Für mehr Qualität, Patientensicherheit und gebremstes Kostenwachstum

Bern, 22.03.2012 - Die integrierte Versorgung fördern und damit Qualität und Patientensicherheit verbessern sowie das Kostenwachstum bremsen. Dies ist das Ziel der so genannten Managed Care-Vorlage, über die am 17. Juni 2012 abgestimmt wird. Bundesrat Alain Berset eröffnete den Abstimmungskampf mit der Ja-Empfehlung von Parlament und Bundesrat. Unterstützt wurde er dabei vom Basler Regierungsrat Carlo Conti, Präsident der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und –direktoren GDK und dem bernischen Gesundheitsdirektor Philippe Perrenoud, Vizepräsident der GDK.

Die integrierte Versorgung ist seit Jahren vielerorts ein Erfolgsmodell. Sie unterstützt die Bestrebungen, die qualitativ hochstehende Gesundheitsversorgung der Bevölkerung auch künftig zu tragbaren Kosten sicherzustellen. Dafür wollen Parlament und Bundesrat für eine bessere Vernetzung und Zusammenarbeit in der gesamten Behandlung und Betreuung eines Patienten oder einer Patientin sorgen und damit insbesondere die medizinische Grundversorgung nachhaltig stärken.

Integrierte Versorgung heisst gemäss der Vorlage, dass sich Ärzte und Ärztinnen, Hebammen sowie weitere Gesundheitsfachleute oder Spitäler zu Versorgungsnetzen zusammenschliessen können und ihre Patientinnen und Patienten über die gesamte Behandlung hinweg begleiten. Deshalb schliessen sie mit einer oder mehreren Krankenversicherern Vereinbarungen ab, in denen sie unter anderem die Kriterien und die Art der Qualitätssicherung, den Datenaustausch und die Abgeltung der Leistungen festlegen. Diese Modelle sollen sich nach dem Willen von Bundesrat und Parlament in der ganzen Schweiz verbreiten.

So wird zum Wohle der Patienten nicht nur die Zusammenarbeit verbessert; auch Doppelspurigkeiten, Missverständnisse und Fehler können besser vermieden werden. Die Versicherten profitieren von einer qualitativ hochstehenden, koordinierten Behandlung und tieferen Kosten. Denn eine kohärente Behandlung „aus einer Hand" kostet naturgemäss weniger. Zudem profitieren die Versicherten von einer tieferen Kostenbeteiligung und voraussichtlich tieferen Prämien. Deshalb sind Bundesrat und Parlament davon überzeugt, dass die integrierte Versorgung das Modell der Zukunft ist und für alle Beteiligten ein Gewinn - für die Versicherten, ebenso wie für das Versicherungssystem und die Ärzteschaft, die so leichter engagiert und qualitätsorientiert zusammenarbeiten und zeitgemässe Arbeitsmodelle verwirklichen kann, um beispielsweise Arbeit und Familie besser zu vereinbaren.

Dieser Überzeugung ist auch die GDK. Insbesondere der weiter verfeinerte Risikoausgleich werde dazu führen, dass es für die Krankenkassen attraktiver werde, neue Versicherungsmodelle für Chronischkranke zu entwickeln und anzubieten. So könne eine optimale Behandlung Chronischkranker, deren Zahl auch wegen der steigenden Lebenserwartung zunimmt, gefördert und auch künftig sichergestellt werden. Zudem geht die GDK davon aus, dass die Managed Care-Vorlage zu einer qualitativ guten und bedarfsgerechten medizinischen Grundversorgung zu tragbaren Kosten beiträgt, nicht zuletzt weil sie den Beruf des Hausarztes und seine Stellung im Gesundheitswesen stärkt. Deshalb empfiehlt die GDK die Vorlage denn auch zur Annahme.

Die Managed Care-Vorlage sieht eine weitere Verfeinerung des Risikoausgleichs zwischen den Krankenversicherern vor. Neu soll auch das Krankheitsrisiko der Versicherten mit einbezogen werden. Dies soll für die Krankenversicherer Anreiz sein, beispielsweise für die Behandlung Chronischkranker vermehrt Verträge mit integrierten Versorgungsnetzen abzuschliessen und für die Versicherten innovative Lösungen zu entwickeln, statt nach so genannten guten Risiken zu jagen. Heute werden beim Risikoausgleich neben Alter und Geschlecht lediglich Spital- oder Pflegeheimaufenthalte von mindestens drei Tagen im Vorjahr mitberücksichtigt.

Das Parlament hiess die Reform des Krankenversicherungsgesetzes KVG, die Managed Care-Vorlage in der Herbstsession 2011 gut. Dagegen wurde jedoch vorab aus Ärztekreisen das Referendum ergriffen.


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Letzte Änderung 20.04.2018

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