Bundesrat will Beteiligung der Schweiz an weltweit leistungsfähigster Neutronenquelle

Bern, 03.09.2014 - Der Bundesrat beantragt dem Parlament, den Beitritt der Schweiz zur weltweit leistungsfähigsten Neutronenquelle, der „European Spallation Source ESS“, zu genehmigen und den dazu notwendigen finanziellen Beitrag der Schweiz an Bau und Betrieb bis 2026 zu bewilligen. Er hat heute eine entsprechende Botschaft ans Parlament überwiesen. Mit der Beteiligung an der ESS will der Bundesrat die Stellung des Forschungsplatzes Schweiz im internationalen Wettbewerb weiter festigen.

Die Forschungsinfrastruktur ESS im schwedischen Lund soll die weltweit leistungsfähigste Neutronenquelle werden. Mit deren Hilfe werden Forschende Einblicke in verschiedene Materialien oder biologische Strukturen gewinnen und so Grundlagen für neue technische Geräte oder Medikamente schaffen. Die ESS ergänzt bestehende Anlagen und ermöglicht es Forschenden aus der Schweiz, Experimente durchzuführen, die in der Schweiz nicht möglich sind.

Den Schweizer Beitrag von rund 32 Millionen Franken für die erste Bauphase hat das Parlament bereits im Rahmen der Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Innovation 2013-2016 bewilligt. Nun soll auch der Beitrag von insgesamt rund 98 Millionen Franken für die zweite Bau- und Betriebsphase bis 2026 bewilligt werden. Damit beteiligt sich die Schweiz mit 3,5 Prozent an den Gesamtkosten der ESS von rund 3,7 Milliarden Franken. An der ESS beteiligt sind 17 Partnerländer.

Für eine Beteiligung der Schweiz an ESS ist kein Abkommen zwischen der Schweiz und der Europäischen Kommission nötig. Es genügt eine Erklärung der Schweiz zur Anerkennung der ERIC-Verordnung, denn ESS basiert auf dem neuen europäischen Rechtsrahmen ERIC (European Research Infrastructure Consortium). Dieser legt die wichtigsten Merkmale europäischer Forschungsinfrastrukturen sowie klare Verfahren zur Verleihung des entsprechenden Status fest.

Die Schweiz ist für ihre Spitzenforschung in vielen Gebieten auf die Beteiligung an internationalen Forschungsinfrastrukturen angewiesen. Solche Anlagen wie Observatorien für die Umweltwissenschaften, Datenbanken in der Genomik und den Sozialwissenschaften, Strahlenquellen für die Materialforschung oder Superrechner sind häufig für einen Einzelstaat nicht alleine realisierbar und bedingen die Zusammenarbeit mehrerer Länder. Die Schweiz ist deshalb bereits heute im Rahmen völkerrechtlicher Verträge an verschiedensten internationalen Forschungsinfrastrukturen sehr erfolgreich beteiligt. Schweizer Forschungsinstitutionen, insbesondere die beiden ETH, die Universitäten und Fachhochschulen haben dadurch Zugriff auf Experimente und neueste Daten.


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SBFI,
Stv. Abteilungsleiter Internationale Forschungs- und Innovationszusammenarbeit (IFI)
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Letzte Änderung 20.04.2018

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