Der E-Government-Zug rollt in zwei Geschwindigkeiten

Bern, 10.11.2009 - Das E-Government-Angebot wird in grösseren Verwaltungseinheiten stark ausgebaut, in kleineren Gemeinden dagegen fehlen oft die nötigen Ressourcen dazu. Demzufolge schreitet E-Government in der Schweiz mit unterschiedlicher Geschwindigkeit voran. Die aktuellen Treiber dabei sind die Kantone. Dies zeigt die repräsentative Studie «Verwaltung und E-Government 2009» des Forschungsinstituts gfs.bern, welche im Auftrag der Kantone und des Informatikstrategieorgans Bund durchgeführt worden ist.

E-Government entwickelt sich auf den drei staatlichen Ebenen unterschiedlich. Dies resultiert aus der Befragung bei Gemeinden, Kantonen und Bund im Rahmen der Studie «Verwaltung und E-Government» des Forschungsinstituts gfs.bern. Generell ist jedoch festzustellen, dass in der gesamten Schweiz vermehrt auf vorhandene E-Government-Strategien Bezug genommen wird. Standards und übergeordnete Richtlinien werden verstärkt eingehalten. Zudem werden eigene Strategien erstellt und die Controlling-Aktivitäten erhöht und ernster genommen. Die Befragten beklagen aber weiterhin die teilweise mangelnden Personalressourcen oder die häufigeren Budgetrestriktionen im Vergleich zum Vorjahr. Nach wie vor vermisst wird zudem der fehlende Durchbruch bei der elektronischen Unterschrift, vor allem auf Kantonsebene. Ein wichtiger Lösungsansatz hierzu, die SuisseID, wird am E-Government-Symposium vorgestellt. Das Symposium wird von Bundespräsident Hans-Rudolf Merz eröffnet und findet am 17. November 2009 in Bern statt.

Qualitativer Angebotsausbau in den Kantonen – Stillstand in kleinen Gemeinden

Die meisten Gemeinden betreiben heute eine eigene Website. Die Informationsangebote und Online-Dienstleistungen auf Gemeindeebene sind allgemein auf einem technisch recht aktuellen Stand, sie sind jedoch seit 2008 kaum erweitert worden. Die meisten Transaktionsmöglichkeiten sind bei grossen, städtischen Gemeinden zu finden. So bleibt der allgemeine Wunsch der Gemeinden nach mehr Online-Angeboten auch in diesem Jahr bestehen.

Die Kantone dagegen haben im vergangenen Jahr ihre Online-Dienstleistungen deutlich ausgebaut. Sie sind die aktuellen Motoren im Bereich E-Government. Am stärksten gefragt sind die Steuererklärung, gefolgt vom Fahrzeugbereich mit dem Bestellen von Ausweisen und Kontrollschildern sowie der An- und Abmeldemöglichkeit von Fahrzeugen, und das Stipendienwesen.

Auf Bundesebene hat die Mehrheit der Ämter ihre Informationsangebote erweitert. Die Transaktionsmöglichkeiten hangen stark von den verschiedenen Themen- und Aufgaben ab. Es zeigt sich deutlich, dass die bestehenden Behördenleistungen heute häufiger genutzt werden. 

Elektronische Zusammenarbeit stark - Kooperation zwischen den Behörden noch schwach

Trotz rascher Ausweitung der internen elektronischen Zusammenarbeit kann die Kooperation zwischen den Behörden immer noch stark verbessert werden. Die möglichen Synergien bei der Entwicklung von Lösungen wird von den Kantonen am meisten erkannt, andere Stellen nutzen dieses Potenzial noch zu wenig.

Nicht ausreichend befriedigt sind die heutigen Sicherheitsbedürfnisse. Auf die Frage nach der Einführung von Labels oder Marken als Gütesiegel zur Verifikation der offiziellen Verwaltungsseiten äussern sich aber viele Vertreter der Kantone eher zurückhaltend. Dagegen stösst eine eindeutige Identifikation der User vor allem auf Kantonsebene auf sehr hohe Zustimmung. Dies scheint ein echtes Bedürfnis aller E-Government-Verantwortlichen der Verwaltungen zu sein.

Studie Verwaltung und E-Government 2009

An der Befragung haben im Sommer 2009 insgesamt 929 Gemeinden, 23 Kantone und 38 Bundesämter teilgenommen. Die Studie wurde in diesem Rahmen zum zweiten Mal durchgeführt. Sie dient dazu, den Stand des Angebots auf Gemeinde- und Kantonsebene sowie bei der Bundesverwaltung für das Jahr 2009 und die Entwicklung seit 2008 zu beschreiben. Sie steht in Ergänzung zu den ebenfalls durch gfs.bern dieses Jahr durchgeführten Studien «Wirtschaft und E-Government» und «Bevölkerung und E-Government».


Adresse für Rückfragen

Stephan Röthlisberger, Geschäftsstelle E-Government Schweiz,
Tel. 031 324 79 10



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Generalsekretariat EFD
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Letzte Änderung 20.04.2018

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