Wir sprechen über Alkohol – Sie auch?

Bern, 17.05.2011 - Alkohol ist als Kultur- und Konsumgut fest in unserer Gesellschaft verankert. Zu einem guten Essen gehört für viele ein Glas Wein, andere wollen auf ihr Feierabendbier nicht verzichten. Doch Alkohol hat nicht nur eine gemütliche und gesellige Seite, sondern kann auch negative Auswirkungen auf die Gesundheit sowie auf die Gesellschaft haben. Gerade weil der Alkohol gesellschaftlich akzeptiert ist, fällt es vielen schwer, über allfällige Probleme zu reden – oder andere darauf anzusprechen. Um dieses Tabu zu brechen und alkoholbedingten Folgeproblemen vorzubeugen, lanciert das Bundesamt für Gesundheit (BAG) eine neuartige, partizipative Alkohol-Präventionskampagne.

Das Gespräch zum Umgang mit Alkohol anregen - das ist das Ziel der nationalen Dialogwoche, welche vom 21. - 29. Mai 2011 stattfindet. Sie ist Teil der neuen Alkohol-Präventionskampagne, welche nicht auf direktive Botschaften, Plakate und Fernsehspots setzt, sondern das Thema dort ansprechen will, wo es brennt. Indem sie dort ansetzt, wo sich die Menschen bewegen und indem sie Fragen stellt, berücksichtigt diese Kampagne unterschiedliche Blickwinkel in Bezug auf den Alkoholkonsum.
Während dieser Woche realisieren rund 230 Partner über 260 verschiedene Aktivitäten. Einige Aktivitäten finden mehrmals statt, wodurch der gesellschaftliche Dialog an insgesamt über 620 Veranstaltungen gefördert wird.

Der Bogen reicht von Diskussionsrunden in Schulen, über thematische Fotoausstellungen und Mixkurse für alkoholfreie Drinks bis zur mehrtätigen Präsenz von Ständen und Spielen auf zentralen städtischen Plätzen.
Die Kampagne ist Teil der Aktivitäten des Nationalen Programms Alkohol (NPA) 2008 - 2012. Gleichzeitig finden in Deutschland und Liechtenstein ähnliche Aktionswochen statt.

Der Startschuss für die Dialogwoche Alkohol fällt am 20. Mai um 16.30 Uhr auf dem Bundesplatz in Bern. Im Zentrum steht symbolisch der Stammtisch. Dort wird BAG-Direktor Pascal Strupler mit namhaften Persönlichkeiten aus den Bereichen Wirtschaft, Bildung, öffentlicher Raum, Sicherheit und Gesundheit über das Thema Alkohol diskutieren.
Die Diskussionsrunden werden durch Aktivitäten für die Bevölkerung vor Ort begleitet. So steht z.B. ein Fahrsimulator zur Verfügung, und es gibt die Möglichkeit, einen Rauschparcours zu absolvieren. Zu den Hauptattraktionen gehören die Auftritte des Langenthaler Mundart-Rappers und Entertainers Knackeboul zwischen den einzelnen Diskussionsrunden.

Im Anschluss an die Veranstaltung auf dem Bundesplatz wird der Stammtisch auf eine Tour de Suisse gehen und in St. Gallen, Oberdorf (NW), Bülach, Canobbio-Trevano, Fribourg, Lausanne und Grenchen Halt machen. Auch dort sind neben den Diskussionsrunden verschiedene Aktivitäten für die Bevölkerung geplant.

Die Dialogwoche ist in Zusammenarbeit mit Kantonen, Städten und zahlreichen nationalen Organisationen entstanden und wird von elf Trägern unterstützt. Das BAG setzt mit dem Aufbau einer breiten Trägerschaft und dem Involvieren der vielen Umsetzungspartner auf eine neue Art der Zusammenarbeit und Kampagnenführung. Dadurch werden gesellschaftliche Schranken überwunden und der für die Dialogwoche zentrale Multiplikationseffekt erzielt.

Die Projektleitung für die Dialogwoche besteht neben dem Bundesamt für Gesundheit aus dem Fachverband Sucht, GREA, Sucht Info Schweiz und Ticino Addiction.

Nationales Programm Alkohol 2008-2012 (NPA)
Mit dem Ziel, den problematischen Alkoholkonsum und seine negativen Folgen zu vermindern, hat der Bundesrat am 18. Juni 2008 das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mit der Umsetzung des Nationale Programms Alkohol beauftragt. Das NPA beruht auf der Vision „Wer alkoholische Getränke trinkt, tut dies ohne sich selber und anderen Schaden zuzufügen".

Das Programm entstand in einem breit abgestützten partizipativen Prozess, umgesetzt wird es gemeinsam durch diverse Akteure aus dem Bereich der Alkoholprävention.
Die strategische Leitung liegt beim BAG, bei der Eidgenössischen Alkoholverwaltung (EAV) und bei der Eidgenössischen Kommission für Alkoholfragen (EKAL) sowie bei den kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK).

Weitere Informationen: www.alkohol.bag.admin.ch


Adresse für Rückfragen

BAG, Ursula Koch, Co-Leiterin Abteilung Nationale Präventionsprogramme, Telefon 031 322 95 05 oder media@bag.admin.ch



Herausgeber

Bundesamt für Gesundheit
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Letzte Änderung 20.04.2018

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