Bundespräsident Didier Burkhalter stellt neuen Aktionsplan zum Schutz von Kindersoldaten vor

Bern, 14.10.2014 - Die Jahreskonferenz der Abteilung Menschliche Sicherheit AMS des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stand heute ganz im Zeichen der Jugend. Jugendliche aus dem In- und Ausland kamen zu Wort, sprachen über ihre Erfahrungen als Opfer und Täter in Konflikten, aber auch über ihre Visionen und ihr Engagement für Frieden, Demokratie und Menschenrechte. Bundespräsident Didier Burkhalter präsentierte den neuen Aktionsplan zum Schutz von Kindern in bewaffneten Konflikten; er will dass sich die Schweiz in diesem Bereich stärker engagiert. Rund 600 Interessierte besuchten die Konferenz, an der sich auch hochkarätige internationale Expertinnen und Experten äusserten, u.a. Fatou Bensouda, Chefanklägerin des Internationalen Strafgerichtshofs in den Haag.

Rund 250 000 Kinder unter 18 Jahren sind heute schätzungsweise  in bewaffneten Gruppen im Einsatz, 40 Prozent davon sind Mädchen. Die heute 32jährige Victoria Nyanjura aus Uganda war eines dieser Mädchen. An der Jahreskonferenz der Abteilung Menschliche Sicherheit (AMS) des EDA erzählte sie, wie sie von der Lord‘s Resistance Army – einer bewaffneten ugandischen Gruppe - gekidnappt, missbraucht und zwangsverheiratet worden war und wie ihr schliesslich nach acht Jahren 2004 die Flucht gelang. 24 000 bis 38 000 Jugendliche und Kinder sind  gemäss Schätzungen allein in Uganda seit 1984 als Kämpfer, Helfer und Sexsklaven ausgebeutet worden.

Dies sei ein menschlicher Skandal, sagte Bundespräsident Didier Burkhalter und betonte : « Es ist an uns zu handeln, um die Würde der Menschlichkeit durch die Würde dieser Kinder, die ihr Schicksal nicht selber gewählt haben, zu verteidigen. »
 Er lobte Victoria Nyanjura für ihren Mut und ihre Kraft, stellte ein verstärktes Engagement der Schweiz in Aussicht und präsentierte einen Aktionsplan mit den folgenden Schwerpunkten:

1. Bestehende internationale Gesetzesnormen zum Schutz von Kindern sollen von Staaten und nichtstaatlichen Gruppen besser respektiert werden.
2. Das Engagement zum Schutz von Kindern soll auf multilateraler Ebene, etwa im Rahmen der UNO, gestärkt werden.
3. In Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen in Konfliktgebieten und in fragilen Kontexten sollen für ehemalige Kindersoldatinnen und –soldaten Programme zur psychischen und physischen Genesung und sozialen Integration angeboten werden. Und ein Ausbildungsangebot soll den Jugendlichen eine Lebensperspektive eröffnen.


Zum Engagement der Schweiz gehört auch ihr Einsatz gegen die Straflosigkeit: Täter sollen sich vor einem Gericht verantworten müssen. Die Chefanklägerin des internationalen Strafgerichtshofes, Fatou Bensuda, und Juvénal Munubo Mubi, Abgeordneter der Demokratischen Republik Kongo, diskutierten an der Konferenz u.a. über den aktuellen Stellenwert der Bekämpfung und strafrechtlichen Verfolgung von Straftaten gegenüber Kindern. Sie wünschten sich eine effektivere und systematischere Umsetzung der bestehenden Gesetzesnormen. Um dieses Ziel zu erreichen, streben beide eine Kooperation zwischen Staatsanwälten, der Zivilgesellschaft und den Vereinten Nationen an. Dadurch soll das Bewusstsein für Verbrechen an Mädchen und Knaben geschärft werden.

Am Nachmittag  wurde der Themenbereich erweitert. Politisch engagierte Jugendliche aus aller Welt formulierten in einem Kurzfilm ihr Verständnis von menschlicher Sicherheit  und gaben Einblick in ihre Vorstellungen und Erwartungen an ein Leben in einer sicheren und friedlichen Welt. In einer weiteren Diskussionsrunde brachte ein Jugendlicher aus Haiti seine Erfahrungen als Mitglied einer kriminellen Bande ein und tauschte sich mit politisch engagierten Jugendlichen aus Serbien und Ägypten aus.

Bevor Botschafter Claude Wild, Chef der Abteilung Menschliche Sicherheit das Schlusswort ergriff, reflektierten junge Schweizerinnen und Schweizer über ihre Eindrücke, die sie während des Tages gesammelt hatten.


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