BAV schafft Spielraum für die Verkabelung von Bahnstrom-Leitungen

Bern, 03.04.2014 - Die Verkabelung von Bahnstromübertragungsleitungen wirkt sich negativ auf die Betriebsstabilität des Bahnstromnetzes aus. Dies zeigen eine Studie der SBB sowie ein Gutachten, welches das Bundesamt für Verkehr (BAV) bei der Technischen Universität Graz eingeholt hat. Unter den heutigen Rahmenbedingungen können praktisch keine weiteren Bahnstromleitungen mehr verkabelt werden. Das BAV will darum technische Anpassungen vornehmen und weitere Massnahmen ergreifen, um einen Handlungsspielraum für weitere Verkabelungen zu schaffen.

Wechselwirkungen zwischen Eisenbahnfahrzeugen und Bahnstromanlagen können zu sogenannten Resonanzstörungen führen. Diese können den Bahnbetrieb stören und Schäden an Triebfahrzeugen und an der Infrastruktur verursachen. Je länger die Kabelleitungen des Bahnstrom-Hochspannungsnetzes sind, desto grösser wird die Gefahr, dass Resonanzstörungen auftreten. Dies zeigt eine Studie der SBB, welche durch ein Zweitgutachten der Technischen Universität Graz bestätigt wurde.

Heute sind knapp vier Prozent des total rund 3000 Kilometer langen Bahnstrom-Übertragungsleitungsnetzes verkabelt, beim Rest handelt es sich um Freileitungen. Unter den heutigen Rahmenbedingungen sind praktisch keine weiteren Verkabelungen mehr möglich. Indes bestehen teilweise öffentliche Interessen an weiteren Verkabelungen, zum Beispiel, um eine Landschaft zu schützen, die in einem Bundesinventar aufgenommen ist. Um dafür Handlungsspielraum zu schaffen, will das BAV gemeinsam mit den SBB die Resonanzgrenzfrequenz des Bahnstrom-Übertragungsnetzes in den nächsten rund acht bis zehn Jahren von heute 103 auf 90 Hertz senken. Hierfür sind verschiedene technische Anpassungen an den Fahrzeugen und an der Infrastruktur nötig. Mit diesen Massnahmen wird es möglich, zusätzlich zu den bestehenden Kabelleitungen weitere rund hundert Kilometer des Bahnstrom-Übertragungsleitungsnetzes zu verkabeln. Vorgängig müssen Vorschriften angepasst werden, und es muss mit den betroffenen Bahnen geklärt werden, wie hoch die Kosten für die Anpassung der Fahrzeuge sind und wie diese finanziert werden.

Der Handlungsspielraum für Verkabelungen wird mit den technischen Massnahmen zwar vergrössert, bleibt aber beschränkt. Das BAV will deshalb rechtzeitig eine Gesamtsicht über sämtliche Neubauten und Erneuerungen von Bahnstrom-Übertragungsleitungen erarbeiten, welche in den nächsten Jahren nötig sind. Damit soll sichergestellt werden, dass der beschränkte Handlungsspielraum dort genutzt wird, wo er den grössten Nutzen für Landschaft, Raum und Bevölkerung hat. In Zusammenarbeit mit den betroffenen Kreisen sollen die hierfür nötigen rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden.


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Letzte Änderung 20.04.2018

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