Das Schweizerische Literaturarchiv ehrt Annemarie Schwarzenbach

Bern, 22.05.2008 - Am 23. Mai wäre Annemarie Schwarzenbach 100 Jahre alt geworden. Das Schweizerische Literaturarchiv ehrt die Schriftstellerin und Fotografin mit einem Festvortrag und einer Präsentation ausgewählter Reisebilder auf der Webseite der Schweizerischen Nationalbibliothek. Ende Mai geht zudem deren neue Archivdatenbank online, die zweitausend von Schwarzenbachs Fotografien der Forschung zugänglich macht.

Annemarie Schwarzenbach (1908 - 1942) ist bedeutend für ihre Reisereportagen, die sie in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts verfasste. Sie bereiste damals wenig besuchte Weltgegenden in vier Kontinenten: Europa, Asien, Amerika und Afrika. Ihre Berichte darüber veröffentlichte sie in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften, unter anderem in der National-Zeitung, der Neuen Zürcher Zeitung, der Weltwoche, der Zürcher Illustrierten und in „Sie und Er“. Dabei zeichnete Schwarzenbach nicht nur für den Text verantwortlich, sondern auch für das Bild. Ihre Fotografien befinden sich seit 1980 im Schweizerischen Literaturarchiv (SLA) der Nationalbibliothek in Bern. Anlässlich des 100. Geburtstags der Schriftstellerin macht das SLA eine Auswahl der fotografischen Sammlung allgemein zugänglich und würdigt Schwarzenbach mit einer öffentlichen Veranstaltung.

Reisen als Notwendigkeit
Den Festvortrag am 23. Mai hält die Literaturwissenschaftlerin und Publizistin Klara Obermüller. Unter dem Titel „Am Ende aller Wege“ stellt sie Schwarzenbachs Reportagen in den Kontext zeitgenössischer und heutiger Reiseberichte und arbeitet ihre spezifische Qualität heraus: Obermüller wird die Grenzerfahrungen der Reisen im geographischen wie im existentiellen Sinne thematisieren und die historische wie die gegenwärtige Aktualität dieser Reiseberichte ansprechen.

Virtuelle Ausstellung
Eine virtuelle Ausstellung auf der Webseite der Schweizerischen Nationalbibliothek (www.nb.admin.ch/schwarzenbach) zeigt drei von Schwarzenbachs Reisen: in die Südstaaten der USA, nach Persien, Afghanistan und Indien sowie nach Afrika. Dank der detaillierten Recherchen des SLA ist es erstmals möglich, den genauen Reiserouten der Schriftstellerin anhand ihrer eigenen Aufnahmen zu folgen. Durch die Linse der Fotografin vermittelt sich dem Betrachter, der Betrachterin ein Bild des Alltagslebens der bereisten Gebiete ebenso wie der damaligen Reisebedingungen.

Archivmaterial online: HelveticArchives
Vor allem für Forschende bestimmt ist die Auswahl von rund 2'000 Schwarzenbach-Fotografien, die, als erste Sammlung überhaupt, ab Ende Mai in der neuen Archivdatenbank der Schweizerischen Nationalbibliothek zugänglich sind (www.nb.admin.ch/helveticarchives). HelveticArchives eröffnet der Wissenschaft neue online Recherche- und Abfragemöglichkeiten in den Archivsammlungen der Schweizerischen Nationalbibliothek. Alle drei Monate wird die Datenbank um neue Dokumente erweitert. Zunächst wird es sich dabei um Fotografien aus dem SLA und der Graphischen Sammlung handeln; später soll die Datenbank auf alle Arten von Archivdokumenten ausgeweitet werden. HelveticArchives wird damit quasi zur Zwillingsschwester der Bibliotheksdatenbank Helveticat, in der Bücher, Zeitungen und Zeitschriften erfasst sind.

Veranstaltung:
23.5.2008, 18.30 Uhr, „Am Ende aller Wege“, Festvortrag von Klara Obermüller in der Schweizerischen Nationalbibliothek, Eintritt frei

Virtuelle Ausstellung: www.nb.admin.ch/schwarzenbach (Interaktive Ausstellung verfügbar ab 23.5.2008)

Schwarzenbach-Fotos im SLA: www.nb.admin.ch/helveticarchives (aktiv ab Ende Mai 2008)

Bildlegenden:
Annemarie Schwarzenbach: Autofriedhof in Athens, Tennessee. Sammlung Schweizerische Nationalbibliothek / Schweizerisches Literaturarchiv.

Annemarie Schwarzenbach im Kaukasus. Sammlung Schweizerische Nationalbibliothek / Schweizerisches Literaturarchiv.


Adresse für Rückfragen

PD Dr. Irmgard Wirtz-Eybl
Leiterin des Schweizerischen Literaturarchivs
Tel. 031 322 89 72
irmgard.wirtz@nb.admin.ch



Herausgeber

Schweizerische Nationalbibliothek
http://www.nb.admin.ch

Letzte Änderung 24.01.2018

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