Invalidenversicherung: Zahlen und Fakten 2012

Bern, 17.05.2013 - Die Zahl der laufenden IV-Renten wie auch jene der neu zugesprochenen Renten sind im Jahr 2012 erneut gesunken. Die Neurenten pendeln seit 2010 um den gewichteten Wert von rund 15'000. Das Gegenstück zu den seit 2003 um rund 47% gesunkenen Neurentenzahlen ist die Tatsache, dass die IV seit 2008 deutlich zunehmend Massnahmen zur beruflichen Eingliederung zuspricht. Dieses Bild spiegelt die Neuausrichtung der IV von der Renten- zur Eingliederungsversicherung wieder. 2012 war auch das Startjahr der Eingliederungsorientierten Rentenrevision und des definitiv im Gesetz verankerten Assistenzbeitrags (Teile der IV-Revision 6a). Die Betrugsbekämpfung der IV 2012 weist als Erfolg den Nachweis von Versicherungsmissbrauch bis hin zum Betrug in 400 Fällen aus.

Sinkender Rentenbestand, Anzahl Neurenten pendelt auf tiefem Niveau

Im Januar 2013 betrug die Zahl der gewichteten Renten der Invalidenversicherung in der Schweiz und im Ausland 234’600. Sie hat gegenüber dem Vorjahr um 1.8% (4‘200 Renten) abgenommen. Dies ist der deutlichste Rückgang seit Januar 2006, als mit 257'500 gewichteten Renten der höchste Rentenbestand erreicht worden war. Die Zahl der 2012 zugesprochenen gewichteten Neurenten hat mit 14‘600 einen neuen Tiefststand erreicht, nachdem sie 2011 wieder leicht angestiegen war. Die Abnahme der Neurenten seit 2003 beträgt rund 47%.

Deutlich steigende Anzahl der Massnahmen zur beruflichen Eingliederung

Das Gegenstück zu den seit 2003 sinkenden Neurentenzahlen ist die Tatsache, dass die IV seit 2008 jährlich deutlich mehr Massnahmen zur beruflichen Eingliederung zuspricht. Innert 10 Jahren, von 2002 bis 2012, hat sich das Verhältnis von Personen mit Neurenten zu Personen, die Massnahmen zur beruflichen Eingliederung erhalten, umgekehrt. Diese Zahlen spiegeln die grundlegende Neuausrichtung der Invalidenversicherung von der Renten- zur Eingliederungsversicherung wieder. Die 2008 in Kraft getretene 5. IV-Revision hat diesen Wandel besonders stark geprägt.

Auf den 1. Januar 2012 hat die IV-Revision 6a die Eingliederungsorientierte Rentenrevision eingeführt. Gezielte integrationsfördernde Instrumente sollen es ermöglichen, dass auch bisherige Rentenbezügerinnen und  bezüger mit entsprechendem Potenzial wieder eingegliedert werden können. Sie sollen mit Unterstützung der IV wieder oder vermehrt erwerbsfähig werden, sodass sie keine Rente mehr oder nur noch eine tiefere Rente benötigen. Im vergangenen Jahr hat die IV Rentendossiers triagiert, auf Eingliederungspotenzial geprüft und hat erste Eingliederungsmassnahmen eingeleitet. Aus dem Startjahr können noch keine aussagekräftigen Angaben zum Erfolg gemacht werden. Die Botschaft des Bundesrates zur Revision 6a sieht entsprechend keine finanzielle Entlastungswirkung im ersten Jahr vor.

Startjahr des gesetzlich definitiv verankerten Assistenzbeitrags

Mit der Revision 6a wurde auf den 1.1.2012 der Assistenzbeitrag als neue Leistung der IV definitiv im Gesetz verankert. Der Assistenzbeitrag ermöglicht es Menschen mit Behinderung, eigenverantwortlicher und selbstbestimmter zu leben, indem sie als Arbeitgebende Unterstützungspersonen beschäftigen können. Um Ihnen den Einstieg in diese neue Rolle zu erleichtern, gibt es auch einen einmaligen Beitrag für den Einkauf von Beratungsdienstleistungen. 2012 wurde 500 Personen ein Assistenzbeitrag zugesprochen, und die IV zahlte 13 Mio. Franken in Form von Assistenzbeiträgen und Beiträgen an "Beratung und Unterstützung" aus. Mittelfristig rechnet das Bundesamt für Sozialversicherungen mit 3'000 bis 3'500 Bezügerinnen und Bezügern und jährlichen Ausgaben von 50 bis 60 Millionen Franken.

Erfolgreiche Bekämpfung des Versicherungsmissbrauchs in der IV

Die IV hat im vergangenen Jahr in 2290 verdächtigen Fällen Ermittlungen aufgenommen, 1850 Fälle waren vom Vorjahr noch hängig. In 490 Fällen wurde eine Observation durchgeführt. Von 2020 im Jahr 2012 abgeschlossenen Fällen konnte in 400 ein Versicherungsmissbrauch, also das bewusste Erschleichen einer Leistung bis hin zum Betrug im strafrechtlichen Sinne nachgewiesen werden. In der Folge werden nun umgerechnet 300 ganze Renten weniger ausbezahlt. Dies bedeutet hochgerechnet eine Einsparung von insgesamt 120 Mio. Franken.


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Harald Sohns, stv. Leiter Kommunikation


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Bundesamt für Sozialversicherungen
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Letzte Änderung 05.01.2016

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