Kontaminierte Lebensmittel in Norddeutschland: Frau ist nach ihrer Reise an EHEC erkrankt

Bern, 27.05.2011 - In der Schweiz ist eine Frau nach ihrer Rückkehr aus Norddeutschland an Durchfall erkrankt, der vermutlich durch den gleichen Stamm von EHEC-Bakterien verursacht wurde, der zurzeit in Deutschland gehäuft auftritt. Es sind keine Komplikationen aufgetreten. Das NENT, Institut für Lebensmittelsicherheit und -hygiene der Universität Zürich ist daran, den Bakterientyp zu analysieren. In der Schweiz ist es zu keiner Häufung von EHEC-Fällen gekommen. Seit Anfang Jahr wurden 20 Fälle gemeldet, was der üblichen Anzahl Meldungen der früheren Jahre entspricht.

Die Patientin verspürte die ersten Symptome am 22. Mai 2011. Sie zog sich die Lebensmittelvergiftung vermutlich bei der Verpflegung an einem Salatbuffet zu. Im Anschluss an dieses Essen erkrankten auch andere Personen in Deutschland, die sich dort verpflegt hatten. In der Schweiz wurde bisher kein anderer Fall einer EHEC-Infektion im Zusammenhang mit der Situation in Deutschland gemeldet. Die EHEC-Bakterien, die im Darm von Wiederkäuern vorkommen, werden durch kontaminierte Lebensmittel übertragen und selten von Person zu Person. Bei den betroffenen Personen verursachen sie blutigen Durchfall und können zu Nierenproblemen führen.

Gemäss dem Europäischen Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) beschränkt sich der EHEC-Ausbruch auf Deutschland, und es gibt keine Hinweise, dass möglicherweise kontaminierte Lebensmittel in andere Länder eingeführt wurden. Gemäss den vom BAG vorgenommenen Abklärungen wird in der Schweiz zurzeit hauptsächlich Schweizer Gemüse vermarktet.

Um sich vor EHEC-Infektionen und anderen durch Lebensmittel verursachte Erkrankungen zu schützen, sollten folgende grundlegenden Hygieneregeln befolgt werden:

  • Rohes Gemüse und Obst vor dem Konsum gründlich waschen oder auch schälen. Durcherhitztes (gekochtes) Gemüse ist unbedenklich.
  • Generell auf sorgfältige persönliche Hygiene achten und regelmässig die Hände waschen, vor allem nach dem Gang auf die Toilette. An Durchfall erkrankte Personen dürfen keine Lebensmittel zubereiten.
  • Hygienisch besonders gefährdetes Fleisch (Hackfleischprodukte, Geflügel) vollständig erhitzen.
  • Rohes Fleisch getrennt von anderen Lebensmitteln lagern und zubereiten, auch beim Grillen (dabei möglichst verschiedene Bretter, Teller, Zangen verwenden).
  • Flächen und Gegenstände nach Kontakt mit rohem Fleisch, Verpackungen oder Tauwasser sofort gründlich reinigen und abtrocknen (am Besten mit Einwegküchentüchern).
  • Lappen und Handtücher nach der Zubereitung von rohem Fleisch möglichst auswechseln und bei mindestens 60°C waschen.

Reisende nach Norddeutschland befolgen bitte die aktuellen Empfehlungen der deutschen Gesundheitsbehörden:

  • Robert Koch Institut www.rki.de
  • Bundesinstitut für Risikobewertung: www.bfr.bund.de
  • Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz: www.bmelv.de


Adresse für Rückfragen

Jean Louis Zurcher, Kommunikation BAG, 031 322 95 05 media@bag.admin.ch
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Herausgeber

Bundesamt für Gesundheit
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Letzte Änderung 20.04.2018

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