Psychische Gesundheit als europäisches Ziel

Bern, 13.06.2010 - Vom 16. bis 18. Juni 2010 findet in Luzern der Internationale Kongress für Psychiatrie und Psychotherapie unter der Leitung der entsprechenden Berufsverbände statt. Parallel dazu organisiert das Bundesamt für Gesundheit (BAG) in Zusammenarbeit mit der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und dem Bundesamt für Migration (BFM) ein so genanntes WHO-Counterpart-Meeting der Region Europa. Dabei stellen verschiedene europäische Länder ihre Projekte zur Verbesserung der psychischen Gesundheit vor.

Depression ist eine weit verbreitete Krankheit, die nicht nur die direkt Betroffenen belastet, sondern auch ihr persönliches und soziales Umfeld. Laut WHO stand sie im Jahr 2000 weltweit an vierter Stelle der geschätzten gesundheitlichen, sozialen und ökonomischen Auswirkungen einer Krankheit. Bis im Jahr 2020 wird sie sogar auf Platz zwei vorrücken. Zudem sind Depressionen einer der Hauptgründe für Suizid. Jährlich nehmen sich in Europa zirka 100 000 Menschen deswegen das Leben.

Vor fünf Jahren haben die Europäischen Mitgliedstaaten in Helsinki die WHO-Erklärung zur psychischen Gesundheit verabschiedet. Diese fordert die Mitgliedstaaten auf, die Verbesserung der psychischen Gesundheit zu einer gesundheitspolitischen Priorität zu machen. Im Rahmen des Dialogs Nationale Gesundheitspolitik haben das BAG und die Schweizerische Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) dieses Ziel zum gemeinsamen Interesse erklärt und in ihrer Zuständigkeit Aktivitäten in die Wege geleitet.

Am WHO-Counterpart-Meeting Europa zur psychischen Gesundheit stellen Expertinnen und Experten aus verschiedenen europäischen Ländern Projekte vor.
Im Vordergrund stehen dabei die Verbesserung der psychiatrischen Grundversorgung und die soziale und berufliche Integration von Menschen mit psychischen Krankheiten.

Einige Kantone präsentieren ihre Entwicklungen zur Verbesserung der psychischen Gesundheit. Auch die Massnahmen des Bundes werden vorgestellt. Beispielsweise berichtet das BAG, wie es die Kantone bei der Einführung von regionalen Bündnissen gegen Depression unterstützt. Zurzeit fehlen dem Bund jedoch gesetzliche Grundlagen, um bei der Prävention von psychischen Krankheiten und der Förderung der psychischen Gesundheit aktiv zu werden. Das Bundesgesetz über Prävention und Gesundheitsförderung (Präventionsgesetz) soll diese Lücke schliessen.

Der Austausch über konkrete Projekte hilft, für die anstehenden Herausforderungen gemeinsam Lösungen zu finden. Auch Migration und psychische Gesundheit sind Themen, welche die meisten Länder Europas vor grosse Herausforderungen stellen.

Der Bund engagiert sich national und international für die Verbesserung der psychischen Gesundheit und unterstützt verschiedene Projekte, u.a. in Herkunftsländern von Migrantinnen und Migranten. Im Rahmen des WHO Counterpart Meetings wird eines davon vorgestellt: eine Kooperation der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel mit der Psychiatrischen Universitätsklinik Pristina. Die UPK Basel engagieren sich seit 2002 im Kosovo. Damals zogen die DEZA und das BFM Mitarbeitende der UPK Basel bei, um den Zustand der kosovarischen Gesundheitsversorgung im psychiatrischen Bereich zu beurteilen. Aus diesem Expertenauftrag hat sich über die Jahre eine fachlich fundierte und menschlich engagierte Zusammenarbeit entwickelt. Damit ist aus einem Strukturhilfeprojekt eine für beide Seiten fruchtbare Kooperation in Forschung, Lehre und Behandlungspraxis geworden. Im Februar 2010 haben die UPK und die Psychiatrische Universitätsklinik Pristina eine Absichtserklärung unterzeichnet, die die erfolgreiche Zusammenarbeit der letzten Jahre in eine nachhaltige und partnerschaftliche Langzeitzusammenarbeit überführt.

Weitere Informationen:

  • BAG, Mona Neidhart, Sektion Kommunikation, Telefon 031 322 95 05 oder media@bag.admin.ch
  • BFM, Jonas Montani, 031 325 98 80
  • DEZA, Adrian Sollberger, Telefon 031 322 31 53 oder adrian.sollberger@eda.admin.ch


Adresse für Rückfragen

Sektion Kommunikation, Tel. +41 (0)31 322 95 05


Herausgeber

Bundesamt für Gesundheit
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Letzte Änderung 20.04.2018

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