2013: Weniger Diensttage in der Schweizer Armee

Bern, 24.02.2014 - In der Schweizer Armee wurden im letzten Jahr rund 6,1 Millionen Diensttage geleistet. Das sind 250'000 Diensttage oder vier Prozent weniger als im Jahr 2012. In den Einsätzen der Armee waren es 228'462 Diensttage, 7 Prozent weniger als im Vorjahr. Ein durchschnittlicher Diensttag kostete 34,52 Franken, rund 70 Rappen mehr als im Jahr zuvor.

Schweizer Armeeangehörige haben im letzten Jahr 6'052'376 Tage Militärdienst geleistet. Das sind rund 250'000 Tage weniger als im Vorjahr. Die Reduktion ist vor allem darauf zurückzuführen, dass - wie schon aus der Rekrutierung zu erwarten war - 5,5% weniger Personen in die Rekrutenschulen eingerückt sind. Die durchschnittliche Dienstdauer von zwölf Tagen in den Fortbildungsdiensten der Truppe blieb konstant. Ebenso jene der Lehrverbände, welche sich nach dem Anstieg 2012 bei 47 Tagen stabilisierte. Durch­schnittlich standen im Jahr 2013 täglich 16'500 Armeeangehörige im Dienst.

Sicherungseinsätze rückläufig
In den Einsätzen hat die Schweizer Armee letztes Jahr 228'462 Diensttage geleistet. Das sind sieben Prozent weniger als im Vorjahr. Es konnten alle Leistungen zur Zufriedenheit der Auftraggeber erbracht werden. Die Hauptleistungen wurden in Friedensförderungsdiensten im Ausland (45%) und in Sicherungseinsätzen im Inland (41%) erbracht. Während die Leistungen bei den Sicherungseinsätzen erneut deutlich zurückgegangen sind (von 121'674 auf 95'127 Tage), haben insbesondere die Flugstunden der Luftwaffe für die Polizeikorps um über 45% und die Unterstützungsleistungen für die Zivilen um 36% zugenommen. Der Leistungsumfang bei den militärischen Friedensförderungsdiensten im Ausland dagegen blieb mit 103'173 Tagen fast unverändert zum Vorjahr (102'769). Die Schweiz wurde zudem im vergangenen Jahr von grossen Naturkatastrophen verschont.

Mehr Unterstützungsleistungen
Pro Tag standen durchschnittlich 626 Soldatinnen und Soldaten (Vorjahr: 676) im Einsatz, davon 55% im Inland und 45% im Ausland. Milizangehörige leisteten 76% und das Berufspersonal 24% der Leistungen in Einsätzen. Damit hat der Anteil der Leistungen des Berufspersonals um 7% abgenommen. Der Grund für diesen Rückgang ist die Leistungs­reduktion bei allen Sicherungseinsätzen und der komplette Wegfall der Verstärkung des Grenzwachtkorps durch Militärpolizisten.
Im Rahmen der militärischen Katastrophenhilfe musste die Armee zwar nur einmal eingesetzt werden (beim Grossbrand in Cressier), hinzu kamen jedoch besondere Einsätze nach Naturereignissen, welche als Unterstützungsleistungen erbracht wurden. Gesamthaft hat die Armee Dritte mit 30'142 Diensttagen unterstützt (Vorjahr: 22'117 Diensttage). Die Gründe für die Zunahme um 36% sind, dass einerseits neun Unterstützungsleistungen mehr geleistet wurden als im Vorjahr und anderseits mit dem Turnfest in Biel und dem Schwing- und Älplerfest in Burgdorf gleich zwei eidgenössische Grossanlässe stattfanden. Mit 23'915 Diensttagen beanspruchten alle Sportanlässe zusammen mehr als drei Viertel aller Leistungen nach der neuen Verordnung über die Unterstützung ziviler oder ausser­dienstlicher Tätigkeiten mit militärischen Mitteln (VUM). Die Armee hat rund 80 Gesuche behandelt und 60 davon bewilligt (Vorjahr: 51).

Doppelt so viele Flugstunden zur Personensuche
Die Luftwaffe hat die Polizei mit 398 Flugstunden mit Super Puma und EC-635 für Luftaufklärung, Lufttransporte und Ausbildung unterstützt, was einer Zunahme von 45% entspricht. Hinzu kommen in zehn Einsätzen 26 Einsatzstunden mit der Drohne ADS 95. Zusätzlich hat die Luftwaffe die Polizei, respektive die Rettungsflugwacht mit dem FLIR-Puma bei der Suche nach Vermissten oder Flüchtigen unterstützt und dabei 122 Flugstunden (Vorjahr: 63) geleistet. Im Rahmen des Luftpolizeidienstes wurden 9 (Vorjahr: 10) «Hot Missions» (Interventionen) geflogen. Zudem wurden 202 (Vorjahr: 207) «Live Missions» (Kontrolle von Staatsluftfahrzeugen) durchgeführt.

Truppe vermehrt in Gemeinde-Unterkünften
Die Truppenaufwände schlugen im Jahr 2013 mit 209 Millionen Franken (2012: 213,6 Mio. Franken) zu Buche. Ein durchschnittlicher Diensttag führte zu Ausgaben von 34,52 Franken (Vorjahr 33,84 Franken). Obwohl grundsätzlich die Zahl der Diensttage die Kosten massgebend beeinflusst, konnten in gewissen Bereichen Einsparungen erzielt werden. Vor allem bei den Rubriken «Allgemeine Ausgaben» (unter anderen dank einer weiteren Reduktion der Feldpostpauschale) sowie «Dienstleistungen Dritter» konnten die Kosten gesenkt werden. Den Truppenkredit belastet haben wie im Vorjahr die Harmonisierung der Soldzulage (plus 25 Rappen pro Diensttag) und die Erhöhung der Transportpauschale für die Reisen mit dem Marschbefehl (plus 23 Rappen pro Diensttag). Weil vermehrt nicht bundeseigene Infra­struktur genutzt und die Unterkunftsansätze angepasst wurden, fielen im gesamten Bereich Unterkunft im Vergleich zum Vorjahr Mehrkosten von 38 Rappen pro Diensttag an.

Einnahmen fürs lokale Gewerbe
Von den 57,9 Mio. Franken, die im vergangenen Jahr für die Verpflegung aufgewendet wurden, fliessen 49,1 Mio. ins lokale Gewerbe. Leicht höher sind die Kosten für den Sold mit 60,3 Mio. Franken. Umgerechnet erhält ein durchschnittlicher Angehöriger der Armee 9,96 Franken Sold pro Diensttag. Für Unterkünfte - nur bundesexterne Infrastrukturen - bezahlte die Armee 26,4 Mio. Franken, das bedeutet umgerechnet pro Diensttag und AdA 4,36 Franken. Auch im vergangenen Jahr wurden für die verursachten Land- und Sachschäden rund 2,3 Mio. Franken entschädigt. Diese Summe entspricht den Vorjahren.


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Letzte Änderung 20.04.2018

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