Forschungsprogramm Energiewirtschaftliche Grundlagen veröffentlicht vier Untersuchungen (Letzte Änderung 27.02.2008)

Bern, 20.09.2001 - Das Forschungsprogramm Energiewirtschaftliche Grundlagen (EWG) untersucht die wirtschaftlichen, ökologischen, gesellschaftlichen und politischen Fragen im Zusammenhang mit Energie. Es ergänzt damit die technische Forschung und Entwicklung. Das Programm wird vom Bundesamt für Energie (BFE) betreut, das am Donnerstag vier EWG-Berichte veröffentlicht hat.

Das Forschungsprogramm Energiewirtschaftliche Grundlagen (EWG) untersucht die wirtschaftlichen, ökologischen, gesellschaftlichen und politischen Fragen im Zusammenhang mit Energie. Es ergänzt damit die technische Forschung und Entwicklung. Das Programm wird vom Bundesamt für Energie (BFE) betreut, das am Donnerstag vier EWG-Berichte veröffentlicht hat. Diese befassen sich mit

· Indikatoren zur Erfassung der Nachhaltigkeit im Energiebereich

· Exportförderung für Energietechnologien

· Energieeffizienz bei Elektrogeräten

· Akzeptanz von Komfortlüftungen im Wohnungsbereich

Das Forschungsprogramm EWG basiert auf seinem Konzept "Zukünftige Schwerpunkte" aus dem Jahre 1995, das die Notwendigkeit und Ausrichtung der energiewirtschaftlich in Forschung behandelt. Ausgangspunkte sind dabei die Unvollkommenheiten der Energiemärkte, die hohen externen Kosten im Energiebereich und die notwendigen langen Zeiträume, z.B. im Gebäudebereich. Im Konzept der Energieforschung des Bundes für die Periode 2000 bis 2003 – ausgearbeitet 1999 durch die Eidgenössische Energieforschungskommission (CORE) – wird der sozio-ökonomischen Energieforschung gemäss dem EWG-Forschungsprogramm eine zentrale Bedeutung zugemessen.

Die Untersuchungsberichte können bei der jeweils angegebenen Vertriebsadresse bestellt oder im Internet unter www.ewg-bfe.ch abgerufen werden. Medienschaffende erhalten die Studien beim Bundesamt für Energie, Tel. 031/322 56 29.

 

Beschreibung der vier neuen EWG-Untersuchungen

Die ersten drei Publikationen sind in deutscher Sprache erschienen und enthalten eine Zusammenfassung in Französisch. Der vierte Bericht ist zweisprachig.

Nachhaltigkeit: Kriterien und Indikatoren für den Energiebereich

ECOPLAN, Bern: Felix Walter und Florian Gubler. Factor Consulting + Management AG, Zürich: Urs Brodmann.

Vertrieb: BBL/EDMZ, 3003 Bern, Bestell-Nr. 805.046 d

Welche Einflüsse behindern eine nachhaltige Entwicklung? Wo muss die Politik eingreifen, um die Energie- und Klimaziele auf effiziente Weise zu erreichen? Antworten auf solche Fragen kann ein Frühwarnsystem geben, das die Autoren entwickelt haben. Sie haben 27 Kriterien mit 60 beschreibenden Indikatoren aufgestellt, womit die Nachhaltigkeit der Energiepolitik sowie der Energieversorgung und -nutzung überprüft werden kann. Die Autoren wählten ein zweistufiges Vorgehen. Im ersten Schritt wurden die Kriterien für die Nachhaltigkeit des Energiesystems hergeleitet. Im zweiten Schritt wurden die Indikatoren gesucht, welche diese Kriterien optimal abbilden. Sie erfassen den gesamten Energieverbrauch und seine Auswirkungen auf Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft. Noch müssen die Indikatoren mit Daten unterlegt werden, damit der Begriff der Nachhaltigkeit für den Energiebereich konkrete Inhalte bekommt.

Förderung des Exports im Bereich der Energietechnologien

INFRAS, Zürich: Rolf Iten, Bernhard Oetli. Fraunhofer Institut, Karlsruhe: Eberhard Jochem, Wilhelm Mannsbart.

Vertrieb: BBL/EDMZ, 3003 Bern, Bestell-Nr. 805.045 d

Die Untersuchung ermittelt den Exportanteil energieeffizienter Technologien und von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien. Sie beurteilt die Exportchancen der Schweizer Hersteller, bewertet die ökonomischen Auswirkungen auf die Schweiz, zeigt mögliche Fördermassnahmen auf und gibt Handlungsempfehlungen. Die Autoren stellen bei den KMU eine weit verbreitete Unkenntnis der staatlichen Exportförderung fest. Die Vielzahl der Akteure und die bisherige Unübersichtlichkeit der Förderinstrumente schienen die KMU geradezu abzuschrecken. Das im März 2001 in Kraft getretene Exportförderungsgesetz will dem Bedürfnis vieler Unternehmen entsprechen und führt eine klare Aufgabenteilung ein. Wie die Untersuchung zeigt, sind die meisten Unternehmen an einer Unterstützung bei der Beschaffung von Marktinformationen und an einer Erstberatung durch die Exportförderung interessiert. Sie wünschen sich eine einzige, kompetente und vertrauenswürdige Ansprechperson für alle Fragen des Exports. Vom Staat wird darüber hinaus verstärkte Promotion im Rahmen von internationalen Fachmessen und Lobbying auf höchster Ebene erwartet.

Energieeffizienz bei Elektrogeräten: Wirkung der Instrumente und Massnahmen

S.A.F.E.: C.U. Brunner, E. Bush, S. Gasser, S. Lingenhel, J. Nipkow.

Vertrieb: BBL/EDMZ, 3003 Bern, Bestell-Nr. 805.047 d

Die Elektrogeräte verursachen rund 54 Prozent des elektrischen  Energieverbrauchs. Entsprechend hoch ist das Energiesparpotenzial. Nach Auffassung der Autoren hat die Erhöhung der Energieeffizienz im Vergleich zu wirtschaftlichen Überlegungen allerdings bei der Industrie keine hohe Priorität. Auch seien die Erfahrungen mit freiwilligen Vereinbarungen zur Reduzierung des Stromverbrauchs von Geräten bisher enttäuschend. In vielen Anwendungsbereichen sind ausgezeichnete, energieeffiziente, gebrauchsfähige und nicht teurere Geräte am Markt vorhanden, werden aber nur von einer verschwindend kleinen Käuferschicht verlangt. Den Engpass bildet also nicht die Technologieentwicklung, sondern die Markttransparenz. Nach Ansicht der Autoren muss deshalb die Kennzeichnung und Warendeklaration mit Qualitätsstufen bei allen wichtigen Geräten auf dem Verordungsweg innert nützlicher Frist verlangt werden. Eine Zulassungsbeschränkung als einschneidende zwingende Massnahme kann für sehr schlechte Geräte unter Umständen umgesetzt werden, falls die Fachverbände mitmachen. Die Kantone, grösseren Gemeinden und die Energieversorungsunternehmen sollen in diese Politik eingebunden werden.

Akzeptanz von Komfortlüftungen im Wohnungsbereich

Bureau d'Etudes Keller-Burnier, Lavigny: L. Keller, S. Maillard. IPSO, Dübendorf: M. Peters, V. Müller, M. Gubler.

Vertrieb: BBL/EDMZ, 3003 Bern, Bestell-Nr. 805.048 df

Komfortlüftungen sind eine Voraussetzung für besonders energieeffiziente Gebäude. Wer den Minergie-Standards genügen will, muss eine solche Lufterneuerungsanlage einbauen. Um die Akzeptanz von solchen energiesparenden Komfortlüftungen im Wohnungsbereich zu ermitteln, haben die Autoren Artikel ausgewertet, die in Schweizer Medien erschienen sind. Sie haben zudem Telefoninterviews mit je 100 Architekten und Bauherren geführt. Gleichzeitig wurden 150 Mieter in Häusern mit Komfortlüftung und 300 in solchen ohne Wohnungslüftung zu ihrem Wissen und ihrer Einstellung zum Lüftungssystem befragt. Zwar wird die Komfortlüftung von einer deutlichen Mehrheit aller Kategorien positiv beurteilt, doch gibt es Einwände. Die Bauherren beklagen die Kosten des Einbaus, die Architekten den erforderlichen Raum und einzelne Mieter Geräusch- und Geruchsbelästigungen. Auf Grund der Ergebnisse erstellten die Autoren einen Aktionsplan zur Förderung der kontrollierten Wohnungslüftung.



Herausgeber

Bundesamt für Energie
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Letzte Änderung 20.04.2018

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