Statusbericht der EU zu E-Government: Hohe Benutzerzufriedenheit in der Schweiz

Bern, 28.05.2013 - Die europäische Kommission hat heute den 10. Statusbericht zum E-Government-Angebot europäischer Länder veröffentlicht. Im letzten Jahrzehnt vermochte die Schweiz im Bereich E-Government in das europäische Mittelfeld aufzurücken. Was die Beurteilung des Online-Angebotes durch die Benutzer betrifft, positioniert sich die Schweiz im Ländervergleich sehr gut.

Seit 2001 wird im Auftrag der EU-Kommission die Entwicklung des E-Government-Angebotes in den 27 EU-Mitgliedstaaten sowie in der Schweiz, in Kroatien, Island, Norwegen und der Türkei erhoben. Die aktuelle Studie ist nicht abschliessend, sondern wird 2014 durch eine weitere Untersuchung vervollständigt.

Neuer methodischer Ansatz

Die Beurteilung des Online-Angebotes der öffentlichen Verwaltungen erfolgt im vorliegenden Bericht mit der Auswertung von vier Hauptindikatoren (User Empowerment, Digital Single Market, Efficiency and Effectivness, Pre-Conditions). Evaluiert werden diese Indikatoren anhand verschiedener Kriterien wie der Benutzerfreundlichkeit, des spezifischen Online-Angebots für Wirtschaft und Bevölkerung, der Kundenzufriedenheit und der Ausbreitung von Basismodulen zur Gewährleistung von E-Government, zum Beispiel der elektronischen Identität (eID).

Methodisch verfolgt die diesjährige Studie einen neuen Ansatz. Denn anders als die bisherigen Berichte misst sie nicht nur die Existenz von Einzeldienstleistungen, sondern ihren Einsatz im Rahmen von bestimmten «Lebensereignissen». Im Fokus stehen die Prozesse rund um die Ereignisse Stellensuche und Arbeitslosigkeit, die Unternehmensgründung sowie das Studium an einer ausländischen Universität. Eine Bestnote erreichen im vorliegenden Forschungsdesign jene öffentliche Verwaltungen, welche ihren Kunden (Bevölkerung und Unternehmen) die medienbruchfreie Abwicklung aller Behördengeschäfte ermöglicht, die beim Eintritt eines bestimmten Ereignisses wie einer Neuanstellung anfallen.

Ergänzt werden die heutigen Ergebnisse 2014 durch die Untersuchung zu Prozessen in weiteren Verwaltungsbereichen wie Gesundheit, Justiz oder Wirtschaft.

Resultate der Erhebung 2012

Von den vier gemessenen Hauptindikatoren schneidet die Schweiz in der Optimierung von Verwaltungsprozessen durch Online-Services aus Kundensicht („Efficiency and Effectiveness“) am besten ab. Sie erzielt im Kriterium der Kundenzufriedenheit ein sehr gutes Resultat und ist in der Benutzerumfrage betreffend Nutzen und Bedürfniserfüllung von Online-Dienstleistungen gut positioniert. Dieser Wert bestätigt auch die Resultate von nationalen Studien, wonach die Zufriedenheit der Bevölkerung mit den elektronischen Dienstleistungen gut bis sehr gut ist. Auch das Schweizer Online-Angebot für die Bevölkerung hebt sich deutlich vom europäischen Durchschnitt ab (CH: 63%, Ø: 45%). Ausbaufähig ist demgegenüber das Angebot der öffentlichen Verwaltung für die Wirtschaft, dem zweiten Kriterium des Hauptindikators zum Binnenmarkt (Digital Single Market).

Entwicklungspotential besteht in der Schweiz auch im Bereich der technischen Voraussetzungen für E-Government. Basismodule wie die Einmalanmeldung mit der eID, die elektronische Beglaubigung von Dokumenten oder die sichere Dokumentablage sollten als Grundlage für eine flächendeckende Ausbreitung von E-Government auch in der Schweiz vermehrt eingesetzt werden. Die Etablierung dieser Basismodule fördert die Transparenz und Nachvollziehbarkeit von Transaktionen (User Empowerment). Diese Aspekte wurden bisher in den Online-Services der Schweizer Behörden gemäss dem EU-Bericht noch zu wenig berücksichtigt.


Adresse für Rückfragen

Astrid Strahm
Programmmonitoring E-Government Schweiz
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Letzte Änderung 20.04.2018

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