Weiterhin positiver Trend beim alpenquerenden Güterverkehr: Schiene legt erneut zu

Bern, 29.03.2007 - Der positive Trend in der Schweizer Verlagerungspolitik hat sich im Jahr 2006 fortgesetzt. Die Schiene konnte das gesamte Wachstum im alpenquerenden Güterverkehr übernehmen und ihren Anteil an der transportierten Menge um einen Prozentpunkt auf 66 Prozent steigern. Dank der flankierenden Massnahmen des Bundes ist die Zahl der Lastwagenfahrten durch die Schweizer Alpen trotz guter Konjunktur weiter gesunken.

Zwei von drei Tonnen, die in der Schweiz über die Alpen transportiert werden, fahren mit der Bahn. Im Jahr 2006 wurden 25,2 Millionen Nettotonnen Güter auf der Schiene über die Gotthard- und die Lötschberg-Simplon-Achse transportiert. Dies entspricht einem Anstieg um 6,5 Prozent. Am stärksten war das Wachstum mit 11,6 % beim unbegleiteten kombinierten Verkehr (Container, Sattelauflieger und Wechselbehälter). Zu diesem Wachstum trug neben der guten Konjunkturlage auch die Förderung durch den Bund bei. Um 4,3 % nahm der Verkehr auf der Rollenden Landstrasse zu, die besser ausgelastet war als im Vorjahr. Beim klassischen Wagenladungsverkehr war dagegen eine Abnahme von einem Prozent zu verzeichnen – vor allem bedingt durch die Reorganisation des Verkehrs durch die deutsche Güterbahn Railion, die nun vermehrt über den Brenner fährt.

Seit 2004 legt die Bahn stetig zu

Der Modal Split (Anteil an den beförderten Gütern) erhöhte sich weiter zugunsten der Schiene, die nun auf 66 % kommt, gegenüber 65 % im Jahr 2005. Die Bahn konnte ihren Anteil seit 2004 kontinuierlich steigern, nachdem er zuvor seit Eröffnung des Gotthard-Strassentunnel ständig gesunken war. Insgesamt stieg die Gesamttransportmenge auf Strasse und Schiene um 4 % auf 38,1 Millionen Nettotonnen. Das Wachstum von 1,5 Millionen Nettotonnen fand ausschliesslich auf der Schiene statt.

16 Prozent weniger Lastwagen als im Jahr 2000

Auf der Strasse blieb die Gütermenge stabil bei 12,9 Millionen Nettotonnen. Die Zahl der Lastwagenfahrten über die vier Alpenpässe ging um 2 % auf 1,18 Millionen Güterfahrzeuge zurück. Sie liegt damit um 16 % unter dem Referenzjahr 2000 (1,4 Millionen Fahrten), in dem das Verlagerungsgesetz in Kraft trat. Erstmals sank sie unter 1,2 Millionen Fahrten.

2006 entwickelte sich die Konjunktur sehr gut, was normalerweise auch zu einem entsprechenden Verkehrswachstum auf der Strasse führt. Der Rückgang um 2 % auf den Schweizer Alpenpässen Gotthard, San Bernardino, Simplon und Grosser St. Bernhard ist auf drei Faktoren zurückzuführen:

  • auf die Erhöhung der Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) im Jahr 2005;
  • auf die Wirkung der flankierenden Verlagerungsmassnahmen des Bundes;
  • auf die einmonatige Sperrung der Gotthard-Achse.

Güterverkehrsvorlage stellt die Weichen für die Zukunft

Die Zahlen des Jahres 2006 zeigen, dass die Schweizer Verlagerungspolitik greift und Wirkung zeigt. Gleichzeitig machen sie deutlich, dass die Verlagerung weiterhin finanziell gefördert werden muss, um das Verlagerungsziel von 650'000 Fahrten pro Jahr erreichen zu können. Der bisherige Mix von Massnahmen hat sich bewährt und soll weitergeführt werden, namentlich die Unterstützung des kombinierten Verkehrs durch Betriebsabgeltungen und Investitionshilfen. Der Bundesrat wird dem Parlament bis im Sommer die Güterverkehrsvorlage unterbreiten mit seinen Vorschlägen zur Fortsetzung der Verlagerungspolitik. Geplant ist , mit dieser Vorlage die Grundlagen für eine koordinierte Einführung der Alpentransitbörse im Alpenraum zu schaffen.


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Letzte Änderung 20.04.2018

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