Aktuelle Politik und historisches Geschehen: Bundespräsident Burkhalter trifft in Brüssel Vertreter der belgischen Staatsführung und gedenkt in Ypern der Opfer des 1. Weltkriegs

Bern, 14.11.2014 - Zwei unterschiedliche Teile umfasst der Besuch von Bundespräsident Didier Burkhalter heute in Belgien: Am Vormittag wurde er in Brüssel vom König der Belgier, Philippe, empfangen und führte politische Gespräche mit dem belgischen Premierminister Charles Michel und Aussenminister Didier Reynders. Der Nachmittag steht ganz im Zeichen des Gedenkens an das Leid und die Opfer des 1. Weltkriegs, wenn Bundespräsident Burkhalter in Ypern eine einstige Schützengrabenanlage besucht und gemeinsam mit drei Schweizer Schulklassen an einer Gedenkzeremonie teilnimmt. Für Bundespräsident Burkhalter ist der Besuch der einstigen Schlachtfelder in Westflandern Zeichen der Notwendigkeit, alles zu tun, um den Frieden zu sichern.

Bei den Gesprächen von Bundespräsident Didier Burkhalter mit dem König von Belgien, Philippe, mit Belgiens Premierminister Charles Michel und Aussenminister Didier Reynders in Brüssel waren die aktuelle Situation in der Ukraine sowie die Rolle der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) bei der Suche nach einer politischen Lösung des Konflikts zentrale Themen. Bundespräsident Burkhalter betonte die wichtige Bedeutung der Beobachtermission der OSZE, um die Chance auf eine Deeskalation der Krise zu wahren. Themen im Zusammenhang mit der OSZE waren ausserdem die Ministerratskonferenz vom 4. und 5. Dezember 2014 in Basel sowie mögliche Formen der Zusammenarbeit zwischen der OSZE und dem Europarat, dessen Präsidentschaft Belgien am 13. November 2014 angetreten hat.

Bei den Gesprächen kamen ausserdem bilaterale Themen zur Sprache. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern sind eng. Belgien ist der elftgrösste Export- und Importpartner der Schweiz. 2013 belief sich das Handelsvolumen zwischen beiden Staaten auf knapp 10 Milliarden CHF. Die enge Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und Belgien zeigt sich auch an gegenseitigen Visavertretungen. So vertritt die Schweiz Belgien in Ghana und Sri Lanka, während Belgien Visagesuche für die Schweiz in Benin, Burkina Faso, Burundi und Ruanda entgegennimmt.

Angesprochen wurde auch die Möglichkeit einer vertieften Zusammenarbeit im wissenschaftlichen Bereich, namentlich bei der Polarforschung. Derzeit prüft die Schweiz die Opportunität einer Mitwirkung an der von Belgien geführten Forschungsstation „Prinzessin Elisabeth“ in der Antarktis.

Bundespräsident Burkhalter informierte König Philippe, Premierminister Michel und Aussenminister Reynders ausserdem über die Politik der Schweiz gegenüber der EU, insbesondere über die Entwicklungen im Zusammenhang mit dem neuen Verfassungsartikel über die Zuwanderung. Er betonte auch die Notwendigkeit einer Diskussion mit der EU über Migration.

Gedenken an die Toten des 1. Weltkriegs in Westflandern

Am Nachmittag wird Bundespräsident Burkhalter bei der Stadt Ypern in Westflandern eine Schützengrabenanlage aus dem 1. Weltkrieg besichtigen. Der Besuch ist auch als Zeichen gedacht, dass sich die vielen Toten des 1. Weltkriegs nicht auf eine blosse statistische Zahl reduzieren lassen, sondern dass hinter jedem Todesopfer ein individuelles Schicksal mit Visionen, Hoffnungen und Ängsten steht. Am Schützengraben „Hill 62“ werden Schülerinnen und Schüler der Schulklassen aus Morges, Liestal und Tenero anwesend sein. Die drei Klassen – eine aus jeder Sprachregion der Schweiz - haben mit ihren Projekten den von Bundespräsident Burkhalter Anfang 2014 lancierten Schulwettbewerb zum Thema 1. Weltkrieg gewonnen (vgl. Communiqué vom 7. November 2014). Alle Projekte, die im Rahmen des Wettbewerbs eingereicht wurden, belegen die Bedeutung der Beschäftigung mit der Zeit und den Ereignissen des 1. Weltkriegs, die auch ein wesentliches Element ist beim Engagement für Sicherheit und Stabilität in der Zukunft.

Gemeinsam mit den Schulklassen wird Bundespräsident Burkhalter anschliessend bei einem Empfang des Bürgermeisters von Ypern, Jan Durnez, über die Projekte zum 1. Weltkrieg diskutieren, bevor alle zusammen in Begleitung des Ministerpräsidenten von Flandern, Geert Bourgeois, an der Gedenkzeremonie „Last Post“ teilnehmen. Dieser seit dem 2. Juli 1928 an jedem Abend um 20 Uhr durchgeführte Anlass zur Erinnerung an gefallene und nicht identifizierte Soldaten des Commonwealth ist auch ein Gedenken an das gesamte Leid und alle Kriegsopfer, die der 1. Weltkrieg hervorgerufen hat. Der Anlass wie der Besuch in Westflandern insgesamt ist für Bundespräsident Burkhalter darüber hinaus Zeichen der Notwendigkeit, alles zu tun, um gewaltsame Konflikte zu vermeiden und den Frieden zu sichern.


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