Keine Notrufe mehr ab Handys ohne SIM-Karte

Biel-Bienne, 21.07.2000 - Die Möglichkeit, mit dem Mobiltelefon die Notrufnummer 112 auch dann anrufen zu können, wenn kein Vertrag mit einem Mobilfunkbetreiber abgeschlossen wurde, muss wieder aufgehoben werden. Seit der Öffnung des Notrufs 112 für Mobiltelefone ohne SIM-Karte wurden die Alarmzentralen der Polizei übermässig belastet. Dadurch wurde die Beantwortung von Notrufen stark verzögert. Als Ursachen werden Fehlbedienung der Handys und Missbrauch vermutet. Das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) sieht sich deshalb dazu gezwungen, den Zugang zum Notruf 112 per sofort wieder zu beschränken.

Seit dem 1. Juli 2000 können Mobiltelefonbenützer auch über das Netz einer anderen als der eigenen Anbieterin oder sogar mit einem Mobiltelefon ohne SIM-Karte die paneuropäische Notrufnummer 112 anrufen. Mit dieser Massnahme wollte man unter anderem Notrufe an Orten ermöglichen, die vom eigenen Netzbetreiber nicht versorgt sind, in denen jedoch das Signal eines anderen Netzes empfangbar ist. Bei vielen Mobiltelefonen kann in diesen Fällen der Notruf über Funktionstasten ausgelöst werden. Die Wahl der Ziffern 112 erfolgt dann automatisch. Dies hat zu einer untragbar hohen Anzahl unbeabsichtigter oder missbräuchlicher Anrufe geführt.

Betrieben werden die Notrufzentralen durch die jeweils zuständigen Polizeibehörden. Fehlanrufe behindern die Polizei daran, die echten Notrufe zu behandeln. Da die Anzahl Fehlanrufe auch nach einem Aufruf über die Medien nicht abgenommen hat, sieht sich das BAKOM in Absprache mit den Polizeibehörden gezwungen, die vorgenommene Öffnung der Notrufe vorläufig rückgängig zu machen. Der Zugang zum Notruf 112 wird deshalb in Kürze nur noch mit SIM-Karte und nur noch über das Netz des eigenen Netzbetreibers sichergestellt sein.

Das BAKOM prüft jedoch, ob später eine erneute Öffnung beschränkt auf Mobiltelefone mit SIM-Karten möglich ist. Dies würde es erlauben, dass ein Handybesitzer einen Notruf auslösen könnte, wenn er sich in einer Versorgungslücke seines Netzbetreibers befindet, jedoch das Signal eines anderen Netzes empfangbar ist. Vor einer erneuten allfälligen Einführung dieser Notrufmöglichkeit wird die Problematik der unbeabsichtigten Notrufe via Funktionstasten auf dem Handy und die Erkennung missbräuchlich ausgelöster Notrufe zusammen mit den Netzbetreibern und Polizeibehörden geprüft.


Adresse für Rückfragen

Markus König, Sektion Festnetzdienste und Grundversorgung, Tel. 032 327 55 70


Herausgeber

Bundesamt für Kommunikation
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Letzte Änderung 20.04.2018

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