Fortschritte der Bahnprojekte im Oberwallis

Bern, 29.01.2004 - Die Behördendelegation Brig – Visp hat sich über den Stand der Planungen und der Ver­fahren für die Eisenbahnvorhaben in Visp und Brig informieren lassen. Sie nahm zu­stimmend von den vorgesehenen Verbesserungen des Lärmschutzes auf der Strecke zwischen St. German und Brig Kenntnis.

An ihrer vierten Sitzung liess sich die Behördendelegation Brig – Visp am Mittwoch unter Lei­tung des Bundesamtes für Verkehr (BAV) über den Stand der Planungen und Verfahren für die Grossprojekte Bahnhof Visp und Bahnhof Brig informieren. Während der öffentlichen Planauf­lage der Projekte Neugestaltung Bahnhof Visp, neues Stellwerk Visp und Lärmsanierung Visp-Ost waren rund 150 Einsprachen eingegangen, wovon 130 gleichlautende Eingaben bezüglich Lärmschutz. Die in der Folge zwischen dem BAV und dem Walliser Staatsrat aufgenommenen Gespräche führten zu einer Einigung mit dem Ziel, die Lärmschutzmassnahmen im Oberwallis erheblich zu verbessern. So soll die Länge der Lärmschutzwände von ursprünglich rund 3000 m auf neu rund 6000 m verdoppelt werden.

Die SBB sind vom BAV angewiesen worden, die Lärmschutzprojekte zu überarbeiten und im Verlauf des Sommers 2004 zur Durchführung der Plangenehmigungsverfahren einzureichen. Die betroffenen Gemeinden werden im Rahmen dieser Projektierungsarbeiten begrüsst. Parallel werden die Genehmigungsverfahren im Zusammenhang mit dem Bahnhof Visp weitergeführt. Die Behördendelegation zeigte sich befriedigt über diese absehbaren und vom Bund zugesagten Verbesserungen. An der Vorgabe, dass die Lärm­schutzmassnahmen bis zur Inbetriebnahme des Lötschberg-Basistunnels errichtet sein müs­sen, wird unverändert festgehalten.

Neugestaltung Bahnhof Visp

Die Behördendelegation hat mit Besorgnis von der Kostenentwicklung beim Projekt Neugestal­tung Bahnhof Visp Kenntnis genommen. Sie unterstützt die Haltung des BAV, den vereinbarten Kostenrahmen einzuhalten und hierfür nötigenfalls auf in einer ersten Phase nicht zwingend nötige Projektelemente zu verzichten. Das BAV wird in Kürze mit den SBB, der Matterhorn Gotthard Bahn (MGB) und dem Kanton Wallis mögliche Einsparmöglichkeiten prüfen. Die Behördendelegation wurde vom BAV auch darüber informiert, dass aufgrund der prekären Situation der Bundesfinanzen weitere Sparrunden absehbar sind, bei denen auch der öffentliche Verkehr weiter unter Druck kommen dürfte.

Demnächst werden im Plangenehmigungsverfahren für den Bahnhof Visp die Einigungsverhandlungen unter Leitung des BAV stattfinden. Das Ziel ist eine Plangenehmigung bis Mitte 2004. Aufgrund der terminlichen Abhängigkeiten mit dem Einbau der Bahntechnik für den Lötschberg-Basistunnel und mit der Zufahrtsstrecke muss mit dem Bau des Stellwerkgebäudes Visp bereits im Frühjahr 2004 begonnen werden.

Ostausfahrt Brig

Das Projekt für die Ostausfahrt der MGB in Brig ist bereits weit vorangeschritten. Es besteht das Ziel, das Auflageprojekt 2004 dem BAV zur Einleitung des Plangenehmigungsverfahrens einzureichen. Die MGB ist beauftragt, die noch bestehenden Differenzen mit Fachstellen von Bund und Kanton sowie Dritten soweit mög­lich auszuräumen. Die Ostausfahrt wird es ermöglichen, die gefährli­che Strecke durch Naters mit mehr als 20 Niveauübergängen zu eliminieren. Das Trassee wird so für anderweitige Nutzungen frei. Da keine Lokwechsel in Brig mehr erforderlich sind, resultiert durch die Ostausfahrt z.B. auf der Strecke Visp – Bitsch ein Zeitgewinn von 15 Minuten.

Die SBB orientierten über den aktuellen Stand der Arbeiten an den Fahrplankonzepten für den Personenfernverkehr und den Regionalverkehr. SBB, BLS und Kanton Wallis haben das Ziel, den Autoverlad durch den Simplon zwischen Brig und Iselle bis Ende 2004 zur Aufnahme des fahrplanmässigen Betriebs von kombinierten Regional- und Autozügen bereitzustellen. Die Kapazität eines solchen Autoverlads wird auf rund 800 Fahrzeuge pro Tag geschätzt.


Herausgeber

Bundesamt für Verkehr
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Letzte Änderung 20.04.2018

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