Konferenz bestätigt Energieforschungs-Konzept

Bern, 04.11.1999 - Über 120 Persönlichkeiten aus Industrie, Wirtschaft, Politik, Verwaltung sowie der privaten und öffentlichen Energieforschung trafen sich am 2./3. November in Bern zur 6. Schweizerischen Energieforschungskonferenz. Auf Einladung des Eidg. Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) erörterten sie die kurz- und langfristige Ausrichtung der Energieforschung des Bundes. Sie bestätigten in den wesentlichen Punkten das von der Eidg. Energieforschungskommission (CORE) ausgearbeitete Konzept der Energieforschung des Bundes für die Jahre 2000 bis 2003.

"Die Energieforschung muss nicht zuletzt die Technologien vorbereiten, welche die ausreichende, wirtschaftliche und sachgerechte Energieversorgung vor allem mittel- und längerfristig sicherstellen," erklärte Dr. Eduard Kiener, der Direktor des Bundesamtes für Energie, in seinem Eröffnungsreferat. Sie sei deshalb vom Grundsatz her nicht primär an kurzfristigen Entwicklungen, sondern eher langfristig und an Nachhaltigkeit orientiert.

Vorort gegen Subventionen für marktnahe Forschung

Nach der Kurzpräsentation des Konzeptes durch Dr. Hans-Rudolf Zulliger, Vorsitzender der CORE, erörterte Dr. Rudolf Ramsauer, Direktor des Vororts, den Standpunkt des Schweizerischen Handels- und Industrievereins. Er erinnerte daran, dass marktorientierte Forschung und Entwicklung eine originäre Aufgabe der Unternehmen sei und wehrte sich gegen wettbewerbsverzerrende Forschungssubventionen für Unternehmen. Die Konferenzteilnehmer – unter Einschluss der anwesenden Industrievertreter – waren jedoch nicht dieser Ansicht. Es sollten im Gegenteil alle gesetzlichen Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um zusammen mit der Privatwirtschaft nachhaltigen Technologien zum Durchbruch zu verhelfen. Im letzten Referat erläuterte Dr. Berhard Hanssen, Direktor im Wirtschaftsministeriums der Niederlande, die Energieforschungspolitik seines Landes.

Das Budget der mit öffentlichen Mitteln finanzierten Energieforschung soll von heute 197 Mio Franken pro Jahr bis 2003 leicht auf 202 Mio Franken erhöht werden. Diese entfallen auf die vier Bereiche Rationelle Energienutzung (69 Mio), Erneuerbare Energien (69 Mio), Kernenergie (46 Mio) und Energiewirtschaftliche Grundlagen (18 Mio). In ihrer Debatte bestätigten die Konferenzteilnehmer das CORE-Konzept in den wesentlichen Punkten. Die staatliche Förderung der Energieforschung ermögliche den langfristigen Aufbau von Kompetenz und garantiere die nötige Kontinuität der Forschung, so die Meinung der Teilnehmer. Wichtig sei aber, nicht nur die technische Seite der Energieforschung zu sehen, sondern auch die sozioökonomischen Aspekte in Betracht zu ziehen.

Vorschläge fliessen in Aktionsprogramm

In Gruppenarbeiten diskutierten die Konferenzteilnehmer Schwachpunkte des Konzepts und Verbesserungsmöglichkeiten. Fortschritte seien bei der Vernetzung der Akteure der Energieforschung notwendig, wobei dem Einbezug der Fachhochschulen und den internationalen Entwicklungen besonders Rechnung zu tragen sei. Ein Impuls zur verstärkten Vernetzung sei indes bereits die Durchführung der Energieforschungskonferenz selbst. Weitere Defizite wurden im Bereich der Kommunikation festgestellt. Zudem müssten das Controlling verbessert, die Sensibilisierung der Studierenden gefördert sowie die Zusammenarbeit der öffentlichen und privaten Förderungsstellen verstärkt werden. Im Anschluss an die Konferenz werden die Vorschläge der Teilnehmer in ein Aktionsprogramm aufgenommen, an dem sich die Aktivitäten der Energieforschung der kommenden Jahre orientieren werden.

Das Bundesamt für Energie (BFE) begleitet die schweizerische Energieforschung der öffentlichen Hand seit über zehn Jahren. Es verfügt über eigene Förderungsmittel, die subsidiär zu den Anstrengungen anderer privater und öffentlicher Geldgeber eingesetzt werden. Die Betreuung der verschiedenen Forschungs-, Pilot- und Demonstrationsprogramme obliegt internen und externen Programmleitern, die 15 Technologiebereichen zugeordnet sind. Grosses Gewicht legt das BFE auf die Umsetzung von Forschungsergebnissen bis hin zur praktischen Anwendung in der Verwaltung, der Industrie, dem Gewerbe, den Haushaltungen und im Verkehr. Dies geschieht im Rahmen von Energie 2000 und anderen energiepolitischen Programmen.

Gegen Jahresende erscheint eine Zusammenfassung der Referate, der Gruppenarbeiten und der Schlussdiskussion der Konferenz sowie das Fazit der Organisatoren. Die Publikation wird durch das Bundesamt für Energie, 3003 Bern, abgegeben.


Herausgeber

Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation
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Letzte Änderung 20.04.2018

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