Neue-Alpentransversale (Neat) weiterhin auf Kurs

Bern, 11.04.2002 - Das Neat-Grossprojekt weist per Ende 2001 mutmassliche projektbedingte Mehrkosten von 1'475 Millionen Franken aus. Damit sind drei Viertel der Bundesreserve im Neat-Gesamtkredit verplant. Die von 1991 bis Ende März 2002 aufgelaufene Neat-Teuerung entspricht 121,6 Indexpunkten. Dies führt zu teuerungsbedingten Mehrkosten gegenüber dem Neat-Gesamtkredit (Preisstand 1998) von rund 456 Millionen Franken. In zeitlicher Hinsicht verzögert sich die Inbetriebnahme der Gotthard-Achse um mindestens zwei Jahre. Die hauptsächlichen Projektrisiken sind weiterhin in der Geologie/Hydrologie, der Kostenentwicklung und der politisch weiterhin hängigen Lösung für den Nordanschluss des Gotthard-Basistunnels an die Stammlinie im Kanton Uri zu suchen. Dies sind die wichtigsten Schlussfolgerungen der Neat-Aufsichtsdelegation aus der Behandlung des Neat-Standberichts Nr. 12 des Bundesamts für Verkehr (BAV).

Erstmals vollständige Steuerungsvorgaben und Datengrundlagen

Die Neat-Aufsichtsdelegation genehmigte den Standbericht Nr. 12 mit kleineren Änderungen einstimmig. Sie konnte mit Befriedigung zur Kenntnis nehmen, dass die in den letzten Berichtsperioden festgestellten Dateninkonsistenzen bei der AlpTransit Gotthard AG (ATG) und der BLS AlpTransit AG (BLS AT) bereinigt und die gesetzten Ziele erreicht werden konnten. Erstmals entsprechen die mutmasslichen Endkosten den in der Neat-Controlling-Weisung (NCW) vorgeschriebenen Kosten- und Finanzberechnungsvorgaben. Die NCW, wichtiges Steuerungsinstrument der Behörden, liegt ebenfalls in einer nun vollständigen und aktualisierten Version (4.00) vor.

Bevorschussungslimite des Fonds für Eisenbahngrossprojekte (FEP) eingehalten

Die aktuellste Simulation des Fonds durch das BAV hat ergeben, dass sich die prognostizierten Entnahmen aus dem Fonds in den kritischen Jahren 2007/2008 weiter der kumulierten Bevorschussungslimite nähern. Diese kann aus heutiger Sicht weiterhin eingehalten werden. Für die Neat-Aufsichtsdelegation besteht zur Zeit kein Handlungsbedarf. Sie wird die Einhaltung der Limite und die neusten Entwicklungen im Rahmen ihrer Sitzungen alle zwei Monate vertieft überwachen.

Information aus erster Hand über die Situation auf der Lötschberg-Achse

Die Neat-Aufsichtsdelegation liess sich vom Vorsitzenden der Geschäftsleitung der BLS AlpTransit AG (BLS AT) im Rahmen ihrer Oberaufsicht über die anstehenden Vergaben für den Anschluss Frutigen und die Bahntechnik, die Arbeitsbedingungen auf den Baustellen Ferden und Steg sowie die Folgen der Setzungen bei St. German orientieren. Der Präsident der Neat-Aufsichtsdelegation hatte sich am Freitag, 5. April 2002, vor Ort begeben und die Situation auf der Baustelle und den Tunnelröhren bei Ferden persönlich in Augenschein genommen. In Bezug auf die Arbeitsbedingungen auf den Neat-Baustellen konnte die Neat-Aufsichtsdelegation aufgrund der detaillierten Ausführungen der BLS AT und des Präsidenten der Neat-Aufsichtsdelegation keine schwerwiegenden Mängel feststellen. Die BLS AT versicherte, dass verschiedene Massnahmen bereits umgesetzt wurden und alles getan wird, um eine schnelle Lösung der Situation und eine optimale Fortsetzung der Vortriebsarbeiten zu gewährleisten. Die Neat-Aufsichtsdelegation wird sich spätestens an ihrer nächsten Sitzung über die Erreichung der gesetzten Ziele orientieren lassen.

Politische Lösung im Falle der Linienführung im Kanton Uri notwendig

Das BAV orientierte die Neat-Aufsichtsdelegation über den aktuellen Stand der Planung zur Linienführung im Kanton Uri. Sie nahm zur Kenntnis, dass die verschiedenen Optionen für den Anschluss an die bestehenden Stammlinien und die längerfristige Linienführung zur Zeit intensiv geprüft werden. Sie sprach sich erneut dafür aus, dass baldmöglichst eine Verhandlungslösung auf politischer Ebene zwischen dem UVEK und dem Kanton Uri gefunden werden muss.

Notwendigkeit des Ceneri-Basistunnels und Bewegung bei den Neat-Südanschlüssen

Die Neat-Aufsichtsdelegation konnte aufgrund der Ausführungen des BAV zur Kenntnis nehmen, dass der Ceneri-Basistunnel durch die strategische Planung Italiens zu den südlichen Neat-Zufahrtsstrecken nicht in Frage gestellt wird. Zudem zeichnet sich eine Bewegung in Bezug auf die Kontakte mit den italienischen Ansprechpartnern ab.

Die Neat-Aufsichtsdelegation tagte am 10. April 2002 unter dem Vorsitz von Nationalrat Max Binder (SVP/ZH) in Bern. Die Sitzung fand in Anwesenheit der Direktoren des Bundesamtes für Verkehr und der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) sowie eines Vertreters der Eidgenössischen Finanzverwaltung statt. Zu einzelnen Traktanden nahmen der Generalsekretär des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) sowie der Vorsitzende der Geschäftsleitung der BLS AlpTransit AG (BLS AT) teil.



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Bundesamt für Verkehr
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Letzte Änderung 20.04.2018

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