Die DEZA präsentiert ihre Prioritäten

Bern, 04.04.2013 - Zwischen 2013 und 2016 will die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) ihr Engagement in fragilen Kontexten verstärken, zur Bewältigung globaler Risiken beitragen, ihre Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft weiterentwickeln und die Überwachung der Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit sicherstellen. Diese vier Prioritäten sind in der Botschaft über die internationale Zusammenarbeit festgehalten, die im September 2012 vom Parlament verabschiedet wurde. An der Jahresmedienkonferenz der DEZA, die am Donnerstag, 4. April 2013, in Bern stattfand, standen diese vier Schwerpunkte im Mittelpunkt. Als Beispiel diente Haiti.

Rund 1,5 Milliarden Menschen leben in Ländern und Gebieten mit fehlenden staatlichen Strukturen und schlecht funktionierenden oder unzureichend legitimierten Regierungen. Solche Umstände behindern die Bemühungen zur Armutsreduktion in entscheidender Weise. «Um die Armutsproblematik in sogenannt fragilen Ländern oder Regionen wie Afghanistan, Mali oder dem Horn von Afrika anzugehen, braucht es das Engagement der Diplomatie, der Entwicklungszusammenarbeit und der humanitären Hilfe», unterstrich DEZA-Direktor Martin Dahinden am Donnerstag.

Die Schweiz unterstützt in schwachen und versagenden Staaten die Ansätze für ein entwicklungsorientiertes staatliches Handeln und die Anstrengungen zivilgesellschaftlicher Organisationen, um Armutsprobleme zu bewältigen. Maya Tissafi, stellvertretende Direktorin der DEZA, stellte die Arbeit der Schweiz in Haiti dar: «Nach der Überwindung des humanitären Notstands geht es nun darum, die Grundlagen für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung zu stärken, damit junge Haitianerinnen und Haitianer den Ausweg aus der Armut vor Ort finden.» Die Schweiz unterstützt Haiti auf lokaler und nationaler Ebene, damit Bürgerinnen und Bürger ein Leben in Frieden, Sicherheit und Würde führen können.

Globale Herausforderungen und Beitrag der Schweiz

Armut, Klimawandel, Ressourcenverknappung, Wassermangel und Umweltveränderungen sind globale Herausforderungen, welche die Entwicklungsperspektiven armer Länder massiv beeinflussen. Sie sind aber auch bestimmend für unsere eigene Zukunft und erfordern Antworten auf nationaler und globaler Ebene. Die Schweiz trägt mittels gezielter Programme zur Verringerung der globalen Risiken bei. Im Zusammenhang mit der Ernährungssicherung, einem wichtigen Schwerpunkt der DEZA, unterstützt die Schweiz beispielsweise die Anstrengungen, Landrechten stärkere Geltung zu verschaffen. Die Schweiz arbeitet deshalb mit an der Ausgestaltung der freiwilligen Richtlinien zur Landgouvernanz im UNO-Ausschuss für die Sicherung der Welternährung.

Die schweizerische Entwicklungszusammenarbeit will zwischen 2013 und 2015 ebenfalls ihre Zusammenarbeit mit den Privatunternehmen weiterentwickeln. «Indem wir die Kompetenzen des Privatsektors mit denjenigen der DEZA verknüpfen, können wir gemeinsame und effiziente Lösungen für die Entwicklungsprobleme und die globalen Risiken finden», erklärte Martin Dahinden. Die Wirksamkeit der internationalen Zusammenarbeit ist die vierte Priorität der DEZA. 2014 wird sie einen Bericht vorlegen, der sich mit der Wirkung der schweizerischen Entwicklungszusammenarbeit im Klimabereich befasst (nach den Wirkungsberichten zum Wassersektor 2008 und zum Landwirtschaftssektor 2010).

Internationale Entwicklungsagenda

Was das Engagement auf internationaler Ebene anbelangt, setzt sich die Schweiz im Nachgang zur UNO-Konferenz für nachhaltige Entwicklung (Rio+20) aktiv für gemeinsame Ziele für die nachhaltige Entwicklung ein. So nimmt sie auch an internationalen Verhandlungen zu den künftigen Entwicklungszielen teil. Seit 2000 waren die internationalen Entwicklungsziele, die sogenannten Millenniums-Entwicklungsziele, primär auf die Armutsbekämpfung in den ärmsten Ländern ausgerichtet, in denen eine Milliarde Menschen unter dem Existenzminimum lebt. In den nächsten drei Jahren geht es darum, eine neue Agenda mit globalen Nachhaltigkeitszielen festzulegen, die für wohlhabende und arme Länder gleichermassen gelten, damit die bald neun Milliarden Menschen ein würdiges Leben innerhalb der natürlichen Grenzen des Planeten führen können.


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Letzte Änderung 20.04.2018

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