Flankierende Massnahmen zur Frankenstärke haben Innovationsvorhaben beschleunigt

Bern, 25.02.2014 - Die zusätzlichen 100 Mio. Schweizer Franken, die Bundesrat und Parlament im September 2011 der Kommission für Technologie und Innovation (KTI) zuteilten, erzielten die erwünschte Wirkung: Sie erlaubten es, jene bestehenden Innovationsvorhaben zu realisieren und zu beschleunigen, die als Folge der Frankenstärke möglicherweise sistiert oder gar nie umgesetzt worden wären. Zu diesem Schluss kommt eine externe Evaluation durch die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich KOF und das Forschungs- und Beratungsbüro Infras. Exportorientierte kleine und mittlere Unternehmen (KMU) profitierten am meisten von den Massnahmen.

Die zusätzlich gesprochenen Mittel wurden von der KTI frühzeitig und vollständig ausgeschöpft. In der knappen Frist (Oktober bis Dezember 2011) konnte die KTI von den insgesamt über 1‘050 Gesuchen nur rund die Hälfte beurteilen. 245 Projekte wurden bewilligt. Klara Sekanina, Direktorin der KTI, erklärt: „Die grosse Resonanz zeigt, dass sich die Innovationsakteure durch geeignete Anreize stark stimulieren lassen und die von der KTI eingesetzten Instrumente während den Sondermassnahmen für die Schweizer Innovationsakteure attraktiv waren.“

Gewünschte Zielgruppen wurden erreicht

Die KTI erreichte die anvisierte Zielgruppe weitestgehend: Bei drei Viertel der an den Projekten beteiligten Unternehmen beträgt der Exportanteil über 70 Prozent, drei Viertel zählen zu den KMU und ein Drittel führt zum ersten Mal ein KTI-Projekt durch. Sechs Prozent der Wirtschaftspartner hatten vorher noch nie mit einer Hochschule zusammengearbeitet. Forschungsseitig zeigt sich, dass die Akteure sehr gut vernetzt sind und effizient sowie marktorientiert reagieren.

Massnahmen führten zur Stärkung der Innovationsförderung

Kurzfristig haben die Massnahmen die erwünschten Wirkungen erreicht. Gemäss Evaluation führten die Sondermassnahmen, wie beabsichtigt, primär dazu, dass bestehende Innovationsvorhaben umgesetzt und beschleunigt wurden, welche sonst möglicherweise eingestellt oder gar nie realisiert worden wären. Die geförderten Unternehmen investierten dabei signifikant mehr in Forschung und Entwicklung und stellten mehr zusätzliches Personal ein als vergleichbare, aber nicht geförderte Unternehmen. Umsatzsteigerungen liessen sich nicht feststellen, waren aber in der kurzen Frist auch nicht zu erwarten. Weitere positive Wirkungen sehen die Autoren in der besseren Vernetzung der Forschung und der Wirtschaft, sowie der Stärkung der Innovationsförderung der KTI.

KTI setzte Massnahmen „gut bis sehr gut“ um

Der hohe Zeitdruck belastete die Mitglieder der Kommission und die KTI-Geschäftsstelle laut Bericht ausserordentlich. Unter den gegebenen Voraussetzungen setzte die KTI laut Evaluation die Sondermassnahmen „gut bis sehr gut“ um. Sie entwickelte ein kohärentes Instrumentarium, organisierte sich schlank und beurteilte die Projektgesuche in sehr kurzer Zeit in 34 zusätzlichen Evaluationssitzungen. Grösster Kritikpunkt war das fristenbedingte «First-come-first-served-Prinzip», welches über 500 unbehandelte Gesuche zur Folge hatte.

Projekte werden weiter evaluiert

Per Ende 2013 waren gemäss Auswertung der KTI 91 Projekte (37 Prozent) der Projekte der Sondermassnahmen abgeschlossen, 39 Projekte waren in der Abschlussphase (16 Prozent). Bei diesen und den restlichen 115 Projekten (47 Prozent) wird der Abschluss in den Jahren 2014 und folgende erwartet. Die KTI verfolgt die Entwicklung der Sondermassnahmen-Projekte weiter und wird Ende 2014 weitere Aussagen zu den Ergebnissen der geförderten Projekte und deren Wirkungen machen können.

Die KTI zieht ein positives Fazit

Zwei Jahre nach den Sondermassnahmen zieht die KTI eine positive Bilanz. Walter Steinlin, Präsident der KTI: „Die Kommission hat die geeigneten Anreize gesetzt und dadurch ein sehr grosses Echo ausgelöst. Die Hochschulpartner sind gut vernetzt und waren in der Lage, schnell und effizient zu reagieren. So konnte die KTI das Hauptziel der Projektförderung erreichen. Innovationsaktivitäten wurden gesteigert und konkrete Projekte beschleunigt durchgeführt.“

Ausrichtung auf exportorientierte Unternehmen

Vor dem Hintergrund der Frankenstärke verabschiedete der Bund im Oktober 2011 ein umfangreiches Hilfspaket. Teil davon war ein Sonderbetrag von 100 Millionen Franken, den der Bund der KTI für die Innovationsförderung zusprach. Damit wurden die regulären Fördermittel im Jahr 2011 ungefähr verdoppelt.

Die Massnahmen der KTI im Rahmen der Sondermassnahmen gegen die Auswirkungen des starken Frankens waren auf exportorientierte Unternehmen ausgerichtet, welche Innovationen schnell auf den Markt bringen wollten. Zudem sollten Unternehmen animiert werden, vielversprechende Innovationsprojekte trotz schlechter Ertragslage durchzuführen. Im September 2012 gab die KTI eine externe Evaluation in Auftrag, mit dem Ziel, die Umsetzung und die Wirkungen der KTI-Massnahmen zu beurteilen und Handlungsempfehlungen für die Zukunft abzuleiten.

Um die besten der im Rahmen der Sondermassnahmen nicht bearbeiteten Projekte unterstützen zu können, sprach das Parlament im Frühling 2012 einen Zusatzkredit von 40 Millionen Franken. Die Gesuchstellenden mit nicht beurteilten Gesuchen und die besten der 2011 nicht bewilligten Gesuche erhielten damit die Möglichkeit, ihr Gesuch im Rahmen der regulären Projektförderung ein zweites Mal einzureichen. Davon machten 247 Gesuchsteller Gebrauch, 120 Gesuche und Fördermittel von 38 Millionen Franken wurden bewilligt.


Adresse für Rückfragen

Eliane Kersten, Leiterin Kommunikation, KTI, 031 324 19 95
Thomas von Stokar, Geschäftsleiter Infras, 044 205 95 16



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Kommission für Technologie und Innovation KTI – ab 1.1.2018 Innosuisse - Schweizerische Agentur für Innovationsförderung
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Letzte Änderung 20.04.2018

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