Konzept 2011 für den Kampf gegen die Tigermücke

Bern, 30.06.2011 - Seit einigen Jahren wird in der Schweiz das Vorkommen von Tigermücken festgestellt, die – wenn sie infiziert sind – das Dengue- und Chikungunya-Fieber übertragen können. In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Gesundheit und der Arbeitsgruppe Mücke des Kantons Tessin hat das Bundesamt für Umwelt am 30. Juni 2011 zu Handen der Kantone ein Konzept vorgelegt, das diesen ermöglicht, die Mücke und die Krankheiten, die sie verbreiten könnte, effizient, verhältnismässig und nachhaltig zu bekämpfen.

Durch menschliche Aktivitäten, insbesondere Transport und Handel, werden laufend neue Tier- und Pflanzenarten in die Schweiz eingeschleppt. Dazu gehören auch Insekten, die Träger von Krankheiten sein können. Die Tigermücke, welche Krankheiten wie das Dengue- und das Chikungunya-Fieber übertragen kann, kommt im Passagierraum von Autos, in Waren oder durch den Handel mit gebrauchten Reifen oder exotischen Pflanzen in die Schweiz.

Tigermücke in der Schweiz ist nicht infiziert

Übertragen werden die Krankheitskeime durch den Mückenstich. Wenn sich Tigermücken im Umfeld von infizierten Personen aufhalten, diese stechen und sich  anstecken, können sie dann den Virus weiter verbreiten. Die in der Schweiz vorgenommenen Kontrollen haben gezeigt, dass die Tigermückenpopulationen, die seit 2007 im Tessin vorkommen, vorläufig nicht Krankheitsträgerinnen sind.

Prävention, Überwachung und Bekämpfung

Der Kampf gegen die Mücken und die Krankheitskeime, welche sie übertragen, hat in erster Linie zum Ziel, die Gesundheit der Menschen zu schützen, dabei aber gleichzeitig Umwelt, Biodiversität und Nachhaltigkeit zu berücksichtigen.

Der Kampf ist langfristig angelegt und findet in mehreren Bereichen statt: Vorbeugung gegen Stiche (Bekleidung), Reduktion der Mückenpopulation (Zerstörung von Brutplätzen der Mücken, Eliminierung von Larven und erwachsenen Tieren), Vorbeugung gegen die Folgen für die Gesundheit von Menschen und der Umwelt im Zusammenhang mit dem Einsatz von Insektiziden (Resistenz gegen Insektizide, Giftigkeit, Anreicherung, Verweildauer), Überwachung von Mückenpopulationen und von Krankheitsfällen (zielgerichtete Aktionen). Das Konzept hat zum Ziel, eine Umsetzung zu garantieren, die alle Aspekte mit einbezieht.

Hilfe für die Kantone

Das Konzept 2011 für den Kampf gegen die Tigermücke und die Krankheiten, die sie in der Schweiz verbreiten könnte, richtet sich an die Kantone, die jetzt oder in Zukunft durch das Vorkommen der Tigermücke auf ihrem Kantonsgebiet betroffen sind. Es kann auch als Informationsquelle für das interessierte Publikum und als Modell für andere Tierarten dienen, welche die gleichen Probleme verursachen. Das BAFU und das BAG werden das Dokument den Kantonen über die bereits existierenden Diskussionsplattformen zukommen lassen.


Adresse für Rückfragen

Anne-Gabrielle Wust Saucy, Chefin der Sektion Biotechnologien, BAFU, 031 323 83 44
Jean-Louis Zürcher, Sprecher im Bundesamt für Gesundheit, 031 322 95 05
Orlando Petrini, Arbeitsgruppe Mücken (Gruppo di lavoro Zanzare), Kanton Tessin, 091 814 60 31



Herausgeber

Bundesamt für Umwelt BAFU
http://www.bafu.admin.ch

Bundesamt für Gesundheit
http://www.bag.admin.ch

Letzte Änderung 20.04.2018

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