Erstmals nationale Leistungstests an Gymnasien

Bern, 13.11.2008 - 3800 Maturandinnen und Maturanden aus der ganzen Schweiz haben im vergangenen Jahr kurz vor ihrer Maturaprüfung nationale Leistungstests in verschiedenen Fächern absolviert. Dabei zeigen sich insgesamt gute Ergebnisse.

EVAMAR (Evaluation des Maturitätsanerkennungsreglementes MAR) untersucht im Auftrag von Bund und Kantone die seit 1995 veränderte gymnasiale Ausbildung. Ziel ist es, den politischen Behörden von Bund und Kantonen gesichertes Wissen für eine allfällige Weiterentwicklung der gymnasialen Ausbildung zur Verfügung zu stellen. Die Ergebnisse der ersten Evaluationsphase wurden 2004 veröffentlicht. Sie zeigen eine grundsätzlich positive Aufnahme der Reform bei den Direktbeteiligten. Eine erste Korrektur haben Bund und Kantone im Juni 2007 mit einer Teilrevision des MAR (u.a. Stärkung der naturwissenschaftlichen Fächer) vorgenommen.

Bei der nun abgeschlossenen zweiten Phase von EVAMAR lag das Schwergewicht  auf der objektivierten Erfassung des Ausbildungsstandes der Schülerinnen und Schüler am Ende des Gymnasiums. Dabei wurde u. a. untersucht, ob das bei Maturandinnen und Maturanden vorhandene Wissen und Können den aktuellen Anforderungen der verschiedenen Studienrichtungen an Schweizer Universitäten genügt. Verantwortlich für die Durchführung von EVAMAR II war Prof. Dr. Franz Eberle vom Institut für Gymnasial- und Berufspädagogik der Universität Zürich.

Der Ausbildungsstand der Maturandinnen und Maturanden wird in den untersuchten Fächern Erstsprache, Mathematik und Biologie als zufriedenstellend beurteilt. Die besten Ergebnisse wurden in der Erstsprache erzielt, vor Mathematik und Biologie. Es zeigen sich jedoch grosse Leistungsunterschiede sowohl zwischen Personen als auch zwischen ganzen Klassen. Weiter wird ein Zusammenhang zwischen den Testergebnissen und Faktoren wie Maturitätsquote, Dauer des Gymnasiums oder individuell gewähltem Schwerpunktfach aufgezeigt. Die mit dem MAR 1995 eingeführte Maturaarbeit erhält insgesamt gute Noten und stellt aus Sicht der Forschungsgruppe eine sinnvolle und ertragreiche Lern- und Prüfungsform dar.

Bildungspolitische Schlussfolgerungen aus EVAMAR II liegen zurzeit noch nicht vor. Eine Fachgruppe der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) erarbeitet bis Ende des Jahres Empfehlungen zuhanden der politischen Behörden. Die EDK und das Eidgenössische Departement des Innern werden sich ab 2009 mit diesen auseinandersetzen und das weitere Vorgehen zu diskutieren haben.

 


Adresse für Rückfragen

Projektleiter Prof. Franz Eberle, Tel. +41 43 305 66 92, feberle@igb.uzh.ch

EDK: Gabriela Fuchs, Kommunikationsbeauftragte, Tel. +41 31 309 51 12, presse@edk.ch

Staatssekretariat für Bildung und Forschung SBF
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Letzte Änderung 20.04.2018

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