BAV legt Standard für Zugsicherung bei Schmalspurbahnen mit mittlerem Risikopotential fest

Bern, 12.10.2000 - Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat den Streckenstandard für die Zugsicherungssysteme bei Schmalspurbahnen mit mittlerem Gefahrenpotential festgelegt. Konkret betrifft dieser Entscheid die Streckennetze der Berner Oberland-Bahnen AG (BOB) und der Luzern-Stans-Engelberg-Bahn (LSE) sowie die Brünigstrecke der SBB. Das von allen drei Bahnen in einer öffentlichen Ausschreibung evaluierte System ZSI 127 der Firma Siemens erfüllt die vom BAV definierten Anforderungen und wird nun ab 2001 bis Ende 2002 sukzessive eingebaut. Die Kosten dafür belaufen sich auf insgesamt 17.5 Mio. Franken.

Nachdem für Schmalspurbahnen mit hohem Gefahrenpotential (Netze mit sehr hoher Verkehrsdichte, häufigen Fahrwegwechseln und Kreuzungen) mit dem Zugsicherungssystem ZSL 90 bereits seit Jahren ein einheitlicher Standard für Zugsicherungssysteme besteht, fehlte ein solcher für Meterspurbahnen mit mittlerem Gefahrenpotential. In diese Kategorie fallen die Streckennetze der Berner Oberland-Bahnen und der Luzern-Stans-Engelberg-Bahn sowie die Brünigstrecke der SBB. Das Verkehrsaufkommen hat auf diesem insgesamt 123 km langen meist einspurigen Netz in den vergangenen Jahren ständig zugenommen. Aus betriebswirtschaftlichen Gründen sind zudem eine weitere Automatisierung des Fahrbetriebs und ein dichterer Zugverkehr notwendig. Bei dieser Sachlage reicht das bisherige einfache System nicht mehr aus und muss nach über hundert Betriebsjahren mit einem modernen Zugsicherungssystem ergänzt werden. In einem ersten Schritt hat das BAV den für solche Bahnen geltenden Standard festgelegt. Das von den Bahnen in einem öffentlichen Vergabeverfahren evaluierte Zugsicherungssystem ZSI 127 der Firma Siemens entspricht den vom BAV definierten Spezifikationen und darf eingebaut werden. Die Funktionsweise dieses Systems entspricht in etwa dem Sicherungssystem ZUB 121, wie es bei Normalspurbahnen zum Einsatz kommt. Es wird aus ETCS-Komponenten (European Train Control System) aufgebaut und bietet deshalb eine hohe Investitionssicherheit. Die Kosten für die Aufrüstung belaufen sich auf insgesamt 17.5 Mio. Franken. Davon entfallen 4 Mio. Franken auf die BOB, 6 Mio. Franken auf die LSE und 7.5 Mio. Franken auf die Brünigbahn der SBB. Da der Bund und die beteiligten Kantone die dafür notwendigen Mittel bereits für das laufende Jahr eingeplant hatten, können die Bahnen ab sofort mit der Projektierung und dem Einbau des neuen Systems beginnen. Der gesamte Ausbau sollte gegen Ende 2002 abgeschlossen sein.


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Bundesamt für Verkehr
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Letzte Änderung 20.04.2018

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