Anträge zu Orkanschäden werden für März vorbereitet: Führungsstab für Bewältigung der Orkanschäden

Bern, 04.01.2000 - Die Schäden, welche der Sturm Lothar am Stephanstag verursacht hat, müssen erneut nach oben korrigiert werden. 10 Millionen Kubikmeter Holz hat der Orkan nach neusten Angaben der Kantone gefällt. Die Zahl wurde an einer Lagekonferenz ermittelt, zu der die Forstdirektion des BUWAL in Bern eingeladen hatte. Dabei wurde ein nationaler Führungsstab gebildet. Er hat die Aufgabe, die Arbeiten zu koordinieren und die Grundlagen für Anträge an den Bundesrat vorzubereiten. Chef des Führungsstabes ist Werner Schärer, Eidgenössischer Forstdirektor im BUWAL.

Bis heute hat ein ad-hoc-Führungsstab der Eidgenössischen Forstdirektion im BUWAL die Entscheide getroffen. An der Konferenz in Bern wurde ein nationaler Führungsstab gebildet. Er soll eine Strategie zur Bewältigung der Orkanschäden entwickeln, die Arbeiten koordinieren und informieren. Gleichzeitig soll er die Grundlagen vorbereiten, damit das UVEK eine Vorlage für den Bundesrat vorbereiten kann. Gestützt auf Artikel 28 des Waldgesetzes kann das Parlament bei Waldkatastrophen "ausserordentliche Vorkehren" treffen. Gemäss Gesetzestext kann die Bundesversammlung "mit allgemeinverbindlichem, nicht referendumspflichtigem Bundesbeschluss Massnahmen ergreifen, die insbesondere der Erhaltung der Wald- und Holzwirtschaft dienen".

Im schlanken Führungsstab sind Vertreter aller interessierten Organisationen vertreten:

Othmar Wüest, Präsident der Kantonsoberförsterkonferenz, Heinz Balsiger, Waldamt des Kantons Bern, Hansruedi Streiff, Schweizerischer Sägerei- und Holzindustrie-Verband, Urs Amstutz und Rudolf Kull , Waldwirtschaft Verband Schweiz, Marc-André Houmard, Schweizerische Holzwirtschaftskonferenz.

Der Führungsstab wird am Freitag zu einer ersten Sitzung zusammentreten.

An der Lagekonferenz in Bern nahmen 40 Vertreter folgender Organisationen teil:

Kantonsoberförsterkonferenz (KOK), Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald Schnee und Landschaft (WSL), Schweizerische Holzwirtschaftskonferenz (HWK), Waldwirtschaft Verband Schweiz (WVS), Schweizerischer Sägerei- und Holzindustrie-Verband (SHIV), Verband Schweizerischer Rund- und Schnittholzhändler (VSRH), Verband Schweizerische Forstunternehmungen (VSFU), SUVA, WWF Schweiz, Pro Natura.

Die Vertreter verschiedener Interessen haben sich in Bern in gutem Einvernehmen auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt.

Warnung

Vom Sturm geschädigte Wälder sind ein gefährliches Gebiet. Beim Aufräumen nach dem Sturm Vivian im Jahre 1990 hat es 31 Todesopfer unter den Waldarbeitern gegeben, weil die ineinander verkeilten Bäume unter Spannung stehen. Gefahr besteht auch für Spaziergänger in geschädigten Gebieten. Nutzen Sie den Wald weiterhin als Erholungsgebiet, aber machen Sie einen weiten Bogen um sturmgeschädigte Waldpartien.

Wo soll das Sturmholz liegen gelassen und wo soll es geräumt werden?

Nach dem Orkan Vivian, der am 27./28. Februar 1990 über die Schweiz fegte, hat das BUWAL den Auftrag zu verschiedenen Langzeitforschungsprojekten gegeben. Dabei wurde erforscht, was auf Windwurfflächen passiert, wenn das Sturmholz liegen bleibt, und was geschieht, wenn geräumt wird. Auf Grund dieser Ergebnisse hat das BUWAL zusammen mit den interessierten Kreisen eine Checkliste entwickelt. Sie dient als Entscheidungsgrundlage dafür, was nun wo getan werden soll. Diese Erkenntnisse werden an einer Pressekonferenz am Dienstag, 18. Januar, um 10.45 Uhr, im Bundeshaus vorgestellt.


Herausgeber

Bundesamt für Umwelt BAFU
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Letzte Änderung 20.04.2018

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