Die Schweiz macht mit bei ELIXIR, der European Life Sciences Infrastructure for Biological Information

Bern, 19.10.2011 - Der Bundesrat hat der Schweiz mit seiner Zustimmung zur Unterzeichnung des Memorandum of Understanding zur Beteiligung am Betrieb der European Life Sciences Infrastructure for Biological Information ELIXIR eine aktive Mitsprache bei der Ausarbeitung des Projekts gesichert. Bei dieser europäischen Infrastruktur für biologische Informationen handelt es um ein weitreichendes Projekt, das darauf abzielt, die weltweit umfassendsten Datenbanken zum Nutzen unzähliger Forschungs-gebiete zu vernetzen. Der Staatssekretär für Bildung und Forschung, Mauro Dell’Ambrogio, wurde vom Bundesrat bevollmächtigt, das Memorandum of Understanding für die Schweiz zu unterzeichnen.

Die Lebenswissenschaften produzieren immer grössere Mengen an Daten, die gesammelt, ge¬spei-chert, analysiert und Forschenden weltweit zugänglich gemacht werden müssen. In den nächsten zehn Jahren wird aufgrund des Aufkommens neuer Technologien wie etwa der Next-Generation-DNA-Sequenzierung eine exponentielle Zunahme der Datenproduktion erwartet. Eine internationale Zusam-menarbeit im Umgang mit biologischen Informationen und in ihrer Verwendung zur Bewältigung drängender medizinischer und gesellschaftlicher Herausforderungen ist daher dringend notwendig. ELIXIR ist eine europaweite Initiative für den Aufbau einer nachhalti¬gen Infrastruktur für biologische Informationen in Europa.

ELIXIR wird aus einer zentralen Koordinationsstelle – dem Europäischen Institut für Bioinformatik (EBI) in Hinxton (UK), einer Aussenstelle des Europäischen Laboratoriums für Molekularbiologie (EMBL) – und «nationalen Knotenpunkten» bestehen. Letztere Funktion wird von Kompetenzzentren in den beteiligten Ländern übernommen. Die Schweiz hat beschlossen, sich an ELIXIR zu beteiligen und das Memorandum of Understanding zu unterzeichnen. Dieses bildet die Grundlage für die Verhandlungen über eine internationale Konsortialvereinbarung, in der die Zusammenarbeit beim Aufbau und Betrieb dieser Infrastruktur geregelt wird. Als Schweizer Knoten¬punkt wird das SIB Schweizerische Institut für Bioinformatik dienen.

Das SIB, das die lebenswissenschaftliche Forschungsgemeinschaft durch die Schaffung und Pflege renommierter internationaler Ressourcen wie etwa den Datenbanken UniProtKB/Swiss-Prot und STRING oder auch der Modelling-Software SWISS-MODEL massgeblich unterstützt, verfolgt dieselben Ziele wie ELIXIR und ist damit voll und ganz auf die Zwecke dieser Initiative ausgerichtet. Weil der Bund das SIB seit seiner Gründung im Jahr 1998 gefördert hat, verfügt die Schweiz bereits heute über eine solide Infrastruktur für biologische Informationen. Die grosse Erfahrung und das Fachwissen der Schweiz werden es unserem Land zweifellos möglich machen, in diesem wegweisenden Projekt eine tragende Rolle zu spielen.

Das SIB Schweizerische Institut für Bioinformatik ist eine akademische gemeinnützige Stiftung, die Aktivitäten der Bioinformatik in der ganzen Schweiz bündelt. Das Institut hat einerseits den Auftrag, für die nationale und internationale Forschungsgemeinschaft der Natur- und Lebenswissenschaften in Schlüsselbereichen wie Genomik, Proteomik und Systembiologie erstklassige Bioinformatik-Ressour-cen bereitzustellen. Andererseits führt und koordiniert das SIB den Bereich der Bioinformatik in der Schweiz. Das SIB verfügt über langjährige Erfahrung in der Entwicklung modernster Software für die natur- und lebenswissenschaftliche Forschung und in der Erstellung sorgfältig annotierter Daten-banken. Das Institut betreibt 31 weltweit herausragende Forschungs- und Dienstleistungsstellen in Basel, Bern, Fribourg, Genf, Lausanne und Zürich, in denen über 450 Forscherinnen und Forscher in den Bereichen Proteomik, Transkriptomik, Genomik, Systembiologie, Strukturbioinformatik, Evolu-tionsbiologie, Modellierung, Bildverarbeitung, Biophysik und Populationsgenetik tätig sind. Das Fach-wissen des SIB wird hoch geschätzt und seine Dienstleistungen werden von Forschenden aus aller Welt in Anspruch genommen.


Adresse für Rückfragen

Isabella Beretta
Staatssekretariat für Bildung und Forschung SBF Wissenschaftliche Beraterin
Multilaterale Forschungszusammenarbeit
T +41 31 322 84 17

Prof. Ron Appel
SIB, Swiss Institute of Bioinformatics
T +41 21 692 40 51


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Der Bundesrat
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Eidgenössisches Departement des Innern
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Staatssekretariat für Bildung und Forschung (SBF) - ab 1.1.2013 SBFI
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Letzte Änderung 20.04.2018

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