«Ihr redet mit – und baut mit an unserem gemeinsamen Haus: der Schweiz»

Bern, 03.12.2014 - Bern, 3. Dezember 2014 - Aufruf des Bundespräsidenten Didier Burkhalter anlässlich des Internationalen Tages der behinderten Menschen

«Wir reden mit», so lautet das Motto des Internationalen Tages der behinderten Menschen vom 3. Dezember. Es ist gut, dass die Menschen mit Behinderungen diesen Anspruch erheben: Ja, sie sollen mitreden! Ja, wir möchten ihre Stimme vernehmen!

Eine harmonische Gesellschaft, die ihre Zukunftsperspektiven nicht aus den Augen verliert, die nach Frieden, Wohlstand und Entwicklung strebt, ist eine integrative Gesellschaft. Eine Gesellschaft, die auf alle Talente baut, auf alle Kräfte und alle Hoffnungen.  Seit Jahrhunderten bauen wir in der Schweiz an einer Gesellschaft, die gerade wegen ihrer Vielfalt lebendig und stark ist. Integration in der Vielfalt – dadurch definiert sich unser Land.

Ich ermutige deshalb alle Menschen mit einer Behinderung, ihren Beitrag zu leisten für diese Gesellschaft, die dem Pluralismus verpflichtet ist!  Jede und jeder Einzelne, alle sollen teilhaben, mitreden und handeln, ihr Bestes geben und mitbauen am Haus, an dem wir gemeinsam bauen Tag für Tag.

Wir brauchen euer Engagement, geschehe es berufsmässig oder auf freiwilliger Basis, in Vereinen, im Sozialbereich, in der Politik, der Wirtschaft, der Kultur und im Sport. Mag es sich um einen kleinen Baustein beim Aufbau einer lokalen Gemeinschaft handeln oder um einen gewichtigen Beitrag auf nationaler oder internationalen Ebene: Was zählt, das ist die Präsenz und das aktive Mittun in unserer Gesellschaft, die auf jede und jeden angewiesen ist und alle integrieren will.

Aus Anlass des Internationalen Tages der behinderten Menschen sollte sich auch jede und jeder ernsthaft überlegen: Wie kann ich vermehrt dazu beitragen, dass Lebensräume entstehen, in denen Menschen mit Behinderungen  sich einbringen können?

Und um diesen Gedanken noch zu vertiefen: Was können wir tun, damit die Menschen mit einer Behinderung eine für sie sinnvolle und langfristige Lebensperspektive und ein starkes Selbstwertgefühl entwickeln können, aus dem Vertrauen und Optimismus erwachsen?

Was kann ich heute und morgen konkret tun, um den Austausch und die Integration zu fördern? Solche Fragen muss sich die Gesellschaft als Ganze stellen, aber auch jede und jeder Einzelne für sich selber. Daran soll uns dieser Tag erinnern. 

In diesem Jahr hat die Schweiz das UNO-Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen ratifiziert. Dies erfüllt mich mit Freude. Die Schweiz bekräftigt damit ihre Ausrichtung auf eine umfassende und kohärente Behindertenpolitik. Eine Politik, die die Integration fördert und die heutigen Bedingungen ständig verbessert. Eine Politik, die zu immer mehr Gleichstellung führt und die architektonischen und mentalen Barrieren beseitigt.

Mit dem Beitritt zum Übereinkommen bekräftigt die Schweiz wie die andern Unterzeichnerstaaten, dass sie den Menschen mit Behinderungen die gleichen Rechte und die gleichen Möglichkeiten zugestehen will wie allen andern.

Der Bundesrat verpflichtet sich, zusammen mit den Kantonen und den betroffenen Kreisen diese «Gleichstellung aller» umzusetzen und einen barrierefreien Zugang insbesondere in den Bereichen Ausbildung, Anstellung, öffentliches Leben, Freizeitbeschäftigung und Gesundheit zu schaffen. Unsere Gesellschaft als Ganze wird davon profitieren. Denn sie wird dadurch zunächst einmal toleranter, vielfältiger und solidarischer. Vor allem aber wird sie stärker. Haben doch die Menschen, die mit einer Behinderung leben müssen, viele Ideen, Vorstellungen und Talente, an denen sie uns teilhaben lassen.

Wenn wir ihre Integration stärken, stärken wir zuallererst unser Land, die Fähigkeit, uns den Herausforderungen zu stellen und die Zukunft vorzubereiten. Damit jede Person in unserem Land jederzeit mitreden kann.


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