Austauschaktion von Zugsicherungs-Komponenten im Jahr 2010

Bern, 07.08.2008 - Im Zusammenhang mit der Umstellung auf das Zugsicherungssystem „European Train Control System“ (ETCS) findet in der Schweiz im Jahr 2010 eine grössere Austauschsaktion von Komponenten statt. Sie soll die technische Interoperabilität zu europäischen Infrastrukturnetzen sicherstellen. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat die betroffenen rund 30 Unternehmen (Infrastruktur- und Eisenbahnverkehrsunternehmen) aufgefordert, die notwendigen Vorbereitungen einzuleiten.

Für die Zugsicherung und Zugbeeinflussung auf Normalspurstrecken werden in der Schweiz traditionell die Systeme Signum und ZUB eingesetzt. Für ZUB – das beispielsweise das Überfahren eines Rotlichts verhindert – werden unter anderem Informationen mit Hilfe einer Antennenschleife im Gleisbereich auf das Fahrzeug übertragen. Diese Antennenschleife wurde ab Beginn der 90er Jahre zunächst als so genannte ZUB 121-Schleife eingebaut. Seit dem Jahr 2003 geschieht dies mit einer ETCS-Komponente, dem so genannten Euroloop.

Die technischen Spezifikationen, welche aus Gründen der Interoperabilität europaweit Gültigkeit haben, schrieben zu diesem Zeitpunkt eine Datenträgerfrequenz für den Euroloop von 4,5 MHz vor. Wegen Problemen bei der Implementation der Euroloopfunktion in die Fahrzeugausrüstungen der verschiedenen Systemlieferanten, musste die Frequenz durch die europäische Vereinigung der Signalhersteller UNISIG  (1) neu auf 13,5 MHz festgelegt werden.

Für die Schweiz hat dies zur Folge, dass die bisher im Schienennetz wie auch in den Fahrzeugen eingebauten Euroloop-Komponenten ausgetauscht werden müssen. Dies betrifft rund 350 Streckenausrüstungen und etwa 2500 Fahrzeugausrüstungen verschiedenster Unternehmen. Die Anpassungen werden voraussichtlich in der ersten Hälfte 2010 erfolgen. Dieser Zeitpunkt ist abgestimmt mit den weiteren Migrationsschritten im Rahmen der Einführung von ETCS. Zur Minimierung möglicher Einschränkungen der Sicherheit während des Austausches, wird eine kurze und selektive Umsetzung angestrebt.

Die detaillierten Schritte werden im Frühjahr 2009 festgelegt, sobald die notwendigen Grundlagen seitens der ETCS-Systemführerin SBB definitiv vorliegen. Die Kosten, welche die Unternehmen zu tragen haben, werden auf rund 13 Millionen Franken geschätzt.

Nicht betroffen von dieser Aktion sind die Hochgeschwindigkeitsstrecken von BAHN 2000 (Mattstetten – Rothrist) und durch den Lötschberg-Basistunnel. Diese werden mit ETCS Level 2 betrieben wozu kein Euroloop erforderlich ist.

(1) Union Industry of Signaling (ALSTOM * ANSALDO SIGNAL * BOMBARDIER * INVENSYS RAIL * SIEMENS * THALES)


Adresse für Rückfragen

Bundesamt für Verkehr, Information, 031 322 36 43


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Letzte Änderung 20.04.2018

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