Das Bruttoinlandprodukt im 1. Quartal 2009

Bern, 02.06.2009 - Das reale Bruttoinlandprodukt der Schweiz (BIP) hat im 1. Quartal 2009 gegenüber dem 4. Quartal um 0,8% abgenommen*. Negative Wachstumsimpulse gingen insbesondere vom Aussenhandel aus. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal wurde eine Abnahme des realen BIP um 2,4% registriert.

Erneut legten die Konsumausgaben der privaten Haushalte mit 0,1% eine schwache Entwicklung an den Tag. Die Ausgaben haben einzig in den Rubriken Gesundheit und Nachrichtenübermittlung nennenswert zugenommen, rückläufig waren sie hingegen in den Gruppen Bekleidung, Möbel, Verkehr und Finanz-/Versicherungsdienstleistungen. Verglichen mit dem Vorquartal nahmen die Konsumausgaben des Staates um 1,4% zu.

Die Abwärtsdynamik der Anlageinvestitionen war im ersten Quartal weniger ausgeprägt als in den vorherigen zwei Quartalen (-0,4%). So wurde für die Ausrüstungsinvestitionen eine Stagnation verzeichnet (+0,1%). Dabei dämpften höhere Investitionen in Flugzeuge die rückläufige Entwicklung in den Rubriken Metall, Maschinen und Büromaschinen. Die Bauinvestitionen haben ihre negative Tendenz fortgesetzt (-1,0%).

Der Rückgang der Exporte von Waren und Dienstleistungen setzte sich mit -5,4% leicht verlangsamt fort. Erneut waren die Warenausfuhren mit -6,6% stärker betroffen als die Dienstleistungsexporte (-2,3%). Im Gegensatz zu den Exporten verharrten die Importe von Waren und Dienstleistungen auf dem Niveau des Vorquartals (0,0%), wobei ein Sondereffekt bei den Warenimporten (ausgedehnte Einkäufe von Goldornamenten zum Einschmelzen) massgeblich zu ihrem Wachstum von 0,4% beigetragen hat. Die Einfuhren von Dienstleistungen gingen um 1,6% zurück.

Produktionsseitig konnte die Wertschöpfung im durch öffentliche Dienstleistungen geprägten Bereich gegenüber dem Vorquartal um 0,6% gesteigert werden. Im Bereich Handel, Gastgewerbe, Verkehr und Nachrichtendienste resultierte ebenfalls ein Wertschöpfungsplus von 0,2%. Demgegenüber verzeichnete der durch Finanzmarktdienste geprägte Sektor einen starken Wertschöpfungsrückgang um 3,2%. Auch in der Landwirtschaft (-2,0%), im durch die Industrie dominierten Sektor (-1,0%) sowie im Baugewerbe (-0,8%) resultierten im Vergleich mit dem Vorquartal Wertschöpfungsrückgänge. 

Der Deflator des Bruttoinlandprodukts nahm im Vergleich zum 1. Quartal 2008 um 1,0% zu. Der Konsumdeflator stagnierte mit einem Wachstum von lediglich 0,1% beinahe. Die Preise für Ausrüstungsgüter verzeichneten einen moderaten Anstieg um 1,1% während die Baupreise erneut stark um 3,5% zulegten. Im Aussenhandel war bei den Exportpreisen bloss eine geringe Zunahme um 0,6% zu verzeichnen und die Importpreise nahmen sogar stark um 4,6% ab.

*Ohne gegenteilige Anmerkung werden die hier aufgeführten Veränderungsraten gegenüber dem Vorquartal  (ohne Hochrechnung auf Jahresbasis) aus saison- und preisbereinigten Reihen berechnet. «Real» steht dabei als Abkürzung für die Formulierung «zu Preisen des Vorjahres, verkettete Werte, Referenzjahr 2000».


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Aymo Brunetti, SECO, Leiter der Direktion für Wirtschaftspolitik, Tel. +41 (31) 322 21 40
Bruno Parnisari, SECO, Leiter des Ressorts Konjunktur, Direktion für Wirtschaftspolitik, Tel. +41 (31) 323 16 81


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Letzte Änderung 15.09.2016

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