Ebola-Vorbereitungen in der Schweiz

Bern, 22.10.2014 - Der Bundesrat hat sich heute über die aktuelle Lage in Westafrika und die Vorbereitungen der Schweiz auf mögliche Ebola-Fälle informiert. Die bisher getroffenen Massnahmen bewähren sich. Sie werden ständig überprüft und wo nötig verbessert. Das Risiko von Erkrankungen in der Schweiz wird weiterhin als klein eingestuft.

Die Situation in den westafrikanischen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone hat sich in den letzten Wochen weiter verschlechtert, die Zahl der Neuerkrankungen und der Todesfälle durch Ebola nimmt rapide zu. Das Risiko eines Ebola-Falles in der Schweiz wird jedoch weiterhin als klein eingestuft. Diese Beurteilung deckt sich mit jener der Europäischen Union (EU) für ihre Mitgliedstaaten. Dennoch sind die Vorbereitungsmassnahmen für eventuelle Ebola-Fälle in der Schweiz in den letzten Wochen weiter vorangetrieben worden. Sie werden laufend überprüft, präzisiert und wo nötig verbessert. Derzeit liegt der Schwerpunkt bei den Spitälern, Flughäfen und Empfangszentren für Asylsuchende.

Spitäler sind für mögliche Ebola-Fälle gerüstet
Mehrere Universitäts- und andere grosse Spitäler in der Schweiz sind in der Lage, Ebola-Patienten zu behandeln. Weitere Spitäler sind dabei, entsprechende Konzepte zu erarbeiten, zu testen und ihre Mitarbeitenden auf solche Fälle vorzubereiten. Sie tauschen sich untereinander über ihre jeweiligen Konzepte und Erfahrungen aus, bereiten zusätzliche Behandlungsmöglichkeiten vor und treffen sich mit Spezialisten, welche über praktische Erfahrungen im Kampf gegen Ebola verfügen.

Flugreisende und die Bevölkerung werden noch besser informiert
Die EU-Mitgliedstaaten unterstützen eine Verbesserung der Ausreisekontrollen in den betroffenen westafrikanischen Ländern, verzichten aber auf flächendeckende Einreisekontrollen an den internationalen Flughäfen in Europa. Solche Kontrollen finden derzeit nur in einzelnen Ländern statt. Die EU will jedoch die Reisenden an den Flughäfen künftig noch besser informieren. Die Schweiz, welche keine direkten Flugverbindungen mit Guinea, Liberia und Sierra Leone hat, verzichtet ebenfalls auf Einreisekontrollen, wird jedoch die Kommunikation mit den Flugpassagieren verstärken.

Zudem hat sich die Schweiz schon seit längerem darauf vorbereitet, möglicherweise infizierte Schweizer Bürgerinnen und Bürger beziehungsweise Mitarbeitende von in Westafrika tätigen Hilfsorganisationen mit Sitz in Genf in die Schweiz zu fliegen, zu überwachen und falls erforderlich hier zu behandeln.

Massnahmen in den Empfangszentren haben sich bewährt
Das Vorgehen zur Identifikation von möglicherweise infizierten Asylsuchenden aus Guinea, Liberia und Sierra Leone hat sich bisher bewährt. In den nationalen Empfangszentren konnten die kantonalen Behörden bisher einige wenige Personen eruieren, bei denen eine allfällige Ansteckung mit dem Ebola-Virus nicht auszuschliessen war. Bei einem begründeten Verdacht kann für solche Personen eine Quarantäne angeordnet werden. Bis anhin gab es jedoch noch keinen Krankheitsfall. Dank der getroffenen Massnahmen bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung der Schweizer Bevölkerung.

Die Schweiz unterstützt weiterhin die internationale humanitäre Hilfe für die drei hauptsächlich betroffenen Länder in Westafrika. Sie hat bis anhin rund 9 Millionen Franken gesprochen, die unter anderem für die Unterstützung von Hilfsorganisationen, die vor Ort tätig sind, aber auch für den Kauf von Schutzanzügen, medizinischem Material und die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln verwendet wurden. Der Bundesrat hat zudem entschieden, eine Unterstützung der UNO-Mission gegen Ebola durch die Schweizer Armee zu prüfen. In enger Zusammenarbeit mit der DEZA wird abgeklärt, ob die Armee Experten, Material sowie Helikopter zur Verfügung stellen könnte. Das Ziel ist, mitzuhelfen die Ausbreitung der Epidemie zu stoppen, die Gesundheitsversorgung zu stabilisieren und die Auswirkungen der Krise auf die Bevölkerung zu mildern.


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Letzte Änderung 20.04.2018

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