Luchs: Stabiler Bestand im nördlichen Jura, Einbruch im östlichen Berner Oberland

Bern, 31.08.2007 - Im letzten Winter haben Biologinnen und Biologen im Auftrag des BAFU Luchsbestände erhoben. Im nordöstlichen Jura weist die Studie auf eine wachsende und sich ausbreitende Population hin. Zwischen Brienzersee und Vierwaldstättersee dagegen ist die Dichte gegenüber den letzten Jahren rückläufig, im östlichen Berner Oberland ist sie regelrecht eingebrochen.

Seit mehreren Jahren werden in der Schweiz die Luchsbestände mit systematisch verteilten Fotofallen erhoben. Auf einer Fläche von ca. 800km2 werden an bekannten oder vermuteten Wechseln von Luchsen Kameras aufgestellt. Vorbei wandernde Tiere lösen diese automatisch aus. Aufgrund des individuellen Fellmusters der Luchse und der Häufigkeit, mit der ein bestimmtes Individuum fotografiert wird, lässt sich der Bestand im Untersuchungsgebiet relativ zuverlässig hochrechnen.

Hohe Luchsdichte im Kanton Solothurn

Im nordöstlichen Jura ergab die Monitoring-Studie eine durchschnittliche Dichte von 1.1 selbständigen Luchsen (erwachsen oder halberwachsen) pro 100 Quadratkilometer. Dieser Wert belegt, dass es der Luchspopulation im Jura gut geht. Neue Beobachtungen in den Kantonen Basel-Landschaft und Aargau deuten darauf hin, dass sich der Luchs im Jura nun flächendeckend ausgebreitet hat. Besonders hoch scheint die Dichte zurzeit auf der ersten Jurakette im Kanton Solothurn zu sein, konnten hier doch mindesten 8 verschiedene Individuen fotografiert werden.

Einbruch des Luchsbestandes im östlichen Berner Oberland

Bereits zum dritten Mal wurde das Fotofallenmonitoring in den westlichen Zentralalpen durchgeführt. Im Untersuchungsgebiet, welches Teile der Kantone Bern, Ob- und Nidwalden sowie Uri umfasst, sank die Dichte markant. So wurden 2005/06 noch ca. 1,0 Luchse pro 100 Quadratkilometer festgestellt, während die Dichte im letzten Winter nur noch lediglich 0.4 betrug. Auffallend ist insbesondere der Rückgang der Luchse zwischen Brienz und Haslital, wo nur noch 2 Luchse fotografiert wurden; im Vorwinter waren es noch 8 Tiere.

Dieser Einbruch beim Bestand kann verschiedene Ursachen haben: Abwanderung, natürliche Sterblichkeit, illegale Tötungen. Dem Kanton Bern liegen Hinweise auf Wilderei vor, deshalb hat das Untersuchungsrichteramt Oberland Ost eine Untersuchung gegen Unbekannt eingeleitet.


Adresse für Rückfragen

Reinhard Schnidrig, Chef Sektion Jagd, Wildtiere und Waldbiodiversität, BAFU, Tel. 031 323 03 07
Andreas Rickenbacher, Volkswirtschaftsdirektor des Kantons Bern,
Tel. 031 633 48 40



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Letzte Änderung 20.04.2018

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