817.022.104

Verordnung des EDI über Speziallebensmittel

vom 23. November 2005 (Stand am 4. Februar 2014)

Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI),

gestützt auf die Artikel 4 Absatz 2, 26 Absätze 2 und 5 und 27 Absatz 3 der Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung vom 23. November 20051 (LGV),

verordnet:

1. Abschnitt: Allgemeine Bestimmungen

 

Diese Verordnung umschreibt die Speziallebensmittel, legt die Anforderungen an sie fest und regelt deren besondere Kennzeichnung und Anpreisung.


 

1 Speziallebensmittel sind Lebensmittel, die für eine besondere Ernährung bestimmt sind und auf Grund ihrer Zusammensetzung oder des besonderen Verfahrens ihrer Herstellung:

a.
den besonderen Ernährungsbedürfnissen von Menschen entsprechen, welche aus gesundheitlichen Gründen eine andersartige Kost benötigen; oder
b.1
dazu beitragen, bestimmte ernährungsphysiologische oder physiologische Wirkungen zu erzielen.

2 Als Speziallebensmittel gelten:

a.
lactosearme und lactosefreie Lebensmittel (Art. 5);
b. 2
c.
Speisesalzersatz, Diätsalz (Art. 7);
d.
eiweissarme Lebensmittel (Art. 8);
e.
glutenfreie Lebensmittel (Art. 9);
f.-h.
3
i.4
j.-k.
5
l.
Lebensmittel für eine gewichtskontrollierende Ernährung (Art. 16);
m.
Säuglingsanfangsnahrung (Art. 17);
n.
Folgenahrung (Art. 18);
o.
Getreidebeikost und andere Beikost für Säuglinge und Kleinkinder (Art. 19);
p.
Nahrungsmittel für Personen mit erhöhtem Energie- oder Nährstoffbedarf (Art. 20);
q.6
diätetische Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke (Art. 20a);
r.7
malzextrakthaltige Nahrungsmittel (Art. 21);
s.8
Nahrungsergänzungsmittel (Art. 22);
t.9
Nährhefe (Art. 22a);
u.10
Mikroalgen und kalziumhaltige Rotalgen (Maerl) (Art. 22b);
v.11
w.12
Lebensmittel mit Zusatz von Phytosterinen, Phytosterinestern, Phytostanolen oder Phytostanolestern (Art. 23a).

1 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008, in Kraft seit 1. April 2008 (AS 2008 961).
2 Aufgehoben durch Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008, mit Wirkung seit 1. April 2008 (AS 2008 961).
3 Aufgehoben durch Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008, mit Wirkung seit 1. April 2014 (AS 2008 961).
4 Aufgehoben durch Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, mit Wirkung seit 1. Jan. 2014 (AS 2008 4919).
5 Aufgehoben durch Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008, mit Wirkung seit 1. April 2014 (AS 2008 961).
6 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 16. März 2007, in Kraft seit 1. April 2007 (AS 2007 1065).
7 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 16. März 2007, in Kraft seit 1. April 2007 (AS 2007 1065).
8 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 16. März 2007, in Kraft seit 1. April 2007 (AS 2007 1065).
9 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 16. März 2007, in Kraft seit 1. April 2007 (AS 2007 1065).
10 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 16. März 2007 (AS 2007 1065). Fassung ge-mäss Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008, in Kraft seit 1. April 2008 (AS 2008 961).
11 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 16. März 2007 (AS 2007 1065). Aufgehoben durch Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, mit Wirkung seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4919).
12 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4919).


 

1 Speziallebensmittel müssen sich von normalen Lebensmitteln vergleichbarer Art (Normalerzeugnisse) durch ihre Zusammensetzung oder ihr Herstellungsverfahren deutlich unterscheiden.

2 …1

3 Für Speziallebensmittel gelten die Anforderungen an die entsprechenden Normalerzeugnisse sinngemäss, ausser wenn sich Abweichungen auf Grund der besonderen Zweckbestimmung als notwendig erweisen.

4 Speziallebensmittel dürfen nur vorverpackt an Konsumentinnen und Konsumenten abgegeben werden, ausser wenn sie an Ort und Stelle konsumiert werden oder es sich um Lebensmittel nach Artikel 5 oder 9 handelt.2

5 Sie dürfen nicht mit alkoholischen Getränken gemischt werden.3


1 Aufgehoben durch Ziff. I der V des EDI vom 26. Nov. 2008, mit Wirkung seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 6035).
2 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4919).
3 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 13. Okt. 2010, in Kraft seit 1. Nov. 2010 (AS 2010 4615).


 

1 Zusätzlich zu den Angaben nach Artikel 2 der Verordnung des EDI vom 23. November 20051 über die Kennzeichnung und Anpreisung von Lebensmitteln (LKV) sind anzugeben:

a.
ein Hinweis auf die Besonderheiten der qualitativen und quantitativen Zusammensetzung oder den besonderen Herstellungsprozess, durch den das Erzeugnis seine besonderen nutritiven Eigenschaften erhält;
b.2
die Nährwertkennzeichnung nach den Artikeln 22-29 LKV; davon ausgenommen sind diätetische Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke nach Artikel 20a und Nahrungsergänzungsmittel nach Artikel 22.

2 …3

3 Speziallebensmittel dürfen durch den Hinweis «diätetisch» gekennzeichnet werden. Ausgenommen sind Säuglingsanfangs- und Folgenahrungen, Getreidebeikost, andere Beikost für Säuglinge und Kleinkinder sowie Nahrungsergänzungsmittel.4

4 und 55

6 Nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben für Speziallebensmittel richten nach den Artikeln 29a-29i LKV, soweit diese Verordnung nichts anderes bestimmt.6


1 SR 817.022.21
2 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4919).
3 Aufgehoben durch Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008, mit Wirkung seit 1. April 2008 (AS 2008 961).
4 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4919).
5 Aufgehoben durch Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008, mit Wirkung seit 1. April 2008 (AS 2008 961).
6 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4919).


2. Abschnitt: Besondere Bestimmungen

 

1 Ein Lebensmittel gilt als lactosearm, wenn der Lactosegehalt im genussfertigen Produkt:

a.
im Vergleich zum entsprechenden Normalerzeugnis mindestens um die Hälfte herabgesetzt ist; und
b.
höchstens 2 g pro 100 g Trockenmasse beträgt.

2 Ein Lebensmittel gilt als laktosefrei, wenn das genussfertige Produkt weniger als 0,1 g Laktose pro 100 g oder 100 ml enthält.1


1 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008, in Kraft seit 1. April 2008 (AS 2008 961).


 

1 Aufgehoben durch Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008, mit Wirkung seit 1. April 2008 (AS 2008 961).


 

1 Speisesalzersatz und Diätsalz sind Salzmischungen aus Kaliumsulfat, Kalium-, Magnesium-, Ammonium-, Calcium- und Cholinsalz von organischen und anorganischen Säuren wie Glutamin-, Adipin-, Kohlen-, Bernstein-, Milch-, Zitronen-, Apfel-, Wein-, Essig-, Salz- oder Orthophosphorsäure.1

2 Der Natriumgehalt darf 0,12 g pro 100 g nicht übersteigen.

3 Der Natrium- und der Kaliumgehalt des genussfertigen Produktes sind in Gramm pro 100 g oder 100 ml anzugeben.


1 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 15. Nov. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4919).


 

1 Ein Lebensmittel gilt als eiweissarm, wenn der Eiweissgehalt im genussfertigen Produkt:

a.
im Vergleich zum entsprechenden Normalerzeugnis mindestens um die Hälfte herabgesetzt ist; und
b.
höchstens 1 g pro 100 g Trockenmasse beträgt.

2 Eiweissarme Teigwaren können, in Abweichung von Teigwaren gemäss der Verordnung des EDI vom 23. November 20051 über Getreide, Hülsenfrüchte, Pflanzenproteine und deren Erzeugnisse, auch wechselnde Anteile an Stärke enthalten.2


1 SR 817.022.109
2 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 15. Nov. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4919).


 

1 Lebensmittel für Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit sind Lebensmittel, die in spezieller Weise hergestellt, zubereitet und verarbeitet wurden, damit sie die besonderen diätetischen Anforderungen von Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit erfüllen.

2 Bestehen diese Lebensmittel aus einer oder mehreren Zutaten aus Weizen einschliesslich sämtlicher Triticum-Arten, Roggen, Gerste, Hafer oder ihren Kreuzungen oder enthalten sie solche Zutaten und wurden sie zur Reduzierung ihres Glutengehaltes in spezieller Weise verarbeitet, so dürfen sie beim Verkauf an die Konsumentinnen und Konsumenten einen Glutengehalt von höchstens 100 mg/kg aufweisen. Sie sind mit «sehr geringer Glutengehalt» zu kennzeichnen. Sie können mit «glutenfrei» gekennzeichnet werden, wenn ihr Glutengehalt höchstens 20 mg/kg beträgt. Die Kennzeichnung «sehr geringer Glutengehalt» darf nur für Lebensmittel nach diesem Absatz verwendet werden.

3 Wird Hafer für die Herstellung dieser Lebensmittel verwendet, so muss er so hergestellt, zubereitet und verarbeitet sein, dass eine Kontamination durch Weizen einschliesslich sämtlicher Triticum-Arten, Roggen Gerste oder ihre Kreuzungen ausgeschlossen ist. Der Glutengehalt dieses Hafers darf höchstens 20 mg/kg betragen.

4 Lebensmittel, die für Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit bestimmt sind und aus einer oder mehreren Zutaten bestehen, die Weizen einschliesslich sämtlicher Triticum-Arten, Roggen, Gerste, Hafer oder ihre Kreuzungen ersetzen, oder die solche Zutaten enthalten, dürfen beim Verkauf an die Konsumentinnen und Konsumenten einen Glutengehalt von höchstens 20 mg/kg aufweisen. Bei der Kennzeichnung ist der Begriff «glutenfrei» zu verwenden.

5 Die Kennzeichnungen «sehr geringer Glutengehalt» oder «glutenfrei» sind in der Nähe der Sachbezeichnung anzubringen.

6 Glutenfreie Teigwaren können, in Abweichung von den Bestimmungen über Teigwaren in der Verordnung des EDI vom 23. November 20052 über Getreide, Hülsenfrüchte, Pflanzenproteine und deren Erzeugnisse, ganz oder teilweise aus Stärke hergestellt sein.

7 Bestehen glutenfreie Teigwaren vorwiegend aus Stärke, so ist dies in der Sachbezeichnung entsprechend anzugeben (z.B. Stärketeigwaren).


1 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 13. Okt. 2010, in Kraft seit 1. Nov. 2010 (AS 2010 4615).
2 SR 817.022.109


 

1 Aufgehoben durch Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008, mit Wirkung seit 1. April 2008 (AS 2008 961).


 

1 Aufgehoben durch Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, mit Wirkung seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4919).


 

1 Aufgehoben durch Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008, mit Wirkung seit 1. April 2008 (AS 2008 961).


 

1 Lebensmittel für eine gewichtskontrollierende Ernährung sind Lebensmittel mit einer besonderen Zusammensetzung, die bei Verwendung entsprechend den Anweisungen der Herstellerin die tägliche Nahrungsmittelration ganz oder teilweise ersetzen.

2 Es sind zwei Kategorien von Lebensmitteln für eine gewichtskontrollierende Ernährung zu unterscheiden:

a.
Erzeugnisse zum Ersatz einer ganzen Tagesration;
b.
Erzeugnisse zum Ersatz einer oder mehrerer Mahlzeiten.

3 Die Zusammensetzung muss die Anforderungen nach Anhang 1 erfüllen.

4 Sämtliche Bestandteile eines zum Ersatz einer ganzen Tagesration bestimmten Erzeugnisses müssen in einer einzigen Verpackung enthalten sein.

5 Die Sachbezeichnung lautet:

a.
bei Erzeugnissen zum Ersatz einer ganzen Tagesration: «Tagesration für eine gewichtskontrollierende Ernährung»;
b.
bei Erzeugnissen zum Ersatz einer oder mehrerer Mahlzeiten: «Mahlzeit für eine gewichtskontrollierende Ernährung».

6 Der Energiewert und der Gehalt an Eiweiss, Kohlenhydraten, Fett sowie an Vitaminen und Mineralstoffen nach Anhang 1 sind, abweichend von Artikel 29 LKV1, je angegebene Menge des genussfertigen, zum Verbrauch angebotenen Erzeugnisses anzugeben. Im Falle der Erzeugnisse zum Ersatz einer oder mehrerer Mahlzeiten ist bei Vitaminen und Mineralstoffen zusätzlich zur Gehaltsangabe der prozentuale Anteil an der empfohlenen Tagesdosis nach Anhang 1 der Verordnung des EDI vom 23. November 20052 über den Zusatz essenzieller oder physiologisch nützlicher Stoffe zu Lebensmitteln aufzuführen.3

7 Zusätzlich zu den Angaben nach Artikel 4 Absatz 1 sind anzugeben:

a.
nötigenfalls Anweisungen für die richtige Zubereitung sowie ein Hinweis auf die Bedeutung ihrer Befolgung;
b.
wenn bei vorschriftsgemässer Zubereitung pro Tag mehr als 20 g mehrwertige Alkohole zugeführt werden: ein Hinweis auf eine mögliche laxative Wirkung;
c.
der Hinweis, dass eine ausreichende tägliche Flüssigkeitsaufnahme wichtig ist;
d.
bei Erzeugnissen zum Ersatz einer ganzen Tagesration die Hinweise:
1.
dass alle für einen Tag erforderlichen Nährstoffe in angemessener Menge enthalten sind,
2.
dass das Erzeugnis nicht länger als drei Wochen ohne ärztliche Konsultation verwendet werden sollte;
e.
bei Erzeugnissen zum Ersatz einer oder mehrerer Mahlzeiten der Hinweis, dass die Erzeugnisse nur im Rahmen einer kalorienarmen Ernährung den angestrebten Zweck erfüllen und andere Lebensmittel Teil dieser Ernährung sein müssen.

8 Verboten sind Hinweise darauf, innerhalb welcher Frist oder in welchem Ausmass eine Gewichtsabnahme zu erwarten ist, sowie Hinweise darauf, dass eine Verringerung des Hungergefühls oder ein verstärktes Sättigungsgefühl zu erwarten sind.


1 SR 817.022.21
2 SR 817.022.32
3 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 13. Okt. 2010, in Kraft seit 1. Nov. 2010 (AS 2010 4615).


 

1 Säuglingsanfangsnahrung sind Lebensmittel, die für die besondere Ernährung von gesunden Säuglingen (Kinder unter zwölf Monaten) während der ersten Lebensmonate bestimmt sind und für sich allein den Ernährungsbedürfnissen dieser Säuglinge bis zur Einführung angemessener Beikost genügen.

2 Ein Erzeugnis, das für sich allein keine Säuglingsanfangsnahrung im Sinne von Absatz 1 ist, darf nicht in Verkehr gebracht oder ausgegeben werden, als sei es für sich allein Säuglingsanfangsnahrung.

3 Für Säuglingsanfangsnahrung gelten folgende Anforderungen:

a.
Sie wird hergestellt aus:
1.
den in Anhang 2 Ziffer 2 definierten Proteinquellen; und
2.
anderen Zutaten, deren Eignung für die besondere Ernährung von Säuglingen von der Geburt an durch anerkannte wissenschaftliche Erkenntnisse nachgewiesen ist.
b.
Die Zusammensetzung muss die Anforderungen nach Anhang 2 erfüllen.
c.
Für die Proteinquelle von Säuglingsanfangsnahrung auf der Basis von Molkenproteinhydrolysaten mit einem Proteingehalt von weniger als 0,56 g/kJ (2,25 g/100 kcal) sind die Spezifikationen nach Anhang 2a zu erfüllen.
d.
Säuglingsanfangsnahrung muss nach Zugabe von Trinkwasser genussfertig sein.
e.
Bei der Herstellung dürfen nur die Nährstoffe nach Anhang 3 zugegeben werden. Für diese gelten, falls sie auch als Zusatzstoffe verwendet werden können, die Reinheitskriterien gemäss Anhang 8 der Zusatzstoffverordnung des EDI vom 23. November 20052 und, falls solche fehlen, die anerkannten Reinheitskriterien internationaler Stellen.

4 Für folgende Erzeugnisse ist die Eignung als Säuglingsanfangsnahrung durch Studien nachzuweisen, welche auf Grundlage der allgemein anerkannten Empfehlungen von Fachkreisen zur Planung und Durchführung solcher Studien durchgeführt wurden:

a.
Erzeugnisse auf der Basis der in Anhang 2 Ziffer 22 definierten Milchproteine mit einem Proteingehalt zwischen 0,45 g/100 kJ (1,8 g/100 kcal) und 0,5 g/100 kJ (2 g/100 kcal);
b.3
Erzeugnisse auf der Basis der in Anhang 2 Ziffer 23 definierten Proteinhydrolysaten mit einem Proteingehalt zwischen 0,45 g/100 kJ (1,8 g/100 kcal) und 0,5 g/100 kJ (2 g/100 kcal).

1 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008, in Kraft seit 1. April 2008 (AS 2008 961).
2 SR 817.022.31
3 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4919).


 

1 Die Sachbezeichnung für Säuglingsanfangsnahrung lautet «Säuglingsanfangsnahrung».

2 Säuglingsanfangsnahrung, die ausschliesslich aus Kuhmilch- oder Ziegenmilchproteinen hergestellt ist, muss als «Säuglingsmilchnahrung» bezeichnet werden.2

3 Die Angaben auf der Packung oder der Etikette müssen zusätzlich zu den Angaben nach Artikel 4 Absatz 1 enthalten:

a.
eine Angabe darüber, dass das Erzeugnis sich für die besondere Ernährung von Säuglingen von der Geburt an eignet, wenn sie nicht gestillt werden;
b.
Angaben über die durchschnittliche Menge aller in Anhang 2 enthaltenen Mineralstoffe und Vitamine und gegebenenfalls an Cholin, Inositol und L-Carnitin je 100 ml der genussfertigen Zubereitung;
c.
eine Anleitung zur richtigen Zubereitung, Lagerung und Entsorgung des Erzeugnisses sowie die Warnung, dass eine unangemessene Zubereitung und Lagerung gesundheitsschädlich sein kann;
d.
die erforderlichen Informationen über die richtige Verwendung; diese müssen so formuliert sein, dass sie nicht vom Stillen abhalten;
e.
eine Angabe wie «Wichtiger Hinweis», gefolgt von:
1.
einem Hinweis, dass das Stillen der Verabreichung von Säuglingsanfangsnahrung überlegen ist, und
2.
der Empfehlung, das Erzeugnis nur auf den Rat unabhängiger Fachleute auf dem Gebiet der Medizin, der Ernährung oder der Säuglings- und Kleinkinderpflege zu verwenden.

4 Die Angabe auf der Packung oder der Etikette kann die durchschnittliche Menge der in Anhang 3 aufgeführten Nährstoffe je 100 ml des genussfertigen Erzeugnisses enthalten, sofern eine solche Angabe nicht bereits aufgrund von Artikel 17a Asatz 3 Buchstabe b erfolgt.

5 Auf der Packung, der Etikette oder den Beipackzetteln dürfen nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben nur in den in Anhang 4 aufgeführten Fällen und unter den dort festgelegten Bedingungen gemacht werden.

6 Die Begriffe «humanisiert», «maternisiert», «adaptiert» oder ähnliche Begriffe sind unzulässig.

7 Säuglingsanfangsnahrung ist so zu kennzeichnen, dass sie eindeutig von Folgenahrung unterschieden werden kann.

8 Auf der Verpackung, der Etikette und dem Beipackzettel dürfen weder Bilder noch Texte stehen, die das Erzeugnis idealisieren; insbesondere dürfen keine Säuglinge abgebildet werden.3

9 Die Absätze 3 Buchstaben d und e sowie 5-8 gelten sinngemäss auch für die Aufmachung der Erzeugnisse, ihre Präsentation und die Werbung.


1 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008, in Kraft seit 1. April 2008 (AS 2008 961).
2 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4919).
3 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 13. Okt. 2010, in Kraft seit 1. Nov. 2010 (AS 2010 4615).


 

1 Wer als Hersteller oder Importeur eine Säuglingsanfangsnahrung in Verkehr bringen will, muss dies dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) melden.2

2 Der Meldung sind eine Originalpackung oder -etikette oder deren Laserausdrucke einzureichen.


1 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008, in Kraft seit 1. April 2008 (AS 2008 961).
2 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4919).


 

1 Folgenahrung sind Lebensmittel, die für die besondere Ernährung von gesunden Säuglingen, die älter als sechs Monate sind, ab Einführung einer angemessenen Beikost, und für Kleinkinder (Kinder zwischen einem und drei Jahren) bestimmt sind und den grössten flüssigen Anteil einer nach und nach abwechslungsreicheren Kost dieser Säuglinge darstellen.

2 Für Folgenahrung gelten folgende Anforderungen:

a.
Sie wird hergestellt aus:
1.
den in Anhang 5 Ziffer 2 definierten Proteinquellen, und
2.
anderen Zutaten, deren Eignung für die besondere Ernährung von über sechs Monate alten Säuglingen und Kleinkindern durch anerkannte wissenschaftliche Erkenntnisse nachgewiesen ist.
b.
Die Zusammensetzung muss die Anforderungen nach Anhang 5 erfüllen.
c.
Sie muss nach Zugabe von Trinkwasser genussfertig sein.
d.
Folgenahrung dürfen nur die Nährstoffe nach Anhang 3 zugegeben werden. Für diese gelten, falls sie auch als Zusatzstoffe verwendet werden können, die Reinheitskriterien gemäss Anhang 8 der Zusatzstoffverordnung vom 23. November 20052 und, falls solche fehlen, die anerkannten Reinheitskriterien internationaler Stellen.

1 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008, in Kraft seit 1. April 2008 (AS 2008 961).
2 SR 817.022.31


 

1 Die Sachbezeichnung für Folgenahrung lautet «Folgenahrung».

2 Folgenahrung, die ausschliesslich aus Kuhmilch- oder Ziegenmilchproteinen hergestellt ist, muss als «Folgemilch» bezeichnet werden.2

3 Die Angaben auf der Packung oder der Etikette müssen zusätzlich zu den Angaben nach Artikel 4 Absatz 1 enthalten:

a.
die Angabe, dass das Erzeugnis:
1.
sich nur für die besondere Ernährung von Säuglingen ab einem Alter von mindestens sechs Monaten eignet,
2.
nur Teil einer Mischkost sein soll, und
3.
nicht als Ersatz für Muttermilch während der ersten sechs Lebensmonate verwendet werden darf;
b.
die Angabe, dass die Entscheidung, mit der Beikost zu beginnen, einschliesslich des ausnahmsweisen Beginns bereits vor sechs Monaten, nur getroffen werden soll:
1.
auf den Rat unabhängiger Fachleute auf dem Gebiet der Medizin, der Ernährung oder der Säuglings- und Kleinkinderpflege, und
2.
unter Berücksichtigung der Wachstums- und Entwicklungsbedürfnisse des einzelnen Säuglings;
c.
Angaben über die durchschnittliche Menge aller in Anhang 5 enthaltenen Mineralstoffe und Vitamine und gegebenenfalls an Cholin, Inositol und L-Carnitin je 100 ml der genussfertigen Zubereitung;
d.
eine Anleitung zur richtigen Zubereitung, Lagerung und Entsorgung des Erzeugnisses sowie die Warnung, dass eine unangemessene Zubereitung und Lagerung gesundheitsschädlich sein kann;
e.
die erforderlichen Informationen über die richtige Verwendung; diese müssen so formuliert sein, dass sie nicht vom Stillen abhalten.

4 Die Menge der in Anhang 3 aufgeführten Nährstoffe je 100 ml des genussfertigen Erzeugnisses kann zusätzlich aufgeführt werden, sofern eine solche Angabe nicht bereits aufgrund von Absatz 3 Buchstabe c erfolgt.

5 Zusätzlich zur Angabe der Menge der Vitamine und Mineralstoffe kann der prozentuale Anteil an den in Anhang 6 aufgeführten Referenzwerten angegeben werden.

6 Die Begriffe «humanisiert», «maternisiert», «adaptiert» oder ähnliche Begriffe sind unzulässig.

7 Folgenahrung ist so zu kennzeichnen, dass die Konsumentinnen und Konsumenten sie eindeutig von Säuglingsanfangsnahrung unterscheiden können.

8 Die Absätze 3 Buchstabe e sowie 6 und 7 gelten sinngemäss auch für die Aufmachung der Erzeugnisse, ihre Präsentation und die Werbung.


1 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008, in Kraft seit 1. April 2008 (AS 2008 961).
2 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4919).


 

1 Getreidebeikost und andere Beikost für Säuglinge und Kleinkinder sind Lebensmittel, die den besonderen Ernährungsbedürfnissen von gesunden Säuglingen und Kleinkindern zwischen vier Monaten und drei Jahren entsprechen und bestimmt sind:

a.
während der Entwöhnungsperiode der Säuglinge;
b.
als Beikost für Kleinkinder; oder
c.
für deren allmähliche Umstellung auf normale Kost. 1

2 Nicht als andere Beikost gilt Milch, die für Säuglinge und Kleinkinder bestimmt ist.

3 Getreidebeikost darf angeboten werden als:

a.
einfaches Getreideprodukt, das mit Milch oder anderen geeigneten nahrhaften Flüssigkeiten zubereitet ist oder damit zubereitet werden muss;
b.
Getreideprodukt mit zugegebenen proteinreichen Lebensmitteln, das mit Wasser oder anderen proteinfreien Flüssigkeiten zubereitet ist oder damit zubereitet werden muss;
c.
Teigwaren, die nach dem Kochen in siedendem Wasser oder anderen geeigneten Flüssigkeiten verzehrt werden;
d.
Zwiebacks und Biscuits (Kekse), die entweder direkt oder nach dem Zerkleinern unter Zusatz von Wasser, Milch oder anderen geeigneten Flüssigkeiten verzehrt werden.

4 Getreidebeikost und andere Beikost für Säuglinge und Kleinkinder müssen aus Zutaten hergestellt werden, deren Eignung für die besondere Ernährung von Kindern nach Absatz 1 durch allgemein anerkannte wissenschaftliche Daten belegt ist.

5 Für die Zusammensetzung gelten die folgenden Anforderungen:

a.
Getreidebeikost muss die Anforderungen nach Anhang 7 erfüllen.
b.
Andere Beikost muss die Anforderungen nach Anhang 8 erfüllen.
c.
Bei der Herstellung dürfen nur die Nährstoffe nach Anhang 9 verwendet werden.

6 Werden der Getreidebeikost und anderer Beikost für Säuglinge und Kleinkinder Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zugesetzt, so gelten die Höchstmengen nach Anhang 10.

7 Die Angaben auf der Packung, der Etikette oder den Beipackzetteln müssen zusätzlich zu den Angaben nach Artikel 4 Absatz 1 folgende Informationen enthalten:

a.
einen Hinweis, ab welchem Alter das Erzeugnis unter Berücksichtigung seiner Zusammensetzung, Beschaffenheit oder anderer besonderer Merkmale verwendet werden darf;
b.
Informationen über Glutengehalt (z. B. «glutenhaltig») oder Glutenfreiheit, wenn das empfohlene Alter unter sechs Monaten liegt;
c.
die durchschnittliche Menge der einzelnen Mineralstoffe und Vitamine, für die in Anhang 7 (für Getreidebeikost) beziehungsweise in Anhang 8 (für andere Beikost) spezifische Gehalte festgelegt sind, je 100 g oder 100 ml des im Handel erhältlichen Produkts und gegebenenfalls je Portion des Produkts;
d.
falls erforderlich eine Anleitung zur richtigen Zubereitung mit einem Hinweis auf die Wichtigkeit ihrer Befolgung.

8 …2

9 Die Nährwertkennzeichnung kann den durchschnittlichen Gehalt der Nährstoffe nach Anhang 6 je 100 g oder 100 ml des im Handel erhältlichen Produkts und gegebenenfalls je Portion des Produkts enthalten, falls eine solche Angabe nicht unter die Bestimmungen von Absatz 7 Buchstabe c fällt.3

10 Zusätzlich zu den Zahlenangaben nach den Absätzen 7 und 9 kann im Rahmen der Nährwertkennzeichnung zu den Vitaminen und Mineralstoffen nach Anhang 6, welche sich auf die Beikost beziehen, der prozentuale Anteil am Referenzwert angegeben werden. Die prozentuale Angabe ist nur zulässig, wenn in 100 g oder 100 ml und gegebenenfalls je festgelegte Portion des Produkts mindestens 15 Prozent des Referenzwerts nach Anhang 6 enthalten sind.4


1 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008, in Kraft seit 1. April 2008 (AS 2008 961).
2 Aufgehoben durch Ziff. I der V des EDI vom 13. Okt. 2010, mit Wirkung seit 1. Nov. 2010 (AS 2010 4615).
3 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 13. Okt. 2010, in Kraft seit 1. Nov. 2010 (AS 2010 4615).
4 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 13. Okt. 2010, in Kraft seit 1. Nov. 2010 (AS 2010 4615).


 

1 Ein Lebensmittel gilt als Nahrungsmittel für Personen mit erhöhtem Energie- oder Nährstoffbedarf (Ergänzungsnahrung), wenn es deren besonderen Ernährungsbedürfnissen gerecht wird und den ernährungsphysiologischen Mehrbedarf deckt.

2 Es werden folgende Kategorien von Ergänzungsnahrungen unterschieden:

a.
Produkte zur Energiebereitstellung;
b.
Produkte mit einem definierten Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen (Mengen- oder Spurenelementen) oder anderen für Personen mit erhöhtem Energie- oder Nährstoffbedarf relevanten Stoffen;
c.
Protein- und Aminosäurenpräparate;
d.
Kombinationen der Produktegruppen nach den Buchstaben a-c.

3 Produkte zur Energiebereitstellung müssen die Anforderungen nach Anhang 11 Ziffer I erfüllen.

4 Produkte mit Vitaminen, Mineralstoffen (Mengen- oder Spurenelementen) oder anderen Stoffen, die für Personen mit erhöhtem Energie- oder Nährstoffbedarf relevant sind, müssen dem bei diesen Personen typischen Verlust an Nährstoffen Rechnung tragen. Elektrolythaltige Getränke müssen die wichtigsten im Schweiss vorhandenen Mineralstoffe wie Natrium, Kalium, Calcium oder Magnesium enthalten.

5 In Protein- und Aminosäurepräparaten ist der Einsatz von biologisch hochwertigen tierischen oder pflanzlichen Proteinen zulässig. Mischungen müssen die Anforderungen nach Anhang 11 Ziffer II erfüllen.

6 Kombinationspräparate sind Mischformen der Erzeugnisse nach den Absätzen 3-5.

7 Die Zulässigkeit der Zusätze sowie deren Höchst- und Mindestmengen richten sich nach den Anhängen 12 und 13. Bei der Herstellung dürfen von den zugelassenen Substanzen nach den Anhängen 12 und 13 nur die Verbindungen nach den Anhängen 14 und 14b verwendet werden.1

8 Um den spezifischen ernährungsphysiologischen Bedürfnissen bestimmter Bevölkerungsgruppen gerecht zu werden, darf der Vitamingehalt in der Tagesration bis zu 300 Prozent des Gehalts nach Anhang 13 betragen. Bei Vitamin A ist nur eine Überdosierung bis zu 200 Prozent der zugelassenen Tagesdosis erlaubt.2

9 …3

10 Das BLV kann auf Gesuch hin weitere Zusätze bewilligen. Es prüft die gesundheitliche Unbedenklichkeit, die Zweckmässigkeit, die Kennzeichnung sowie die Anpreisung der betreffenden Zusätze. Artikel 6 Absätze 1 und 4 LGV gilt sinngemäss.4

11 Die Sachbezeichnung richtet sich nach Artikel 3 Absatz 3 Buchstabe a LKV5.

12 Nahrungsmittel für Personen mit erhöhtem Energie- oder Nährstoffbedarf müssen zusätzlich zu den Angaben nach Artikel 4 Absatz 1 aufweisen:

a.
eine Umschreibung der besonderen Zweckbestimmung des Nahrungsmittels;
b.
eine Gebrauchsanleitung.

13 Die Kennzeichnung der Zusätze richtet sich nach Anhang 12, die Bezeichnung der Vitamine, Mineralstoffe und sonstigen Stoffe nach Anhang 13.6

14 Bei der Kennzeichnung ist auf den Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen und sonstigen Stoffen zum Zeitpunkt der Abgabe an Konsumentinnen und Konsumenten hinzuweisen.7

15 Getränke mit einer Osmolarität von 250-340 mOsmol pro Liter können als isoton bezeichnet werden.

16 Als Alternative zu den Bestimmungen der Artikel 26 Absatz 3 und 29 Absatz 3 LKV8 können bei Ergänzungsnahrungen der Energiewert und der Gehalt an Nährstoffen oder Nährstoffbestandteilen sowie deren prozentuale Anteile an der empfohlenen Tagesdosis pro Tagesration angegeben werden. Die empfohlene Tagesdosis richtet sich nach Anhang 1 der Verordnung des EDI vom 23. November 20059 über den Zusatz essenzieller oder physiologisch nützlicher Stoffe zu Lebensmitteln.10


1 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4919).
2 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4919).
3 Aufgehoben durch Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, mit Wirkung seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4919).
4 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4919).
5 SR 817.022.21
6 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4919).
7 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4919).
8 SR 817.022.21
9 SR 817.022.32
10 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008 (AS 2008 961). Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 13. Okt. 2010, in Kraft seit 1. Nov. 2010 (AS 2010 4615).


 

1 Diätetische Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke sind Lebensmittel, die für die besonderen Ernährungserfordernisse folgender Personen bestimmt sind:

a.
Patientinnen und Patienten mit eingeschränkter, behinderter oder gestörter Fähigkeit zur Aufnahme, Verdauung, Resorption, Verstoffwechslung oder Ausscheidung gewöhnlicher Lebensmittel oder bestimmter darin enthaltener Nährstoffe (einschliesslich deren Metaboliten);
b.
Patientinnen und Patienten mit einem sonstigen medizinisch bedingten Nährstoffbedarf, für die eine Modifizierung der normalen Ernährung, andere Speziallebensmittel oder eine Kombination von beiden den Bedürfnissen nicht entspricht.

2 Es sind drei Kategorien zu unterscheiden:

a.
diätetisch vollständige Lebensmittel mit einer Nährstoff-Standardformulierung, die als einzige Nahrungsquelle verwendet werden können;
b.
diätetisch vollständige Lebensmittel mit einer für eine bestimmte Krankheit oder Störung oder für bestimmte Beschwerden spezifischen angepassten Nährstoffformulierung, die als einzige Nahrungsquelle verwendet werden können;
c.
diätetisch unvollständige Lebensmittel mit einer Standardformulierung oder einer für eine bestimmte Krankheit oder Störung oder für bestimmte Beschwerden spezifischen angepassten Nährstoffformulierung, die sich nicht als einzige Nahrungsquelle eignen.

3 Die unter Absatz 2 Buchstaben a und b umschriebenen Lebensmittel können die Ernährung einer Patientin oder eines Patienten auch teilweise ersetzen oder ergänzen.

4 Die Formulierung von Lebensmitteln für besondere medizinische Zwecke hat auf vernünftigen medizinischen und diätetischen Grundsätzen zu beruhen. Sie müssen sich gemäss den Anweisungen des Herstellers sicher und nutzbringend verwenden lassen. Sie müssen wirksam sein in dem Sinne, dass sie den besonderen Ernährungserfordernissen der Personen, für die sie bestimmt sind, entsprechen; dies ist durch allgemein fundierte wissenschaftliche Daten zu belegen. Sie müssen den in Anhang 14a aufgeführten Kriterien entsprechen und dürfen die Nährstoffe nach Anhang 14 enthalten.

5 Wer als Hersteller oder Importeur ein diätetisches Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke in den Verkehr bringen will, welches die Anforderungen nach Anhang 14a erfüllt, muss dies dem BLV melden. Er hat dazu dem BLV2 eine Originalpackung oder -etikette beziehungsweise deren Laserandrucke mit Rezeptur einzureichen.

6 Wer als Hersteller oder Importeur ein diätetisches Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke in den Verkehr bringen will, welches die Anforderungen nach Anhang 14a nicht erfüllt, bedarf einer Bewilligung des BLV. Dieses prüft die gesundheitliche Unbedenklichkeit, die Zweckmässigkeit, die Kennzeichnung sowie die Anpreisung.

7 Die Sachbezeichnung lautet «Diätetisches Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke (bilanzierte Diät)».

8 Zusätzlich zu den Angaben nach Artikel 2 LKV3 sind anzugeben:

a.
der verfügbaren Brennwert in kJ und kcal, der Gehalt an Proteinen, Kohlenhydraten und Fetten sowie die durchschnittliche Menge sämtlicher in dem Erzeugnis enthaltener und in Anhang 14a aufgeführter Mineralstoffe und Vitamine je 100 g oder 100 ml bei Verkauf und gegebenenfalls pro 100 g oder 100 ml des gemäss den Anweisungen des Herstellers gebrauchsfertig zubereiteten Erzeugnisses; diese Information kann zusätzlich pro Verabreichung angegeben werden;
b.
wahlweise der Gehalt an Bestandteilen von Proteinen, Kohlenhydraten und Fetten oder an sonstigen Nährstoffen und deren Bestandteilen, sofern diese Information zur zweckentsprechenden Verwendung des Erzeugnisses erforderlich ist, je 100 g oder 100 ml bei Verkauf und gegebenenfalls pro 100 g oder 100 ml des gemäss den Anweisungen des Herstellers gebrauchsfertig zubereiteten Erzeugnisses; diese Information kann zusätzlich pro Verabreichung angegeben werden;
c.
gegebenenfalls Angaben zur Osmolalität oder Osmolarität des Erzeugnisses;
d.
Angaben zu Ursprung und Art der in dem Erzeugnis enthaltenen Proteine oder Proteinhydrolysate;
e.
der Hinweis «für besondere Ernährungsbedürfnisse bei …» ergänzt durch die Krankheit(en), Störung(en) oder Beschwerden, für die das Produkt bestimmt ist;
f.
gegebenenfalls ein Hinweis auf Vorsichtsmassnamen und Kontraindikationen;
g.
eine Beschreibung der Eigenschaften oder Merkmale, denen das Erzeugnis seine Zweckdienlichkeit verdankt, gegebenenfalls mit Angaben zu Nährstoffen, die vermehrt, vermindert, eliminiert oder auf andere Weise verändert wurden, sowie die Begründung für die Verwendung des Erzeugnisses;
h.
gegebenenfalls eine Warnung, dass das Erzeugnis nicht parenteral verwendet werden darf.

9 Die Packungen oder Etiketten müssen unter den Worten «Wichtiger Hinweis» (oder einer gleichbedeutenden Formulierung) folgende Angaben aufweisen:

a.
einen Hinweis, dass das Erzeugnis unter ärztlicher Aufsicht verwendet werden muss;
b.
einen Hinweis, ob das Erzeugnis zur Verwendung als einzige Nahrungsquelle geeignet ist;
c.
gegebenenfalls einen Hinweis, dass das Erzeugnis für eine bestimmte Altersgruppe bestimmt ist;
d.
gegebenenfalls einen Hinweis, dass das Erzeugnis die Gesundheit gefährden kann, wenn es von Personen konsumiert wird, die nicht an der Krankheit (den Krankheiten), der Störung (den Störungen) oder den Beschwerden leiden, für die es bestimmt ist.

1 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 15. Nov. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4919).
2 Ausdruck gemäss Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4919). Diese Änd. wurde im ganzen Text vorgenommen.
3 SR 817.022.21


 

1 Malzextrakthaltige Nahrungsmittel dienen der Ergänzung der Ernährung mit Malzextrakt.

2 Sie müssen, bezogen auf die Trockenmasse, mindestens 30 Massenprozent Malzextrakt und in der Tagesration mindestens 10 g Malzextrakt enthalten.

3 Bei Erzeugnissen zur Herstellung malzextrakthaltiger Getränke, die Milch enthalten und mit Wasser anzurühren sind, bezieht sich der Mindestgehalt an Malzextrakt auf die Trockenmasse ohne die Milchbestandteile.

4 Malzextrakthaltige Nahrungsmittel dürfen die in Anhang 13 aufgeführten Vitamine und Mineralstoffe in den dort aufgeführten Mengen enthalten.

5 Bei der Herstellung dürfen von den zugelassenen Nährstoffen nur die Verbindungen nach Anhang 14 verwendet werden.1

6 Bei malzextrakthaltigen Nahrungsmitteln ist die Tagesration auf der Verpackung oder der Etikette anzugeben.


1 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 15. Nov. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4919).


 

1 Nahrungsergänzungsmittel sind Erzeugnisse, die Vitamine, Mineralstoffe oder sonstige Stoffe mit ernährungsspezifischer oder physiologischer Wirkung in konzentrierter Form enthalten und zur Ergänzung der Ernährung mit diesen Stoffen dienen.1

2 Sie werden in Darreichungsformen wie Kapseln, Tabletten, Flüssigkeiten oder Pulvern angeboten.2

3 Sie dürfen nur enthalten:

a.3
die in Anhang 13 aufgeführten Vitamine, Mineralstoffe und sonstigen Stoffe in den dafür vorgesehenen Tagesdosen sowie die in Anhang 13a aufgeführten Stoffe unter Berücksichtigung ihrer Mindestmengen;
b.
umschriebene Lebensmittel.4

4 In der empfohlenen Tagesration müssen mindestens 15 Prozent der für Erwachsene zugelassenen Tagesdosis nach Anhang 13 enthalten sein.5

5 Um den spezifischen ernährungsphysiologischen Bedürfnissen bestimmter Bevölkerungsgruppen gerecht zu werden, darf der Vitamingehalt in der Tagesration bis zu 300 Prozent des Gehalts nach Anhang 13 betragen. Bei Vitamin A ist nur eine Überdosierung bis zu 200 Prozent der zugelassenen Tagesdosis erlaubt.6

6 Bei der Herstellung dürfen von den zugelassenen Stoffen nach den Anhängen 13 und 13a nur die Verbindungen nach den Anhängen 14 und 14b verwendet werden.7

6bis Nahrungsergänzungsmittel mit basischen Mineralstoffen enthalten geeignete basische Salze (Bicarbonate, Carbonate und Citrate) der Mineralstoffe Magnesium, Kalium oder Calcium.8

6ter Nahrungsergänzungsmittel dürfen lebende Bakterienkulturen enthalten, die für die spezifischen Eigenschaften eines Nahrungsergänzungsmittels geeignet sind und die Anforderungen gemäss Anhang 14b erfüllen.9

7 Nahrungsergänzungsmittel müssen zusätzlich zu den Angaben nach Artikel 4 Absatz 1 aufweisen:

a.
einen Hinweis, dass es sich beim betreffenden Erzeugnis um ein Nahrungsergänzungsmittel handelt;
b.
einen Hinweis, dass die Erzeugnisse ausserhalb der Reichweite von Kindern zu lagern sind;
c.10
einen Warnhinweis, die angegebene empfohlene Tagesdosis nicht zu überschreiten;
d.11
einen Hinweis darauf, dass Nahrungsergänzungsmittel nicht als Ersatz für eine abwechslungsreiche Ernährung verwendet werden sollen;
e.12
für die sonstigen Stoffe die Warnhinweise nach Anhang 13.

8 Bei Nahrungsergänzungsmitteln sind der Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen oder sonstigen Stoffen und gegebenenfalls deren prozentuale Anteile an der empfohlenen Tagesdosis pro Tagesration anzugeben. Die empfohlene Tagesdosis richtet sich nach Anhang 1 der Verordnung des EDI vom 23. November 200513 über den Zusatz essenzieller oder physiologisch nützlicher Stoffe zu Lebensmitteln.14

9 Bei der Kennzeichnung ist auf den Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen und sonstigen Stoffen zum Zeitpunkt der Abgabe an Konsumentinnen und Konsumenten hinzuweisen.15

10 …16

11 Bei Nahrungsergänzungsmittel mit basischen Mineralstoffen kann auf eine unterstützende Regulierung des Säure-Basen-Haushaltes hingewiesen werden.17

12 Auf den Zusatz von lebenden Bakterienkulturen muss im Verzeichnis der Zutaten und in der Sachbezeichnung wie folgt hingewiesen werden:

a.
unter der spezifischen wissenschaftlichen Nomenklatur nach den Vorgaben des ICSP (International Committee on Systematics of Prokaryotes18); oder
b.
mit dem Hinweis «mit Milchsäurebakterien».19

1 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4919).
2 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 15. Nov. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4919).
3 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4919).
4 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008, in Kraft seit 1. April 2008 (AS 2008 961).
5 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 13. Okt. 2010, in Kraft seit 1. Nov. 2010 (AS 2010 4615).
6 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4919).
7 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4919).
8 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 11. Mai 2009, in Kraft seit 25. Mai 2009 (AS 2009 1997).
9 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4919).
10 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008, in Kraft seit 1. April 2008 (AS 2008 961).
11 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008, in Kraft seit 1. April 2008 (AS 2008 961).
12 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4919).
13 SR 817.022.32
14 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4919).
15 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4919).
16 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008 (AS 2008 961). Aufgehoben durch Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, mit Wirkung seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4919).
17 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 11. Mai 2009, in Kraft seit 25. Mai 2009 (AS 2009 1997).
18 www.the-icsp.org/
19 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4919).


 

1 Nährhefe ist ein Erzeugnis aus Hefen wie Saccharomyces cerevisiae und Candida utilis, welche für die menschliche Ernährung geeignet sind. Sie werden mit oder ohne Aufbereitung (z.B. Entbitterung, Inaktivierung, Zellwandaufschluss) abgegeben.

2 Auf den Packungen und Etiketten ist die Hefeart anzugeben. Gibt es keine übliche Bezeichnung oder ist sie nicht eindeutig, so muss die lateinische Bezeichnung angegeben werden. Die Behandlungsart muss angegeben werden.

3 Nährhefen, die bei ihrer Herstellung gezielt mit Vitaminen oder Mineralstoffen angereichert werden, müssen entsprechend gekennzeichnet sein (z.B. Selenhefe).

4 Nährhefen dürfen die in Anhang 13 aufgeführten Vitamine, Mineralstoffe und anderen Nährstoffe in den dort aufgeführten Mengen enthalten.

5 Bei der Herstellung dürfen von den zugelassenen Nährstoffen nur die Verbindungen nach Anhang 14 verwendet werden.


1 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 15. Nov. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4919).


 

1 Die Chlorella-Algenarten Chlorella vulgaris und Chlorella pyrenoidosa sind mikroskopisch kleine, einzellige Grünalgen (Mikroalgen), welche sich als Nahrungsmittel eignen.

2 Die Spirulina-Algenart Spirulina platensis (Spirulina pacifica) ist eine mikroskopisch kleine einzellige Blaualge (Mikroalge), welche sich als Nahrungsmittel eignet.

2bis Kalziumhaltige Rotalgen (Maerl) sind die verkalkten Algen der Gattungen Lithothamnium corallioides und Phymatolithon calcareum oder Mischungen davon.3

3 Auf den Packungen und Etiketten ist die Algenart anzugeben. Gibt es keine übliche Bezeichnung oder ist sie nicht eindeutig, so muss die lateinische Bezeichnung des Algenstammes angegeben werden.

4 Chlorella- oder Spirulina-Algen, die bei ihrer Herstellung gezielt mit Vitaminen oder Mineralstoffen angereichert werden, müssen entsprechend gekennzeichnet werden.

5 Mikroalgen dürfen die in Anhang 13 aufgeführten Vitamine, Mineralstoffe und anderen Nährstoffe in den dort aufgeführten Mengen enthalten.

6 Bei der Herstellung dürfen von den zugelassenen Nährstoffen nur die Verbindungen nach Anhang 14 verwendet werden.


1 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 15. Nov. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4919).
2 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008, in Kraft seit 1. April 2008 (AS 2008 961).
3 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008, in Kraft seit 1. April 2008 (AS 2008 961).


 

1 Aufgehoben durch Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, mit Wirkung seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4919). Berichtigung vom 4. Febr. 2014 (AS 2014 405).


 

1 Folgenden Lebensmitteln können zur Beeinflussung des Cholesterinspiegels Phytosterine, Phytosterinester, Phytostanole oder Phytostanolester zugesetzt werden:

a.
Streichfetten;
b.
milchartigen Erzeugnissen;
c.
Mayonnaisen;
d.
Salatsaucen.

2 Milchartige Erzeugnisse nach Absatz 1 Buchstabe b sind Erzeugnisse wie zum Beispiel teilentrahmte und entrahmte milchartige Erzeugnisse, möglicherweise mit Frucht- oder Getreidezusatz, und fermentierte milchartige Erzeugnisse wie zum Beispiel Joghurt, Sojagetränke und käseartige Erzeugnisse (Fettgehalt ≤12 g je 100 g), bei denen das Milchfett oder -protein teilweise oder vollständig durch pflanzliches Fett oder Protein ersetzt wurde.

3 Lebensmittel nach Absatz 1 müssen zusätzlich zu den Angaben nach Artikel 4 Absatz 1 aufweisen:

a.
den Hinweis «mit zugesetzten Pflanzensterinen» beziehungsweise «mit zugesetzten Pflanzenstanolen» im selben Sichtfeld wie die Sachbezeichnung;
b.
die Angabe der Menge an zugesetzten Phytosterinen, Phytosterinestern, Phytostanolen oder Phytostanolestern (Angabe in Prozent oder Gramm der freien Pflanzensterine/Pflanzenstanole je 100 g oder 100 ml des Lebensmittels) im Zutatenverzeichnis;
c.
einen Hinweis, dass das Erzeugnis nicht für Personen bestimmt ist, die ihren Cholesterinspiegel im Blut nicht zu kontrollieren brauchen;
d.
einen Hinweis, dass Patientinnen und Patienten, die Arzneimittel zur Senkung des Cholesterinspiegels einnehmen, das Erzeugnis nur unter ärztlicher Aufsicht zu sich nehmen sollten;
e.
einen Hinweis an gut sichtbarer Stelle, dass das Erzeugnis für die Ernährung von schwangeren und stillenden Frauen sowie von Kindern unter fünf Jahren nicht geeignet ist;
f.
einen Hinweis, dass das Lebensmittel als Bestandteil einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung zu verwenden ist, zu der auch der regelmässige Verzehr von Obst und Gemüse zählt (um den Carotinspiegel aufrechtzuerhalten);
g.
im selben Sichtfeld, das den unter Buchstabe c genannten Hinweis enthält, einen Hinweis, dass die Aufnahme von mehr als 3 g an zugesetzten Pflanzensterinen oder Pflanzenstanolen pro Tag vermieden werden sollte;
h.
die Angabe, was einer Portion des betreffenden Lebensmittels oder der Lebensmittelzutat entspricht (in Gramm oder Milliliter) und welche Menge an Pflanzensterinen oder Pflanzenstanolen in einer Portion enthalten ist.

1 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4919).


3. Abschnitt: Anpassung der Anhänge

 

Das BLV passt die Anhänge dieser Verordnung regelmässig dem Stand von Wissenschaft und Technik sowie dem Recht der wichtigsten Handelspartner der Schweiz an.


4. Abschnitt: Inkrafttreten

 

Diese Verordnung tritt am 1. Januar 2006 in Kraft.


Schlussbestimmung der Änderungen vom 15. November 20062

Die von den Änderungen nach den Ziffern I und II betroffenen Lebensmittel dürfen noch bis zum 31. Dezember 2007 nach bisherigem Recht eingeführt, hergestellt und gekennzeichnet werden. Sie dürfen noch bis zur Erschöpfung der Bestände an Konsumentinnen und Konsumenten abgegeben werden.

Schlussbestimmung der Änderungen vom 7. März 20083

1 Lebensmittel, die den Änderungen vom 7. März 2008 dieser Verordnung nicht entsprechen, dürfen noch bis zum 31. März 2010 nach bisherigem Recht eingeführt, hergestellt und gekennzeichnet werden. Sie dürfen noch bis zur Erschöpfung der Bestände an Konsumentinnen und Konsumenten abgegeben werden.

2 In Ergänzung zu Absatz 1 dürfen Produkte mit bereits vor dem 7. März 2008 be-stehenden Handelsmarken oder Markennamen, die der Änderung vom 7. März 2008 dieser Verordnung nicht entsprechen, noch bis zum 19. Januar 2022 an Konsu-mentinnen und Konsumenten abgegeben werden.4

Übergangsbestimmung zur Änderung vom 11. Mai 20095

Lebensmittel, die den Bestimmungen gemäss der Änderung vom 11. Mai 2009 dieser Verordnung nicht entsprechen, dürfen noch bis zum 31. Oktober 2012 nach bisherigem Recht eingeführt, hergestellt, gekennzeichnet und abgegeben werden.

Übergangsbestimmung zur Änderung vom 13. Oktober 20106

1 Lebensmittel, die der Änderung vom 13. Oktober 2010 dieser Verordnung nicht entsprechen, dürfen noch bis zum 31. Dezember 2011 nach bisherigem Recht eingeführt, hergestellt und gekennzeichnet werden. Sie dürfen noch bis zur Erschöpfung der Bestände an Konsumentinnen und Konsument abgegeben werden.

2 Die Geltungsdauer von Absatz 1 wird bis zum 31. Dezember 2012 verlängert.7

Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. November 20138

1 Speziallebensmittel dürfen noch bis zum 31. Dezember 2015 nach bisherigem Recht eingeführt, hergestellt und gekennzeichnet werden. Sie dürfen noch bis zur Erschöpfung der Bestände an Konsumentinnen und Konsumenten abgegeben werden.

2 Für nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben bei Speziallebensmitteln gilt keine Übergangsfrist.


Anhang 1

(Art. 16 Abs. 3 und 6)

Anforderungen an die Zusammensetzung von Lebensmitteln
für eine gewichtskontrollierende Ernährung

Anmerkung: Die Angaben beziehen sich auf gebrauchsfertige Erzeugnisse, die als solche vertrieben bzw. nach den Anweisungen der Herstellerin gebrauchsfertig gemacht werden.

1

Energiewert

11
Der Energiewert eines Erzeugnisses zum Ersatz einer ganzen Tagesration (Art. 16 Abs. 2 Bst. a) sollte zwischen 3360 kJ (800 kcal) und 5040 kJ (1200 kcal) je Tagesration betragen.
12
Der Energiewert eines Erzeugnisses zum Ersatz einer oder mehrerer Mahlzeiten (Art. 16 Abs. 2 Bst. b) muss zwischen 840 kJ (200 kcal) und 1680 kJ (400 kcal) je Mahlzeit betragen.

2

Proteine

21
Der Energiewert eines Lebensmittels für eine gewichtskontrollierende Ernährung muss zu mindestens 25 und darf zu höchstens 50 Prozent auf Proteine entfallen. In keinem Fall darf ein Erzeugnis zum Ersatz einer oder mehrerer Mahlzeiten mehr als 125 g Proteine enthalten.
22
Die Vorschriften nach Ziffer 21 beziehen sich auf ein Protein, dessen chemischer Index demjenigen des nachfolgend genannten Referenzproteins der FAO/WHO (1985) entspricht.

Referenzprotein1

g/100 g Protein

Cystin + Methionin

1,7

Histidin

1,6

Isoleucin

1,3

Leucin

1,9

Lysin

1,6

Phenylalanin + Tyrosin

1,9

Threonin

0,9

Tryptophan

0,5

Valin

1,3

23
Liegt der chemische Index unter 100 Prozent des Indexes des Referenzproteins, so ist der Mindestproteingehalt entsprechend zu erhöhen. Der chemische Index des Proteins muss in jedem Fall zumindest bei 80 Prozent des Indexes des Referenzproteins liegen.
24
Der chemische Index ist das niedrigste Verhältnis zwischen der Menge jeder einzelnen essenziellen Aminosäure des zu prüfenden Proteins und der Menge der jeweils entsprechenden Aminosäure des Referenzproteins.
25
In jedem Fall ist der Zusatz von Aminosäuren nur zur Verbesserung des Nährwerts der Proteine und nur in dem dazu erforderlichen Ausmass gestattet.

3

Fette

31
Der Energiewert der Fette darf 30 Prozent des gesamten Energiewertes des Erzeugnisses nicht überschreiten.
32
Die Erzeugnisse zum Ersatz einer ganzen Tagesration müssen mindestens 4,5 g Linolsäure (in Form von Glyceriden) enthalten.
33
Erzeugnisse zum Ersatz einer oder mehrerer Mahlzeiten müssen mindestens 1 g Linolsäure (in Form von Glyceriden) enthalten.

4

Nahrungsfasern

Die Erzeugnisse zum Ersatz einer ganzen Tagesration müssen zwischen 10 g und 30 g Nahrungsfasern je Tagesration enthalten.

5

Vitamine und Mineralstoffe

51
Die Erzeugnisse zum Ersatz einer ganzen Tagesration müssen mindestens 100 Prozent der in der nachstehenden Tabelle aufgeführten Vitamin- und Mineralstoffmengen liefern.
52
Die Erzeugnisse zum Ersatz einer oder mehrerer Mahlzeiten müssen je Mahlzeit mindestens 30 Prozent der in der nachstehenden Tabelle aufgeführten Vitamin- und Mineralstoffmengen liefern; dagegen müssen diese Erzeugnisse mindestens 500 mg Kalium je Mahlzeit enthalten.

Vitamin A

(mg Retinol-Äquivalent)

700

Vitamin D

(mg)

5

Vitamin E

(mg Tocopherol-Äquivalent)

10

Vitamin C

(mg)

45

Vitamin B1 (Thiamin)

(mg)

1,1

Vitamin B2 (Riboflavin)

(mg)

1,6

Niacin

(mg Nicotinsäureamid-Äquivalent)

18

Vitamin B6

(mg)

1,5

Folsäure/Folacin

(mg)

200

Vitamin B12

(mg)

1,4

Biotin

(mg)

15

Pantothensäure

(mg)

3

Calcium

(mg)

700

Phosphor

(mg)

550

Kalium

(mg)

3100

Eisen

(mg)

16

Zink

(mg)

9,5

Kupfer

(mg)

1,1

Jod

(mg)

130

Selen

(mg)

55

Natrium

(mg)

575

Magnesium

(mg)

150

Mangan

(mg)

1


1 Weltgesundheitsorganisation. Energy and protein requirements (Brennwert- und Proteinanforderungen). Bericht einer gemeinsamen FAO/WHO/UNU-Tagung. Genf: Weltgesundheitsorganisation, 1985 (WHO Technical Report Series: 724).


Anhang 21

(Art. 17 Abs. 3 Bst. a Ziff. 1, b und c, Abs. 4 Bst. a und b, Art. 17a Abs. 3 Bst. b)

Anforderungen an die Zusammensetzung von
Säuglingsanfangsnahrung

Anmerkung: Die angegebenen Werte beziehen sich auf das genussfertige Erzeugnis, das entweder so in Verkehr gebracht oder nach den Anweisungen der Herstellerin zubereitet worden ist.

1 Energie

Mindestens

Höchstens

250 kJ/100 ml

295 kJ/100 ml

(60 kcal/100 ml)

(70 kcal/100 ml)

2 Proteine

21
Definitionen
Proteingehalt = Stickstoffgehalt ´ 6,25.
22
Anfangsnahrungen auf der Basis von Kuhmilch- oder Ziegenmilchproteinen

Mindestens

Höchstens

0,45 g/100 kJ

0,7 g/100 kJ

(1,8 g/100 kcal)

(3 g/100 kcal)

Für Erzeugnisse mit einem Proteingehalt zwischen 0,45 g/100 kJ (1,8 g/100 kcal) und 0,5 g/100 kJ (2 g/100 kcal) gelten die Anforderungen gemäss Artikel 17 Absatz 4 Buchstaben a.
Bei gleichem Brennwert muss die Fertignahrung jede essenzielle und halbessenzielle Aminosäure mindestens in der gleichen verfügbaren Menge enthalten wie das Referenzprotein (Muttermilch nach Ziff. 26). Bei dieser Berechnung können jedoch der Methionin- und Cystingehalt zusammengerechnet werden, sofern das Verhältnis von Methionin zu Cystin nicht grösser als 2 ist. Der Phenylalanin- und Tyrosingehalt können zusammengerechnet werden, sofern das Verhältnis von Tyrosin zu Phenylalanin nicht grösser als 2 ist. Das Verhältnis von Methionin zu Cystin darf grösser als 2, jedoch höchstens 3 sein, vorausgesetzt, die Eignung des Erzeugnisses für die besonderen Ernährungsbedürfnisse von Säuglingen wurde durch geeignete Studien nachgewiesen, welche auf der Grundlage der anerkannten Empfehlungen von Fachkreisen zur Planung und Durchführung solcher Studien durchgeführt wurden.
23
Anfangsnahrung auf der Basis von Proteinhydrolysaten

Mindestens

Höchstens

0,45 g/100 kJ

0,7 g/100 kJ

(1,8 g/100 kcal)

(3 g/100 kcal)

Für Erzeugnisse mit einem Proteingehalt zwischen 0,45 g/100 kJ (1,8 g/100 kcal) und 0,50 g/100 kJ (2,25 g/100 kcal) gelten die Anforderungen gemäss Artikel 17 Absatz 4 Buchstaben b.
Bei gleichem Brennwert muss die Fertignahrung jede essenzielle und halbessenzielle Aminosäure mindestens in der gleichen verfügbaren Menge enthalten wie das Referenzprotein (Muttermilch nach Ziff. 26). Bei dieser Berechnung können jedoch der Methionin- und Cystingehalt zusammengerechnet werden, sofern das Verhältnis von Methionin zu Cystin nicht grösser als 2 ist. Der Phenylalanin- und Tyrosingehalt können zusammengerechnet werden, sofern das Verhältnis von Tyrosin zu Phenylalanin nicht grösser als 2 ist. Das Verhältnis von Methionin zu Cystin darf grösser als 2, jedoch höchstens 3 sein, vorausgesetzt, die Eignung des Erzeugnisses für die besonderen Ernährungsbedürfnisse von Säuglingen wurde durch geeignete Studien nachgewiesen, welche auf Grundlage der anerkannten Empfehlungen von Fachkreisen zur Planung und Durchführung solcher Studien durchgeführt wurden.
Der L-Carnitingehalt muss mindestens 0,3 mg/100 kJ (1,2 mg/100 kcal) betragen.
24
Anfangsnahrungen aus Sojaproteinisolaten pur oder in einer Mischung mit Kuhmilch- oder Ziegenmilchproteinen

Mindestens

Höchstens

0,56 g/100 kJ

0,7 g/100 kJ

(2,25 g/100 kcal)

(3 g/100 kcal)

Bei der Herstellung dieser Anfangsnahrung sind nur Proteinisolate aus Soja zu verwenden.
Bei gleichem Brennwert muss die Fertignahrung jede essenzielle und halbessenzielle Aminosäure mindestens in der gleichen verfügbaren Menge wie das Referenzprotein enthalten (Muttermilch nach Ziff. 26). Bei dieser Berechnung können jedoch der Methionin- und Cystingehalt zusammengerechnet werden, sofern das Verhältnis von Methionin zu Cystin nicht grösser als 2 ist. Der Phenylalanin- und Tyrosingehalt können zusammengerechnet werden, sofern das Verhältnis von Tyrosin zu Phenylalanin nicht grösser als 2 ist. Das Verhältnis von Methionin zu Cystin darf grösser als 2, jedoch höchstens 3 sein, vorausgesetzt, die Eignung des Erzeugnisses für die besonderen Ernährungsbedürfnisse von Säuglingen wurde durch geeignete Studien nachgewiesen, welche auf Grundlage der anerkannten Empfehlungen von Fachkreisen zur Planung und Durchführung solcher Studien durchgeführt wurden.
Der Gehalt an L-Carnitin muss mindestens 0,3 mg/100 kJ (1,2 mg/100 kcal) betragen.
25
In allen Fällen ist der Zusatz von Aminosäuren nur zur Verbesserung des Nährwertes der Proteine in den hiefür notwendigen Mengen gestattet.
26
Für die essenziellen und halbessenziellen Aminosäuren in Muttermilch gelten folgende Werte:

mg/100 kJ

mg/100 kcal

Cystin

  9

  38

Histidin

10

  40

Isoleucin

22

  90

Leucin

40

166

Lysin

27

113

Methionin

  5

  23

Phenylalanin

20

  83

Threonin

18

  77

Tryptophan

  8

  32

Tyrosin

18

  76

Valin

21

  88

3 Taurin

Wird Taurin der Anfangsnahrung zugesetzt, so darf der Gehalt nicht über 2,9 mg/100 kJ (12 mg/100 kcal) betragen.

4 Cholin

Mindestens

Höchstens

1,7 mg/100 kJ

12 mg/100 kJ

(7 mg/100 kcal)

(50 mg/100 kcal)

5 Lipide

Mindestens

Höchstens

1,05 g/100 kJ

1,4 g/100 kJ

(4,4 g/100 kcal)

(6,0 g/100 kcal)

51
Die Verwendung folgender Stoffe ist untersagt:
-
Sesamöl
-
Baumwollsaatöl
52
Laurinsäure und Myristinsäure

Mindestens

Höchstens

-

einzeln oder insgesamt 20 Massenprozent des Gesamtfettgehalts

53
Linolsäure (in Form von Glyceriden = Linoleaten)

Mindestens

Höchstens

70 mg/100 kJ

285 mg/100 kJ

(300 mg/100 kcal)

(1200 mg/100 kcal)

54
Der Alpha-Linolensäure-Gehalt muss mindestens 12 mg/100 kJ (50 mg/ 100 kcal) betragen.
Das Verhältnis Linolsäure/Alpha-Linolensäure muss mindestens 5 und darf höchstens 15 betragen.
55
Der Gehalt an Trans-Fettsäuren darf nicht über 3 Prozent des gesamten Fettgehalts liegen.
56
Der Erucasäure-Gehalt darf nicht über 1 Prozent des gesamten Fettgehalts liegen.
57
Langkettige (20 und 22 Kohlenstoffatome), mehrfach ungesättigte Fettsäuren können hinzugefügt werden. In diesem Fall darf ihr Anteil am gesamten Fettgehalt höchstens betragen:

571

bei langkettigen, mehrfach ungesättigten n-3-Fettsäuren: 1 Prozent

572

bei langkettigen, mehrfach ungesättigten n-6-Fettsäuren: 2 Prozent (bei Arachidonsäure (20:4 n-6) 1 Prozent).

Der Gehalt an Eicosapentaensäure (20:5 n-3) darf nicht höher als der Gehalt an Docosahexaensäure (22:6 n-3) sein.
Der Gehalt an Docosahexaensäure (22:6 n-3) darf nicht höher als der Gehalt an langkettigen, mehrfach ungesättigten n-6-Fettsäuren sein.

6 Phospholipide

Der Gehalt an Phospholipiden in Säuglingsanfangsnahrung darf höchstens 2 g/l betragen.

7 Inositol

Mindestens

Höchstens

1 mg/100 kJ

10 mg/100 kJ

(4 mg/100 kcal)

(40 mg/100 kcal)

8 Kohlenhydrate

Mindestens

Höchstens

2,2 g/100 kJ

3,4 g/100 kJ

(9 g/100 kcal)

(14 g/100 kcal)

81
Es dürfen nur folgende Kohlenhydrate verwendet werden:
-
Laktose
-
Maltose
-
Saccharose
-
Glucose
-
Malto-Dextrine
-
Glucosesirup oder getrockneter Glucosesirup
-
vorgekochte Stärke (von Natur aus glutenfrei)
-
gelatinierte Stärke (von Natur aus glutenfrei)
82
Laktose

Mindestens

Höchstens

1,1 g/100 kJ

-

(4,5 g/100 kcal)

-

Diese Bestimmung gilt nicht für Fertignahrungen, bei denen der Anteil an Sojaproteinisolaten mehr als 50 Massenprozent des Gesamtproteingehalts beträgt.
83
Saccharose
Saccharose darf nur Anfangsnahrungen auf Basis von Proteinhydrolysaten zugesetzt werden. Wird Saccharose zugesetzt, darf ihr Gehalt höchstens 20 Massenprozent des Gesamtkohlenhydratgehalts betragen.
84
Glucose
Glucose darf nur Anfangsnahrungen auf Basis von Proteinhydrolysaten zugesetzt werden. Wird Glucose zugesetzt, darf ihr Gehalt höchstens 0,5 g/100 kJ (2 g/100 kcal) betragen.
85
Vorgekochte Stärke und/oder gelatinierte Stärke

Mindestens

Höchstens

-

2 g/100 ml und 30 Massenprozent des Gesamtkohlenhydratgehalts

9 Fructo-Oligosaccharide und Galacto-Oligosaccharide

Fructo-Oligosaccharide und Galacto-Oligosaccharide dürfen Säuglingsanfangsnahrung zugesetzt werden. In diesem Fall darf ihr Anteil 0,8 g/100 ml in einer Kombination aus 90 Prozent Oligogalactosyl-Laktose und 10 Prozent Oligofructosyl-Saccharose mit hohem Molekulargewicht nicht übersteigen.
Andere Kombinationen und Höchstgehalte von Fructo-Oligosacchariden und Galacto-Oligosacchariden können gemäss Artikel 17 Absatz 3 Buchstaben a Ziffer 2 verwendet werden.

10 Mineralstoffe

101
Anfangsnahrungen aus Kuhmilch- oder Ziegenmilchproteinen oder Proteinhydrolysaten

je 100 kJ

je 100 kcal

Mindestens

Höchstens

Mindestens

Höchstens

Natrium (mg)

  5

14

20

  60

Kalium (mg)

15

38

60

160

Chlor (mg)

12

38

50

160

Kalzium (mg)

12

33

50

140

Phosphor (mg)

  6

22

25

  90

Magnesium (mg)

  1,2

  3,6

  5

  15

Eisen (mg)

  0,07

  0,3

  0,3

    1,3

Zink (mg)

  0,12

  0,36

  0,5

    1,5

Kupfer (mg)

  8,4

25

35

100

Iod (mg)

  2,5

12

10

 50

Selen (mg)

  0,25

  2,2

1

   9

Mangan (mg)

  0,25

25

1

100

Fluor (mg)

-

25

-

100

Das Kalzium/Phosphor-Verhältnis beträgt mindestens 1,0 und höchstens 2,0.
102
Anfangsnahrungen aus Sojaproteinisolaten pur oder als Mischung mit Kuhmilch- oder Ziegenmilchproteinen
Es gelten alle Anforderungen nach Ziffer 101. Ausgenommen sind Eisen und Phosphor; für sie gelten folgende Anforderungen:

je 100 kJ

je 100 kcal

Mindestens

Höchstens

Mindestens

Höchstens

Eisen (mg)

0,12

  0,5

  0,45

   2

Phosphor (mg)

7,5

25

30

100

11 Vitamine

je 100 kJ

je 100 kcal

Mindestens

Höchstens

Mindestens

Höchstens

Vitamin A (mg-RE)2

14

  43

  60

  180

Vitamin D (mg)3

  0,25

    0,65

    1

      2,5

Vitamin B1 (Thiamin) (mg)

14

  72

  60

  300

Vitamin B2 (Riboflavin) (mg)

19

  95

  80

  400

Niacin (mg)4

72

375

300

1500

Pantothensäure (mg)

95

475

400

2000

Vitamin B6 (mg)

  9

  42

  35

  175

Biotin (mg)

  0,4

    1,8

    1,5

      7,5

Folsäure (mg)

  2,5

  12

    10

    50

Vitamin B12 (mg)

  0,025

    0,12

    0,1

      0,5

Vitamin C (mg)

  2,5

    7,5

  10

    30

Vitamin K (mg)

  1

    6

    4

    25

Vitamin E (mg-a-TE)5

  0,5/g

    1.2

    0,5/g

      5

mehrfach ungesättigte Fettsäuren als Linolsäure ausgedrückt, korrigiert um die Zahl der Doppelbindungen6, auf keinen Fall jedoch weniger als 0,1 mg/100 verfügbare kJ

mehrfach ungesättigte Fettsäuren als Linolsäure ausgedrückt, korrigiert um die Zahl der Doppelbindungen7, auf keinen Fall jedoch weniger als 0,5 mg/100 verfügbare kcal

12 Nukleotide

Folgende Nukleotide können verwendet werden:

Höchstwert8

Höchstwert9

(mg/100 kJ)

(mg/100 kcal)

Cytidin-5'monophosphat

0,60

2,50

Uridin-5'monophosphat

0,42

1,75

Adenosin-5'monophosphat

0,36

1,50

Guanosin-5'monophosphat

0,12

0,50

Inosin-5'monophosphat

0,24

1,00


1 Fassung gemäss Ziff. III Abs. 2 der V des EDI vom 7. März 2008 (AS 2008 961). Bereinigt gemäss Ziff. II Abs. 1 der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4919).
2 RE = Retinoläquivalent, all-trans.
3 In Form von Cholecalciferol oder Ergocalciferol, davon 10 mg = 400 IE Vitamin D.
4 vorgebildetes Niacin.
5a-TE = d -a-Tocopheroläquivalent.
6 0,5 mg á-TE/1 g Linolsäure (18:2 n-6); 0,75 mg á-TE/1 g á-Linolensäure (18:3 n-3); 1,0 mg á-TE/1 g Arachidonsäure (20:4 n-6); 1,25 mg á-TE/1 g Eicosapentaensäure (20:5 n-3); 1,5 mg á-TE/1 g Docosahexaensäure (22:6 n-3).
7 0,5 mg á-TE/1 g Linolsäure (18:2 n-6); 0,75 mg á-TE/1 g á-Linolensäure (18:3 n-3); 1,0 mg á-TE/1 g Arachidonsäure (20:4 n-6); 1,25 mg á-TE/1 g Eicosapentaensäure (20:5 n-3); 1,5 mg á-TE/1 g Docosahexaensäure (22:6 n-3).
8 Die Gesamtkonzentration an Nukleotiden darf 1,2 mg/100 kJ (5 mg/100 kcal) nicht überschreiten.
9 Die Gesamtkonzentration an Nukleotiden darf 1,2 mg/100 kJ (5 mg/100 kcal) nicht überschreiten.


Anhang 2a1

(Art. 17 Abs. 3 Bst. c)

Spezifikation für Proteingehalt und -quelle und
Proteinverarbeitung bei der Herstellung von
Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung auf Basis von
Molkenproteinhydrolysaten aus Kuhmilchprotein und mit einem Proteingehalt von weniger als 0,56 g/100 kJ (2,25 g/100 kcal)

1 Proteingehalt

Proteingehalt = Stickstoffgehalt ´ 6,25.

Mindestens

Höchstens

0,44 g/100 kJ

0,7 g/100 kJ

(1,86 g/100 kcal)

(3 g/100 kcal)

2 Proteinquelle

Entmineralisiertes Süssmolkenprotein aus Milch nach enzymatischer Ausfällung von Kasein unter Verwendung von Chymosin, bestehend aus:
21
63 Prozent Kasein-Glykomakropeptid-freies Molkenproteinisolat mit:
211
einem Protein-Mindestgehalt von 95 Prozent Trockenmasse;
212
einer Protein-Denaturierung von weniger als 70 Prozent; und
213
einem Asche-Höchstgehalt von 3 Prozent; und
22
37 Prozent Süssmolkenproteinkonzentrat mit:
221
einem Protein Mindestgehalt von 87 Prozent Trockenmasse;
222
einer Protein-Denaturierung von weniger als 70 Prozent; und
223
einem Asche-Höchstgehalt von 3,5 Prozent.

3 Proteinverarbeitung

Zweistufiges Hydrolyseverfahren unter Verwendung einer Trypsin-Zubereitung mit einem Wärmebehandlungsschritt (3-10 Minuten bei 80 bis 100 °C) zwischen den beiden Hydrolyseschritten.

4 Proteinqualität

Für die unverzichtbaren und bedingt unverzichtbaren Aminosäuren in Muttermilch gelten folgende Werte, ausgedrückt in mg je 100 kJ und 100 kcal:

Je 100 kJ

Je 100 kcal

Arginin

16

  69

Cystin

  6

  24

Histidin

11

  45

Isoleucin

17

  72

Leucin

37

156

Lysin

29

122

Methionin

  7

  29

Phenylalanin

15

  62

Threonin

19

  80

Tryptophan

  7

  30

Tyrosin

14

  59

Valin

19

  80


1 Eingefügt durch Ziff. III Abs. 1 der V des EDI vom 7. März 2008 (AS 2008 961). Fassung gemäss Ziff. II der V des EDI vom 11. Mai 2009 (AS 2009 1997). Bereinigt gemäss Ziff. II Abs. 1 der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4919).


Anhang 31

(Art. 17 Abs. 3 Bst. e, 17a Abs. 4, 18 Abs. 2 Bst. d und 18a Abs. 4)

Zulässige Nährstoffe für Säuglingsanfangs- und Folgenahrung

1. Vitamine

Vitamine

Vitaminzubereitung

Vitamin A

Retinylacetat

Retinylpalmitat

Retinol

Vitamin D

Vitamin D2 (Ergocalciferol)

Vitamin D3 (Cholecalciferol)

Vitamin B1

Thiaminhydrochlorid

Thiaminmononitrat

Vitamin B2

Riboflavin

Riboflavin-5'-phosphat-Natrium

Niacin

Nicotinsäureamid

Nicotinsäure

Vitamin B6

Pyridoxinhydrochlorid

Pyridoxin-5'-phosphat

Folate

Folsäure

Pantothensäure

Kalzium-D-pantothenat

Natrium-D-pantothenat

Dexpanthenol

Vitamin B12

Cyanocobalamin

Hydroxocobalamin

Biotin

D-Biotin

Vitamin C

L-Ascorbinsäure

Natrium-L-ascorbat

Kalzium-L-ascorbat

6-Palmitoyl-L-Ascorbinsäure

(L-Ascorbylpalmitat)

Kaliumascorbat

Vitamin E

D-alpha-Tocopherol

DL-alpha-Tocopherol

D-alpha-Tocopherylacetat

DL-alpha-Tocopherylacetat

Vitamin K

Phyllochinon (Phytomenadion)

2. Mineralstoffe

Mineralstoffe

Zulässige Salze

Kalzium (Ca)

Kalziumcarbonat

Kalziumchlorid

Kalziumcitrate

Kalziumgluconat

Kalziumglycerophosphat

Kalziumlaktat

Kalziumorthophosphate

Kalziumhydroxid

Magnesium (Mg)

Magnesiumcarbonat

Magnesiumchlorid

Magnesiumoxid

Magnesiumorthophosphate

Magnesiumsulfat

Magnesiumgluconat

Magnesiumhydroxid

Magnesiumcitrate

Eisen (Fe)

Eisencitrat

Eisengluconat

Eisenlaktat

Eisensulfat

Eisenammoniumcitrat

Eisenfumarat

Eisendiphosphat (Eisenpyrophosphat)

Eisen-Bisglycinat

Kupfer (Cu)

Kupfercitrat

Kupfergluconat

Kupfersulfat

Kupferlysinkomplex

Kupfercarbonat

Iod (I)

Kaliumiodid

Natriumiodid

Kaliumiodat

Zink (Zn)

Zinkacetat

Zinkchlorid

Zinklaktat

Zinksulfat

Zinkcitrat

Zinkgluconat

Zinkoxid

Mangan (Mn)

Mangancarbonat

Manganchlorid

Mangancitrat

Mangansulfat

Mangangluconat

Natrium (Na)

Natriumbicarbonat

Natriumchlorid

Natriumcitrat

Natriumgluconat

Natriumcarbonat

Natriumlaktat

Natriumorthophosphate

Natriumhydroxid

Kalium (K)

Kaliumbicarbonat

Kaliumcarbonat

Kaliumchlorid

Kaliumcitrate

Kaliumgluconat

Kaliumlaktat

Kaliumorthophosphate

Kaliumhydroxid

Selen (Se)

Natriumselenat

Natriumselenit

3. Aminosäuren und sonstige stickstoffhaltige Verbindungen

L-Arginin und sein Hydrochlorid2

L-Cystin und sein Hydrochlorid

L-Histidin und sein Hydrochlorid

L-Isoleucin und sein Hydrochlorid

L-Leucin und sein Hydrochlorid

L-Lysin und sein Hydrochlorid

L-Cystein und sein Hydrochlorid

L-Methionin

L-Phenylalanin

L-Threonin

L-Tryptophan

L-Tyrosin

L-Valin

L-Carnitin und sein Hydrochlorid

L-Carnitin-L-Tartrat

Taurin

Cytidin-5'-monophosphat und sein Natriumsalz

Uridin-5'-monophosphat und sein Natriumsalz

Adenosin-5'-monophosphat und sein Natriumsalz

Guanosin-5'-monophosphat und sein Natriumsalz

Inosin-5'-monophosphat und sein Natriumsalz

4. Sonstige

Cholin

Cholinchlorid

Cholincitrate

Cholintartrate

Inositol


1 Fassung gemäss Ziff. II der V des EDI vom 11. Mai 2009, in Kraft seit 25. Mai 2009 (AS 2009 1997).
2 L-Arginin und sein Hydrochlorid dürfen nur zur Herstellung von Säuglingsanfangsnahrung im Sinne von Art. 17 Abs. 3 Bst. c verwendet werden.


Anhang 41

(Art. 17a Abs. 5)

Nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben für
Säuglingsanfangsnahrung und Voraussetzungen, die eine
entsprechende Werbebehauptung rechtfertigen

1. Nährwertbezogene Angaben

Werbebehauptung

Voraussetzung für die Werbebehauptung

11

nur Laktose enthalten

Laktose ist das einzige vorhandene Kohlenhydrat.

12

Laktosefrei

Der Laktosegehalt beträgt höchstens 2,5 mg/100 kJ (10 mg/100 kcal).

13

Zusatz von langkettigen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren oder eine gleichwertige nährwertbezogene Angabe in Bezug auf den Zusatz von Docosahexaensäure

Der Gehalt an Docosahexaensäure beträgt mindestens 0,2 % des Gesamtfettsäuregehalts.

14

Nährwertbezogene Angabe bezüglich des Zusatzes der folgenden optionalen Zutaten:

141

Taurin

Freiwillig zugesetzt in einer Konzentration, die für die bestimmungsgemässe besondere Verwendung durch Säuglinge angemessen ist und den Bedingungen in Anhang 2 entspricht.

142

Fructo-Oligosaccharide und Galacto-Oligosaccharide

Freiwillig zugesetzt in einer Konzentration, die für die bestimmungsgemässe besondere Verwendung durch Säuglinge angemessen ist und den Bedingungen in Anhang 2 entspricht.

143

Nukleotide

Freiwillig zugesetzt in einer Konzentration, die für die bestimmungsgemässe besondere Verwendung durch Säuglinge angemessen ist und den Bedingungen in Anhang 2 entspricht.

2. Gesundheitsbezogene Angaben (einschliesslich Angaben
zur Reduzierung von Krankheitsrisiken)

Werbebehauptung

Voraussetzung für die Werbebehauptung

21

Verringerung des Risikos von Allergien auf Milchproteine. In dieser Behauptung können Begriffe verwendet werden, die sich auf reduzierten Antigen- oder reduzierten Allergengehalt beziehen.

a.
Die Säuglingsanfangsnahrung muss den Bestimmungen von Anhang 2 Ziffer 22 genügen. Die Menge der Immunreaktionen hervorrufenden Proteine muss mit anerkannten Messmethoden nachgewiesen werden und darf höchstens 1 Prozent der Stickstoff enthaltenden Stoffe der Anfangsnahrung ausmachen.
b.
Auf der Kennzeichnung ist anzugeben, dass Säuglinge, die gegen intakte Proteine, aus denen die Nahrung hergestellt ist, allergisch sind, diese nicht verzehren dürfen, es sei denn, dass in anerkannten klinischen Tests der Nachweis der Verträglichkeit der Anfangsnahrung in mehr als 90 Prozent (Vertrauensbereich 95 Prozent) der Fälle erbracht wurde, in denen Säuglinge unter einer Überempfindlichkeit gegenüber den Proteinen leiden, aus denen das Hydrolysat hergestellt ist.
c.
Die oral verabreichte Anfangsnahrung sollte bei Tieren keine Sensibilisierung gegen die intakten Proteine, aus denen die Anfangsnahrung hergestellt wird, hervorrufen.
d.
Zum Nachweis der behaupteten Eigenschaften müssen objektive und wissenschaftlich nachgewiesene Angaben vorliegen.

1 Fassung gemäss Ziff. III Abs. 2 der V des EDI vom 7. März 2008, in Kraft seit 1. April 2008 (AS 2008 961).


Anhang 51

(Art. 18 Abs. 2 Bst. a Ziff. 1 und b sowie Art. 18a Abs. 3 Bst. c)

Anforderungen an die Zusammensetzung von Folgenahrung

Anmerkung: Die Werte beziehen sich auf das genussfertige Erzeugnis, das entweder so in Verkehr gebracht oder nach den Anweisungen der Herstellerin zubereitet worden ist.

1 Energie

Mindestens

Höchstens

250 kJ/100 ml

295 kJ/100 ml

(60 kcal/100 ml)

(70 kcal/100 ml)

2 Proteine

Proteingehalt = Stickstoffgehalt ´ 6,25.

21
Folgenahrung aus Kuhmilch- oder Ziegenmilchproteinen

Mindestens

Höchstens

0,45 g/100 kJ

0,8 g/100 kJ

(1,8 g/100 kcal)

(3,5 g/100 kcal)

Bei gleichem Brennwert muss die Folgenahrung jede essenzielle und halbessenzielle Aminosäure mindestens in der gleichen verfügbaren Menge wie das Referenzprotein enthalten (Muttermilch nach Anhang 2 Ziff. 26). Bei dieser Berechnung können jedoch der Methionin- und Cystingehalt zusammengerechnet werden, sofern das Verhältnis von Methionin zu Cystin nicht grösser als 3 ist. Der Phenylalanin- und Tyrosingehalt können zusammengerechnet werden, sofern das Verhältnis von Tyrosin zu Phenylalanin nicht grösser als 2 ist.
22
Folgenahrung auf der Basis von Proteinhydrolysaten

Mindestens

Höchstens

0,45 g/100 kJ

0,8 g/100 kJ

(1,8 g/100 kcal)

(3,5 g/100 kcal)

Für Erzeugnisse mit einem Proteingehalt zwischen 0,45 g/100 kJ (1,8 g/ 100 kcal) und 0,56 g/100 kJ (2,25 g/100 kcal) gelten die Anforderungen gemäss Art. 17 Absatz 4 Bst. b sinngemäss.
23
Folgenahrungen aus Sojaproteinisolaten pur oder in einer Mischung mit Kuhmilch- oder Ziegenmilchproteinen

Mindestens

Höchstens

0,56 g/100 kJ

0,8 g/100 kJ

(2,25 g/100 kcal)

(3,5 g/100 kcal)

Bei der Herstellung dieser Folgenahrung sind nur Proteinisolate aus Soja zu verwenden.
Bei gleichem Brennwert muss die Folgenahrung jede essenzielle und halbessenzielle Aminosäure mindestens in der gleichen verfügbaren Menge wie das Referenzprotein enthalten (Muttermilch nach Anhang 2 Ziff. 26). Bei dieser Berechnung können jedoch der Methionin- und Cystingehalt zusammengerechnet werden, sofern das Verhältnis von Methionin zu Cystin nicht grösser als 3 ist. Der Phenylalanin- und Tyrosingehalt können zusammengerechnet werden, sofern das Verhältnis von Tyrosin zu Phenylalanin nicht grösser als 2 ist.
24
In allen Fällen ist der Zusatz von Aminosäuren nur zur Verbesserung des Nährwertes der Proteine in den hiefür notwendigen Mengen gestattet.

3 Taurin

Wird Taurin zugesetzt, darf der Gehalt nicht höher sein als 2,9 mg/100 kJ (12 mg/100 kcal).

4 Lipide

Mindestens

Höchstens

0,96 g/100 kJ

1,4 g/100 kJ

(4,0 g/100 kcal)

(6,0 g/100 kcal)

41
Die Verwendung folgender Stoffe ist untersagt:
-
Sesamöl
-
Baumwollsaatöl
42
Laurinsäure und Myristinsäure

Mindestens

Höchstens

-

einzeln oder insgesamt 20 Massenprozent des Gesamtfettgehalts

43
Linolsäure (in Form von Glyzeriden = Linoleaten)

Mindestens

Höchstens

70 mg/100 kJ

285 mg/100 kJ

(300 mg/100 kcal):

(1200 mg/100 kcal)

44
Der Gehalt an Trans-Fettsäuren darf nicht über 3 Prozent des gesamten Fettgehalts liegen.
45
Der Erucasäure-Gehalt darf nicht über 1 Prozent des gesamten Fettgehalts liegen.
46
Der Alpha-Linolensäure-Gehalt muss mindestens 12 mg/100 kJ (50 mg/100 kcal) betragen.
Das Verhältnis Linoläure/Alpha-Linolensäure muss mindestens 5 und darf höchstens 15 betragen.
47
Langkettige (20 und 22 Kohlenstoffatome), mehrfach ungesättigte Fettsäuren können zugesetzt werden. In diesem Fall darf ihr Anteil an dem gesamten Fettgehalt höchstens betragen:
471 bei langkettigen, mehrfach ungesättigten n-3 Fettsäuren: 1 Prozent
472 bei langkettigen, mehrfach ungesättigten n-6 Fettsäuren: 2 Prozent (bei Arachidonsäure (20:4 n-6): 1 Prozent)
Der Gehalt an Eicosapentaensäure (20:5 n-3) darf nicht höher als der Gehalt an Docosahexaensäure (22:6 n-3) sein.
Der Gehalt an Docosahexaensäure (22:6 n-3) darf nicht höher als der Gehalt an langkettigen, mehrfach ungesättigten n-6-Fettsäuren sein.

5 Phospholipide

Der Gehalt an Phospholipiden in Folgenahrung darf höchstens 2 g/l betragen.

6 Kohlenhydrate

Mindestens

Höchstens

2,2 g/100 kJ

3,4 g/100 kJ

(9 g/100 kcal)

(14 g/100 kcal)

61
Die Verwendung von glutenhaltigen Zutaten ist untersagt.
62
Laktose

Mindestens

Höchstens

1,1 g/100 kJ

-

(4,5 g/100 kcal)

Die Bestimmung gilt nicht für Folgenahrung, in der der Anteil von Sojaproteinen mehr als 50 Massenprozent des Gesamtproteingehalts beträgt.
63
Saccharose, Fructose, Honig

Mindestens

Höchstens

-

einzeln oder insgesamt: 20 Massenprozent des Gesamtkohlenhydratgehalts

Honig ist einer Behandlung zur Abtötung von Clostridium botulinum-Sporen zu unterziehen.
64
Glucose
Glucose darf nur Folgenahrung auf Basis von Proteinhydrolysaten zugesetzt werden. Wird Glucose zugesetzt, darf ihr Gehalt höchstens 0,5 g/100 kJ (2 g/100 kcal) betragen.

7 Fructo-Oligosaccharide und Galacto-Oligosaccharide

Fructo-Oligosaccharide und Galacto-Oligosaccharide dürfen Folgenahrung zugesetzt werden. In diesem Fall darf ihr Anteil 0,8 g/100 ml in einer Kombination aus 90 Prozent Oligogalactosyl-Laktose und 10 Prozent Oligofructosyl-Saccharose mit hohem Molekulargewicht nicht übersteigen.
Andere Kombinationen und Höchstgehalte von Fructo-Oligosacchariden und Galacto-Oligosacchariden können gemäss Artikel 18 Absatz 2 Buchstabe a Ziffer 2 verwendet werden.

8 Mineralstoffe

81
Folgenahrung aus Kuhmilch- oder Ziegenmilchproteinen oder Proteinhydrolysaten

je 100 kJ

je 100 kcal

Mindestens

Höchstens

Mindestens

Höchstens

Natrium (mg)

  5

14

20

  60

Kalium (mg)

15

38

60

160

Chlor (mg)

12

38

50

160

Kalzium (mg)

12

33

50

140

Phosphor (mg)

 6

22

25

  90

Magnesium (mg)

 1,2

  3,6

  5

  15

Eisen (mg)

 0,14

  0,5

  0,6

   2

Zink (mg)

 0,12

  0,36

  0,5

   1,5

Kupfer (ìg)

 8,4

25

35

100

Iod (mg)

 2,5

12

10

  50

Selen (mg)

 0,25

  2,2

  1

   9

Mangan (mg)

 0,25

25

  1

100

Fluor (mg)

-

25

-

100

Das Kalzium/Phosphor-Verhältnis in Folgenahrung muss mindestens 1,0 und darf höchstens 2,0 betragen.
82
Folgenahrung aus Sojaproteinisolaten pur oder in einer Mischung mit Kuhmilch- oder Ziegenmilchproteinen
Es gelten alle Anforderungen nach Ziffer 81. Ausgenommen sind Eisen und Phosphor; für sie gelten folgende Anforderungen:

je 100 kJ

je 100 kcal

Mindestens

Höchstens

Mindestens

Höchstens

Eisen (mg)

0,22

  0,65

  0,9

   2,5

Phosphor (mg)

7,5

25

30

100

9 Vitamine

je 100 kJ

je 100 kcal

Mindestens

Höchstens

Mindestens

Höchstens

Vitamin A (mg-RE)2

14

  43

  60

  180

Vitamin D (mg)3

  0,25

    0,75

    1

      3

Vitamin B1 (Thiamin) (mg)

14

  72

  60

  300

Vitamin B2 (Riboflavin) (mg)

19

  95

  80

  400

Niacin (mg)4

72

375

300

1500

Pantothensäure (mg)

95

475

400

2000

Vitamin B6 (mg)

  9

  42

  35

  175

Biotin (mg)

  0,4

    1,8

    1,5

      7,5

Folsäure (mg)

  2,5

  12

  10

    50

Vitamin B12 (mg)

  0,025

    0,12

    0,1

      0,5

Vitamin C (mg)

  2,5

    7,5

  10

    30

Vitamin K (mg)

  1

    6

    4

    25

Vitamin E (mg-a-TE)5

  0,5/g

    1,2

    0,5/g

      5

mehrfach ungesättigte Fettsäuren, als Linolsäure ausgedrückt, korrigiert um die Zahl der Doppelbindungen6, auf keinen Fall jedoch weniger als 0,1 mg/100 verfügbare kJ

mehrfach ungesättigte Fettsäuren, als Linolsäure ausgedrückt, korrigiert um die Zahl der Doppelbindungen7, auf keinen Fall jedoch weniger als 0,5 mg/100 verfügbare kcal

10 Nukleotide

Folgende Nukleotide können verwendet werden:

Höchstwert8

Höchstwert9

(mg/100 kJ)

(mg/100 kcal)

Cytidin-5'monophosphat

0,60

2,50

Uridin-5'monophosphat

0,42

1,75

Adenosin-5'monophosphat

0,36

1,50

Guanosin-5'monophosphat

0,12

0,50

Inosin-5'monophosphat

0,24

1,00


1 Fassung gemäss Ziff. III Abs. 2 der V des EDI vom 7. März 2008 (AS 2008 961). Bereinigt gemäss Ziff. I Abs. 1 der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4919).
2 RE = Retinoläquivalent, all-trans.
3 In Form von Cholecalciferol oder Ergocalciferol, davon 10 mg = 400 IE Vitamin D.
4 Vorgebildetes Niacin
5a-TE = d-a-Tocopheroläquivalent.
6 0,5 mg á-TE/1 g Linolsäure (18:2 n-6); 0,75 mg á-TE/1 g á-Linolensäure (18:3 n-3); 1,0 mg á-TE/1 g Arachidonsäure (20:4 n-6); 1,25 mg á-TE/1 g Eicosapentaensäure (20:5 n-3); 1,5 mg á-TE/1 g Docosahexaensäure (22:6 n-3).
7 0,5 mg á-TE/1 g Linolsäure (18:2 n-6); 0,75 mg á-TE/1 g á-Linolensäure (18:3 n-3); 1,0 mg á-TE/1 g Arachidonsäure (20:4 n-6); 1,25 mg á-TE/1 g Eicosapentaensäure (20:5 n-3); 1,5 mg á-TE/1 g Docosahexaensäure (22:6 n-3).
8 Die Gesamtkonzentration an Nukleotiden darf 1,2 mg/100 kJ (5 mg/100 kcal) nicht überschreiten.
9 Die Gesamtkonzentration an Nukleotiden darf 1,2 mg/100 kJ (5 mg/100 kcal) nicht überschreiten.


Anhang 61

(Art. 18a Abs. 5 und 19 Abs. 10)

Referenzwerte für die Nährwertkennzeichnung
von Lebensmitteln, die für Säuglinge und Kleinkinder
bestimmt sind

Nährstoff

Referenzwert

Folgenahrung

Getreidebeikost und andere Beikost

Vitamin A

(mg)

  400

400

Vitamin D

(mg)

      7

  10

Vitamin E

(mg TE)

      5

    -

Vitamin K

(mg)

    12

    -

Vitamin C

(mg)

    45

  25

Vitamin B1 (Thiamin)

(mg)

      0,5

    0,5

Vitamin B2 (Riboflavin)

(mg)

      0,7

    0,8

Niacin

(mg)

      7

    9

Vitamin B6

(mg)

      0,7

    0,7

Folat

(mg)

  125

100

Vitamin B12

(mg)

      0,8

    0,7

Pantothensäure

(mg)

      3

    -

Biotin

(mg)

    10

    -

Kalzium

(mg)

  550

400

Phosphor

(mg)

  550

    -

Kalium

(mg)

1000

    -

Natrium

(mg)

  400

    -

Chlor

(mg)

  500

    -

Eisen

(mg)

      8

    6

Zink

(mg)

      5

    4

Iod

(mg)

    80

  70

Selen

(mg)

    20

  10

Kupfer

(mg)

      0,5

    0,4

Magnesium

(mg)

    80

    -

Mangan

(mg)

      1,2

    -


1 Fassung gemäss Ziff. II der V des EDI vom 11. Mai 2009, in Kraft seit 25. Mai 2009 (AS 2009 1997).


Anhang 71

(Art. 19 Abs. 5 Bst. a und Abs. 7 Bst. c)

Anforderungen an die Zusammensetzung von Getreidebeikost für Säuglinge und Kleinkinder

Anmerkung: Die ernährungsphysiologischen Anforderungen beziehen sich auf das Erzeugnis, das genussfertig an die Konsumentinnen und Konsumenten abgegeben wird, oder auf das Erzeugnis, das nach den Anweisungen der Herstellerin genussfertig zubereitet worden ist.

1

Getreideanteil

Getreidebeikost wird hauptsächlich aus einem oder mehreren gemahlenen Getreide- oder Knollenstärkeprodukten hergestellt. Der Anteil an Getreide- oder Knollenstärkeprodukten muss mindestens 25 Massenprozent der endgültigen Mischung (Trockengewichtsanteil) betragen.

2

Protein

21
Bei den in Artikel 19 Absatz 3 Buchstaben b und d genannten Produkten darf der Proteingehalt höchstens 1,3 g/100 kJ (5,5 g/100 kcal) betragen.
22
Bei den in Artikel 19 Absatz 3 Buchstabe b genannten Produkten muss der Gehalt an zugesetztem Protein mindestens 0,48 g/100 kJ (2 g/100 kcal) betragen.
23
Die in Artikel 19 Absatz 3 Buchstabe d genannten Kekse, die unter Zusatz eines Lebensmittels mit hohem Proteingehalt hergestellt und als solche angeboten werden, müssen einen Gehalt an zugesetztem Protein von mindestens 0,36 g/100 kJ (1,5 g/100 kcal) aufweisen.
24
Der chemische Index des zugesetzten Proteins muss mindestens 80 Prozent des Referenzproteins Kasein (Ziff. 25) betragen oder der Eiweisswirkungsgrad (PER) des Proteins in der Mischung muss mindestens 70 Prozent des Referenzproteins betragen. In allen Fällen ist der Zusatz von Aminosäuren nur zur Verbesserung des Nährwerts der Proteinmischung und nur in dem dafür notwendigen Verhältnis zulässig.
25
Aminosäurenzusammensetzung von Kasein

(g je 100 g Protein)

Arginin

3,7

Cystin

0,3

Histidin

2,9

Isoleucin

5,4

Leucin

9,5

Lysin

8,1

Methionin

2,8

Phenylalanin

5,2

Thereonin

4,7

Tryptophan

1,6

Tyrosin

5,8

Valin

6,7

3

Kohlenhydrate

31
Wird den Produkten nach Artikel 19 Absatz 3 Buchstaben a und d Saccharose, Fructose, Glucose, Glucosesirupe oder Honig zugesetzt, so darf der Anteil der aus diesen Zusätzen stammenden Kohlenhydrate höchstens 1,8 g/100 kJ (7,5 g/100 kcal) und der Fructosezusatz höchstens 0,9 g/100 kJ (3,75 g/100 kcal) betragen.
32
Wird den Produkten nach Artikel 19 Absatz 3 Buchstabe b Saccharose, Fructose, Glucose, Glucosesirupe oder Honig zugesetzt, so darf der Anteil der aus diesen Zusätzen stammenden Kohlenhydrate höchstens 1,2 g je 100 kJ (5 g/100 kcal) und der Fructosezusatz höchstens 0,6 g/100 kJ (2,5 g/100 kcal) betragen.

4

Fette

41
Bei den in Artikel 19 Absatz 3 Buchstaben a und d genannten Produkten darf der Fettgehalt höchstens 1,1 g/100 kJ (4,5 g/100 kcal) betragen.
42
Die in Artikel 19 Absatz 3 Buchstabe b genannten Produkte dürfen einen Fettgehalt von höchstens 1,1 g/100 kJ (4,5 g/100 kcal) aufweisen. Übersteigt der Fettgehalt 0,8 g/100 kJ (3,3 g/100 kcal), so gilt:
a.
Der Laurinsäuregehalt darf höchstens 15 Prozent des Gesamtfettgehalts betragen.
b.
Der Myristinsäuregehalt darf höchstens 15 Prozent des Gesamtfettgehalts betragen.
c.
Der Linolsäuregehalt (in Form von Glyceriden = Linoleaten) muss einen Wert zwischen 70 mg/100 kJ (300 mg/100 kcal) und darf 285 mg/100 kJ (1200 mg/100 kcal) haben.

5

Mineralstoffe

51
Natrium
a.
Natriumsalze dürfen Getreidebeikost nur zugesetzt werden, wenn dies aus technischen Gründen notwendig ist.
b.
Der Natriumgehalt von Getreidebeikost darf höchstens 25 mg/100 kJ (100 mg/100 kcal) betragen.
52
Calcium
a.
Die in Artikel 19 Absatz 3 Buchstabe b genannten Produkte müssen einen Calciumgehalt von mindestens 20 mg/100 kJ (80 mg/100 kcal) aufweisen.
b.
Die in Artikel 19 Absatz 3 Buchstabe d genannten, unter Verwendung von Milch hergestellten Produkte (Milchkekse), die als solche angeboten werden, müssen einen Calciumgehalt von mindestens 12 mg/100 kJ (50 mg/100 kcal) aufweisen.

6

Vitamine

61
Getreidebeikost muss einen Thiamingehalt von mindestens 12,5 ìg/100 kJ (50 ìg/100 kcal) aufweisen.
62
Für die in Artikel 19 Absatz 3 Buchstabe b genannten Produkte gelten folgende Gehalte:

je 100 kJ

je 100 kcal

min.

max.

min.

max.

Vitamin A (ìg RE)[1]

14

43

60

180

Vitamin D (ìg)[2]

  0,25

  0,75

  1

    3

[1]

RE = Retinoläquivalent, all-trans.

[2]

In Form von Cholecalciferol oder Ergocalciferol davon 10 ìg = 400 IE Vitamin D.

63
Die Höchstwerte gelten auch, wenn Vitamin A oder Vitamin D anderer Getreidebeikost zugesetzt wird.

1 Bereinigt gemäss Ziff. II Abs. 1 der V des EDI vom 13. Okt. 2010, in Kraft seit 1. Nov. 2010 (AS 2010 4615).


Anhang 8

(Art. 19 Abs. 5 Bst. b und Abs. 7 Bst. c)

Anforderungen an die Zusammensetzung anderer Beikost
für Säuglinge und Kleinkinder

Anmerkung: Die ernährungsphysiologischen Anforderungen beziehen sich auf das Erzeugnis, das genussfertig an die Konsumentinnen und Konsumenten abgegeben wird oder auf das Erzeugnis, das nach den Anweisungen der Herstellerin genussfertig zubereitet worden ist.

1

Proteine

11
Sind Fleisch, Geflügel, Fisch, Innereien oder sonstige herkömmliche Eiweissquellen die einzigen in der Produktbezeichnung genannten Zutaten, so muss:
a.
der genannte Anteil an diesen Eiweissquellen insgesamt mindestens 40 Massenprozent des Gesamtprodukts betragen;
b.
der jeweils genannte Anteil an diesen Eiweissquellen insgesamt mindestens 25 Massenprozent der Eiweissquellen betragen;
c.
der Gehalt an Protein aus den genannten Quellen mindestens 1,7 g/ 100 kJ (7 g/100 kcal) betragen.
12
Stehen Fleisch, Geflügel, Fisch, Innereien oder sonstige herkömmliche Eiweissquellen in der Produktbezeichnung einzeln oder kombiniert an erster Stelle, so muss, unabhängig davon, ob das Produkt als Mahlzeit aufgemacht ist oder nicht:
a.
der genannte Anteil an diesen Eiweissquellen mindestens 10 Massenprozent des Gesamtprodukts betragen;
b.
der jeweils genannte Anteil an diesen Eiweissquellen insgesamt mindestens 25 Massenprozent der Eiweissquellen betragen;
c.
der Gehalt an Protein aus den genannten Quellen mindestens 1 g/100 kJ (4 g/100 kcal) betragen.
13
Sind Fleisch, Geflügel, Fisch, Innereien oder sonstige herkömmliche Eiweissquellen in der Produktbezeichnung zwar einzeln oder kombiniert genannt, jedoch nicht an erster Stelle, so muss, unabhängig davon, ob das Produkt als Mahlzeit aufgemacht ist oder nicht:
a.
der genannte Anteil an diesen Eiweissquellen mindestens 8 Massenprozent des Gesamtprodukts betragen;
b.
der jeweils genannte Anteil an diesen Eiweissquellen insgesamt mindestens 25 Massenprozent der Eiweissquellen betragen;
c.
der Gehalt an Protein aus den genannten Quellen mindestens 0,5 g/ 100 kJ (2,2 g/100 kcal) betragen;
d.
der Gesamtgehalt des Produkts an Protein jeglicher Art mindestens 0,7 g/100 kJ (3 g/100 kcal) betragen.
14
Ist Käse zusammen mit anderen Zutaten in der Produktbezeichnung eines nicht süssen Erzeugnisses erwähnt, so muss der Gehalt an Protein aus Milchprodukten mindestens 0,5 g/100 kJ (2,2 g/100 kcal) und der Gehalt des Erzeugnisses an Protein aus allen Quellen insgesamt mindestens 0,7 g/ 100 kJ (3 g/100 kcal) betragen, unabhängig davon, ob das Erzeugnis als Mahlzeit aufgemacht ist oder nicht.
15
Wird das Erzeugnis auf dem Etikett als Mahlzeit bezeichnet, sind Fleisch, Geflügel, Fisch, Innereien oder sonstige herkömmliche Eiweissquellen jedoch in der Produktbezeichnung nicht erwähnt, so muss der Gesamtproteingehalt des Produkts aus allen Quellen mindestens 0,7 g/100 kJ (3 g/100 kcal) betragen.
16
Für Saucen, die als Beilage zu einer Mahlzeit aufgemacht sind, gelten die Anforderungen nach den Ziffern 11-15 nicht.
17
Süssspeisen, bei denen in der Verkehrsbezeichnung Milchprodukte als erste oder einzige Zutat angegeben sind, müssen mindestens 2,2 g Milchprotein/100 kcal enthalten. Für alle anderen Süssspeisen gelten die Anforderungen nach den Ziffern 11-15 nicht.
18
Der Zusatz von Aminosäuren ist ausschliesslich zur Verbesserung des Nährwerts der vorhandenen Proteine und nur in der dafür erforderlichen Menge zulässig.

2

Kohlenhydrate

Der Kohlenhydratgehalt von Säften und Nektar aus Obst und Gemüse, reinen Obstspeisen, Desserts oder Puddings darf höchstens folgende Werte erreichen:
a.
bei Gemüsesaft und Getränken auf der Grundlage von Gemüsesaft: 10 g/100 ml;
b.
bei Fruchtsaft bzw. Fruchtnektar und auf deren Grundlage hergestellten Getränken: 15 g/100 ml;
c.
bei reinen Obstspeisen: 20 g/100 g;
d.
bei Desserts und Puddings: 25 g/100 g;
e.
bei sonstigen Getränken, die nicht aus Milch zubereitet sind: 5 g/100 g.

3

Fett

31
Sind bei Erzeugnissen nach Ziffer 11 Fleisch oder Käse die einzigen in der Produktbezeichnung genannten Zutaten oder stehen sie an erster Stelle, so darf der Gesamtgehalt an Fett aus allen Quellen höchstens 1,4 g/100 kJ (6 g/100 kcal) betragen.
32
Bei allen anderen Produkten darf der Gesamtgehalt des Produkts an Fett aus allen Quellen höchstens 1,1 g/100 kJ (4,5 g/100 kcal) betragen.

4

Natrium

41
Der Natriumgehalt des Fertigprodukts darf höchstens 48 mg/100 kJ (200 mg/100 kcal) oder höchstens 200 mg/100 g betragen. Ist jedoch Käse die einzige in der Produktbezeichnung genannte Zutat, so darf der Natriumgehalt höchstens 70 mg/100 kJ (300 mg/100 kcal) betragen.
42
Obstspeisen, Desserts und Puddings dürfen, ausser für technologische Zwecke, keine Natriumsalze zugesetzt werden.

5

Vitamine

51
Vitamin C Bei Fruchtsaft, Fruchtnektar oder Gemüsesaft muss der Gehalt an Vitamin C des Fertigprodukts mindestens 6 mg/100 kJ (25 mg/100 kcal) bzw. 25 mg/ 100 g betragen.
52
Vitamin A Bei Gemüsesaft muss der Gehalt an Vitamin A des Fertigprodukts mindestens 25 mg RE/100 kJ (100 mg RE/100 kcal)1 betragen. Anderer Beikost darf Vitamin A nicht zugesetzt werden.
53
Vitamin D Vitamin D darf anderer Beikost nicht zugesetzt werden.

1 RE = Retinoläquivalent, all-trans.


Anhang 9

(Art. 19 Abs. 5 Bst. c, Abs. 9 und 10)

Zulässige Nährstoffe für Getreidebeikost und andere Beikost
für Säuglinge und Kleinkinder

1. Vitamine

Vitamin A

Retinol

Retinyl-acetat

Retinyl-palmitat

beta-Carotin

Vitamin D

Vitamin D2 (= Ergocalciferol)

Vitamin D3 (= Cholecalciferol)

Vitamin B1 (Thiamin)

Thiaminhydrochlorid

Thiaminnitrat

Vitamin B2 (Riboflavin)

Riboflavin

Riboflavin-5'-phosphat-Natrium

Niacin

Nicotinsäureamid

Nicotinsäure

Vitamin B6

Pyridoxinhydrochlorid

Pyridoxin-5-phosphat

Pyridoxindipalmitat

Pantothensäure

Calcium-D-pantothenat

Natrium-D-pantothenat

Dexpanthenol

Folat

Folsäure

Vitamin B12

Cyanocobalamin

Hydroxocobalamin

Biotin

D-Biotin

Vitamin C

L-Ascorbinsäure

Natrium-L-ascorbat

Calcium-L-ascorbat

6-Palmitoyl-L-ascorbinsäure (L-Ascorbylpalmitat)

Kalium-ascorbat

Vitamin K

Phyllochinon (Phytomenadion)

Vitamin E

D-alpha-Tocopherol

DL-alpha-Tocopherol

D-alpha-Tocopherylacetat

DL-alpha-Tocopherylacetat

2. Aminosäuren

L-Arginin und sein Hydrochlorid

L-Cystin und sein Hydrochlorid

L-Histidin und sein Hydrochlorid

L-Isoleucin und sein Hydrochlorid

L-Leucin und sein Hydrochlorid

L-Lysin und sein Hydrochlorid

L-Cystein und sein Hydrochlorid

L-Methionin

L-Phenylalanin

L-Threonin

L-Tryptophan

L-Tyrosin

L-Valin

3. Mineralstoffe (Mengenelemente und Spurenelemente)

Calcium

Calciumcarbonat

Calciumchlorid

Calciumcitrate

Calciumgluconat

Calciumglycerophosphat

Calciumlactat

Calciumoxid

Calciumhydroxid

Calciumorthophosphate

Magnesium

Magnesiumcarbonat

Magnesiumchlorid

Magnesiumcitrate

Magnesiumgluconat

Magnesiumoxid

Magnesiumhydroxid

Magnesiumorthophosphate

Magnesiumsulfat

Magnesiumlactat

Magnesiumglycerophosphat

Kalium

Kaliumchlorid

Kaliumcitrate

Kaliumgluconat

Kaliumlactat

Kaliumglycerophosphat

Eisen

Eisen-(II)-citrat

Eisen-(III)-ammoniumcitrat

Eisen-(II)-gluconat

Eisen-(II)-lactat

Eisen-(II)-sulfat

Eisen-(II)-fumarat

Eisen-(III)-diphosphat (Eisenpyrophosphat)

Elementares Eisen (Carbonyl-, Elekrolyt- und hydrogenreduziertes Eisen)

Eisen-(III)-saccharat

Eisennatriumdiphosphat

Eisen-(II)-carbonat

Kupfer

Kupfer-Lysin-Komplex

Kupfer-(II)-carbonat

Kupfer-(II)-citrat

Kupfer-(II)-gluconat

Kupfer-(II)-sulfat

Zink

Zinkacetat

Zinkchlorid

Zinkcitrat

Zinklactat

Zinksulfat

Zinkoxid

Zinkgluconat

Mangan

Mangan-(II)-carbonat

Mangan-(II)-chlorid

Mangan-(II)-citrat

Mangan-(II)-gluconat

Mangan-(II)-sulfat

Mangan-(II)-glycerophosphat

Iod

Natriumiodid

Kaliumiodid

Kaliumiodat

Natriumiodat

4. Sonstige

Cholin

Cholinchlorid

Cholincitrat

Cholinbitartrat

Inositol

L-Carnitin

L-Carnitinhydrochlorid


Anhang 101

(Art. 19 Abs. 6)

Höchstmengen für Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die Getreidebeikost und anderer Beikost für Säuglinge und Kleinkinder zugesetzt werden

Anmerkung: Die Nährstoffanforderungen beziehen sich auf das Erzeugnis, das genussfertig an Konsumentinnen und Konsumenten abgegeben wird, oder auf das Erzeugnis, das nach den Anweisungen der Herstellerin genussfertig zubereitet wird. Ausgenommen sind Kalium und Kalzium, bei denen sich die Anforderungen auf das Erzeugnis beziehen, das an Konsumentinnen und Konsumenten abgegeben wird.

Nährstoff

Höchstwert je 100 kcal

Vitamin A (ìg RE)

180[1]

Vitamin D (ìg)

    3[1]

Vitamin E (mg á-TE)

    3

Vitamin C (mg)

  12,5/25[2]/125[3]

Vitamin B1 (Thiamin) (mg)

    0,25/0,5[4]

Vitamin B2 (Riboflavin) (mg)

    0,4

Niacin (mg NE)

    4,5

Vitamin B6 (mg)

    0,35

Folsäure (ìg)

  50

Vitamin B12 (ìg)

    0,35

Pantothensäure (mg)

    1,5

Biotin (ìg)

  10

Kalium (mg)

160

Kalzium (mg)

  80/180[5]/100[6]

Magnesium (mg)

  40

Eisen (mg)

    3

Zink (mg)

    2

Kupfer (ìg)

  40

Iod (ìg)

  35

Mangan (mg)

    0,6

[1]

Im Einklang mit den Bestimmungen der Anhänge 7 und 8.

[2]

Dieser Höchstwert gilt für mit Eisen angereicherte Erzeugnisse.

[3]

Dieser Höchstwert gilt für Gerichte auf Fruchtbasis, Fruchtsäfte, Fruchtnektare und Gemüsesäfte.

[4]

Dieser Höchstwert gilt für verarbeitete Lebensmittel auf Getreidebasis.

[5]

Dieser Höchstwert gilt für die in Artikel 19 Absatz 3 Buchstaben a und b genannten Erzeugnisse.

[6]

Dieser Höchstwert gilt für die in Artikel 19 Absatz 3 Buchstabe d genannten Erzeugnisse.


1 Fassung gemäss Ziff. III Abs. 2 der V des EDI vom 7. März 2008, in Kraft seit 1. April 2008 (AS 2008 961).


Anhang 11

(Art. 20 Abs. 3 und 5)

Anforderungen an Produkte zur Energiebereitstellung und
an Protein- und Aminosäurepräparate

I. Anforderungen an Produkte zur Energiebereitstellung

1. Kohlenhydrat-Konzentrate

a.
Kohlenhydrate

mehrere unterschiedlich resorbierbare Zuckerarten oder Stärkeabbauprodukte

b.
Energiequelle

mindestens 80 Prozent von Kohlenhydraten

c.
Kohlenhydratenergie

höchstens zu 50 Prozent aus Saccharose

d.
Energiegehalt

mindestens 300 kJ (70 kcal) pro 100 ml bzw. 1400 kJ (335 kcal) pro 100 g Trockenmasse (bezogen auf genussfertiges Produkt)

2. Energiereiche Erzeugnisse

a.
Energiegehalt

mindestens 1400 kJ (335 kcal) pro 100 g Trockenmasse

b.
Energiequelle

mindestens 50 Prozent aus Kohlenhydraten, und

höchstens 30 Prozent aus Fett

3. Energieliefernde Getränke

a.
Energiegehalt

mindestens 190 kJ (45 kcal) pro 100 ml

b.
Energiequelle

mindestens 50 Prozent aus Kohlenhydraten, und höchstens 30 Prozent aus Fett

II. Anforderungen an Protein- und Aminosäurepräparate

a.
Kollagenes Eiweiss

Darf höchstens 20 Prozent des Proteinanteiles betragen.

b.
Proteinzufuhr

Darf einschliesslich des mit der üblichen Ernährung aufgenommenen Eiweisses 2 g/kg Körpergewicht pro Tag nicht überschreiten.


Anhang 121

(Art. 20 Abs. 7 und 13)

Zulässige Substanzen in Nahrungsmitteln für Personen mit
erhöhtem Energie- oder Nährstoffbedarf (Ergänzungsnahrung)

Substanz

Salze

Deklaration

Anforderungen

Aminosäuren

L-Isoleucin L-Leucin L-Lysin L-Methionin L-Phenylalanin L-Threonin L-Valin

in mg/Tagesration oder in mg/100 g Eiweiss, in g/ Tagesration oder in g/100 g Eiweiss

min. 700 mg/Tag* min. 1,1 g/Tag* min. 700 mg/Tag* min. 1,1 g/Tag* min. 1,1 g/Tag* min. 500 mg/Tag* min. 800 mg/Tag* *optimaler Bedarf liegt ca. 2 mal höher

L-Arginin L-Cystein L-Glutamin Glycin L-Ornithin L-Tyrosin

in mg/Tagesration oder in mg/100 g Eiweiss, in g/Tagesration oder in g/100 g Eiweiss

max. 2,5 g/Tag max. 1 g/Tag max. 10 g/Tag max. 5 g/Tag max. 2 g/Tag max. 1,2 g/Tag

L-Carnitin

Base, -tartrat, fumarat

in mg/Tagesration

max. 1000 mg/Tag

L-Citrullin

Malat

max. 1000 mg/Tag

Coffein

in mg/100 ml oder in mg/100 g oder in mg/Tagesration oder den prozentualen Anteil (%) im Produkt

max. 160 mg/Tag, zusätzlich zu normalem Coffeinkonsum

Cholin

max. 1000 mg/Tag

Kreatin

Monohydrat Pyruvat

in g/Tagesration

max. 3 g/Tag max. 5 g/Tag

Lebende Bakterienkulturen

Spezifikationen gemäss Anhang 14b

Mit der spezifischen wissenschaftlichen Nomenklatur nach den Vorgaben der ICSP (International Committee on Systematics of Prokaryotes)

mind. 108 KBE (kolonienbildende Einheiten) pro Tagesration

Glucuronolacton

in mg/100 ml

max. 240 mg/100 ml

Inositol

300 bis 1000 mg/Tag

D-Ribose

in mg/100 ml

max. 200 mg/100 ml

Taurin

in mg/Tagesration

max. 1000 mg/Portion


1 Fassung gemäss Ziff. II Abs. 2 der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4919).


Anhang 131

(Art. 20 Abs. 7, 8 und 13, 21 Abs. 4, 22 Abs. 3, 4, 5, 6 und 7, 22a Abs. 4 und 22b Abs. 5)

Vitamine, Mineralstoffe und sonstige Stoffe
in den für Erwachsene zugelassenen Tagesdosen

Vitamine/Mineralstoffe/sonstige Stoffe

für Erwachsene zugelassene Tagesdosen

1  Vitamine

Vitamin A

  800 mg

b-Carotin (Provitamin A)

      4,8 mg

Vitamin D

      5 mg

Vitamin E

    12 mg

Vitamin C

    80 mg

Vitamin K

    75 ìg

Vitamin B1 (Thiamin)

      1,1 mg

Vitamin B2 (Riboflavin)

      1,4 mg

Niacin (Vitamin PP)

    16 mg

Vitamin B6

      1,4 mg

Folsäure/Folacin

  200 mg

Vitamin B12

      2,5 mg

Biotin

    150 mg

Pantothensäure

      6 mg

2  Mineralstoffe und Spurenelemente

Calcium

  800 mg

Phosphor

  700 mg

Eisen

    14 mg

Magnesium

  375 mg

Zink

    15 mg

Jod

  150 mg

Selen

    55 mg

Kupfer

      1 mg

Mangan

      2 mg

Chrom

    40 mg

Molybdän

    50 mg

Kalium

2000 mg

Chlorid

  800 mg

Silicium

  200 mg

3  Aminosäuren und sonstige Stoffe

3.1  Aminosäuren

L-Histidin

  600 mg

L-Isoleucin

  700 mg

L-Leucin

1100 mg

L-Lysin

  700 mg

L-Methionin + L-Cystein

  900 mg

L-Phenylalanin + L-Tyrosin

1500 mg

L-Threonin

  500 mg

L-Valin

  800 mg

3.2  Sonstige Stoffe

Coenzym Q 10

    30 mg

Isoflavone

    50 mg

Carotinoid Lutein

    10 mg

Carotinoid Zeaxanthin

      2 mg

Carotinoid Lycopin

      15 mg

*á-Linolensäure (n-3)

      2 g

*EPA + DHA (als Summe) (langkettige n-3)a

  500 mg

*Linolsäure (n-6)

    10 g

Taurin

1000 mg

Astaxanthin

      4 mg

Glucosamin

  750 mg (berechnet als Base)

Chondroitinsulfatb

  500 mg

konjugierte Linolsäure (CLA)c

      3 g

Oligomere Proanthocyanidine (OPC)d

  150 mg

Beta-Glucan aus Hafer oder Gerste

      3 g

Beta-Glucan aus Hefe

  375 mg

Katechine, Epigallocatechingallat (EGCG)e

    90 mg (berechnet als                EGCG)

Betain

      1,5 g

Cholin

  550 mg

Kreatin

      3,0 g

L-Carnitin

      1,0 g

WSTC I (wasserlösliches Tomatenkonzentrat)2

      3,0 g

WSTC II (wasserlösliches Tomatenkonzentrat)5

  150 mg

Shiitake Pilz (Mycelauszug)

      2,5 ml

 

 

 

 

 

Phosphatidylserin aus Soja

  300 mg

Flavonoide aus Glycyrrhizia glabra L.

  120 mg

*

Bei der Verwendung von neuartigen Speiseölen zur Anreicherung von Lebensmitteln mit spezifischen Fettsäuren gelten die Artikel 5b, 5c, 5d und 5g der Verordnung des EDI vom 23. November 20053 über Speiseöl, Speisefett und daraus hergestellte Erzeugnisse sowie die Spezifikationen, die Verwendungszwecke und die Höchstmengen gemäss den Anhängen 3, 4, 5 und 8.

a

EPA: Eicosapentaensäure; DHA: Docosahexaensäure

b

Warnhinweis: Für schwangere und stillende Frauen, Kinder, Jugendliche und Personen mit gerinnungshemmenden Arzneimitteln nicht geeignet.

c

Warnhinweis: Für Diabetiker, Jugendliche, schwangere und stillende Frauen nicht geeignet.

d

Warnhinweis: Ein Produkt mit OPC ersetzt eine Ernährung mit frischem Obst und Gemüse nicht.

e

Warnhinweis: Nicht auf nüchternen Magen, nicht bei strikter, kalorienarmer Ernährung und nicht gleichzeitig mit anderen Produkten auf Basis von Grüntee einnehmen.


1 Fassung gemäss Ziff. II Abs. 2 der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4919).
2 Fruitflow® der Firma DSM.
3 SR 817.022.105


Anhang 13a1

(Art. 22 Abs. 3 und 6)

Sonstige Stoffe für Nahrungsergänzungsmittel
mit den zugelassenen Mindestmengen

Stoffe

für Erwachsene zugelassene Mindestmengen

1  Enzyme

Lactasea

4500 FCC-Einheiten (Food Chemicals Codex)

2  Lebende Bakterienkulturen

108 KBE (kolonienbildende Einheiten) pro Tagesration

a

Einschränkungen/Warnhinweise: Die Zielgruppe ist ferner darüber zu unterrichten, dass es Unterschiede bei der Lactosetoleranz gibt und dass die Betroffenen sich Rat bei einer Fachperson bezüglich der Funktion des Stoffes bei ihrer Ernährung holen sollten.


1 Eingefügt durch Ziff. II Abs. 3 der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4919).


Anhang 141

(Art. 20 Abs. 7 und 9, 20a Abs. 4, 21 Abs. 5, 22 Abs. 6, 22a Abs. 5 und 22b Abs. 6)

Zulässige Verbindungen der Vitamine, Mineralstoffe und
sonstigen Stoffen

Kategorie 1: Vitamine

Vitamin A

Retinol

Retinylacetat

Retinylpalmitat

Beta-Carotin

Vitamin D

Vitamin D3 (Cholecalciferol)

Vitamin D2 (Ergocalciferol)

Vitamin E

D-alpha-Tocopherol

DL-alpha-Tocopherol

D-alpha-Tocopherylacetat

DL-alpha-Tocopherylacetat

D-alpha-Tocopherylsäuresuccinat

D-alpha-Tocopheryl-Polyethylenglycol-1000-Succinat (nur für Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke)

Gemischte Tocopherole2

Tocotrienol-Tocopherol3

Vitamin K

Phyllochinon (Phytomenadion)

Menachinon4

Vitamin B1

Thiaminhydrochlorid

Thiaminmononitrat

Thiaminmonophosphatchlorid

Thiaminpyrophosphatchlorid

Vitamin B2

Riboflavin

Riboflavin-5'-phosphat, Natrium

Niacin

Nicotinsäure

Nicotinamid

Inositolhexanicotinat (Inositolniacinat)

Pantothensäure

Calcium-D-pantothenat

Natrium-D-pantothenat

D-Panthenol

Pantethin

Vitamin B6

Pyridoxinhydrochlorid

Pyridoxin-5'-phosphat

Pyridoxal-5'-phosphat

Pyridoxindipalmitat

Folate

Pteroylglutaminsäure

Calcium-L-methylfolat

Vitamin B12

Cyanocobalamin

Hydroxocobalamin

5'-Desoxyadenosylcobalmin

Methylcobalamin

Biotin

D-Biotin

Vitamin C

L-Ascorbinsäure

Natrium-L-ascorbat

Calcium-L-ascorbat (kann bis zu 2 % Threonat enthalten)

Kalium-L-ascorbat

L-Ascorbyl-6-palmitat

Magnesium-L-ascorbat

Zink-L-ascorbat

Kategorie 2: Mineralstoffe

Calcium

Calciumacetat

Calcium-L-ascorbat

Calciumbisglycinat

Calciumcarbonat

Calciumchlorid

Calciumcitratmalat

Calciumsalze der Zitronensäure

Calciumgluconat

Calciumglycerophosphat

Calciumlactat

Calciumpyruvat

Calciumsalze der Orthophosphorsäure

Calciumsuccinat

Calciumhydroxid

Calcium-L-lysinat

Calciummalat

Calciumoxid

Calcium-L-pidolat

Calcium-L-threonat

Calciumsulfat

Magnesium

Magnesiumacetat

Magnesiumascorbat

Magnesiumbisglycinat

Magnesiumcarbonat

Magnesiumchlorid

Magnesiumsalze der Zitronensäure

Magnesiumgluconat

Magnesiumglycerophosphat

Magnesiumsalze der Orthophosphorsäure

Magnesiumlactat

Magnesium-L-lysinat

Magnesiumhydroxid

Magnesiummalat

Magnesiumoxid

Magnesium-L-pidolat

Magnesiumkaliumcitrat

Magnesiumpyruvat

Magnesiumsuccinat

Magnesiumsulfat

Magnesiumtaurat

Magnesiumacetyltaurat

Magnesium - L-aspartat (nur für Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke)

Calcium - Magnesium - Mischungen

Dolomitpulver

Fossiles Korallenpulver (Scleratinia)

Eisen

Eisencarbonat

Eisencitrat

Eisenammoniumcitrat

Eisengluconat

Eisenfumarat

Eisennatriumdiphosphat

Eisenlactat

Eisensulfat

Eisendiphosphat (Eisenpyrophosphat)

Eisensaccharat

elementares Eisen (Carbonyl + elektrolytisch + wasserstoffreduziert)

Eisenbisglycinat

Eisen-L-pidolat

Eisen(II)-phosphat

Eisen(II)-taurat

Eisen(II)-Ammoniumphosphat

Eisen(III)-Natrium-EDTA

Kupfer

Kupfercarbonat

Kupfercitrat

Kupfergluconat

Kupfersulfat

Kupfer-L-aspartat

Kupferbisglycinat

Kupferlysinkomplex

Kupfer(II)-oxid

Jod

Kaliumjodid

Kaliumjodat

Natriumjodid

Natriumjodat

Zink

Zinkacetat

Zink-L-ascorbat

Zink-L-aspartat

Zinkbisglycinat

Zinkchlorid

Zinkcitrat

Zinkgluconat

Zinklactat

Zink-L-lysinat

Zinkmalat

Zink-mono-L-methioninsulfat

Zinkoxid

Zinkcarbonat

Zink-L-pidolat

Zinkpicolinat

Zinksulfat

Mangan

Manganascorbat

Mangan-L-aspartat

Manganbisglycinat

Mangancarbonat

Manganchlorid

Mangancitrat

Mangangluconat

Manganglycerophosphat

Manganpidolat

Mangansulfat

Natrium

Natriumbicarbonat

Natriumcarbonat

Natriumchlorid

Natriumcitrat

Natriumgluconat

Natriumlactat

Natriumhydroxid

Natriumsalze der Orthophosphorsäure

Natriumsulfat

Kalium

Kaliumbicarbonat

Kaliumcarbonat

Kaliumchlorid

Kaliumcitrat

Kaliumgluconat

Kaliumglycerophosphat

Kaliumlactat

Kaliumhydroxid

Kalium-L-pidolat

Kaliummalat

Kaliumsalze der Orthophosphorsäure

Kaliumsulfat

Selen

L-Selenomethionin

Selenhefe5

Selenige Säure

Natriumselenat

Natriumhydrogenselenit

Natriumselenit

Chrom

Chrom(III)-chlorid

Chrom(III)-lactattrihydrat

Chromnitrat

Chrompicolinat

Chrom(III)-sulfat

Molybdän (VI)

Ammoniummolybdat

Kaliummolybdat

Natriummolybdat

Fluor

Calciumfluorid

Kaliumfluorid

Natriumfluorid

Natriummonofluorphosphat

Bor

Borsäure

Natriumborat

Silicium

cholinstabilisierte Orthokieselsäure

Siliciumdioxid

Kieselsäure (in Gel-Form)

Kategorie 3: Sonstige Stoffe

Aminosäuren

Anmerkung: Bei zugelassenen Aminosäuren können auch die Natrium-, Kalium-, Calcium- und Magnesiumsalze sowie ihre Hydrochloride verwendet werden.

L-Alanin

L-Arginin

L-Arginin-L-Aspartat (nur für Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke)

L-Asparaginsäure (nur für Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke)

L-Citrullin

L-Cystein

L-Cystin

L-Histidin

L-Glutaminsäure

L-Glutamin

Glycin

L-Isoleucin

L-Leucin

L-Lysin

L-Lysin-L-Aspartat (nur für Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke)

L-Lysin-L-Glutamat (nur für Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke)

L-Lysinacetat

L-Methionin

L-Ornithin

L-Phenylalanin

L-Prolin

L-Serin

L-Threonin

L-Tryptophan

L-Tyrosin

L-Valin

N-Acetyl-L-Cystein (nur für Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke)

N-Acetyl-L-Methionin (nur für Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke)

Sonstige Stoffe

Astaxanthin-reiches Oleoresin aus Haematococcus Pluvialis extrahiert

3.2.2

Beta-Glucan aus Hafer und/oder aus Gerste

Beta-Glucan aus Hefe gemäss Anhang I Durchführungsbeschluss 2011/762/EU6

Betainhydrochlorid

L-Carnitin

L-Carnitinhydrochlorid

L-Carnitin-L-Tartrat

Cholin

Cholinchlorid

Cholintartrate

Cholincitrat

Chondroitinsulfat (Ph. Eur.)

Coenzym Q10 (Ubichinon, Ubichinol)

Coffein

DHA und deren Ester aus Speiseölen und neuartigen Speiseölen gemäss der Verordnung des EDI vom 23. November 20057 über Speiseöl, Speisefett und daraus hergestellte Erzeugnisse

EPA und deren Ester aus Speiseölen und neuartigen Speiseölen gemäss der Verordnung des EDI vom 23. November 2005 über Speiseöl, Speisefett und daraus hergestellte Erzeugnisse

Flavonoide aus Glycyrrhzia glabra L. gemäss Anhang I Durchführungsbeschluss 2011/761/EU8

Glucosaminchlorid

Glucosaminsulfat

D-Glucurono-ã-lacton

Inositol

Isoflavone aus Soja- und/oder aus Rotkleeextrakten

Katechine, Epigallocatechingallat (EGCG) aus Grüntee

Konjugierte Linolsäure (CLA) aus Distelöl

Kreatinmonohydrat

Kreatinpyruvat

Lactase FCC (Food Chemicals Codex)

Linolsäure aus Speiseölen und neuartigen Speiseölen gemäss der Verordnung des EDI vom 23. November 2005 über Speiseöl, Speisefett und daraus hergestellte Erzeugnisse

Lutein aus Tagetes

Lycopin aus Tomaten und/oder aus Blakeslea trispora gemäss Anhang I Entscheidung 2009/365/EG9 und/oder synthetisches Lycopin gemäss Anhang I Entscheidung 2009/362/EG10

Oligomere Proanthocyanidine (OPC) aus Trauben und/oder Pinienrinde

Omega-3-Fettsäuren aus Speiseölen und neuartigen Speiseölen gemäss der Verordnung des EDI vom 23. November 2005 über Speiseöl, Speisefett und daraus hergestellte Erzeugnisse

Phophatidylserin gemäss Anhang 1 Durchführungsbeschluss 2011/513/EU11

Shiitake Mycelauszug gemäss Anhang I Beschluss 2011/73/EU12

Spezifische Fettsäuren oder Lipide: Bei der Verwendung von neuartigen Speiseölen zur Anreicherung von Lebensmitteln gelten die Artikel 5b, 5c, 5d und 5g der Verordnung des EDI vom 23. November 2005 über Speiseöl, Speisefett und daraus hergestellte Erzeugnisse sowie die Spezifikationen, die Verwendungszwecke und die Höchstmengen gemäss den Anhängen 3, 4, 5 und 8.

Taurin

Wasserlösliche Tomatenkonzentrate WSTC I und II gemäss EFSA Journal 2010; 8(7):1689

Zeaxanthin aus Tagetes und/oder synthetisches Zeaxanthin gemäss Anhang Durchführungsbeschluss 2013/49/EU13


1 Fassung gemäss Ziff. II Abs. 2 der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4919).
2 á-Tocopherol < 20 %, â-Tocopherol < 10 %, ã-Tocopherol 50-70 %, und ä-Tocopherol 10-30 %.
3 Typische Mengen einzelner Tocopherole und Tocotrienole sind: -  115 mg/g á-Tocopherol (101 mg/g Mindestgehalt); -      5 mg/g â-Tocopherol (< 1 mg/g Mindestgehalt); -    45 mg/g ã-Tocopherol (25 mg/g Mindestgehalt); -    12 mg/g ä-Tocopherol (3 mg/g Mindestgehalt); -    67 mg/g á-Tocotrienol (30 mg/g Mindestgehalt); -   < 1 mg/g â-Tocotrienol (< 1 mg/g Mindestgehalt); -    82 mg/g ã-Tocotrienol (45 mg/g Mindestgehalt); -      5 mg/g ä-Tocotrienol (1 mg/g Mindestgehalt).
4 Menachinon kommt in erster Linie als Menachinon-7 und in geringerem Masse als Menachinon-6 vor.
5 In Gegenwart von Natriumselenit als Selenquelle in Kultur gewonnene Arten Selenhefe, die in handelsüblicher getrockneter Form nicht mehr als 2,5 mg Se/g enthalten. Die in der Hefe vorherrschende organische Selenart ist Selenmethionin (zwischen 60 und 85 % des im Produkt enthaltenen Selens). Der Gehalt an anderen organischen Selenverbindungen einschliesslich Selenocystein darf 10 % des gesamten Selenextraktes nicht überschreiten. Der Gehalt an anorganischem Selen darf üblicherweise 1 % des gesamten Selenextraktes nicht überschreiten.
6 Durchführungsbeschluss 2011/762/EU der Kommission vom 24. November 2011 zur Genehmigung des Inverkehrbringens von Hefe-Beta-Glucanen als neuartige Lebensmittelzutat gemäss der Verordnung (EG) Nr. 258/97 des Europäischen Parlaments und des Rates, ABl. L 313 vom 26.11.2011, S. 41.
7 SR 817.022.105
8 Durchführungsbeschluss 2011/761/EU der Kommission vom 24. November 2011 zur Genehmigung des Inverkehrbringens von Flavonoiden aus Glycyrrhiza glabra L. als neuartige Lebensmittelzutat gemäss der Verordnung (EG) Nr. 258/97 des Europäischen Parlaments und des Rates, ABl. L 313 vom 26.11.2011, S. 37.
9 Entscheidung 2009/365/EG der Kommission vom 28. April 2009 zur Genehmigung des Inverkehrbringens von Lycopin aus Blakeslea trispora als neuartige Lebensmittelzutat gemäss der Verordnung (EG) Nr. 258/97 des Europäischen Parlaments und des Rates, ABl. L 111 vom 5.5.2009, S. 31.
10 Entscheidung 2009/362/EG der Kommission vom 30. April 2009 zur Genehmigung des Inverkehrbringens von Lycopin als neuartige Lebensmittelzutat gemäß der Verordnung (EG) Nr. 258/97 des Europäischen Parlaments und des Rates, ABl. L 110 vom 1.5.2009, S. 54.
11 Durchführungsbeschluss 2011/513/EU der Kommission vom 19. August 2011 zur Genehmigung des Inverkehrbringens von Phosphatidylserin aus Soja-Phospholipiden als neuartige Lebensmittelzutat gemäss der Verordnung (EG) Nr. 258/97 des Europäischen Parlaments und des Rates, ABl. L 215 vom 20.8.2011, S. 20.
12 Beschluss 2011/73/EU der Kommission vom 2. Februar 2011 zur Genehmigung des Inverkehrbringens eines Mycelauszugs von Lentinula edodes (Shiitake-Pilz) als neuartige Lebensmittelzutat gemäss der Verordung (EG) Nr. 258/97 des Europäischen Parlaments und des Rates, ABl. L 29 vom 3.2.2011, S. 30.
13 Durchführungsbeschluss 2013/49/EU der Kommission vom 22. Januar 2013 über die Genehmigung des Inverkehrbringens von synthetischem Zeaxanthin als neuartige Lebensmittelzutat gemäß der Verordnung (EG) Nr. 258/97 des Europäischen Parlaments und des Rates, ABl. L 21 vom 24.1.2013, S. 32.


Anhang 14a1

(Art. 20a)

Wesentliche Zusammensetzung von diätetischen Lebensmitteln
für besondere medizinische Zwecke

Die Spezifikationen beziehen sich auf das gebrauchsfertige Erzeugnis, sei es als solches im Handel oder nach den Anweisungen des Herstellers zubereitet.

1.
Erzeugnisse im Sinne von Artikel 20a Absatz 2 Buchstabe a, die eigens für Säuglinge bestimmt sind, enthalten Vitamine und Mineralstoffe gemäss Tabelle 1.
2.
Erzeugnisse im Sinne von Artikel 20a Absatz 2 Buchstabe b, die eigens für Säuglinge bestimmt sind, enthalten Vitamine und Mineralstoffe gemäss Tabelle 1; hiervon bleiben Änderungen hinsichtlich eines oder mehrerer dieser Nährstoffe unberührt, sofern sie aufgrund der Zweckbestimmung des Erzeugnisses erforderlich sind.
3.
Vitamine und Mineralstoffe dürfen in Erzeugnissen im Sinne von Artikel 20a Absatz 2 Buchstabe c, die eigens für Säuglinge bestimmt sind, nicht in höheren als den in Tabelle 1 angegebenen Höchstmengen enthalten sein; hiervon bleiben Änderungen hinsichtlich eines oder mehrerer dieser Nährstoffe unberührt, sofern sie aufgrund der Zweckbestimmung des Erzeugnisses erforderlich sind.
4.
Sofern dies nicht den aus der Zweckbestimmung resultierenden Erfordernissen zuwiderläuft, sind Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke, die eigens für Säuglinge bestimmt sind, mit den Vorschriften über andere Nährstoffe konform, die für Säuglingsanfangsnahrung bzw. Folgenahrung gelten.
5.
Erzeugnisse im Sinne von Artikel 20a Absatz 2 Buchstabe a, die nicht eigens für Säuglinge bestimmt sind, enthalten Vitamine und Mineralstoffe gemäss Tabelle 2.
6.
Erzeugnisse im Sinne von Artikel 20a Absatz 2 Buchstabe b, die nicht eigens für Säuglinge bestimmt sind, enthalten Vitamine und Mineralstoffe gemäss Tabelle 2; hiervon bleiben Änderungen hinsichtlich eines oder mehrerer dieser Nährstoffe unberührt, sofern sie aufgrund der Zweckbestimmung des Erzeugnisses erforderlich sind.
7.
Vitamine und Mineralstoffe dürfen in Erzeugnissen im Sinne von Artikel 20a Absatz 2 Buchstabe c, die nicht eigens für Säuglinge bestimmt sind, nicht in höheren als den in Tabelle 2 angegebenen Höchstmengen enthalten sein; hiervon bleiben Änderungen hinsichtlich eines oder mehrerer dieser Nährstoffe unberührt, sofern sie aufgrund der Zweckbestimmung des Erzeugnisses erforderlich sind.

Tabelle 1

Werte für Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente in
diätetisch vollständigen Lebensmitteln für Säuglinge

Vitamine

Pro 100 kJ

Pro 100 kcal

Minimum

Maximum

Minimum

Maximum

Vitamin A (ìg RE)

14

43

60

180

Vitamin D (ìg)

  0,25

  0,75

  1

    3

Vitamin K (ìg)

  1

  5

  4

  20

Vitamin C (mg)

  1,9

  6

  8

  25

Thiamin (mg)

  0,01

  0,075

  0,04

    0,3

Riboflavin (mg)

  0,014

  0,1

  0,06

    0,45

Vitamin B6 (mg)

  0,009

  0,075

  0,035

    0,3

Niacin (mg NE)

  0,2

  0,75

  0,8

    3

Folsäure (ìg)

  1

  6

  4

  25

Vitamin B12 (ìg)

  0,025

  0,12

  0,1

    0,5

Pantothensäure (mg)

  0,07

  0,5

  0,3

    2

Biotin (ìg)

  0,4

  5

  1,5

  20

Vitamin E (mg á-TE)

  0,5/g mehrfach ungesättigter Fettsäuren, ausgedrückt als Linolsäure, keinesfalls jedoch weniger als 0,1 mg pro 100 verwert- bare kJ

  0,75

  0,5/g mehrfach ungesättigter Fettsäuren, ausgedrückt als Linolsäure, keinesfalls jedoch weniger als 0,5 mg pro 100 verwert- bare kcal

    3

Mineralstoffe

Pro 100 kJ

Pro 100 kcal

Minimum

Maximum

Minimum

Maximum

Natrium (mg)

  5

14

20

  60

Chlorid (mg)

12

29

50

125

Kalium (mg)

15

35

60

145

Kalzium (mg)

12

60

50

250

Phosphor (mg)a

  6

22

25

  90

Magnesium (mg)

  1,2

  3,6

  5

  15

Eisen (mg)

  0,12

  0,5

  0,5

    2

Zink (mg)

  0,12

  0,6

  0,5

    2,4

Kupfer (ìg)

  4,8

29

20

120

Iod (ìg)

  1,2

  8,4

  5

  35

Selen (ìg)

  0,25

  0,7

  1

    3

Mangan (ìg)

  0,25

25

  1

100

Chrom (ìg)

  -

  2,5

  -

  10

Molybdän (ìg)

  -

  2,5

  -

  10

Fluorid (mg)

  -

  0,05

  -

    0,2

a

Das Kalzium/Phosphor-Verhältnis darf nicht weniger als 1,2 und nicht mehr als 2,0 betragen.

Tabelle 2

Werte für Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente in diätetisch vollständigen Lebensmitteln, die nicht für Säuglinge bestimmt sind

Vitamine

Pro 100 kJ

Pro 100 kcal

Minimum

Maximum

Minimum

Maximum

Vitamin A (ìg RE)

8,4

43

35

180

Vitamin D (ìg)

0,12

  0,65/0,75a

  0,5

    2,5/3a

Vitamin K (ìg)

0,85

  5

  3,5

  20

Vitamin C (mg)

0,54

  5,25

  2,25

  22

Thiamin (mg)

0,015

  0,12

  0,06

    0,5

Riboflavin (mg)

0,02

  0,12

  0,08

    0,5

Vitamin B6 (mg)

0,02

  0,12

  0,08

    0,5

Niacin (mg NE)

0,22

  0,75

  0,9

    3

Folsäure (ìg)

2,5

12,5

10

  50

Vitamin B12 (ìg)

0,017

  0,17

  0,07

    0,7

Pantothensäure (mg)

0,035

  0,35

  0,15

    1,5

Biotin (ìg)

  0,18

  1,8

  0,75

    7,5

Vitamin E (mg á-TE)

  0,5/g mehrfach ungesättigter Fettsäuren, ausgedrückt als Linolsäure, keinesfalls jedoch weniger als 0,1 mg pro 100 verwertbare kJ

  0,75

  0,5/g mehrfach ungesättigter Fettsäuren, ausgedrückt als Linolsäure, keinesfalls jedoch weniger als 0.5 mg pro 100 verwertbare kcal

    3

a

Für Erzeugnisse, die für Kinder von 1 bis 10 Jahren bestimmt sind.

Mineralstoffe

Pro 100 kJ

Pro 100 kcal

Minimum

Maximum

Minimum

Maximum

Natrium (mg)

  7,2

  42

30

175

Chlorid (mg)

  7,2

  42

30

175

Kalium (mg)

19

  70

80

295

Calcium (mg)

  8,4/12a

  42/60a

35/50

175/250a

Phosphor (mg)1

  7,2

  19

30

  80

Magnesium (mg)

  1,8

    6

  7,5

  25

Eisen (mg)

  0,12

    0,5

  0,5

    2,0

Zink (mg)

  0,12

    0,36

  0,5

    1,5

Kupfer (ìg)

15

125

60

500

Jod (ìg)

  1,55

    8,4

  6,5

  35

Selen (ìg)

  0,6

    2,5

  2,5

  10

Mangan (mg)

  0,012

    0,12

  0,05

    0,5

Chrom (ìg)

  0,3

    3,6

  1,25

  15

Molybdän (ìg)

  0,72

    4,3

  3,5

  18

Fluorid (mg)

  -

    0,05

  -

    0,2

a

Für Erzeugnisse, die für Kinder von 1 bis 10 Jahren bestimmt sind.


1 Eingefügt durch Ziff. II Abs. 3 der V des EDI vom 15. Nov. 2006 (AS 2006 4919). Be-reinigt durch Ziff. III Abs. 3 der V des EDI vom 7. März 2008, in Kraft seit 1. April 2008 (AS 2008 961).


Anhang 14b1

(Art. 20 Abs. 7 und 22 Abs. 6 und 6ter)

Anforderungen an lebende Bakterienkulturen zur Verwendung in Ergänzungsnahrungen und Nahrungsergänzungsmitteln

1
Lebende Bakterienkulturen, die in Nahrungsmitteln für Personen mit erhöhtem Energie- oder Nährstoffbedarf (Ergänzungsnahrungen) gemäss Artikel 20 oder in Nahrungsergänzungsmitteln gemäss Artikel 22 verwendet werden, müssen für Lebensmittelzwecke geeignet und gesundheitlich unbedenklich sein.
2
Es können lebende Zellen von Stämmen einer oder verschiedener Bakterienarten (Species) eingesetzt werden.
3
Diese müssen die folgenden Kriterien erfüllen:
3.1
Vorzugsweise menschlichen Ursprungs, keine humanpathogenen Eigenschaften, keine übertragbaren Antibiotikaresistenzen.
3.2
Sie müssen in einer international anerkannten Stammsammlung hinterlegt sein.
3.3
Species und Stamm müssen mit molekularbiologischen Methoden charakterisiert sein. Dies bedeutet:
a.
Species: DNA-DNA Hybridisierung oder 16SrRNA Sequenzanalyse
b.
Stamm: International akzeptierte molekular-biologische Methode wie molekulabiologisches Fingerprintverfahren PFGE oder RAPD

1 Eingefügt durch Ziff. II Abs. 3 der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4919).


Anhang 151


1 Aufgehoben durch Ziff. II Abs. 4 der V des EDI vom 25. Nov. 2013, mit Wirkung seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4919).



1 SR 817.02
2AS 2006 4919
3AS 2008 961
4 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 17. März 2010, in Kraft seit 1. April 2010 (AS 2010 973).
5AS 2009 1997
6AS 2010 4615
7 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 6. Dez. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 6253).
8AS 2013 4919

Für Anregungen und Mitteilungen: Kompetenzzentrum Amtliche Veröffentlichungen
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