Hochqualifizierte mit Migrationshintergrund – mögliche Diskriminierungen bekämpfen

Bern, 08.11.2012 - Hochqualifizierte Personen mit Migrationshintergrund sehen sich in gewissen Fällen Diskriminierungen auf dem Schweizer Arbeitsmarkt ausgesetzt - auch wenn diese ihr Studium in der Schweiz abgeschlossen haben. Am meisten benachteiligt sind Personen aus der Türkei, aus Südosteuropa und aus Portugal. Dies belegt eine soziologische Studie der Universität Basel. Die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus EKR veröffentlicht heute dazu ihre Empfehlungen, die sich an die Arbeitgeber und an staatliche Institutionen richten.

 

Eine Folge des Personenfreizügigkeitsabkommen ist der Ausschluss und die Benachteiligung von Personen aus Drittstaaten, die bereits in der Schweiz leben, auch wenn diese über eine hochqualifizierte Ausbildung verfügen. Gemäss einer Studie, die vom Seminar für Soziologie der Universität Basel erstellt und von der EKR kofinanziert wurde, sind Personen aus Südosteuropa (inkl. der Türkei) und aus Portugal besonders benachteiligt. Die EKR empfiehlt den Arbeitgebern, ein Diversity Management vorzunehmen. Diejenigen Unternehmen, die auf Vielfalt setzen, haben eine gute Performan-ce. Bereits bei der Stellenausschreibung und den Bewerbungsgesprächen ist auf ein nichtdiskriminie-rendes Vorgehen zu achten.

Die Studie zeigt ebenfalls, dass Hochqualifizierte mit Migrationshintergrund nur schwer Zugang zu sozialen Institutionen, Hilfswerken und Nichtregierungsorganisationen finden und dort besonders für Tätigkeiten angestellt werden, für welche sie überqualifiziert sind. Die EKR empfiehlt diesen Institutionen, ihre Praxis und Anstellungsrichtlinien zu überprüfen und so zu standardisieren, dass Diskriminierungen vermieden werden können.

Schliesslich ist die EKR der Meinung, die Anerkennung von Diplomen aus Drittländern müsse gefördert und vereinheitlicht werden und es seien Brückenprogramme zu schaffen. Die Fachhochschulen sollten in die Lehre vermehrt die Sensibilisierung für Antidiskriminierungsmassnahmen aufnehmen und mit Bundeshilfe Brückenprogramme aufgleisen.


Adresse für Rückfragen

Martine Brunschwig Graf, présidente de la CFR, tél. 079 507 3800; martine@brunschwiggraf.ch
Gülcan Akkaya, Vizepräsidentin der EKR, Tel. 079 554 2249; guelcan.akkaya@hslu.ch



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Letzte Änderung 20.04.2018

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