817.022.108

Verordnung des EDI über Lebensmittel tierischer Herkunft

vom 23. November 2005 (Stand am 1. Januar 2014)

Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI),

gestützt auf die Artikel 4 Absatz 2, 26 Absätze 2 und 5 und 27 Absatz 3 der Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung vom 23. November 20051 (LGV),

verordnet:

1. Kapitel: Gegenstand, Geltungsbereich und zulässige Tierarten

 

1 Diese Verordnung umschreibt die Lebensmittel tierischer Herkunft, namentlich Fleisch, Fisch, Milch, Eier und Honig sowie die daraus hergestellten Erzeugnisse, legt die Anforderungen an sie fest und regelt deren besondere Kennzeichnung.

2 Zum menschlichen Konsum bestimmte lebende Muscheln, Stachelhäuter, Manteltiere und Meeresschnecken sowie sonstige Tiere, die lebend an die Konsumentinnen und Konsumenten abgegeben und zu diesem Zweck entsprechend hergerichtet werden, gelten ebenfalls als Lebensmittel tierischer Herkunft.1

3 Die Anforderungen an tierische Fette und Grieben richten sich nach der Verordnung des EDI vom 23. November 20052 über Speiseöl, Speisefett und daraus hergestellte Erzeugnisse.

4 Die Hygieneanforderungen im Zusammenhang mit Lebensmitteln tierischer Herkunft richten sich nach der Hygieneverordnung des EDI vom 23. November 20053.


1 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 15. Nov. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4949).
2 SR 817.022.105
3 SR 817.024.1


 

Zur Lebensmittelgewinnung sind ausschliesslich folgende Tierarten zulässig:

a.
domestizierte Huftiere der zoologischen Familien der Bovidae (Hornträger), Cervidae (Hirsche), Camelidae (Kamelartige), Suidae (Schweine) und Equidae (Pferde);
b.
Hauskaninchen;
c.
Wild, d.h. von in freier Wildbahn lebenden oder in Gehegen gehaltenen Landsäugetieren und Vögeln; ausgenommen sind:
1.
Carnivora (Fleischfresser) ausser Landbären,
2.
Primates (Affen und Halbaffen),
3.
Rodentia (Nagetiere) ausser Murmeltier und Nutria;
d.
Laufvögel (Strauss) und Hausgeflügel (Huhn, Truthuhn, Perlhuhn, Gans, Ente, Taube, Zuchtwachtel);
e.
Zuchtreptilien;
f.
Rana spp. (Frösche);
g.
Fische, ausser giftige Fische aus den Familien Tetraodontidae (Kugelfische), Molidae (Mondfische), Diodontidae (Igelfische), Canthigasteridae (Spitzkopf-Kugelfische);
h.
Rundmäuler;
i.
Manteltiere;
j.
Stachelhäuter;
k.
Krebstiere;
l.
Weichtiere.

1a. Kapitel:2 Gefrorene Lebensmittel tierischer Herkunft

 

1 Für gefrorene Lebensmittel tierischer Herkunft muss die verantwortliche Person eines Lebensmittelbetriebs bis zu der Stufe, auf der die Kennzeichnung des Lebensmittels gemäss den Vorgaben der Verordnung des EDI vom 23. November 20051 über die Kennzeichnung und Anpreisung von Lebensmitteln (LKV) erfolgt, dafür sorgen, dass dem Lebensmittelbetrieb, dem das Lebensmittel geliefert wird, sowie auf Verlangen der zuständigen Behörde folgende Informationen zur Verfügung gestellt werden:

a.
das Datum der Schlachtung im Fall von Schlachttierkörpern, -hälften und -vierteln;
b.
das Datum der Erlegung im Fall von Wildtierkörpern;
c.
das Datum der Ernte oder des Fangs im Fall von Fischereierzeugnissen;
d.
das Datum der Verarbeitung, Zerlegung, Zerkleinerung oder Zubereitung bei allen anderen Lebensmitteln tierischer Herkunft;
e.
das Datum des Einfrierens, falls dieses vom Datum nach den Buchstaben a-d abweicht.

2 Wird ein Lebensmittel aus Rohstoffen mit unterschiedlichen Daten nach den Buchstaben a-e hergestellt, so sind die ältesten Daten zur Verfügung zu stellen.

3 Die Form der Bereitstellung dieser Angaben bleibt dem Lieferanten überlassen.



2. Kapitel: Fleisch

1. Abschnitt: Definitionen

 

1 Als Fleisch gelten alle geniessbaren Tierkörperteile der in Artikel 2 Buchstaben a-e genannten Tierarten.1

2 Frisches Fleisch ist Fleisch, das zur Haltbarmachung ausschliesslich gekühlt, gefroren oder schnellgefroren wurde, einschliesslich vakuumverpacktes und in kontrollierter Atmosphäre umhülltes Fleisch.2

2bis Hackfleisch ist entbeintes Fleisch, das durch Hacken zerkleinert wurde und weniger als 1 Prozent Salz enthält.3

3 Als Fleischzubereitung gilt frisches Fleisch, einschliesslich zerkleinertes Fleisch, dem Lebensmittel, Würzstoffe oder Zusatzstoffe zugegeben wurden oder das einem Bearbeitungsverfahren unterzogen wurde, das nicht ausreicht, die innere Muskelfaserstruktur des Fleisches zu verändern und so die Merkmale von frischem Fleisch zu beseitigen. Hackfleisch gilt als Fleischzubereitung, wenn es 1 Prozent oder mehr Salz enthält.4

4 Fleischerzeugnisse sind verarbeitete Erzeugnisse, die aus der Verarbeitung von Fleisch oder der Weiterverarbeitung solcher verarbeiteter Erzeugnisse entstehen und die so beschaffen sind, dass bei einem Schnitt durch ihren Kern die Schnittfläche die Feststellung erlaubt, dass die Merkmale von frischem Fleisch nicht mehr vorhanden sind.5

5 Skelettmuskeln von Tieren der Spezies Säugetiere und Vögel umfassen die am Knochen anhaftenden Muskeln, mit anhaftendem oder eingelagertem Fett- und Bindegewebe. Das Zwerchfell und die Kaumuskeln gehören zu den Skelettmuskeln; das Herz, die Zunge und die Muskeln des Kopfes (ohne Kaumuskulatur), des Karpal- und Tarsalgelenkes sowie des Schwanzes gehören nicht zu den Skelettmuskeln.

6 Als Innereien gelten die beim Schlachten anfallenden Organe der Brust-, Bauch- und Beckenhöhle.

7 Für Blut von Tieren der Tierarten nach Artikel 2 Buchstaben a-e gelten die Bestimmungen über Fleisch sinngemäss.


1 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4969).
2 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4969).
3 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008, in Kraft seit 1. April 2008 (AS 2008 1009).
4 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4969).
5 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4969).


2. Abschnitt: Nicht zulässige Tierkörperteile

 

1 Folgende Tierkörperteile dürfen nicht zu Lebensmitteln verarbeitet oder als Lebensmittel an Konsumentinnen und Konsumenten abgegeben werden:

a.
von Säugetieren:
1.
Harn- und Geschlechtsapparat mit Ausnahme der Nieren, der Harnblase und der Hoden,
2.
Kehlkopf, Mandeln, Luftröhre und extralobuläre Bronchien,
3.
Augen und Lider,
4.
der äussere Gehörgang,
5.
das Gekröse mit Lymphknoten und Fett, ausgenommen das Kalbsgekröse,
6.
Horngewebe und Haare;
b.
von Geflügel:
1.
der Kopf (ausgenommen Kamm, Ohren, Kehllappen und Fleischwarzen),
2.
die Speiseröhre,
3.
der Kropf,
4.1
die Innereien, mit Ausnahme von Leber, Herz, Muskelmagen,
5.
die Geschlechtsorgane,
6.
die Federn.

2 Die Verwendung von Schlachttierkörperteilen nach den Artikeln 179d und 180c der Tierseuchenverordnung vom 27. Juni 19952 zur Herstellung von Gelatine, Talg und Talgerzeugnissen sowie zur Gewinnung von Aminosäuren und Peptiden ist verboten.


1 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 15. Nov. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4949).
2 SR 916.401


3. Abschnitt: Hackfleisch und Fleischzubereitungen3

 

1 Für die Herstellung von Hackfleisch und von Fleischzubereitungen darf nur Fleisch verwendet werden aus:

a.
der Skelettmuskulatur oder
b.
Fleischabschnitten, die beim Zerlegen und Zerschneiden von ganzen Muskelstücken anfallen.

2 Nicht verwendet werden dürfen:

a.
Separatorenfleisch;
b.
Fleisch, das Knochensplitter oder Hautreste enthält;
c.
Kopffleisch (mit Ausnahme der Kaumuskeln), nicht muskuläre Teile der Linea alba, Teile aus dem Hand- und Fusswurzelbereich, Knochenputz sowie Muskeln des Zwerchfells, es sein denn, die serösen Häute sind entfernt worden.

3 Für Fleischzubereitungen, die eindeutig nur nach vorheriger Hitzebehandlung konsumiert werden, dürfen zudem verwendet werden:

a.
gehacktes oder zerstückeltes Fleisch, das beim Zerlegen und Zerschneiden anfällt;
b.
Separatorenfleisch von Schweinen und Geflügel.

4 Die verantwortliche Person stellt sicher, dass Hackfleisch den Anforderungen von Anhang 1a entspricht.1


1 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 15. Nov. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4949).


4. Abschnitt: Bearbeitete Mägen, Blasen und Därme

 

Mägen, Blasen und Därme dürfen nur verwendet werden, wenn:

a.
sie von Tieren stammen, die in einem zugelassenen Schlachthof geschlachtet und nach der Fleischuntersuchung für genusstauglich befunden wurden;
b.
sie gesalzen, erhitzt oder getrocknet wurden; und
c.
nach der Behandlung nach Buchstabe b geeignete Vorkehrungen zur Verhinderung einer Rekontamination getroffen wurden.

5. Abschnitt: Separatorenfleisch

 

1 Separatorenfleisch ist ein Erzeugnis, das durch Ablösung des an fleischtragenden Knochen nach dem Entbeinen oder an Geflügelschlachtkörpern haftenden Fleisches auf mechanische Weise so gewonnen wird, dass die Struktur der Muskelfasern sich auflöst oder verändert wird.

2 Separatorenfleisch darf nur aus Fleisch gemäss Artikel 3 Absatz 1 gewonnen werden.

3 Nicht verwendet werden dürfen:

a.
Kopfknochen, Füsse, Schwänze, Oberschenkel, Schienbeine, Wadenbeine, Oberarmbeine, Speichen und Ellen;
b.
Knochen von Rindern, Schafen und Ziegen;
c.
Ständer, Halshaut und Kopf von Geflügel.

4 Die Artikel 179d Absatz 5 und 180c Absatz 5 der Tierseuchenverordnung vom 27. Juni 19951 bleiben vorbehalten.

5 Für den Kalziumgehalt von Separatorenfleisch gilt:

a.
Er darf 0,1 % (= 100 mg pro 100 g oder 1000 ppm) des frischen Erzeugnisses nicht überschreiten.
b.
Er ist nach einer standardisierten international anerkannten Methode festzustellen.2

1 SR 916.401
2 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 15. Nov. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4949).


6. Abschnitt: Kennzeichnung

 

1 Die Sachbezeichnung für Fleisch, Fleischzubereitungen und Fleischerzeugnisse muss sich zusammensetzen aus:

a.
einem Hinweis auf die Tierarten, von denen das Fleisch stammt;
b.1
einer der folgenden Bezeichnungen, entsprechend der Eigenart des Produktes:
1.
«Fleisch» oder branchenübliche Bezeichnung der Fleischstücke,
2.
«Fleischzubereitung» oder branchenübliche Bezeichnung der Fleischstücke gefolgt vom Begriff «-zubereitung»,
3.
«Fleischerzeugnis» oder branchenübliche Bezeichnung der Fleischstücke gefolgt vom Begriff «-erzeugnis».

2 Kann das Produkt keiner der in Absatz 1 Buchstabe b genannten Produktegruppen zugeordnet werden, so muss stattdessen die Herstellungstechnologie oder die Art der Behandlung angegeben werden.

3 In der Sachbezeichnung von Fleischzubereitungen und Fleischerzeugnissen müssen fleischfremde, nicht übliche Zutaten zusätzlich angegeben werden.

4 Anstelle einer Sachbezeichnung nach Absatz 1 darf nur bei den folgenden Fleischerzeugnissen und Fleischzubereitungen die nachstehende Bezeichnung als Sachbezeichnung verwendet werden: (Rahm-)Blutwurst, Bündnerfleisch, Cervelas, (Bauern-, Deli-)Fleischkäse, Kalbsbratwurst, Landjäger, Leberwurst, Lyoner, Mortadella, Rohessspeck, Rohschinken, Salami (Milano, Nostrano, Varzi), (Bauern-, Hinter-, Koch-, Model-)Schinken, Schüblig, Schweinsbratwurst, Tessiner Trockenfleisch, Walliser Trockenfleisch, Wienerli.2

5 Ein Hinweis auf die Tierarten ist nicht erforderlich bei Fleischerzeugnissen und Fleischzubereitungen, die ausschliesslich aus Fleisch von Tieren der Rinder- oder Schweinegattung zusammengesetzt sind, sowie bei Verwendung einer allgemein üblichen Bezeichnung nach Absatz 4.3 Wird in der Sachbezeichnung auf eine der beiden Tierarten hingewiesen, so muss deren Fleischanteil mehr als 50 Massenprozent des im Fleischerzeugnis verarbeiteten Fleisches betragen.

6 Bei Fleischzubereitungen und Fleischerzeugnissen, die den Anschein erwecken, dass es sich um ein gewachsenes Stück Fleisch handelt, die jedoch tatsächlich aus verschiedenen Stücken bestehen, die durch andere Zutaten, einschliesslich Lebensmittelzusatzstoffe und Enzyme, oder durch andere Mittel zusammengefügt sind, ist die Sachbezeichnung mit dem Hinweis «aus Fleischstücken zusammengefügt» zu ergänzen.4


1 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 26. Nov. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 6037).
2 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 11. Mai 2009, in Kraft seit 25. Mai 2009 (AS 2009 2019).
3 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 11. Mai 2009, in Kraft seit 25. Mai 2009 (AS 2009 2019).
4 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4969).


 

1 Die Zutaten aus Fleisch in Fleischzubereitungen und -erzeugnissen müssen im Verzeichnis der Zutaten wie folgt angegeben werden:

a.
Skelettmuskeln: «…1-Fleisch»; werden die für diese Zutat in Anhang 1 festgelegten Höchstwerte der Fett- und Bindegewebeanteile überschritten und sind alle andern Kriterien gemäss Artikel 3 Absatz 5 erfüllt, so muss der Muskelfleischanteil nach unten angepasst werden und das Verzeichnis der Zutaten muss mit der Angabe der Zutat Fett oder Bindegewebe ergänzt werden;
b.
Innereien (Organe): «…2 (Angabe des Organs)»;
c.
Fettgewebe: «…3-Fett»;
d.
Speck, Schwarte, Blut und Plasma können ohne Angabe der Tierarten deklariert werden;
e.
Separatorenfleisch: «…4-Separatorenfleisch».

2 Bearbeitete Mägen, Blasen und Därme müssen mit einem Hinweis auf die Tierart, von denen diese Verarbeitungserzeugnisse stammen, deklariert werden.

3 Wursthüllen müssen im Verzeichnis der Zutaten wie folgt angegeben werden:

a.
nicht für den Verzehr geeignete Wursthüllen aus Natur- oder Kunstdarm: «Hülle nicht zum Verzehr geeignet»;
b.
gefärbte oder mit Tauchmasse behandelte Wursthüllen: «gefärbte Hülle».

4 Bei den folgenden Lebensmitteln ist auf der Verpackung oder der Umhüllung darauf hinzuweisen, dass die Erzeugnisse vor dem Verzehr vollständig durcherhitzt werden müssen:5

a.
Hackfleisch und Fleischzubereitungen, die zum Verzehr in durcherhitztem Zustand bestimmt sind;
b.
Fleischerzeugnisse aus Geflügelfleisch, die zum Verzehr in durcherhitztem Zustand bestimmt sind;
c.
Hackfleisch von Geflügel oder Pferden;
d.
Fleischzubereitungen mit Separatorenfleisch.6

5 Bei Fleisch, Fleischzubereitungen und -erzeugnissen, die nicht für die Abgabe an Konsumentinnen und Konsumenten bestimmt sind, muss die Verpackung und die Umhüllung nach den Artikeln 12 und 14 LKV7 datiert werden. An Stelle des Mindesthaltbarkeitsdatums oder des Verbrauchsdatums kann angegeben werden:8

a.
bei Fleisch: das Abpackdatum;
b.
bei Fleischzubereitungen oder Fleischerzeugnissen: das Herstellungsdatum.9

6 Das Räuchern, Würzen, Marinieren oder Panieren von Fleisch und Fleischerzeugnissen gilt nicht als genügende Bearbeitung oder Verarbeitung nach Artikel 15 Absatz 3 LKV.

7 Bei Hackfleisch sind auf der Verpackung und der Umhüllung gemäss Anhang 1a zusätzlich folgende Angaben anzubringen:

a.
«Fettgehalt weniger als …»;
b.
«Verhältnis zwischen Bindegewebe- und Fleischeiweiss weniger als …».10

8 Bei Fleisch nach Artikel 31 Absatz 2 Buchstabe b der Verordnung vom 23. November 200511 über das Schlachten und die Fleischkontrolle, das keiner Trichinellenuntersuchung unterzogen wurde, sowie daraus hergestellten Fleischzubereitungen und Fleischerzeugnissen muss mit geeigneten Massnahmen sichergestellt werden, dass sie nur für den nationalen Markt bestimmt sind. Diese müssen bei der Abgabe an die Konsumentinnen und Konsumenten auf der Verpackung oder der Umhüllung mit einem quadratischen Kennzeichen, in dem die Angabe «nur CH» enthalten ist, versehen sein. Fleischerzeugnisse, die offen zur Selbstbedienung angeboten werden, sind entsprechend zu kennzeichnen.12

9 Auf der Verpackung oder der Umhüllung von frischem Geflügelfleisch und von Geflügelfleischzubereitungen muss im selben Gesichtsfeld wie die Sachbezeichnung ein Hygienehinweis oder ein eindeutiger Bezug auf den Hygienehinweis angebracht werden. Aus dem Hinweis muss hervorgehen:

a.
wie Konsumentinnen und Konsumenten mit frischem Geflügelfleisch im Privathaushalt hygienisch umgehen sollen;
b.
dass die Erzeugnisse vor dem Verzehr vollständig durcherhitzt werden müssen.13

10 Fleischzubereitungen und Fleischerzeugnisse, die unter Zusatz des Enzyms Transglutaminase hergestellt worden sind, müssen folgenden Hinweis tragen: «Für Personen mit Zöliakie nicht geeignet». Dies gilt nur für Produkte, die keiner Hitzebehandlung unterzogen worden sind und bestimmungsgemäss vor dem Verzehr nicht erhitzt werden müssen. Bei offen angebotenen Fleischzubereitungen und Fleischerzeugnissen ist der Hinweis schriftlich anzubringen.14


1 Tierart
2 Tierart
3 Tierart
4 Tierart
5 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4969).
6 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 26. Nov. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 6037).
7 SR 817.022.21
8 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4969).
9 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 15. Nov. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4949).
10 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 15. Nov. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4949).
11 SR 817.190
12 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 15. Nov. 2006 (AS 2006 4949). Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 26. Nov. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 6037).
13 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 15. Nov. 2006 (AS 2006 4949). Fassung ge-mäss Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4969).
14 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4969).


7. Abschnitt:4 Ausfuhrbeschränkungen

 

Fleisch, Fleischzubereitungen und Fleischerzeugnisse, die nach Artikel 9 Absatz 8 gekennzeichnet sind, dürfen nicht in folgende Staaten ausgeführt werden:1

a.
Staaten der Europäischen Union und des europäischen Wirtschaftsraums;
b.
Vereinigte Staaten von Amerika;
c.
Kanada;
d.
Chile;
e.
Neuseeland;
f.
San Marino;
g.
Andorra.

1 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 13. Okt. 2010, in Kraft seit 1. Nov. 2010 (AS 2010 4637).


3. Kapitel: Fleischprodukte

1. Abschnitt: Gelatine

 

Gelatine ist natürliches lösliches Protein, gelierend oder nichtgelierend, das durch die teilweise Hydrolyse von Kollagen aus Haut, Sehnen, Bändern oder Knochen von Tieren gewonnen wird.


 

1 Gelatine darf nur aus folgenden Rohstoffen hergestellt werden:

a.1
Knochen, die nicht als spezifiziertes Risikomaterial gemäss Artikel 179d Absatz 1 der Tierseuchenverordnung vom 27. Juni 19952 gelten;
b.
Häute und Felle von als Nutztieren gehaltenen Wiederkäuern;
c.
Schweinehäute;
d.
Geflügelhäute;
e.
Bänder und Sehnen;
f.
Häute und Felle von frei lebendem Wild;
g.
Fischhäute und Gräten.

2 Die in Absatz 1 Buchstaben a-e genannten Rohstoffe müssen stammen von:

a.
Tieren, die in einem zugelassenen Schlachthof geschlachtet und nach der Fleischuntersuchung für genusstauglich befunden wurden; oder
b.
Wildtieren, die für genusstauglich befunden wurden.

3 Die Verwendung von Häuten und Fellen, die nicht zur Verwendung als Lebensmittel bestimmt sind oder die einem Gerbungsprozess unterzogen wurden, ist verboten.

4 Die Speisegelatine muss einen Eiweissgehalt von mindestens 84 Massenprozent aufweisen.


1 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4969).
2 SR 916.401


2. Abschnitt: Kollagen

 

Kollagen ist ein Erzeugnis auf Eiweissbasis aus tierischen Knochen, Fellen, Häuten und Sehnen.


 

1 Kollagen, das in Lebensmitteln verwendet werden soll, darf nur aus folgenden Rohstoffen hergestellt werden:

a.
Knochen, die nicht als spezifiziertes Risikomaterial gemäss Artikel 179d Absatz 1 der Tierseuchenverordnung vom 27. Juni 19951 gelten;
b.
Häuten und Fellen von als Nutztieren gehaltenen Wiederkäuern;
c.
Schweinehäuten;
d.
Geflügelhäuten;
e.
Bändern und Sehnen;
f.
Häuten und Fellen von frei lebendem Wild;
g.
Fischhäuten und -gräten.2

2 Im Übrigen gilt Artikel 11 Absätze 2 und 3.


1 SR 916.401
2 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4969).


3. Abschnitt: Kennzeichnung

 

1 Umhüllungen und Verpackungen von Gelatine müssen mit der Angabe «Speisegelatine» und dem Mindesthaltbarkeitsdatum gekennzeichnet sein.

2 Kollagen, welches zum Konsum vorgesehen ist, muss mit der Aufschrift «Für den menschlichen Verzehr geeignetes Kollagen» sowie der Angabe des Datums der Herstellung versehen sein.


1 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 11. Mai 2009, in Kraft seit 25. Mai 2009 (AS 2009 2019).


4. Kapitel: Lebende Muscheln, lebende Stachelhäuter, lebende Manteltiere und lebende Meeresschnecken

 

1 Muscheln sind Lammelibranchia, die sich durch Ausfiltern von Kleinlebewesen aus dem Wasser ernähren.

2 Lebende Muscheln müssen folgende Merkmale aufweisen, die auf Frischezustand und Lebensfähigkeit schliessen lassen:

a.
schmutzfreie Schalen;
b.
Klopfreaktion;
c.
normale Mengen von Schalenflüssigkeit.

3 Konsumentengerechte Einzelverpackungen lebender Muscheln müssen bis zur Abgabe an Konsumenten und Konsumentinnen fest verschlossen sein.

4 Austern müssen mit der konkaven Seite nach unten umhüllt oder verpackt sein.


 

1 Aufgehoben durch Ziff. I der V des EDI vom 26. Nov. 2008, mit Wirkung seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 6037).


 

1 Bei lebenden Muscheln, lebenden Stachelhäutern, lebenden Manteltieren und lebenden Meeresschnecken müssen die Etikette wie auch das Identitätskennzeichen wasserfest sein. Die Etikette muss zusätzlich zum Identitätskennzeichen Angaben enthalten über:

a.
die Tierart (gemeine und wissenschaftliche Bezeichnung);
b.
das Abpackdatum (zumindest Tag und Monat).

2 Das Mindesthaltbarkeitsdatum kann durch folgende Angabe ersetzt werden: «Diese Tiere müssen zum Zeitpunkt des Verkaufs lebend sein».

3 Etiketten von Verpackungen und Umhüllungen lebender Muscheln, die keine konsumgerechten Einzelpackungen sind, müssen vom Einzelhändler nach Aufteilung des Inhalts der Sendung für mindestens 60 Tage aufbewahrt werden.


1 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 26. Nov. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 6037).


5. Kapitel: Fischereierzeugnisse

 

1 Fischereierzeugnisse umfassen:

a
alle frei lebenden oder von Menschen gehaltenen Meerestiere oder Süsswassertiere; ausgenommen sind lebende Muscheln, lebende Stachelhäuter, lebende Manteltiere und lebende Meeresschnecken sowie Säugetiere, Zuchtreptilien und Frösche;
b.
alle geniessbaren Formen und Teile dieser Tiere sowie alle aus ihnen gewonnenen geniessbaren Erzeugnisse.

2 Frische Fischereierzeugnisse sind unverarbeitete Fischereierzeugnisse, ganz oder zubereitet, einschliesslich Erzeugnisse, die vakuumverpackt oder unter kontrollierter Atmosphäre verpackt wurden. Zur Haltbarmachung wurden die Erzeugnisse nur gekühlt und keiner anderen Behandlung unterzogen.

3 Zubereitete Fischereierzeugnisse sind unverarbeitete Fischereierzeugnisse, die durch Arbeitsgänge wie Ausnehmen, Köpfen, Zerteilen, Filetieren oder Zerkleinern in ihrer anatomischen Beschaffenheit verändert wurden.

4 Verarbeitete Fischereierzeugnisse sind Fischereierzeugnisse, die aus frischen, zubereiteten oder verarbeiteten Fischereierzeugnissen weiterverarbeitet wurden.1


1 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 11. Mai 2009, in Kraft seit 25. Mai 2009 (AS 2009 2019).


 

1 Die Sachbezeichnung für Fischereierzeugnisse muss sich zusammensetzen aus:

a.1
einem Hinweis auf die Tierart (gemeine und wissenschaftliche Bezeichnung);
b.2
der Bezeichnung «Fischereierzeugnis» oder einer branchenüblichen Bezeichnung.

2 In der Sachbezeichnung von Fischereierzeugnissen müssen fischfremde, nicht übliche Zutaten zusätzlich angegeben werden.3

3 Bei Fischereierzeugnissen, die den Anschein erwecken, dass es sich um ein gewachsenes Stück Fisch handelt, die jedoch tatsächlich aus verschiedenen Stücken bestehen, die durch andere Zutaten, einschliesslich Lebensmittelzusatzstoffe und Enzyme, oder durch andere Mittel zusammengefügt sind, ist die Sachbezeichnung mit dem Hinweis «aus Fischstücken zusammengefügt» zu ergänzen.4


1 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4969).
2 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 26. Nov. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 6037).
3 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 15. Nov. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4949).
4 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4969).


 

1 Die Etikettierung von Fischereierzeugnissen muss Angaben zur Produktionsmethode (in der See oder in Binnengewässern gefangen oder gezüchtet) enthalten. Dies gilt nicht für kleine Mengen von Erzeugnissen, die von Fischern oder Aquakulturerzeugern unmittelbar an Konsumentinnen und Konsumenten abgegeben werden.

2 Fischereierzeugnissen, welche nach Artikel 42 der Hygieneverordnung des EDI vom 23. November 20052 behandelt wurden, muss beim Inverkehrbringen eine Bescheinigung des Herstellers beigelegt werden, aus der hervorgeht, welcher Art von Behandlung sie unterzogen wurden. Davon ausgenommen ist die direkte Abgabe an Konsumentinnen und Konsumenten.

3 Frische, zubereitete, tiefgefrorene oder verarbeitete Fischereierzeugnisse der Familie der Gempylidae, insbesondere Ruvettus pretiosus und Lepidocybium flavobrunneum, dürfen nur in umhüllter oder verpackter Form in Verkehr gebracht werden.3 Auf der Etikette dieser Fischereierzeugnisse sind anzugeben:

a.
die Zubereitungs- oder Garmethode;
b.
ein Hinweis auf das Risiko infolge etwa vorhandener Stoffe, die Magen-Darm-Störungen hervorrufen können;
c.
neben der Sachbezeichnung der wissenschaftliche Name.

4 Fischereierzeugnisse, die unter Zusatz des Enzyms Transglutaminase hergestellt worden sind, müssen folgenden Hinweis tragen: «Für Personen mit Zöliakie nicht geeignet». Dies gilt nur für Produkte, die keiner Hitzebehandlung unterzogen worden sind und bestimmungsgemäss vor dem Verzehr nicht erhitzt werden müssen. Bei offen angebotenen Fischereierzeugnissen ist der Hinweis schriftlich anzubringen.4


1 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008 , in Kraft seit 1. April 2008 (AS 2008 1009). Siehe auch die UeB dieser Änd. am Schluss dieses Textes.
2 SR 817.024.1
3 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 11. Mai 2009, in Kraft seit 25. Mai 2009 (AS 2009 2019).
4 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4969).


 

1 Fischereierzeugnisse, die Biotoxine wie Ciguatoxin oder Muskellähmungen bewirkende Toxine enthalten, dürfen nicht in Verkehr gebracht werden.

2 Ausgenommen sind Fischereierzeugnisse aus Muscheln, Stachelhäutern, Manteltieren und Meeresschnecken, welche die Anforderungen der Verordnung (EG) Nr. 853/20041 erfüllen.2

3 Unverarbeitete Fischereierzeugnisse der nachfolgenden Artenkategorien gelten als untauglich zum Genuss für Menschen, wenn die organoleptische Prüfung Zweifel an der Frische des Erzeugnisses aufkommen lässt und chemische Kontrollen ergeben, dass die Grenzwerte für flüchtige Basenstickstoffe (TVB-N) überschritten wurden:

a.
Sebastes spp., Helicolenus dactylopterus, Sebastichthys capensis;
b.
Arten der Familie der Pleuronectidae (mit Ausnahme des Heilbutts: Hippoglossusspp.);
c.
Salmo salar, Arten der Familie der Merluciidae und der Familie der Gadidae.3

1 Verordnung (EG) Nr. 853/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 mit spezifischen Hygienevorschriften für Lebensmittel tierischen Ursprungs, ABl. L 226 vom 25.06.2004, S. 22.
2 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4969).
3 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 15. Nov. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4949).


6. Kapitel: Schnecken und Froschschenkel

 

Als Lebensmittel zulässig sind Landlungenschnecken der folgenden Arten:

a.
Helix pomatia Linné;
b.
Helix aspersa Muller;
c.
Helix lucorum;
d.
Familie der Achatschnecken.

 

1 Froschschenkel sind die hinteren Körperteile von Fröschen der Art Rana (Familie der Ranidae).

2 Sie müssen im Querschnitt hinter den Vordergliedmassen abgetrennt, ausgeweidet und enthäutet sein.


 

Die Sachbezeichnung für Schnecken und Froschschenkel muss einen Hinweis auf die Tierart enthalten.


1 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 26. Nov. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 6037).


 

1 Frösche und Schnecken müssen einer organoleptischen Stichprobenkontrolle unterzogen werden.

2 Lässt diese Kontrolle eine mögliche Gefahr erkennen, so dürfen die Frösche oder Schnecken nicht für den menschlichen Konsum verwendet werden.


7. Kapitel: Milch

1. Abschnitt: Definitionen und Grundsätze

 

1 Milch ist das ganze Gemelk einer Kuh oder mehrerer Kühe, die regelmässig gemolken werden.

2 Rohmilch ist Milch, die nicht über 40 °C erwärmt und keiner weiteren Behandlung mit ähnlicher Wirkung unterzogen wurde.

3 Milch gilt als genussfertig, wenn sie einer Behandlung nach Artikel 49 der Hygieneverordnung des EDI vom 23. November 20051 unterzogen worden ist.



2. Abschnitt: Anforderungen

 

1 Bezüglich des Fettgehalts genussfertiger Milch gilt:

a.
Vollmilch muss einen Fettgehalt von mindestens 35 g pro Kilogramm aufweisen. Der Fettgehalt darf weder durch Hinzufügung oder Entnahme von Milchfett noch durch Mischung mit im Fettgehalt veränderter Milch geändert werden.
abis.1
Standardisierte Vollmilch muss einen Fettgehalt von mindestens 35 g, jedoch weniger als 50 g pro Kilogramm aufweisen.
b.
Teilentrahmte Milch muss einen Fettgehalt von mehr als 5 g, jedoch weniger als 35 g pro Kilogramm aufweisen.
c.
Halbentrahmte Milch muss einen Fettgehalt von mindestens 15 g und höchstens 18 g pro Kilogramm aufweisen.
d.
Entrahmte Milch (Magermilch) darf einen Fettgehalt von höchstens 5 g pro Kilogramm aufweisen.
e.
Rahmangereicherte Milch (fettangereicherte Milch) muss einen Fettgehalt von mindestens 50 g pro Kilogramm und weniger als 150 g pro Kilogramm aufweisen.

2 Die Einstellung des Fettgehaltes darf nur über die Zugabe oder Wegnahme von Rahm oder durch Mischen mit Milch eines anderen Fettgehalts erfolgen.

3 Milch darf homogenisiert werden.


1 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008, in Kraft seit 1. April 2008 (AS 2008 1009).


 

Vollmilch muss:

a.
bei einem Fettgehalt von 35 g pro Kilogramm und einer Temperatur von 20 °C eine Masse von mindestens 1028 g pro Liter aufweisen oder bei einem andern Fettgehalt eine entsprechende Masse;
b.
bei einem Fettgehalt von 35 g pro Kilogramm mindestens 28 g Eiweiss pro Kilogramm enthalten oder bei einem andern Fettgehalt einen entsprechenden Eiweissgehalt;
c.
bei einem Fettgehalt von 35 g pro Kilogramm mindestens 85 g fettfreie Trockenmasse pro Kilogramm enthalten oder bei einem andern Fettgehalt einen entsprechenden Anteil fettfreier Trockenmasse.

 

1 Genussfertige Milch darf mit essenziellen oder physiologisch nützlichen Stoffen nach Artikel 18 LGV angereichert werden; ausgenommen ist Vollmilch.

2 Milch, die mit Eiweiss angereichert wurde, muss einen Milcheiweissgehalt von mindestens 38 g pro Kilogramm aufweisen. Zur Anreicherung darf einzig Milcheiweiss verwendet werden. Ein vorgängiger Entzug von Milcheiweiss ist nicht zulässig.

3 Eine Verminderung des Eiweissgehalts ist nicht zulässig.

4 Zur Verringerung des Laktosegehalts in der Milch ist die Umwandlung von Laktose in Glukose und Galaktose gestattet.


3. Abschnitt: Kennzeichnung

 

1 Als Sachbezeichnungen für genussfertige Milch sind die Bezeichnungen nach Artikel 27 Absatz 1 zu verwenden.

2 Vollmilch nach Artikel 27 Absatz 1 Buchstabe a kann zusätzlich einen Hinweis wie «mit natürlichem Fettgehalt» tragen.


1 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008, in Kraft seit 1. April 2008 (AS 2008 1009).


 

1 Bei genussfertiger Milch sind zusätzlich zu den Angaben nach Artikel 2 LKV2 anzugeben:

a.3
alle Arten der Behandlung zur Verlängerung der Haltbarkeit und zur Erhöhung der hygienisch-mikrobiologischen Sicherheit; Abkürzungen wie «Past», «Hochpast», «UHT» oder «Steril» sind zulässig; bei einer zusätzlichen Anwendung von Filtrations- oder Separationsbehandlungen sind Angaben wie «filtriert» oder «separiert» anzubringen;
b.
der Fettgehalt als «Gramm pro Kilogramm» oder als Prozentangabe («%»); bei Vollmilch nach Artikel 27 Absatz 1 Buchstabe a ist die Angabe des Mindestfettgehaltes zulässig;
c.
Angaben über eine Gehaltsveränderung nach Artikel 29;
d.
bei Milch, die kühl gelagert wird, ein Hinweis auf die Lagertemperatur;
e.
bei pasteurisierter und hochpasteurisierter Milch der Hinweis «Vor Licht geschützt aufbewahren»;
f.
wenn die Milch einer Homogenisation unterzogen wurde, der Hinweis «Homogenisiert».

2 Die Angabe nach Buchstabe b ist in der Nähe der Sachbezeichnung anzubringen.


1 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008, in Kraft seit 1. April 2008 (AS 2008 1009).
2 SR 817.022.21
3 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4969).


 

1 Wird Rohmilch vorverpackt abgegeben, so sind zusätzlich zu den Angaben nach Artikel 2 LKV1 anzugeben:

a.2
ein Hinweis auf die Lagertemperatur;
b.3
ein Hinweis, dass es sich um Rohmilch handelt, die vor dem Konsum auf mindestens 70 °C erhitzt werden muss.
c.4
der Hinweis «vor Licht geschützt aufbewahren».

2 Wird Rohmilch offen abgegeben, so hat die Abgabestelle die Konsumentinnen und Konsumenten in geeigneter Form zu informieren, dass die Rohmilch nicht genussfertig ist und vor dem Konsum auf mindestens 70 °C erhitzt werden muss. Zudem ist die Abgabestelle verpflichtet, über die Haltbarkeit und die Aufbewahrungsbedingungen von Rohmilch zu informieren.


1 SR 817.022.21
2 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 15. Nov. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4949).
3 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008, in Kraft seit 1. April 2008 (AS 2008 1009).
4 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 15. Nov. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4949).


8. Kapitel: Milchprodukte

1. Abschnitt: Allgemeine Bestimmungen

 

1 Milchprodukte sind Erzeugnisse, die bei der Verarbeitung von Milch oder der weiteren Verarbeitung von Milchprodukten entstehen und prozess- und produktspezifische Zutaten und Zusatzstoffe enthalten können.

2 Die produktspezifischen Bestimmungen bleiben vorbehalten.


 

Milchprodukte dürfen höchstens 300 g milchfremde Zutaten pro Kilogramm enthalten. Die milchfremden Zutaten dürfen die Milchbestandteile weder ganz noch teilweise funktionell ersetzen.


 

1 Für Milchprodukte sind zusätzlich zu den Angaben nach Artikel 2 LKV1 anzugeben:

a.
der Fettgehalt im Milchanteil als Gramm pro Kilogramm, Gramm pro 100 Gramm oder als Prozentangabe («%»);
b.2
wenn sie kühl gelagert werden: ein Hinweis auf die Lagertemperatur;
c.3
die Art der Hitzebehandlung.

2 Produktspezifische Kennzeichnungsvorschriften bleiben vorbehalten.

3 Bei Erzeugnissen von höchstens 20 g je Einheit, welche in Mehrfachpackungen enthalten sind, können die Angaben nach den Absätzen 1 und 2 sowie nach Artikel 2 Absatz 1 LKV auf der Mehrfachpackung angebracht werden. Ausgenommen sind die Angaben nach Artikel 2 Absatz 1 Buchstaben a, n und o LKV.

4 Milchprodukte, die mit Rohmilch nach Artikel 26 Absatz 2 hergestellt wurden, und bei denen der Herstellungsprozess keinerlei Hitzebehandlung oder physikalische oder chemische Behandlung umfasst, sind als «mit Rohmilch hergestellt» zu kennzeichnen.4

5 Auf bei der Herstellung verwendete spezifische Mikroorganismen darf hingewiesen werden, wenn sie im Endprodukt in einer Menge von mindestens 1 Million koloniebildenden Einheiten (KbE) pro Gramm vorliegen.


1 SR 817.022.21
2 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 15. Nov. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4949).
3 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 15. Nov. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4949).
4 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 15. Nov. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4949).


2. Abschnitt: Käse

 

1 Käse ist ein Erzeugnis, das aus Milch hergestellt und durch Lab, andere koagulierende Stoffe oder Verfahren von der Molke abgeschieden wird. Er kann je nach Art des Erzeugnisses weiterbehandelt oder gereift werden.

2 Ungereifter Käse (Frischkäse) ist Käse, der unmittelbar nach der Herstellung genussfertig ist; dazu gehören namentlich Quark, Mozzarella, Hüttenkäse, Frischkäsegallerte, Mascarpone.

3 Gereifter Käse ist Käse, der erst genussfertig ist, wenn er während einer bestimmten Zeit und unter definierten Bedingungen gereift worden ist; dazu gehören namentlich Käse mit schimmelgereifter Rinde, mit geschmierter Rinde, mit trockener Rinde oder auch rindenlos gereifter Käse.

4 Bei der Herstellung von gereiftem Käse dürfen nebst den Stoffen nach Artikel 37 lediglich Milchbestandteile zugegeben werden.


 

1 In der Käseherstellung sind erlaubt:

a.
Kulturen von gesundheitlich unbedenklichen Milchsäure und Aroma bildenden Bakterien (inkl. Spezialkulturen), Hefen und Schimmelpilzen;
b.
die Verwendung von Verarbeitungshilfsstoffen (Art. 16 LGV) und von Speisesalz.

2 Zur Geschmacksgebung sind erlaubt:

a.1
die Behandlung der Käseoberfläche mit Spirituosen nach den Artikeln 57-77 der Verordnung des EDI vom 23. November 20052 über alkoholische Getränke sowie mit Wein, Obstwein und Essig;
b.
das Räuchern;
c.3
die Zugabe von Gewürzen und daraus hergestellten Extrakten sowie von anderen zur Geschmacksgebung geeigneten Zutaten wie z.B. Trester von Bier, Wein oder Most.

3 Bei der Pflege von Käse sind erlaubt:

a.
Schmieren mit Schmierewasser, allenfalls unter Zugabe von Salz, Fettsirte, Joghurt, Most, Wein oder Kräutersud;
b.
Waschen mit Wasser, Salzwasser, Milchserum oder Schotte;
c.
pflanzliche Öle;
d.
gesäuerte Magersirte oder gesäuerte Sirte (Sauer);
e.4
mechanische Behandlung mit Bürsten oder Lappen.5

1 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 13. Okt. 2010, in Kraft seit 1. Nov. 2010 (AS 2010 4637).
2 SR 817.022.110
3 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 13. Okt. 2010, in Kraft seit 1. Nov. 2010 (AS 2010 4637).
4 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4969).
5 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 13. Okt. 2010, in Kraft seit 1. Nov. 2010 (AS 2010 4637).


 

1 Käse wird nach dem Fettgehalt in der Trockenmasse (Fett i. T.) in folgende Fettgehaltsstufen eingeteilt:

a.

Doppelrahmkäse

mindestens 650 g/kg;

b.

Rahmkäse

550-649 g/kg;

c.

Vollfettkäse

450-549 g/kg;

d.

Dreiviertelfettkäse

350-449 g/kg;

e.

Halbfettkäse

250-349 g/kg;

f.

Viertelfettkäse

150-249 g/kg;

g.

Magerkäse

weniger als 150 g/kg.

2 Gereifter Käse wird nach dem Wassergehalt im fettfreien Käse (wff) in folgende Festigkeitsstufen eingeteilt:

a.

extra-hart

bis 500 g/kg;

b.

hart

mehr als 500 bis 540 g/kg;

c.

halbhart

mehr als 540 bis 650 g/kg;

d.

weich

mehr als 650 g/kg.

3 Bei ungereiftem Käse (Frischkäse) darf der wff-Wert höchstens 880 g/kg betragen. Bei der Frischkäsegallerte muss der wff-Wert mehr als 880 und höchstens 890 g/kg betragen.


 

Für Käse, der als geschützte Ursprungsbezeichnung oder geschützte geografische Angabe nach der GUB/GGA-Verordnung vom 28. Mai 19972 eingetragen ist, gelten zusätzlich die spezifischen Vorschriften des hinterlegten Pflichtenheftes.


1 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 26. Nov. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 6037).
2 SR 910.12


 

1 Käse darf an Stelle einer Sachbezeichnung eine Käsebezeichnung tragen. Als solche gelten Ursprungs- und Herkunftsbezeichnungen sowie Herkunftsangaben.

2 …1

2bis Einer Herkunftsangabe muss die Sachbezeichnung «Käse» beigefügt werden.2

3 Käse mit einer Fantasiebezeichnung oder einer nicht geschützten Käsebezeichnung muss die Sachbezeichnung «Käse» tragen.

4 Zusätzlich zu den Angaben nach Artikel 2 LKV3 sind anzugeben:

a.
die Geschmacksgebung durch Gewürze, Kräuter, Behandlung mit Rauch, Spirituosen oder andere Zutaten;
b.
bei Verwendung von Buttermilch: deren Anteil in Massenprozenten;
c.
bei gereiftem Käse: die Festigkeitsstufe (hart, halbhart usw.) nach Artikel 38 Absatz 2;
d.
4
e.5
die Bezeichnung «mit Rohmilch hergestellt», sofern ein Teil der bei der Herstellung verwendeten Milch der Definition von Rohmilch nach Artikel 26 Absatz 2 entspricht und der Herstellungsprozess keinerlei Hitzebehandlung oder physikalische oder chemische Behandlung umfasst;
f.
6

5 Die Bezeichnung «aus thermisierter Milch» kann verwendet werden, wenn die für die Käseherstellung verwendete Milch auf eine Temperatur von über 40 °C und weniger als 72 °C während mindestens 15 Sekunden erwärmt wurde und die Milch einen positiven Phosphatasetest aufweist.7

5bis Die Bezeichnung «pasteurisiert» oder «aus pasteurisierter Milch» kann verwendet werden, wenn die Milch oder die Käsemasse zu einem Zeitpunkt des Herstellungsprozesses eine der Pasteurisation nach Artikel 49 Absatz 1 Buchstabe a der Hygieneverordnung des EDI vom 23. November 20058 entsprechende Hitzebehandlung erfahren hat.9

5ter In Abweichung von Absatz 4 Buchstabe e kann, wenn die gesamte für die Käsefabrikation verwendete Milchmenge Rohmilch gemäss Definition nach Artikel 26 Absatz 2 ist, in geeigneter Weise darauf hingewiesen werden.10

6 Anstelle des Fettgehalts nach Artikel 35 Absatz 1 Buchstabe a ist die Fettgehaltsstufe mit ihrer Bezeichnung nach Artikel 38 Absatz 1 oder als Prozent Fettgehalt in der Trockenmasse (Fett. i. T.) anzugeben.11


1 Aufgehoben durch Ziff. I der V des EDI vom 26. Nov. 2008, mit Wirkung seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 6037).
2 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008, in Kraft seit 1. April 2008 (AS 2008 1009).
3 SR 817.022.21
4 Aufgehoben durch Ziff. I der V des EDI vom 15. Nov. 2006, mit Wirkung seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4949).
5 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008, in Kraft seit 1. April 2008 (AS 2008 1009). Siehe auch die UeB dieser Änd. am Schluss dieses Textes.
6 Aufgehoben durch Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008, mit Wirkung seit 1. April 2008 (AS 2008 1009).
7 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 15. Nov. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4949).
8 SR 817.024.1
9 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 15. Nov. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4949).
10 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008, in Kraft seit 1. April 2008 (AS 2008 1009). Siehe auch die UeB dieser Änd. am Schluss dieses Textes.
11 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4969).


 

Zum Stempeln von Käserinde dürfen verwendet werden:

a.
die gemäss Zusatzstoffverordnung vom 23. November 20051 zum Färben von Lebensmitteln zugelassenen Zusatzstoffe;
b.
Ultramarin (CI-Nr. 77007);
c.
Methylviolett B (CI-Nr. 42535).

1 [AS 2005 6191. AS 2007 2977 Art. 7]. Siehe heute: die V vom 25. Nov. 2013 (SR 817.022.31).


 

1 Geriebener Käse und Käsemischungen für Fondue, Käsekuchen und ähnliche Produkte dürfen nur Käse enthalten.1

2 Das Mitreiben von Käserinde ist verboten.


1 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 15. Nov. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4949).


3. Abschnitt: Käseerzeugnisse

 

1 Käsezubereitungen sind Produkte aus Käse mit Zutaten.

2 Der Anteil an Käse muss mehr als 500 g pro Kilogramm betragen.


 

1 Fertig-Fondue ist ein Erzeugnis, das aus Käse und weiteren Zutaten unter Anwendung von Wärme und einem Emulsionsprozess hergestellt wird.

2 Es muss folgende Zusammensetzungsmerkmale aufweisen:

a.
Die Trockenmasse muss mindestens 300 g pro Kilogramm Endprodukt betragen und mindestens zu 700 g pro Kilogramm aus Käsetrockenmasse bestehen.
b.
Es wird nach dem Fettgehalt in der Trockenmasse (Fett i.T.) in folgende Fettgehaltsstufen eingeteilt:

1.

Fertig-Fondue Rahmstufe

mindestens 500 g/kg,

2.

Fertig-Fondue Vollfettstufe

400-499 g/kg,

3.

Fertig-Fondue Halbfettstufe

200-399 g/kg;

c.
Fertig-Fondue darf höchstens 30 g Stärke pro Kilogramm enthalten.

3 Käse-Chips sind ein Erzeugnis aus Käse, Stärke und möglichen weiteren Zutaten. Die Trockenmasse muss mindestens 950 g pro Kilogramm betragen und mindestens zu 600 g pro Kilogramm aus Käsetrockenmasse bestehen.


 

1 Schmelzkäse und Streichschmelzkäse sind Erzeugnisse, die aus Käse durch Schmelzen unter Anwendung von Wärme und einem Emulsionsprozess, in der Regel unter Verwendung von Schmelzsalzen, hergestellt werden.

2 Für Schmelzkäse und Streichschmelzkäse dürfen zusätzlich zu Käse verwendet werden:

a.
Milch und Milchprodukte;
b.
Gewürze, Kräuter und daraus hergestellte Extrakte;
c.
Speisesalz;
d.
Trinkwasser.

3 Die Trockenmasse (T) des Endproduktes muss zu mindestens 750 g pro Kilogramm aus Käsetrockenmasse bestehen.

4 Der Fettgehalt in der Trockenmasse (Fett i.T.) muss dem in der Bezeichnung genannten Käse entsprechen.

5 Entsprechend dem Fettgehalt in der Trockenmasse (Fett i.T.) muss die Trockenmasse betragen:

Fettgehaltsstufe

mindestens Fett i.T. in g/kg

Schmelzkäse mind. T in g/kg

Streichschmelzkäse mind. T in g/kg

Doppelrahm

650

530

450

Rahm

550

500

450

Vollfett

450

500

400

Dreiviertelfett

350

450

400

Halbfett

250

400

300

Viertelfett

150

400

300

Mager

weniger als 150

400

300

6 Die Trockenmasse (T) muss betragen:

a.
beim Schmelzen von extrahartem und hartem Käse: mindestens 500 g pro Kilogramm;
b.
beim Schmelzen von halbhartem Käse: mindestens 450 g pro Kilogramm;
c.
beim Schmelzen von weichem Käse: mindestens 350 g pro Kilogramm.

7 Für Schmelzkäse und Streichschmelzkäse mit einer Käsebezeichnung dürfen zusätzlich zu Käse ausschliesslich verwendet werden:

a.
Milchfett;
b.
Speisesalz;
c.
Trinkwasser.

8 Für die Zusammensetzung gelten folgende Anforderungen:

a.
Wird zusammen mit der Sachbezeichnung eine Ursprungsbezeichnung verwendet, so darf ausschliesslich der genannte Käse eingeschmolzen sein.
b.
Wird zusammen mit der Sachbezeichnung eine Herkunftsbezeichnung verwendet, so muss die Schmelzmischung mindestens 750 g pro Kilogramm des genannten Käses enthalten. Der übrige Käse muss dem genannten Käse ähnlich sein.
c.
Wird eine andere Käsebezeichnung verwendet, so muss die Schmelzmischung zu mehr als 500 g pro Kilogramm aus dem betreffenden Käse bestehen.

 

1 Schmelzkäsezubereitungen bestehen aus Schmelzkäse und Zutaten.

2 Die Trockenmasse des Endproduktes muss aus mindestens 500 g Käsetrockenmasse pro Kilogramm bestehen.

3 Entsprechend dem Fettgehalt in der Trockenmasse (Fett i.T.) muss das Endprodukt die folgende Trockenmasse aufweisen:

a.
bei 450 g/kg (Fett i.T.) und mehr: mindestens 400 g pro Kilogramm;
b.
bei weniger als 450 g/kg (Fett i.T.): mindestens 200 g pro Kilogramm.

 

1 Zusätzlich zu den Angaben nach Artikel 35 Absatz 1 ist bezüglich des Käseanteils die Geschmacksgebung durch Gewürze, Kräuter, Behandlung mit Rauch, Spirituosen oder andere Zutaten anzugeben.

2 Bei Schmelzkäse, Streichschmelzkäse und Schmelzkäsezubereitungen kann an Stelle des Fettgehalts nach Artikel 35 Absatz 1 Buchstabe a auch die Fettgehaltsstufe oder der Mindestfettgehalt in der Trockenmasse (Fett i.T.) nach Artikel 45 Absatz 5 angegeben werden.

3 Bei Käsezubereitungen kann, bezogen auf den Käseanteil, an Stelle des Fettgehalts nach Artikel 35 Absatz 1 Buchstabe a die Fettgehaltstufe nach Artikel 38 Absatz 1 angegeben werden.


4. Abschnitt: Rahm

 

1 Rahm ist der fettreiche Anteil der Milch, der durch physikalische Trennverfahren gewonnen wird. Pro Kilogramm milchfettfreier Anteil muss die Trockenmasse mindestens 85 g betragen.

2 Rahm darf zur Stabilisierung mit höchstens 30 g Milchbestandteilen pro Kilogramm angereichert werden.

3 Es gelten folgende Fettgehaltsstufen:

a.
«Halbrahm» oder «Kaffeerahm»: mindestens 150 g Milchfett/kg;
b.
«Vollrahm», «Schlagrahm», «Rahm» oder «Sahne»: mindestens 350 g Milchfett/kg;
c.
«Doppelrahm»: mindestens 450 g Milchfett/kg.

4 Sauerrahm (einschliesslich Crème fraîche) ist ein durch geeignete Mikroorganismen gesäuerter, wärmebehandelter Rahm.

5 Verdickter Rahm ist ein Rahm, der durch Verdickungsmittel dickflüssig bis streichbar geworden ist. Für verdickten Rahm gelten die Absätze 1, 2 und 4 sinngemäss.


 

1 Als Sachbezeichnung für Rahm sind die in Artikel 48 Absatz 3 genannten Bezeichnungen zu verwenden.

2 Wird Rohrahm vorverpackt abgegeben, so sind zusätzlich zu den Angaben nach Artikel 2 LKV2 anzugeben:

a.
ein Hinweis auf die Lagertemperatur;
b.
ein Hinweis, dass es sich um Rohrahm handelt und dieser nicht als genussfertig gilt;
c.
der Hinweis «vor Licht geschützt aufbewahren».

3 Wird Rohrahm offen abgegeben, so hat die Abgabestelle die Konsumentinnen und Konsumenten in geeigneter Form zu informieren, dass Rohrahm nicht als genussfertig gilt. Zudem ist die Abgabestelle verpflichtet, über die Haltbarkeit und die Aufbewahrungsbedingungen von Rohrahm zu informieren.


1 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008, in Kraft seit 1. April 2008 (AS 2008 1009).
2 SR 817.022.21


5. Abschnitt: Butter, Milchstreichfette, Butterzubereitungen und andere Butterprodukte

 

1 Butter ist eine Emulsion von Wasser in Milchfett. Bei der Herstellung von Butter dürfen ausschliesslich die Stoffe nach Artikel 51 verwendet werden. Die Zugabe von Salz ist zulässig.

2 Milchstreichfette (einschliesslich Dreiviertelfettbutter und Halbfettbutter) sind Erzeugnisse in Form einer festen, plastischen Emulsion, überwiegend vom Typ Wasser in Öl, ausschliesslich bestehend aus Milch oder bestimmten Milchprodukten mit Fett als wesentlichem Wertbestandteil; andere zu ihrer Herstellung notwendige Stoffe dürfen zugesetzt werden, sofern diese Stoffe nicht dazu bestimmt sind, einen Milchbestandteil ganz oder teilweise zu ersetzen.1

3 Butterzubereitungen sind Mischungen von Butter mit Zutaten, die eine deutliche Veränderung der sensorischen Eigenschaften ergeben.

4 Entwässerte Butter ist ein Butterprodukt, das ausser Milchfett Milchbestandteile und Wasser nur noch in Spuren enthält.

5 Butterfraktionen sind aus Butterfett mittels physikalischer Prozesse gewonnene Produkte, die in ihren Schmelzeigenschaften verändert worden sind.


1 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 15. Nov. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4949).


 

1 Zur Herstellung von Süssrahmbutter darf ausschliesslich Rahm verwendet werden.

2 Zur Herstellung von gesäuerter Butter dürfen verwendet werden:

a.
Butter, die mit auf Milchbasis mikrobiell hergestelltem Milchsäurekonzentrat gesäuert wurde; oder
b.
Sauerrahm.

 

1 Hinsichtlich des Milchfettgehalts gelten die folgenden Anforderungen:

a.

Butter

mindestens 820 g pro Kilogramm;

b.

Dreiviertelfettbutter

mindestens 600 und maximal 620 g pro Kilogramm;

c.

Halbfettbutter

mindestens 390 und maximal 410 g pro Kilogramm;

d.

gesalzene Butter

mindestens 800 g pro Kilogramm;

e.

Butterzubereitungen

mindestens 620 g pro Kilogramm;

f.

Milchstreichfette:

1.
mehr als 100 und weniger als 390 g pro Kilogramm,
2.
mehr als 410 und weniger als 600 g pro Kilogramm, oder
3.
mehr als 620 und weniger als 820 g pro Kilogramm.

2 Für Butter und Butterfett gelten die Anforderungen nach Anhang 5.

3 Gesalzene Butter darf höchstens 20 g Speisesalz pro Kilogramm enthalten.


 

1 Es sind die folgenden Sachbezeichnungen zu verwenden:

a.
«Butter», «Dreiviertelfettbutter», «Halbfettbutter», «gesalzene Butter», «Butterzubereitung» und «Milchstreichfett»: entsprechend dem jeweiligen Fettgehalt nach Artikel 52 Absatz 1;
b.
«Entwässerte Butter» («eingesottene Butter», «Schmelzbutter», «wasserfreie Butter», «Butteröl», «Butterfett», «Butterreinfett», «Bratbutter» usw.): für Erzeugnisse nach Artikel 50 Absatz 4;
c.
«Butterfraktionen»: für Erzeugnisse nach Artikel 50 Absatz 5.

2 Bei Milchstreichfetten ist die Sachbezeichnung mit der Angabe des Fettgehaltes in Prozenten zu ergänzen.

3 Werden Butter oder Milchstreichfette aus nicht wärmebehandelten Rohstoffen oder Zutaten hergestellt, so ist die Sachbezeichnung mit dem Hinweise «unpasteurisiert» zu ergänzen.

4 Butter nach Artikel 52 Absatz 1 Buchstabe a kann auch als «Milchrahmbutter», «Süssrahmbutter» oder «gesäuerte Butter» bezeichnet werden, wenn sie aus den entsprechenden Ausgangsprodukten hergestellt ist. Die Bezeichnung «Sirtenrahmbutter» darf verwendet werden, wenn die Butter aus einem Gemisch von Milch- und Sirtenrahm hergestellt worden ist.

5 Sirtenrahmbutter, die in einer Käserei hergestellt worden ist, kann als «Käsereibutter» bezeichnet werden.

6 …1

7 Zur Herstellung von Lebensmitteln, die in der Sachbezeichnung einen Hinweis auf Butter tragen (z. B. Buttergebäck, Margarine mit Butter), darf als Zutat Butter jeder Art (Abs. 1 Bst. a-c) verwendet werden.

8 Dreiviertelfettbutter darf auch als «Butter, fettreduziert» und Halbfettbutter als «Butter, fettarm», «Butter, leicht» oder «Butter, light» bezeichnet werden.


1 Aufgehoben durch Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008, mit Wirkung seit 1. April 2008 (AS 2008 1009).


 

1 Zusätzlich zu den Angaben nach Artikel 35 Absatz 1 ist der Hinweis «vor Licht geschützt aufbewahren» anzubringen.

2 Bei gesalzener Butter, Dreiviertelfettbutter, Halbfettbutter und Milchstreichfetten ist im Verzeichnis der Zutaten der Salzgehalt in Prozenten anzugeben.

3 Bei Butterfraktionen ist unmittelbar in Verbindung mit der Sachbezeichnung der eingestellte Klar-Schmelzpunkt in °C aufzuführen.


6. Abschnitt: Sauermilch, gesäuerte Milch, Joghurt, Kefir5

 

1 Sauermilch (fermentierte Milch) wird durch Fermentation von Milch mit geeigneten Mikroorganismen hergestellt.

2 Gesäuerte Milch wird durch Zugabe von geeigneten Säuerungsmitteln hergestellt.

3 Für den Milchfettgehalt gelten die Bestimmungen für Joghurt sinngemäss.

4 Bei Sauermilch ist auf die vorgenommene Wärmebehandlung nach der Milchsäuregärung hinzuweisen.


 

1 Joghurt wird durch Fermentation von Milch mit Lactobacillus delbrueckii ssp bulgaricus und Streptococcus thermophilus hergestellt.

1bis Joghurt mit anderen Kulturen wird durch die Fermentation von Milch mit Streptococcus thermophilus und gesundheitlich unbedenklichen Lactobacillus-Species hergestellt.1

2 Im Endprodukt müssen insgesamt mindestens 10 Millionen koloniebildende Einheiten der Mikroorganismen nach Absatz 1 oder 1bis je Gramm vorhanden sein.2

3 Joghurt kann zusätzlich andere geeignete Mikroorganismen enthalten.

4 Bezüglich des Milchfettgehaltes gilt für:

a.
Magerjoghurt oder entrahmtes Joghurt: höchstens 5 g pro Kilogramm;
b.
teilentrahmtes Joghurt: mehr als 5 g, jedoch weniger als 35 g pro Kilogramm;
c.
Joghurt oder Vollmilchjoghurt: mindestens 35 g pro Kilogramm;
d.
rahmangereichertes Joghurt, aus Milch und Rahm hergestellt: mindestens 50 g pro Kilogramm.

5 Bei teilentrahmtem und bei rahmangereichertem Joghurt ist unmittelbar bei der Sachbezeichnung der Fettgehalt in Massenprozent anzugeben. Die Fettgehaltsangabe bezieht sich auf den Milchanteil.


1 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 26. Nov. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 6037).
2 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 26. Nov. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 6037).


 

1 Joghurt nach Artikel 56 Absatz 1 ist als «Joghurt» zu bezeichnen.

2 Joghurt mit anderer Kultur nach Artikel 56 Absatz 1bis ist als «Joghurt» ergänzt mit einem Ausdruck zu bezeichnen, welcher in geeigneter Art über die durch die spezifischen Lactobacilli erreichte Änderung der Eigenschaften des Joghurts Auskunft geben muss (z. B. «Joghurt mild»).


1 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 26. Nov. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 6037).


 

1 Kefir wird aus Milch fermentiert. Zusätzlich zur Milchsäuregärung erfolgt eine alkoholische Gärung mit Hefen.

2 Kefir muss mindestens 1 Million koloniebildende Milchsäurebakterien und mindestens 10 000 lebensfähige Hefen je Gramm Fertigprodukt enthalten.

3 Für den Milchfettgehalt gelten die Bestimmungen für Joghurt sinngemäss.


7. Abschnitt: Buttermilch, Molke, Milchserum6

 

1 Buttermilch (süsse Buttermilch) ist die beim Butterungsprozess von ungesäuertem Rahm anfallende Flüssigkeit.

2 Sie muss mindestens 80 g fettfreie Milchtrockenmasse pro Kilogramm enthalten.

3 Saure Buttermilch ist die beim Butterungsprozess von angesäuertem Rahm anfallende Flüssigkeit. Sie kann auch aus süsser Buttermilch durch mikrobielle Ansäuerung gewonnen werden.

4 Sie muss mindestens 80 g fettfreie Milchtrockenmasse pro Kilogramm aufweisen.

5 Der Gehalt an fettfreier Milchtrockenmasse darf durch Aufkonzentrieren von Buttermilch und von saurer Buttermilch erhöht werden.


 

1 Molke (Süssmolke, Sirte) ist die Flüssigkeit, die nach der Gerinnung der Milch bei der Käse- oder Kaseinherstellung anfällt.

2 Sauermolke ist eine Molke, deren Lactose ganz oder teilweise durch geeignete Mikroorganismen zu Milchsäure vergoren ist.

3 Gesäuerte Molke wird durch Zugabe von geeigneten Säuerungsmitteln zu Molke hergestellt.

4 Entmineralisierte Molke, ist Molke, der mit geeigneten Verfahren die Mineralstoffe zum Teil oder vollständig entfernt wurden.1


1 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 15. Nov. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4949).


 

1 Milchserum ist die verbleibende Flüssigkeit nach Entzug des Proteins und des Fettes aus Milch oder Molke.

2 Für saures und gesäuertes Milchserum gilt Artikel 59 Absätze 2 und 3 sinngemäss.


8. Abschnitt:7 Molkenkäse

 

1 Molkenkäse ist ein Erzeugnis, das gewonnen wird:

a.
durch Säure-Hitze-Fällung (Koagulation) aus Fett- oder Magersirte (Molke), allenfalls unter Zugabe von Mager- oder Buttermilch; oder
b.
durch Eindampfen (Aufkonzentrieren etc. ) und Ausformen der Molke oder einer Mischung aus Molke und Milch, Rahm oder weiteren Zutaten aus Milch.

2 Der Entzug von Flüssigkeit vor der Säurefällung ist gestattet.

3 Dem Molkenkäse, der durch Aufkonzentrieren gewonnen wurde, kann Zucker zugegeben werden.

4 Molkenkäse der mittels Koagulation hergestellt wurde, muss folgende Zusammensetzungsmerkmale aufweisen:

a.
Der Anteil der Molkenproteine am Gesamteiweiss des Endproduktes muss mindestens 510 g pro Kilogramm betragen.
b.
Der Anteil der Trockenmasse muss mindestens 200 g pro Kilogramm des Endproduktes ausmachen.
c.
Er muss mehr als 150 g Fett pro Kilogramm Trockenmasse enthalten. Magermolkenkäse darf höchstens 150 g Fett pro Kilogramm Trockenmasse enthalten.

5 Ungereifter Molkenkäse ist unmittelbar nach der Herstellung, gereifter Molkenkäse und gereifter Magermolkenkäse erst nach einer bestimmten Reifezeit genussfertig.

6 Als Verarbeitungshilfsstoffe für Molkenkäse, der durch Koagulation hergestellt wurde, sind zulässig:

a.
Milchsäure (z.B. Käsereisauer);
b.
Zitronensäure;
c.
Essigsäure;
d.
andere gesundheitlich unbedenkliche koagulierende Stoffe.

7 Zur Geschmacksgebung sind zulässig:

a.
Speisesalz;
b.
Gewürze und Kräuter sowie daraus hergestellte Extrakte;
c.
Räuchern.

 

Molkenkäse, der durch Koagulation hergestellt wurde, kann als «Ziger» oder «Ricotta» bezeichnet werden.


9. Abschnitt: Konzentrierte Milch, Milchpulver, Milchproduktepulver, Milchprotein

 

1 Konzentrierte Milch ist gezuckerte oder ungezuckerte Milch, der ein wesentlicher Teil des Wassers entzogen worden ist.

2 Sie muss folgende Trockenmasse und Fettgehalte aufweisen:

T in g/kg

Fettgehalt

a.

konzentrierte Magermilch (Kondensmagermilch)

mind. 200 g/kg

höchstens 10 g/kg

b.

konzentrierte Vollmilch (Kondensmilch)

mindestens 250 g/kg

mindestens 75 g/kg

c.

fettangereicherte, konzentrierte Milch

mindestens 265 g/kg

mindestens 150 g/kg

3 Für gezuckerte konzentrierte Milch gelten die Werte nach Absatz 2 unter entsprechender Berücksichtigung des Zuckeranteils.

4 Konzentrierte Milch darf in ihrem Milcheiweissgehalt auf einen Wert von mindestens 34 Prozent der fettfreien Milchtrockenmasse standardisiert werden. Zur Standardisierung des Milcheiweissgehaltes sind ausschliesslich Milchbestandteile zulässig. Das Verhältnis zwischen Molkenprotein und Kasein darf nicht verändert werden.


 

1 Milchpulver ist Milch, der das Wasser grösstenteils entzogen worden ist.

2 Der Wassergehalt darf nicht mehr als 50 g pro Kilogramm betragen.

3 Milchpulver muss folgende Fettgehalte aufweisen:

a.

Magermilchpulver

höchstens 15 g/kg

b.1

fettreduziertes oder teilentrahmtes Milchpulver

mehr als 15 g/kg und weniger als 260 g/kg

c.2

Vollmilchpulver

mindestens 260 g/kg und weniger als 420 g/kg

d.

Milchpulver mit hohem Fettgehalt (fettangereichertes Milchpulver, Rahmpulver)

mindestens 420 g/kg

4 Artikel 62 Absatz 4 gilt sinngemäss.


1 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008, in Kraft seit 1. April 2008 (AS 2008 1009).
2 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008, in Kraft seit 1. April 2008 (AS 2008 1009).


 

Milchproduktepulver (Molkenpulver, Buttermilchpulver, Sauermilchpulver etc.) sind Milchprodukte, denen das Wasser grösstenteils entzogen worden ist.


 

1 Milchprotein ist ein Konzentrat oder Pulver von einzelnen oder allen Proteinen der Milch.

2 Die Trockenmasse von Milchproteinen muss mindestens 500 g Proteine pro Kilogramm enthalten.


 

1 Auf Erzeugnissen, die zur Abgabe an Konsumentinnen oder Konsumenten bestimmt sind, ist an Stelle des Fettgehalts nach Artikel 35 Absatz 1 Buchstabe a anzugeben:

a.
der von der Milch stammende Gehalt an fettfreier Trockenmasse, ausgenommen bei Milchpulver;
b.
der Fettgehalt in Gramm pro Kilogramm, Gramm pro 100 Gramm oder als Prozentangabe («%»), ausgenommen für konzentrierte Magermilch (gezuckert und ungezuckert) sowie Magermilchpulver.

2 Die Angabe nach Absatz 1 Buchstaben a und b müssen sich im gleichen Sichtfeld wie die Sachbezeichnung befinden.

3 Bei Joghurtpulver ist in der Sachbezeichnung der Fettgehalt im Milchanteil anzugeben (z.B. «Erdbeerjoghurtpulver mit 260 g Fett/kg Milchanteil»).

4 Bei Milchpulver mit hohem Fettgehalt muss in der Sachbezeichnung der Fettgehalt angegeben werden.

5 Milchprodukte, die unter Verwendung von Vollmilchpulver hergestellt wurden, dürfen nicht als Vollmilchprodukte bezeichnet werden.1


1 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008, in Kraft seit 1. April 2008 (AS 2008 1009).


8a. Kapitel:8 Kolostrum und Erzeugnisse auf Kolostrumbasis

 

1 «Kolostrum» ist das bis fünf Tage nach einer Geburt aus den Milchdrüsen milchgebender Kühe abgesonderte Sekret, das reich an Antikörpern und Mineralstoffen ist und der Erzeugung von Rohmilch vorausgeht.

2 «Erzeugnisse auf Kolostrumbasis» sind Verarbeitungserzeugnisse, die aus der Verarbeitung von Kolostrum oder aus der Weiterbearbeitung solcher Verarbeitungserzeugnisse hervorgehen.


 

1 Die Sachbezeichnung von Kolostrum ist «Kolostrum».

2 Erzeugnisse, die auf Basis von Kolostrum hergestellt sind, müssen den Hinweis «kolostrumhaltig» tragen.


9. Kapitel: Milch und Milchprodukte anderer Säugetierarten

 

1 Für Milch, Milchprodukte, Kolostrum und Erzeugnisse auf Kolostrumbasis anderer Säugetierarten gelten die Bestimmungen der Kapitel 7, 8 und 8a sinngemäss. Ausgenommen sind die Bestimmungen über die Hitzebehandlung für Milch, die aus technischen Gründen keiner Wärmebehandlung unterzogen werden darf (z.B. Stutenmilch).1

2 Milch und Kolostrum anderer Säugetierarten, Milchprodukte aus Milch anderer Säugetierarten sowie Erzeugnisse auf Kolostrumbasis anderer Säugetierarten müssen als solche bezeichnet werden.2

3 Beim Mischen von Milch oder Kolostrum verschiedener Tierarten für den Konsum sowie für die Herstellung von Milchprodukten oder Erzeugnissen auf Kolostrumbasis müssen die Tierarten und das Mischverhältnis angegeben werden (z.B. «Kuhmilch mit X % Ziegenmilch», «Schafkolostrum mit Y % Kuhkolostrum»).3

4 Für Käse aus Ziegen- oder Schafmilch sind, wenn sie nicht ausschliesslich aus Ziegen- oder Schafmilch hergestellt wurden, folgende Sachbezeichnungen zu verwenden:

a.
«Halb-Ziegenkäse» oder «Halb-Schafkäse», wenn die für die Fabrikation bestimmte Milch mindestens aus 500 g pro Kilogramm Ziegenmilch oder Schafmilch besteht;
b.
«Käse mit Zugabe von X % Ziegenmilch» oder «Käse mit Y % Schafmilch», wenn der für die Fabrikation bestimmten Milch weniger als 500 g Ziegen- beziehungsweise Schafmilch pro Kilogramm Milch zugegeben wird.

1 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008, in Kraft seit 1. April 2008 (AS 2008 1009).
2 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008, in Kraft seit 1. April 2008 (AS 2008 1009).
3 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008, in Kraft seit 1. April 2008 (AS 2008 1009).


10. Kapitel: Eier und Eiprodukte

1. Abschnitt: Definitionen und Anforderungen

 

1 Eier sind die von einer intakten Kalkschale umgebenen, unbebrüteten und ungekochten Keimzellen eines Haushuhnes (Gallus domesticus) oder anderer Vogelarten, die zum unmittelbaren menschlichen Konsum oder zur Herstellung von Eiprodukten geeignet sind.

2 Das Ei besteht aus:

a.
dem Eidotter (Eigelb): dem homogen gelblich durchscheinenden innersten Teil des Eis;
b.
dem Eiweiss (Eiklar): der den Eidotter umgebenden farblosen bis weisslich durchscheinenden gallertartigen Masse;
c.
der Schalenhaut: der zwischen der Kalkschale und dem Eiweiss liegenden Membran.

3 Als Flüssigei werden unverarbeitete Eibestandteile nach Entfernen der Schale bezeichnet.

4 Knickeier sind Eier mit verletzter Kalkschale, jedoch mit intakter Schalenhaut.


 

1 Eiprodukte sind verarbeitete Erzeugnisse, die aus der Verarbeitung von Eiern oder von verschiedenen Eibestandteilen oder von Mischungen davon oder aus der weiteren Verarbeitung solcher Verarbeitungserzeugnisse hervorgehen.

2 Der Gehalt an 3-OH-Buttersäure in unveränderten Eiprodukten darf 10 mg/kg in der Trockenmasse nicht überschreiten.

3 Der Milchsäuregehalt der zur Herstellung von Eiprodukten verwendeten Rohstoffe darf 1 g/kg Trockenmasse nicht überschreiten. Bei fermentierten Erzeugnissen muss dieser Wert jedoch dem vor der Fermentierung ermittelten Wert entsprechen.

4 Die Reste von Schalen, Schalenhaut und anderen Teilchen in den Eiprodukten dürfen 100 mg/kg Eiprodukt nicht überschreiten.

5 Eier verschiedener Tierarten dürfen nicht gemischt werden.


 

1 Knickeier dürfen nur zur Herstellung von Eiprodukten verwendet werden; Artikel 71 Absatz 2 bleibt vorbehalten.

2 Nicht als Lebensmittel dürfen verwendet werden:

a.
Eier mit zersprungener Schale und zerrissener Schalenhaut («angeschlagene Eier», «Brucheier»);
b.
aus dem Brutapparat stammende, unbefruchtete Eier;
c.
angebrütete Eier mit abgestorbener Frucht («Schiereier»).

3 Bei der Sichtkontrolle einer Partie von Eiern, die für die Abgabe an Konsumentinnen und Konsumenten bestimmt sind, dürfen höchstens 7 Prozent Eier mit Qualitätsmängeln vorhanden sein, darunter höchstens:

a.
4 Prozent angeschlagene oder Knickeier;
b.
1 Prozent Eier mit Fleisch- oder Blutflecken.

4 Umfasst die kontrollierte Partie nach Absatz 3 weniger als 180 Eier, so sind die Fehlertoleranzen für Qualitätsmängel zu verdoppeln.


 

1 Die Schale von Eiern, die für die Herstellung von Eiprodukten verwendet werden, muss voll entwickelt und unbeschädigt sein.

2 Knickeier dürfen jedoch zur Herstellung von Flüssigei oder Eiprodukten verwendet werden, wenn sie vom Erzeugerbetrieb oder von der Packstelle auf direktem Weg an einen für die Herstellung von Flüssigei bewilligten Betrieb oder einen Verarbeitungsbetrieb geliefert und dort so schnell wie möglich aufgeschlagen werden.1

3 Nur saubere und trockene Eier dürfen aufgeschlagen werden.


1 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 11. Mai 2009, in Kraft seit 25. Mai 2009, (AS 2009 2019).


2. Abschnitt: Kennzeichnung

 

1 Auf Detailverkaufspackungen von Eiern sind die Angaben nach Artikel 2 LKV1 zu ergänzen durch:

a.
einen Hinweis wie «zu verkaufen bis …2»;
b.
einen Hinweis auf die Lagertemperatur, falls das Produkt gekühlt abgegeben wird;
c.
die Eierstückzahl und das Nettogewicht oder die Eierstückzahl und das Mindestgewicht pro Ei in Gramm.3

2 Wird das Legedatum angegeben, so muss es deutlich als solches erkennbar sein.

3 Die Angabe des Produktionslandes kann auch abgekürzt werden. Als Abkürzung ist ausschliesslich der ISO 2-Code gemäss dem Länderverzeichnis für die Aussenhandelsstatistik im Gebrauchstarif4 in der Fassung vom 1. Januar 2004 zugelassen.


1 SR 817.022.21
2 Ergänzt mit der Angabe des 21. Tages nach dem Legedatum.
3 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 15. Nov. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4949).
4 Der Gebrauchstarif kann bei der Oberzolldirektion, Monbijoustrasse 40, 3003 Bern eingesehen und bezogen werden.


 

Zusätzlich zu den Angaben nach Artikel 2 LKV1 sind anzugeben:

a.
bei Eiprodukten, die nicht für den Einzelhandel, sondern als Zutaten für die Herstellung eines anderen Erzeugnisses bestimmt sind: bei welcher Temperatur die Eiprodukte aufbewahrt werden müssen und für wie lange die Haltbarkeit des Erzeugnisses bei Einhaltung dieser Temperatur gewährleistet werden kann;
b.2
bei Eiprodukten, denen andere Lebensmittel zugesetzt werden: der Eigehalt in Massenprozenten bezogen auf das Endprodukt;
c.
bei Flüssigei gemäss Artikel 57 Absatz 7 der Hygieneverordnung des EDI vom 23. November 20053: zusätzlich zur Angabe nach Buchstabe b «nichtpasteurisiertes Flüssigei - am Bestimmungsort zu behandeln» sowie das Datum und die Uhrzeit des Aufschlagens.

1 SR 817.022.21
2 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 15. Nov. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4949).
3 SR 817.024.1


 

1 Eier, die nicht von Hühnern (Gallus domesticus) stammen, müssen zusätzlich zu den Angaben nach Artikel 72 mit Angaben über die Tierart gekennzeichnet werden (z. B. als Entenei oder Taubenei).

2 Verpackungen, Umhüllungen und Behälter, welche Enteneier enthalten, müssen eine Aufschrift tragen wie: «Vor Genuss mindestens 10 Minuten kochen!».


3. Abschnitt: Zulässige Farbstoffe

 

Zum Färben von Eierschalen und zum Stempeln von Eiern dürfen die Farbstoffe nach Anhang 6 verwendet werden.


11. Kapitel: Honig, Gelée royale und Blütenpollen

1. Abschnitt: Honig

 

1 Honig ist der süsse Stoff, den die Bienen erzeugen, indem sie Nektar und Honigtau oder andere zuckerhaltige Sekrete lebender Pflanzenteile aufnehmen, durch körpereigene Stoffe bereichern, in ihrem Körper verändern, in Waben speichern und reifen lassen. Er kann flüssig, dickflüssig oder kristallin sein.1

2 Blütenhonig ist Honig, der hauptsächlich aus Nektariensäften von Blüten stammt.

3 Honigtauhonig ist Honig, der hauptsächlich aus Sekreten lebender Pflanzenteile oder aus sich auf solchen befindlichen Sekreten stammt.

4 Waben- oder Scheibenhonig ist Honig, den die Bienen in den gedeckelten, brutfreien Zellen frisch gebauter Waben speichern und der in ganzen oder geteilten Waben gehandelt wird.

5 Honig mit Wabenteilen ist Honig, der ein oder mehrere Stücke Wabenhonig enthält.

6 Tropfhonig ist Honig, der durch Austropfen der entdeckelten, brutfreien Waben gewonnen wird.

7 Schleuderhonig ist Honig, der durch Schleudern der entdeckelten, brutfreien Waben gewonnen wird.

8 Presshonig ist Honig, der durch Pressen der brutfreien Waben gewonnen wird; die Waben dürfen dabei nicht oder nur gelinde erwärmt werden.


1 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 13. Okt. 2010, in Kraft seit 1. Nov. 2010 (AS 2010 4637).


 

1 Der Wassergehalt beträgt höchstens:

a.
bei Honig: 21 Massenprozent;
b.
bei Heidehonig (Calluna) und Kleehonig (Trifolium sp.): 23 Massenprozent.

2 Honig darf nicht übermässig erhitzt werden. Als Überhitzungskriterien gelten die Honigdiastase und der Hydroxymethylfurfural-Gehalt des Honigs.

3 Im Übrigen gelten die Anforderungen nach Kapitel 23A «Honig» des Schweizerischen Lebensmittelbuches1.


1 In der AS nicht veröffentlicht; zu beziehen beim BBL, Verkauf Bundespublikationen, 3003 Bern.


 

1 An Stelle der Sachbezeichnung «Honig» dürfen folgende Sachbezeichnungen verwendet werden:

a.
Blütenhonig;
b.
Honigtauhonig;
c.
Tropfhonig;
d.
Schleuderhonig;
e.
Presshonig.

2 Waben- oder Scheibenhonig sowie Honig mit Wabenteilen müssen als solche gekennzeichnet werden.

3 Honig, der einen fremden Geschmack oder Geruch aufweist, in Gärung oder Schäumung übergegangen oder zu stark erhitzt worden ist, muss als «Backhonig» oder «Industriehonig» bezeichnet werden.

4 Die Sachbezeichnung kann, ausser bei Backhonig und Industriehonig, ergänzt werden durch:

a.
die Angabe der Herkunft aus bestimmten Blüten oder Pflanzen, wenn der Honig überwiegend aus diesen stammt und wenn er deren sensorische, physikalisch-chemische und mikroskopische Merkmale aufweist;
b.
einen regionalen, territorialen oder topografischen Namen, wenn der Honig aus der angegebenen Gegend stammt; die Bestimmungen der GUB/GGA-Verordnung vom 28. Mai 19971 bleiben vorbehalten.


2. Abschnitt: Gelée royale

 

Gelée royale ist das Sekretionsprodukt des Schlunddrüsensystems der Arbeiterbienen.


 

1 Gelée royale darf höchstens 70 Massenprozent Wasser enthalten.

2 Der Gehalt an 10-Hydroxydecensäure muss mindestens 1,4 Massenprozent betragen.


 

Gelée royale kann auch als «Weiselfuttersaft», «Königinnenkost» oder «Königinnenfuttersaft» bezeichnet werden.


3. Abschnitt: Blütenpollen

 

1 Blütenpollen sind die von Bienen gesammelten männlichen Keimzellen aus den Staubbeuteln von Blütenpflanzen. Sie sind mit Nektar oder Honigtau aus dem Bienenmagen befeuchtet, dabei mit körpereigenen Enzymen bereichert, als Pollenhöschen zu Nahrungszwecken ins Bienenvolk eingetragen und mit speziellen Pollenfallen geerntet worden.

2 Aufgeschlossener Pollen ist Pollen, dessen Hülle mechanisch so verändert wird, dass der Inhalt für den menschlichen Organismus besser verwertbar wird.


 

Getrocknete Blütenpollen dürfen höchstens 8 Massenprozent Wasser enthalten.


1 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4969).


12. Kapitel: Anpassung der Anhänge

 

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen passt die Anhänge dieser Verordnung regelmässig dem Stand von Wissenschaft und Technik sowie dem Recht der wichtigsten Handelspartner der Schweiz an.


1 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4969).


13. Kapitel: Schlussbestimmungen

 

Es werden aufgehoben:

1.
Verordnung vom 22. Dezember 20001 über die Verwendung von Tierarzneimitteln bei Tieren, die der Lebensmittelgewinnung dienen;
2.
Verordnung des EDI vom 10. Dezember 19812 über die Bezeichnungen von Schweizer Käse.

1 [AS 2001 17]
2 [AS 1982 3, 1990 765, 2002 848, 2004 1261]


 

Diese Verordnung tritt am 1. Januar 2006 in Kraft.


Schlussbestimmung der Änderungen vom 15. November 20069

Die von den Änderungen nach den Ziffern I und II betroffenen Lebensmittel dürfen noch bis zum 31. Dezember 2007 nach bisherigem Recht eingeführt, hergestellt und gekennzeichnet werden. Sie dürfen noch bis zur Erschöpfung der Bestände an Konsumentinnen und Konsumenten abgegeben werden.

Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 7. März 200810

1 Lebensmittel, die den Änderungen vom 7. März 2008 dieser Verordnung nicht entsprechen, dürfen noch bis zum 31. März 2009 nach bisherigem Recht eingeführt und hergestellt sowie bis zum 31. März 2010 nach bisherigem Recht gekennzeichnet werden. Sie dürfen noch bis zur Erschöpfung der Bestände an Konsumentinnen und Konsumenten abgegeben werden.

2 Für die Artikel 20 und 40 Absätze 4 Buchstabe e und 5ter gilt keine Übergangsfrist.

Übergangsbestimmung zur Änderung vom 26. November 200811

Lebensmittel, die den Bestimmungen gemäss der Änderung vom 26. November 2008 dieser Verordnung nicht entsprechen, dürfen noch bis zum 31. Dezember 2009 nach bisherigem Recht eingeführt, hergestellt und gekennzeichnet werden. Sie dürfen noch bis zur Erschöpfung der Bestände nach bisherigem Recht an Konsumentinnen und Konsumenten abgegeben werden.

Übergangsbestimmung zur Änderung vom 11. Mai 200912

Lebensmittel, die den Bestimmungen gemäss der Änderung vom 11. Mai 2009 dieser Verordnung nicht entsprechen, dürfen noch bis zum 30. April 2010 nach bisherigem Recht eingeführt, hergestellt und gekennzeichnet werden. Sie dürfen noch bis zur Erschöpfung der Bestände nach bisherigem Recht an Konsumentinnen und Konsumenten abgegeben werden.

Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. November 201313

1 Lebensmittel, die der Änderung vom 25. November 2013 dieser Verordnung nicht entsprechen, dürfen noch bis 31. Dezember 2015 nach bisherigem Recht hergestellt, eingeführt und gekennzeichnet werden.

2 Sie dürfen noch bis zur Erschöpfung der Bestände nach bisherigem Recht an Konsumentinnen und Konsumenten abgegeben werden.


Anhang 1

(Art. 9 Abs. 1 Bst. a)

Höchstwerte der Fett- und Bindegewebeanteile für Zutaten,
die mit dem Begriff «…1-fleisch» bezeichnet werden

Spezies

Fett (%)

Bindegewebe2 (%)

Säugetiere (ausgenommen Kaninchen und Schweine) und Mischungen von Spezies, bei denen Säugetiere überwiegen

25

25

Schweine

30

25

Vögel und Kaninchen

15

10

1

Tierart

2

Der Bindegewebeanteil wird berechnet aufgrund des Verhältnisses zwischen Kollagengehalt und Fleischeiweissgehalt. Als Kollagengehalt gilt der mit dem Faktor 8 vervielfältigte Gehalt an Hydroxyprolin.


Anhang 1a1

(Art. 5 Abs. 4 und 9 Abs. 7)

Anforderungen für die Zusammensetzung von Hackfleisch

Fett (%)

Verhältnis zwischen Bindegewebeeiweiss1 und Fleischeiweiss2 (%)

mageres Hackfleisch

≤  7

≤12

reines Rinderhackfleisch

≤20

≤15

Hackfleisch mit Schweinefleischanteil

≤30

≤18

Hackfleisch von anderen Tierarten

≤25

≤15

1

Als Bindegewebeeiweiss (Kollagen) gilt der mit dem Faktor 8 vervielfältigte Gehalt an Hydroxyprolin.

2

Als Fleischeiweiss gilt der mit dem Faktor 6.25 vervielfältigte Gehalt an Gesamtstickstoff.


1 Eingefügt durch Ziff. II Abs. 1 der V des EDI vom 15. Nov. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4949).


Anhang 21


1 Aufgehoben durch Ziff. II Abs. 2 der V des EDI vom 15. Nov. 2006, mit Wirkung seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4949).


Anhang 31


1 Aufgehoben durch Ziff. II der V des EDI vom 26. Nov. 2008, mit Wirkung seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 6037).


Anhang 41


1 Aufgehoben durch Ziff. II Abs. 2 der V des EDI vom 7. März 2008, mit Wirkung seit 1. April 2008 (AS 2008 1009).


Anhang 5

(Art. 52 Abs. 2)

Anforderungen an Butter und Butterfett

1. Säuregrad im Butterfett

Der Säuregrad im Butterfett darf höchstens betragen:

a.
bei den Butterkategorien nach Artikel 52 Absatz 1:
1.
bei Butter aus unpasteurisiertem Rahm: maximal 20 mmol NaOH/kg Fett,
2.
bei Butter aus pasteurisiertem Rahm: maximal 12 mmol NaOH/kg Fett;
b.
bei entwässerter Butter: maximal 20 mmol NaOH/kg Fett.

2. pH-Wert im Serum

Für den pH-Wert im Serum gilt:

a.
für Süssrahmbutter: mindestens 6,0;
b.
für gesäuerter Butter höchstens 5,5.

3. Klar-Schmelzpunkt für Butterfraktionen

Der Klar-Schmelzpunkt für Butterfraktionen muss im Bereich von 30-38 °C liegen.


Anhang 6

(Art. 75)

Zulässige Farbstoffe für Eier

1. Färben von Eierschalen

Zum Färben von Eierschalen dürfen verwendet werden:

a.
die vom EDI in der Zusatzstoffverordnung vom 23. November 20051 als Lebensmittel-Zusatzstoffe zugelassenen Farbstoffe;
b.
Brillantgrün (CI-Nr. 42040);
c.
Viktoriablau (CI-Nr. 44045);
d.
Rhodamin B (CI-Nr. 45170);
e.
Ultramarin (CI-Nr. 77007);
f.
Alkanna (Alcanna tinctoria);
g.
Blauholz (Haematoxylon campechianum);
h.
Gelbholz (Maclura tinctoria, Morus tinctoria);
i.
Rotholz (Caesalpinia echinata);
j.
Sandelholz gelb (Santalum album) und rot (Pterocarpus santalinus);
k.
Walnuss-Schale (Juglans regia);
l.
Kaliumaluminiumsilicat (E555).

2. Stempeln von Eiern

Zum Stempeln von Eiern dürfen verwendet werden:

a.
die in Ziffer 1 Buchstaben a, d und e genannten Farbstoffe;
b.
Methylviolett B (CI-Nr. 42535).

1 [AS 2005 6191. AS 2007 2977 Art. 7]. Siehe heute: die V vom 22. Juni 2007 (SR 817.022.31).


Anhang 7 und 81


1 Eingefügt durch Ziff. II Abs. 1 der V des EDI vom 15. Nov. 2006 (AS 2006 4949). Aufgehoben durch Ziff. II der V des EDI vom 26. Nov. 2008, mit Wirkung seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 6037).



1 SR 817.02
2 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4969).
3 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 15. Nov. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4949).
4 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 15. Nov. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4949).
5 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4969).
6 Ursprünglich vor Art. 59. Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 25. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4969).
7 Fassung gemäss Ziff. I der V des EDI vom 15. Nov. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4949).
8 Eingefügt durch Ziff. I der V des EDI vom 7. März 2008, in Kraft seit 1. April 2008 (AS 2008 1009).
9AS 2006 4949
10AS 2008 1009
11AS 2008 6037
12AS 2009 2019
13AS 2013 4969

Für Anregungen und Mitteilungen: Kompetenzzentrum Amtliche Veröffentlichungen
Zum SeitenanfangLetzte Aktualisierung: 22.11.2014