ist beim Kokain zu verzeichnen, und zwar von 90 auf 58 kg. Ausserdem stellte das GWK 1619 Dokumentenfälschungen fest (2013: 1800). Erstmals weist die EZV in der Statistik mutmassliches Drogengeld aus: Das Grenzwachtkorps hat im vergangenen Jahr rund eine Million Franken Bargeld beschlagnahmt. Mutmassliches Drogengeld heisst, dass die Geldbündel stark mit Betäubungsmitteln kontaminiert waren.

Im Schwervekehr auf der Strasse intervenierte der Zoll in 19 000 Fällen (2013: 14 000) wegen Sicherheitsmängeln bei LKWs oder weil die Chauffeure fahruntüchtig waren oder gegen die Ruhezeitvorschriften verstiessen. Dies entspricht einer Zunahme um 36 %.

Markenfälschungen, illegale Medikamente und Artenschutz

Der Schweizer Zoll stellte im Berichtsjahr rund 21 % weniger gefälschte Markenartikel sicher. Total waren es 32 317 (2013: 41 020). Bei den illegalen Medikamentenimporten nahm die Anzahl der beschlagnahmten Sendungen um 129 auf 1225 zu (2013: 1096). An der Spitze stehen mit 53 % Erektionsförderer vor Schlaf- und Beruhigungs- (13 %) und Schlankheitsmitteln (10 %). Bei Verdacht auf illegale Medikamentenimporte informiert der Zoll das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic; bei Dopingmitteln die Stiftung Antidoping Schweiz: 482 Fälle (2013: 470). Die Zahl der Fälle mit geschützten Tier- und Pflanzenarten, bei denen eine Meldung an das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen erfolgt, belief sich im letzten Jahr auf 785 (2013: 1023). Sichergestellte geschützte Kulturgüter werden dem Bundesamt für Kultur gemeldet: 106 Fälle (2013: 98).

Neue Bestimmungen im Reiseverkehr

Die Mitte 2014 eingeführten, einfacheren Zollbestimmungen haben die Erwartungen erfüllt und den Grenzübertritt für Reisende mit Waren beschleunigt. Die meisten kennen die neuen Bestimmungen, insbesondere die Freimengen bei den zollpflichtigen Waren.

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