Fähigkeitsanalyse zur Stärkung des Bevölkerungsschutzes in der Schweiz

Bern, 26.06.2024 - An seiner Sitzung vom 26. Juni 2024 hat der Bundesrat den Bericht «Fähigkeiten zur Bewältigung von klimabedingten Naturgefahren» gutgeheissen. Die Analyse unterstreicht die Wichtigkeit der Resilienz des Schweizer Bevölkerungsschutzes angesichts zunehmender klimabedingter und technologischer Gefährdungen sowie machtpolitischer Bedrohungen. Während knapp drei Viertel der benötigten Fähigkeiten bereits heute gut abgedeckt sind, identifiziert der Bericht strategische Handlungsfelder zur Stärkung des Bevölkerungsschutzes.

Die Fähigkeitsanalyse hebt die Stärken und Entwicklungsmöglichkeiten des Schweizer Bevölkerungsschutzes und seiner Partner hervor, um den zunehmenden Herausforderungen wirksam begegnen zu können. Die Analyse zeigt auf, welche der notwendigen Fähigkeiten bereits vorhanden sind und identifiziert gleichzeitig Schlüsselbereiche für zukünftige Verbesserungen. Den Bericht hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) in enger Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen wie Polizei, Feuerwehr, Gesundheitswesen, technischen Betrieben, Zivilschutz, Bundesamt für Zivildienst, Armee sowie weiteren bevölkerungsschutzrelevanten Partnern realisiert.

Handlungsfelder zur Weiterentwicklung und Stärkung der Fähigkeiten definiert

Der Bericht, den der Bundesrat in Erfüllung des Postulats Sik-N 22.3007 gutgeheissen hat, erfasst die Kompetenzen für die Bewältigung von klimabedingten Naturgefahren. Er weitet den Fokus jedoch auf eine breitere Palette von Gefährdungen und Bedrohungen aus, einschliesslich technikbedingter Gefährdungen wie ein KKW-Unfall und eine Strommangellage sowie gesellschaftliche Bedrohungen wie ein Terroranschlag und ein bewaffneter Konflikt.

Basierend auf acht Szenarien der Nationalen Risikoanalyse von Katastrophen und Notlagen Schweiz (KNS) wurden 150 Fähigkeiten identifiziert, von denen 70% bereits heute gut abgedeckt sind. Für die verbleibenden 30% wurden 15 Handlungsfelder definiert, die eine gezielte Weiterentwicklung und Stärkung der Fähigkeiten ermöglichen. Dazu gehören unter anderem:

•    Lageverbund und Medienmonitoring: Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen zur optimierten Antizipation und Lageverfolgung.
•    Ressourcenmanagement: Effizientere Mobilisierung und Nutzung von Ressourcen bei Katastrophen.
•    Verbundübungen: Gemeinsame Übungen zur Stärkung der Führungs- und Koordinationsfähigkeiten.
•    Freiwilligenmanagement: Systematisches Management von Freiwilligen und Spontanhelfenden.
•    Stärkung des Sanitätsdienstes: Anpassung der Kapazitäten für Massenanfall von Patienten.

Diese Handlungsfelder sind teilweise bereits durch laufende Projekte und Vorhaben abgedeckt, was das Engagement und die zielgerichteten Bemühungen des Schweizer Bevölkerungsschutzes unterstreicht. Der Bundesrat hat das VBS (BABS, SEPOS), das WBF (BWL) und das UVEK (BFE) beauftragt, die in ihren Kompetenzbereich fallenden Handlungsfelder zu bearbeiten. Das BABS koordiniert die Arbeiten.

Damit können die identifizierten Handlungsfelder systematisch angegangen werden, um die Resilienz der Schweiz gegenüber künftigen Herausforderungen weiter zu stärken. Die Fähigkeitsanalyse bietet dafür eine solide Grundlage und wird als eine der Leitplanken für die Weiterentwicklung des Bevölkerungsschutzes in der Schweiz dienen.


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