Europäische Impfwoche: Die Eliminierung der Masern ist eine grosse Herausforderung für die Schweiz

Bern, 20.04.2011 - Die Schweiz thematisiert dieses Jahr während der Europäischen Impfwoche, die vom 23. bis 30. April 2011 stattfindet, wiederum die Eliminierung der Masern. Diese stellt eine der grössten Herausforderungen unseres Landes im Impfbereich dar. Die von der Weltgesundheitsorganisa-tion (WHO) ursprünglich auf Ende 2010 festgesetzte Frist für die Maserneliminierung musste bis Ende 2015 verlängert werden. Mehrere Länder, darunter auch die Schweiz, schafften es aufgrund einer zu tiefen Durchimpfung nicht, die Masern zu eliminieren. Nachdem in der Schweiz bereits zwischen 2006 und 2009 eine grosse Masernepidemie aufgetreten ist, kommt es seit Ende letzten Jahres erneut zu Masernausbrüchen. Bis heute wurden total 321 Masern-fälle in 19 Kantonen festgestellt.

Der Kanton Genf verzeichnet mit 138 Erkrankungen am meisten Masernfälle. Diese wurden teilweise aus dem grenznahen Frankreich importiert, wo zurzeit grosse Ausbrüche registriert werden. Ein neuer Ausbruch mit 14 Fällen aus den Kantonen Thurgau und Zürich konnte mit dem Besuch eines Gottesdienstes in Frauenfeld am 26. März in Verbindung gebracht werden. 42% der Fälle, die seit Dezember 2010 gemeldet wurden, sind Erwachsene über 20 Jahre. 10% der Fälle waren hospitalisiert, 5% litten an einer Pneumonie.

Um die Masern zu eliminieren, braucht es eine Durchimpfungsrate von 95%. Gemäss den neusten gesamtschweizerischen Zahlen (2008) beträgt die Durchimpfung bei den Kleinkindern, die eine Dosis erhalten haben, 90%. Mit zwei Dosen wurden 75% geimpft. Die Unterschiede zwischen den Kantonen sind beträchtlich. Die beiden Extreme sind Genf mit 90% und Appenzell Innerrhoden mit 50% bei zwei Dosen.

Es wird empfohlen, die erste Dosis des Masernimpfstoffs im Alter von 12 Monaten und die zweite zwischen 15 und 24 Monaten zu verabreichen. Kinder, Jugendliche und Erwachsene (nach 1963 geboren), die noch nicht mit zwei Dosen geimpft worden sind, können die Impfung jederzeit vervollständigen.

Das dritte Mal in Folge beteiligt sich die Schweiz an der Europäischen Impfwoche, die vom Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Europa organisiert wird. Die europaweite Sensibilisierungskampagne will die Mitgliedstaaten dabei unterstützen, den Erfolg der nationalen Impfprogramme zu erhöhen. Zudem soll die Botschaft verbreitet werden, dass die Impfung jedes Kindes wichtig ist, um Krankheiten vorzubeugen und Leben zu schützen.

Zur Sensibilisierung der Eltern wurden ein Flyer mit Basisinformationen über die Masern und einem herauslösbaren Impfplan sowie ein Plakat erarbeitet. Diese Unterlagen werden an verschiedenen Stellen der Gesundheitsversorgung (Arztpraxen, Apotheken, Spitäler) sowie in den Krippen verteilt und aufgelegt. Gleichzeitig wird auf Internetseiten, welche sich an junge Mütter richten (Mamablog, Swissmom, Familienleben) eine Online-Kampagne lanciert. Es handelt sich dabei vorwiegend um deutschsprachige Internetseiten, weil sich die Anstrengungen auf diejenigen Regionen der Schweiz konzentrieren, in denen die Durchimpfung am tiefsten ist.

Auf den Webseiten des BAG, www.bag.admin.ch/masern und www.sichimpfen.ch, www.sichimpfen.chwerden in deutscher, französischer und italienischer Sprache Informationen zu den Masern angeboten. Eine Neuheit stellt die Webseite www.meineimpfungen.ch dar. Diese wurde von Impffachleuten mit der Unterstützung des BAG geschaffen und bietet an, ein kostenloses, gesichertes Benutzerkonto einzurichten, um ein persönliches elektronisches Impfbüchlein zu erstellten. Dabei ist es möglich zu überprüfen, ob gewisse Impfungen fehlen. Personen, die das wünschen, erhalten eine SMS oder eine E-Mail, wenn eine Impfung fällig ist. Im App Store ist ausserdem eine ähnliche Applikation für iPhone und iPod touch mit dem Namen "myViavac" verfügbar. Der Schweizerische Apothekerverband unterstützt diese Kampagne.


Adresse für Rückfragen

Bundesamt für Gesundheit, Sektion Kommunikation, Jean-Louis Zurcher,
Tel. 031 322 95 05 oder media@bag.admin.ch



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Letzte Änderung 20.04.2018

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