812.212.27

Verordnung
über die Tierarzneimittel

(Tierarzneimittelverordnung, TAMV)

vom 18. August 2004 (Stand am 1. Januar 2012)

Der Schweizerische Bundesrat,

gestützt auf die Artikel 5 Absatz 2 Buchstabe b, 42 Absatz 3, 44 und 82 Absatz 2 des Heilmittelgesetzes vom 15. Dezember 20001 (HMG) sowie auf Artikel 9 des Lebensmittelgesetzes vom 9. Oktober 19922 (LMG),

verordnet:

1. Kapitel: Allgemeine Bestimmungen

Art. 1 Zweck

Diese Verordnung soll:

a.
den fachgerechten Einsatz von Tierarzneimitteln gewährleisten;
b.
Konsumentinnen und Konsumenten vor unerwünschten Tierarzneimittelrückständen in Lebensmitteln tierischer Herkunft schützen;
c.
zum Schutz der Gesundheit der Tiere die Versorgung mit qualitativ hochstehenden, sicheren und wirksamen Tierarzneimitteln gewährleisten.

Art. 2 Gegenstand

Diese Verordnung regelt:

a.
die Anforderungen an die Verschreibung, die Abgabe und die Anwendung von Tierarzneimitteln;
b.
die Voraussetzungen für die Herstellung von Fütterungsarzneimitteln durch Tierhalterinnen und Tierhalter für den eigenen Tierbestand;
c.
die besonderen Sorgfaltspflichten für Nutztierhalterinnen und Nutztierhalter;
d.
die Anwendung von nicht zugelassenen Arzneimitteln;
e.
die Anforderungen an die Aufzeichnungs- und Buchführungspflicht;
f.
die Vereinheitlichung und Koordination des Vollzugs;
g.
die Anforderungen an die Bearbeitung von Verbrauchsdaten.

Art. 3 Begriffe

1 Im Sinne dieser Verordnung gelten als:

a.1
Nutztiere: Tiere von Arten, die nach der Lebensmittelgesetzgebung zur Lebensmittelgewinnung verwendet werden dürfen, sowie Bienen;
b.2
Heimtiere:
1.
Tiere von Arten, die nicht für die Lebensmittelproduktion zugelassen sind,
2.
Tiere der folgenden Arten, wenn sie nicht der Lebensmittelgewinnung dienen werden, sondern aus Interesse am Tier oder als Gefährte im Haushalt gehalten werden oder für eine solche Haltung vorgesehen sind: Equiden, Hausgeflügel, Hauskaninchen, in Gehegen gehaltenes Wild, Frösche, Zuchtreptilien, Fische, Krebstiere, Weichtiere und Stachelhäuter.

2 Im Weiteren richten sich die Begriffe nach Artikel 2 der Arzneimittel-Bewilligungsverordnung vom 17. Oktober 20013.


1 Fassung gemäss Anhang 2 Ziff. II 1 der Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung vom 23. Nov. 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5451).
2 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 12. Mai 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 2311).
3 SR 812.212.1


2. Kapitel: Verschreibung, Abgabe und Anwendung von Tierarzneimitteln

1. Abschnitt: Allgemeine Bestimmungen

Art. 4 Zusätzliche Etikette

Wer Arzneimittel abgibt, über die Buch (Art. 26) geführt werden muss, hat bei der Abgabe auf jeder Einzelpackung des Tierarzneimittels neben der Originaletikette eine zusätzliche Etikette mit mindestens folgenden Angaben anzubringen:

a.
Name und Adresse der abgebenden Person, Praxis oder Apotheke;
b.
Abgabedatum;
c.
Name der Tierhalterin oder des Tierhalters.

Art. 5 Anwendungsanweisung

1 Die Tierärztin oder der Tierarzt hat zu jedem verschriebenen oder abgegebenen Tierarzneimittel nach Artikel 26 eine Anwendungsanweisung zu formulieren. Diese umfasst:

a.
die Bezeichnung des zu behandelnden Tiers oder der zu behandelnden Tiergruppe;
b.
die Indikation;
c.
die Applikation;
d.
die Dosierung und die Dauer der Anwendung;
e.
die Absetzfristen;
f.
weitere Angaben wie Lagerungsvorschriften, soweit diese nicht auf dem Behälter (Primärpackung) enthalten sind.

2 Für Arzneimittel, die auf Vorrat abgegeben werden, sowie für Arzneimittel, die während der Anwendungsdauer für die aktuelle Indikation nicht aufgebraucht werden, ist die Anwendungsanweisung schriftlich abzugeben. Sie ist auf der zusätzlichen Etikette anzubringen oder separat abzugeben. Wird sie separat abgegeben, so muss sie dem Tierarzneimittel unmissverständlich zugeordnet werden können.

3 Für Langzeitbehandlungen ist die Anwendungsanweisung immer schriftlich abzugeben.


Art. 6 Umwidmung zugelassener Arzneimittel

1 Ist für die Behandlung einer Krankheit kein Tierarzneimittel zugelassen, so ist die Tierärztin oder der Tierarzt befugt, ein Tierarzneimittel, das für die gleiche Zieltierart, jedoch für eine andere Indikation zugelassen ist, in gleicher Dosierung zu verschreiben, abzugeben oder anzuwenden wie für die zugelassene Indikation.1

2 Ist auch kein solches Tierarzneimittel verfügbar, so darf sie oder er in der folgenden Reihenfolge verschreiben, abgeben oder anwenden:

a.
ein vom Schweizerischen Heilmittelinstitut (Institut) für eine andere Zieltierart zugelassenes Tierarzneimittel;
b.
ein vom Institut zugelassenes Humanarzneimittel.2

3 Zugelassene homöopathische, anthroposophische und phytotherapeutische Arzneimittel dürfen auch umgewidmet werden, wenn für die zu behandelnde Indikation oder Zieltierart ein Arzneimittel zugelassen ist.

4 Arzneimittel, die gentechnisch veränderte Organismen enthalten, dürfen nicht umgewidmet werden.

5 Artikel 12 bleibt vorbehalten.

6 Das Institut kann aus Gründen der Arzneimittel- oder Lebensmittelsicherheit vereinfacht zugelassene Arzneimittel oder einzelne Wirkstoffe von einer Umwidmung ausschliessen.3


1 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 24. März 2010, in Kraft seit 15. April 2010 (AS 2010 1299).
2 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 24. März 2010, in Kraft seit 15. April 2010 (AS 2010 1299).
3 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 24. März 2010, in Kraft seit 15. April 2010 (AS 2010 1299).


Art. 7 Einfuhr von Tierarzneimitteln durch Medizinalpersonen

1 Eine Medizinalperson darf verwendungsfertige Arzneimittel für Tiere, die in der Schweiz nicht zugelassen sind, nur mit Bewilligung des Instituts einführen. Die Bewilligung umfasst höchstens die Menge eines Jahresbedarfs für die Versorgung der eigenen Kundschaft und wird nur erteilt, sofern:

a.
kein alternativ einsetzbares oder medizinisch gleichwertiges Arzneimittel zugelassen und verfügbar ist;
b.
das Arzneimittel von einem Staat mit einem vom Institut als gleichwertig anerkannten Zulassungssystem zugelassen ist;
c.
diese Zulassung sich auf die entsprechende Indikation bezieht; und
d.
das Institut keine begründeten wesentlichen Bedenken hinsichtlich der Sicherheit des Arzneimittels sowie, bei Arzneimitteln für Nutztiere, hinsichtlich der Lebensmittelsicherheit hat.1

2 Für die Behandlung eines bestimmten Heimtiers oder einer bestimmten Heimtiergruppe darf eine Medizinalperson, die über eine Detailhandelsbewilligung des zuständigen Kantons verfügt, ohne Bewilligung Arzneimittel in kleinen Mengen einführen, die in einem Land mit vergleichbarer Arzneimittelkontrolle zugelassen sind, sofern in der Schweiz kein alternativ einsetzbares Arzneimittel zugelassen ist. Die einführende Medizinalperson führt darüber Buch.

3 Die Einfuhr von immunologischen Arzneimitteln bedarf einer Bewilligung des Bundesamtes für Veterinärwesen (BVET).

4 Die Einfuhr nicht zugelassener Arzneimittel, die gentechnisch veränderte Organismen enthalten, ist verboten.

5 Eine Medizinalperson, die gestützt auf staatsvertragliche Regelungen in der Schweiz tätig ist, darf Arzneimittel nur im Rahmen dieser Verordnung anwenden oder abgeben. Soweit sie staatsvertraglich2 dazu befugt ist, darf sie nur Arzneimittel, die in ihrem Herkunftsland oder in der Schweiz zugelassen sind, und nur im Rahmen eines Bestandesbesuchs (Art. 10 Abs. 1) anwenden oder abgeben.


1 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 24. März 2010, in Kraft seit 15. April 2010 (AS 2010 1299).
2 SR 0.811.119.136/0.811.119.454.1


Art. 8 Abgabeeinschränkungen

1 Für Impfungen, die durch ein tierärztliches Zeugnis zu bestätigen sind, dürfen Impfstoffe ausschliesslich in Anwesenheit der Tierärztin oder des Tierarztes angewendet werden.

2 Tierarzneimittel zur Schmerzausschaltung bei der Enthornung oder der Kastration dürfen nur an Tierhalterinnen und Tierhalter abgegeben werden, die einen Sachkundenachweis nach Artikel 32 Absatz 2 der Tierschutzverordnung vom 23. April 20081 erbringen.2

3 Arzneimittel, die als Betäubungsmittel gelten, dürfen nicht für Nutztiere abgegeben werden.3 Vorbehalten bleiben Tierarzneimittel, die vom Institut spezifisch für die unter Absatz 2 erwähnten Indikationen zugelassen sind.


1 SR 455.1
2 Fassung gemäss Anhang 6 Ziff. II 5 der Tierschutzverordnung vom 23. April 2008, in Kraft seit 1. Sept. 2008 (AS 2008 2985).
3 Fassung gemäss Anhang 2 Ziff. II 1 der Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung vom 23. Nov. 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5451).


Art. 9 Abgabe von Arzneimitteln in Zoo- und Imkerfachgeschäften

1 Wer in einem Zoofachgeschäft lebende Tiere halten und verkaufen darf, darf gestützt auf eine kantonale Bewilligung nach Artikel 30 des Heilmittelgesetzes vom 15. Dezember 20001 Arzneimittel für Zierfische, Sing- und Ziervögel, Brieftauben, Reptilien, Amphibien und Kleinsäuger abgeben, wenn sie oder er eine vom BVET genehmigte Ausbildung absolviert hat.2

2 Wer Imkerinnen und Imkern Arzneimittel für Bienen abgeben will, benötigt eine kantonale Detailhandelsbewilligung. Diese kann erteilt werden, wenn die Gesuchstellerin oder der Gesuchsteller einen vom BVET genehmigten Kurs absolviert hat und sich regelmässig weiterbildet. Die Bewilligung berechtigt die Inhaberin oder den Inhaber auch, ohne Rezept Arzneimittel zur Parasitenbekämpfung bei Bienen an Imkerinnen und Imker zu versenden.

3 Abgabeberechtigt sind auch die kantonalen Bieneninspektorate.

Das Institut legt die Arzneimittel fest, die abgegeben werden dürfen. Es kann auch Arzneimittel nach Artikel 25 der Arzneimittelverordnung vom 17. Oktober 20013 bezeichnen.


1 SR 812.21
2 Fassung gemäss Anhang 2 Ziff. II 1 der Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung vom 23. Nov. 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5451).
3 SR 812.212.21


2. Abschnitt: Verschreibung und Abgabe von Tierarzneimitteln für Nutztiere

Art. 10 Beurteilung des Gesundheitszustandes, TAM-Vereinbarung

1 Tierärztinnen und Tierärzte müssen vor der Verschreibung oder der Abgabe eines Tierarzneimittels, über das Buch geführt werden muss (Art. 26), den Gesundheitszustand des zu behandelnden Nutztieres oder der zu behandelnden Nutztiergruppe persönlich beurteilen (Bestandesbesuch).

2 Tierärztinnen, Tierärzte sowie Tierarztpraxen können mit der Tierhalterin oder dem Tierhalter eine schriftliche Vereinbarung über regelmässige Betriebsbesuche und den korrekten Umgang mit Tierarzneimitteln (TAM-Vereinbarung) abschliessen. In diesem Fall können sie Tierarzneimittel auch ohne vorgängigen Bestandesbesuch verschreiben oder abgeben.

3 Für unterschiedliche Tierarten können separate TAM-Vereinbarungen abgeschlossen werden.

4 Die Beurteilungskriterien, die Besuchsfrequenzen und der Inhalt der TAM-Vereinbarung richten sich nach Anhang 1.


Art. 10a1 Verbotene Stoffe und Zubereitungen

Die Verabreichung der Stoffe und Zubereitungen nach Anhang 4 an Nutztiere ist verboten.


1 Eingefügt durch Anhang 2 Ziff. II 1 der Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung vom 23. Nov. 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5451).


Art. 11 Menge der verschriebenen oder abgegebenen Tierarzneimittel

1 Bei einem Bestandesbesuch darf nur die Menge Tierarzneimittel verschrieben oder abgegeben werden, die für die Behandlung und die Nachbehandlung der von der aktuellen Indikation betroffenen Tiere notwendig ist.

2 Besteht eine TAM-Vereinbarung, so darf die Tierärztin oder der Tierarzt für eine bezeichnete Indikation Tierarzneimittel im Verhältnis zur Bestandesgrösse auch auf Vorrat verschreiben oder abgeben:

a.
zur Prophylaxe: den Bedarf für maximal vier Monate;
b.
zur Behandlung eines Einzeltiers oder einer kleinen Gruppe: den Bedarf für maximal drei Monate;
c.
zur Schmerzausschaltung bei der Enthornung in den ersten Wochen oder bei der Frühkastration: den Bedarf für maximal drei Monate;
d.
zur Bekämpfung von Parasiten: den Bedarf für maximal zwölf Monate.

3 Wer die Person oder die Praxis vertritt, die eine TAM-Vereinbarung abgeschlossen hat, darf Tierarzneimittel nur für die aktuelle Indikation, die gewählte Behandlung und Nachbehandlung sowie die Anzahl der aktuell zu behandelnden Tiere verschreiben oder abgeben.


Art. 121 Umwidmung zugelassener Arzneimittel

1 Für Nutztiere dürfen nur Arzneimittel umgewidmet werden:

a.
die ausschliesslich Wirkstoffe enthalten, für die in der Lebensmittelgesetzgebung Höchstkonzentrationen vorgesehen sind;
b.
die in den Listen a und b von Anhang 2 aufgeführt sind; oder
c.
deren Wirkstoffe, im Falle von homöopathischen und anthroposophischen Arzneimitteln, in einer Potenzierung von D6 oder höher vorliegen.

2 Verbotene Stoffe und Zubereitungen (Art. 10a) sind von einer Umwidmung ausgeschlossen.

3 Für domestizierte Tiere der zoologischen Familien der Equidae und der Camelidae und für in Gehegen gehaltenes Wild, das zur Lebensmittelgewinnung zugelassen ist, dürfen auch Arzneimittel mit Wirkstoffen, die den Anforderungen von Absatz 1 nicht entsprechen, verschrieben oder abgegeben werden. Davon ausgeschlossen sind Arzneimittel mit Wirkstoffen nach Artikel 10a.

4 Für Bienen dürfen keine Arzneimittel umgewidmet werden.2


1 Fassung gemäss Anhang 2 Ziff. II 1 der Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung vom 23. Nov. 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5451).
2 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 24. März 2010, in Kraft seit 15. April 2010 (AS 2010 1299).


Art. 13 Absetzfristen für umgewidmete Arzneimittel

1 Für Tierarzneimittel, die für die gleiche Zieltierart, jedoch für eine andere Indikation zugelassen sind, gelten bei gleicher Dosierung und Applikation die gleichen Absetzfristen wie für die zugelassene Indikation.

2 Tierarzneimittel, die für eine andere Zieltierart zugelassen sind, sowie Humanarzneimittel dürfen nur gemäss Zulassung appliziert werden. Für diese Arzneimittel gelten folgende Absetzfristen:

a.
Wenn die im Arzneimittel enthaltenen Wirkstoffe in der Liste a des Anhangs 2 aufgeführt sind, ist keine Absetzfrist notwendig.
b.
Wenn die im Arzneimittel enthaltenen Wirkstoffe in der Liste b des Anhangs 2 aufgeführt sind und das Arzneimittel einem Tier verabreicht wird das zur gleichen zoologischen Klasse gehört, wie das Tier, für das es zugelassen ist, gilt die längste für diese Klasse geltende Absetzfrist.
c.
Wenn für Wirkstoffe eines Arzneimittels in der Lebensmittelgesetzgebung Höchstkonzentrationen vorgesehen sind oder das Arzneimittel Tieren einer zoologischen Klasse verabreicht wird, für die es nicht zugelassen ist, sind für jedes einzelne vom Tier gewonnene Lebensmittel folgende Absetzfristen einzuhalten:
1.
7 Tage für Milch und Eier,
2.
28 Tage für essbares Gewebe, und
3.
500 Tage dividiert durch die mittlere Wassertemperatur in °C für Fische.

3 Bestehen Hinweise, dass die Höchstkonzentrationen durch die Absetzfristen nach Absatz 2 nicht eingehalten werden können, so hat die verschreibende Tierärztin oder der verschreibende Tierarzt die Absetzfrist zu verlängern.

4 Für die Arzneimittel, die nach Artikel 12 Absatz 3 umgewidmet werden, beträgt die Absetzfrist 6 Monate.

5 Bei zugelassenen homöopathischen, anthroposophischen und phytotherapeutische Arzneimitteln kann auf Absetzfristen verzichtet werden, wenn die im Arzneimittel enthaltenen Wirkstoffe:

a.
in der Liste a des Anhangs 2 aufgeführt sind; oder
b.
in einer Potenzierung von D6 oder höher vorliegen.

Art. 141 Arzneimittel nach Artikel 9 Absatz 2 Buchstaben a-cbis HMG

1 Arzneimittel nach Artikel 9 Absatz 2 Buchstaben a-cbis HMG dürfen für Nutztiere nur verschrieben oder abgegeben beziehungsweise an ihnen angewendet werden, wenn kein Arzneimittel zugelassen ist und kein zugelassenes Arzneimittel umgewidmet werden kann.

2 Zur Herstellung eines solchen Arzneimittels dürfen nur Wirkstoffe verschrieben und verwendet werden, die in der Liste a des Anhangs 2 aufgeführt sind oder die in einer Potenzierung von D6 oder höher vorliegen. Artikel 12 Absatz 3 bleibt vorbehalten.

3 Zur Behandlung von Bienen dürfen keine Arzneimittel nach Artikel 9 Absatz 2 Buchstabe a-cbis HMG verschrieben, abgegeben oder angewendet werden.


1 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 24. März 2010, in Kraft seit 15. April 2010 (AS 2010 1299).


Art. 151 Sonderbestimmungen für Tiere der Pferdegattung

1 Ein Tier der zoologischen Familie der Equidae gilt ab Geburt als Nutztier.

2 Soll es nicht der Lebensmittelgewinnung dienen, so muss es als Heimtier bezeichnet werden. Dieser Verwendungszweck kann nicht mehr geändert werden.

3 Der Verwendungszweck ist in der Tierverkehrsdatenbank und im Equidenpass nach Artikel 15c der Tierseuchenverordnung vom 27. Juni 19952 einzutragen.3

4 Unterscheiden sich die Angaben im Equidenpass von denjenigen in der Tierverkehrsdatenbank, so gehen die Angaben der Tierverkehrsdatenbank vor.4


1 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 12. Mai 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 2311).
2 SR 916.401
3 Fassung gemäss Anhang 2 Ziff. II 1 der TVD-Verordnung vom 26. Okt. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5453).
4 Fassung gemäss Anhang 2 Ziff. II 1 der TVD-Verordnung vom 26. Okt. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5453).


3. Abschnitt: Herstellung von Fütterungsarzneimitteln sowie Verschreibung und Verabreichung von Fütterungsarzneimitteln und Arzneimittel-Vormischungen

Art. 16 Verschreibung und Anwendungsanweisung

1 Verschreibt eine Tierärztin oder ein Tierarzt eine Arzneimittel-Vormischung oder ein Fütterungsarzneimittel für die orale Gruppentherapie, so muss sie oder er dazu das amtliche Rezeptformular des Instituts verwenden und folgende Angaben machen:

a.
Name und Adresse der Tierhalterin oder des Tierhalters;
b.
Tierart und Anzahl der zu behandelnden Tiere;
c.
Indikation sowie, falls angezeigt, Datum der Nachkontrolle;
d.
Bezeichnung und Zulassungsnummer der Arzneimittel-Vormischung;
e.
allgemeine und betriebsspezifische Anweisungen zur Herstellung und Verabreichung, namentlich die Dosierung, die Behandlungsdauer und die Absetzfrist;
f.
Name und Adresse der verschreibenden Tierärztin, des Tierarztes oder der Praxis;
g.
Datum der Verschreibung.

2 Die Anwendungsanweisung für die orale Gruppentherapie umfasst die Angaben nach Absatz 1. Sie muss auf dem gleichen amtlichen Formular wie die Verschreibung schriftlich festgehalten werden.

3 Das Original der Verschreibung richtet sich an den Herstellungsbetrieb. Je eine Kopie erhält die Tierhalterin oder der Tierhalter, die Tierärztin oder der Tierarzt sowie die Kantonstierärztin oder der Kantonstierarzt. Die Tierärztin oder der Tierarzt bewahrt eine Kopie in der Krankengeschichte auf.

4 Das Institut kann das Formular in elektronischer Form zur Verfügung stellen.


Art. 17 Rezept

1 Herstellungsbetriebe dürfen Fütterungsarzneimittel erst abgeben, wenn das Rezept auf dem amtlichen Formular vorliegt. Die nachträgliche Ausstellung eines Rezepts ist verboten.

2 Rezepte dürfen nur einmal ausgeführt werden.


Art. 18 Beimischung von Tierarzneimitteln auf betriebseigenen Anlagen

1 Wer in Landwirtschaftsbetrieben auf betriebseigenen technischen Anlagen Futtermitteln Arzneimittel beimischt, benötigt eine Herstellungsbewilligung des Instituts gemäss den Bestimmungen der Arzneimittel-Bewilligungsverordnung vom 17. Oktober 20011.2

2 Keine Herstellungsbewilligung braucht, wer für den eigenen Tierbestand:

a.
höchstens eine Tagesration für die zu behandelnden Tiere herstellt;
b.
Tierarzneimittel manuell im Trog der Ration beimischt.

1 SR 812.212.1
2 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 24. März 2010, in Kraft seit 15. April 2010 (AS 2010 1299).


Art. 19 Betriebliche Anforderungen für die Beimischung und Verabreichung

Ein Landwirtschaftsbetrieb, der auf betriebseigenen technischen Anlagen Futtermitteln Arzneimittel beimischt oder Fütterungsarzneimittel verabreicht, muss folgende Anforderungen erfüllen:

a.
Es muss ein schriftlicher Vertrag mit einer fachtechnisch verantwortlichen Person abgeschlossen worden sein.
b.
Es müssen ihm geeignete Anlagen zur Verfügung stehen.
c.
Er darf nur eine Arzneimittel-Vormischung verwenden, die nach der Tierarzneimittelinformation zur Mischung im vorgesehenen Verarbeitungsprozess geeignet ist.
d.
Er muss in einem Dokumentationssystem die Arbeitsanweisungen, Verfahrensbeschreibungen und Protokolle über die relevanten Vorgänge erfassen.

Art. 20 Fachtechnisch verantwortliche Person

1 Die fachtechnisch verantwortliche Person übt die unmittelbare fachliche Aufsicht über den Betrieb aus und stellt insbesondere den sachgemässen Umgang mit Arzneimitteln sicher. Sie ist verantwortlich für die Qualität und die korrekte Verabreichung der im Betrieb hergestellten Fütterungsarzneimittel. Sie ist in ihrem Tätigkeitsbereich weisungsbefugt.

2 Sie muss über die notwendige Sachkenntnis verfügen und insbesondere folgende berufliche Anforderungen erfüllen:

a.
Sie muss über eine veterinärmedizinische oder pharmazeutische Hochschulausbildung verfügen.
b.
Sie muss über eine dreitägige Zusatzausbildung verfügen und diese alle fünf Jahre im Rahmen einer eintägigen Weiterbildung auffrischen.

3 In einem Betrieb, der mit einer Tierärztin oder einem Tierarzt eine TAM-Vereinbarung abgeschlossen hat, ist diese oder dieser die fachtechnisch verantwortliche Person, soweit sie über die Zusatzausbildung verfügt.

4 Das Institut legt den Inhalt der Zusatzausbildung und der Weiterbildung fest.


Art. 21 Anforderungen an die Anlagen zur Beimischung und Verabreichung

1 Die auf einem Landwirtschaftsbetrieb zur Mischung von Futtermitteln mit Arzneimitteln oder zur Zerkleinerung, Verteilung oder Verabreichung von Fütterungsarzneimitteln verwendete Anlage muss so beschaffen sein, dass:

a.
der Mischprozess eine homogene Mischung des Arzneimittels und des Futtermittels ergibt;
b.
das Fütterungsarzneimittel den Tieren verschreibungsgemäss verabreicht werden kann; und
c.
sie leicht zu reinigen ist.

2 Der Hersteller, sein in der Schweiz niedergelassener Vertreter oder der Importeur nimmt die Anlage vor der Inbetriebnahme ab und instruiert die Nutztierhalterin oder den Nutztierhalter über die korrekte Verwendung.

3 Vorbehalten bleiben die Voraussetzungen für das Inverkehrbringen nach den Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 12. Juni 20091 über die Produktesicherheit (PrSG).2


1 SR 930.11
2 Fassung gemäss Anhang 4 Ziff. II 3 der V über die Produktesicherheit vom 19. Mai 2010, in Kraft seit 1. Juli 2010 (AS 2010 2583).


3. Kapitel: Sorgfalts- und Mitteilungspflichten der Nutztierhalterinnen und Nutztierhalter

Art. 22 Sorgfaltspflicht

Wer Nutztiere hält, ist verpflichtet, die auf dem Betrieb vorhandenen Tierarzneimittel nach den in der Tierarzneimittelinformation und der Anwendungsanweisung festgehaltenen Aufbewahrungs- und Lagerungsvorschriften hygienisch einwandfrei, sicher und geordnet aufzubewahren. Die schriftlichen Anwendungsanweisungen sind so lange aufzubewahren, wie sich das Tierarzneimittel auf dem Betrieb befindet.


Art. 23 Mitteilungspflicht bei Halterwechsel

1 Nutztierhalterinnen und Nutztierhalter, die ein domestiziertes Tier der zoologischen Familien der Bovidae, Suidae, Camelidae, Cervidae und Equidae oder in Gehegen gehaltenes Wild, das zur Lebensmittelgewinnung zugelassen ist, zur Haltung in einen andern Betrieb abgeben, müssen schriftlich bestätigen, dass:

a.
das Tier innerhalb der letzten zehn Tage weder krank war noch sich verletzt hat oder verunfallt ist;
b.
alle Absetzfristen nach einer Behandlung mit Tierarzneimitteln abgelaufen sind.

2 Kann die Bestätigung nicht ausgestellt werden, so ist eine Kopie des Behandlungsjournals abzugeben und darauf festzuhalten, um welche Krankheit oder Verletzung es sich handelt.

3 Diese Angaben sind für Klauentiere im Begleitdokument nach Artikel 12 der Tierseuchenverordnung vom 27. Juni 19951 zu machen und für Equiden, die als Nutztiere gelten, im Equidenpass. Bei Equiden, die vor dem 31. Dezember ihres Geburtsjahres geschlachtet werden, sind diese Angaben in der Aufnahmebestätigung nach Artikel 22 Absatz 2 der Verordnung vom 26. Oktober 20112 über die Tierverkehrsdatenbank (TVD-Verordnung) zu machen.3


1 SR 916.401
2 SR 916.404.1
3 Fassung gemäss Anhang 2 Ziff. II 1 der TVD-Verordnung vom 26. Okt. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5453).


Art. 24 Besondere Sorgfaltspflichten beim Gewinnen von Lebensmitteln

1 Fleisch, Milch, Eier und Honig sowie daraus gewonnene Erzeugnisse dürfen nicht als Lebensmittel verwendet werden, solange bei den entsprechenden Tieren die Absetzfrist des eingesetzten Tierarzneimittels nicht abgelaufen ist. Vorbehalten bleiben die Bestimmungen von Artikel 10 Absatz 2 der Verordnung vom 23. November 20051 über das Schlachten und die Fleischkontrolle.2

2 Milch, die vor Ablauf der Absetzfrist gewonnen wird, darf als Futtermittel für Nutztiere verwendet werden. Jede Verwendung ist bei den getränkten Tieren wie ein Arzneimitteleinsatz zu dokumentieren. Es sind die Absetzfristen einzuhalten, die für das entsprechende Arzneimittel gelten.


1 SR 817.190
2 Fassung gemäss Anhang 2 Ziff. II 1 der Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung vom 23. Nov. 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5451).


4. Kapitel: Buchführungs- und Aufzeichnungspflicht

Art. 25 Buchführungspflichtige Personen

Buch führen muss, wer nach Artikel 24 HMG Arzneimittel an Nutztiere abgeben darf (abgabeberechtigte Person) und wer Nutztiere hält.


Art. 26 Gegenstand der Buchführung

Buch geführt werden muss über:

a.
verschreibungspflichtige Tierarzneimittel;
b.
Tierarzneimittel, für die eine Absetzfrist eingehalten werden muss;
c.1
Arzneimittel, die nach den Artikeln 6 und 12 angewendet werden, ausgenommen diejenigen nach Artikel 13 Absatz 5;
d.
nicht zulassungspflichtige Tierarzneimittel (Art. 9 Abs. 2 HMG);
e.
Arzneimittel, die nach Artikel 7 eingeführt wurden.

1 Fassung gemäss Anhang 2 Ziff. II 1 der Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung vom 23. Nov. 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5451).


Art. 27 Abgabeberechtigte Person

1 Bei jeder Abgabe von Arzneimitteln für Nutztiere muss die abgabeberechtigte Person festhalten:

a.
die Bezeichnung des Arzneimittels (Handelsname);
b.
die Menge in Konfektionseinheiten oder die Dosis;
c.
das Datum der Abgabe oder Anwendung;
d.
den Namen und die Adresse der Tierhalterin oder des Tierhalters.

2 Abgabeberechtigte Personen, die Tierarzneimittel verschreiben dürfen, müssen diese Angaben in der Krankengeschichte des Tieres oder der Tiergruppe eines Bestands oder in einer vergleichbaren jederzeit nachvollziehbaren Aufzeichnung festhalten. Geben sie Arzneimittel sowohl für Nutz- als auch für Heimtiere ab, so müssen die jeweiligen Anteile aus der Dokumentation ausreichend ersichtlich sein.

3 Abgabeberechtigte Personen, die keine Tierarzneimittel verschreiben dürfen, müssen zusätzlich die tierärztliche Verschreibung oder, falls keine Verschreibung notwendig ist, den Namen und die Adresse der Empfängerin oder des Empfängers festhalten.

4 Wer Arzneimittel nach Artikel 26 abgibt, muss die Lieferscheine für alle bezogenen Arzneimittel sowie die Belege über jede Rückgabe oder Vernichtung von Arzneimitteln chronologisch geordnet aufbewahren. Sie müssen auch die Anwendungsanweisungen entsprechend dokumentieren.


Art. 28 Nutztierhalterinnen und Nutztierhalter

1 Nutztierhalterinnen und Nutztierhalter sorgen dafür, dass Personen, welche ein Tierarzneimittel nach Artikel 26 anwenden, folgende Aufzeichnungen in einem Behandlungsjournal festhalten:1

a.
das Datum der ersten und letzten Anwendung;
b.
die Kennzeichnung der behandelten Tiere oder Tiergruppe wie beispielsweise die Ohrmarke;
c.
die Indikation;
d.
den Handelsnamen des Tierarzneimittels;
e.
die Menge;
f.
die Absetzfristen;
g.
die Daten der Freigabe der verschiedenen vom Nutztier gewonnenen Lebensmittel;
h.
den Namen der abgabeberechtigten Person, die das Tierarzneimittel verschrieben, abgegeben oder verabreicht hat.

2 Sie sind verpflichtet, zu jedem Eingang auf Vorrat und jeder Rückgabe oder Vernichtung von Arzneimitteln nach Artikel 26 folgende Angaben in übersichtlicher Form festzuhalten:

a.
das Datum;
b.
den Handelsnamen;
c.
die Menge in Konfektionseinheiten;
d.
die Bezugsquelle, resp. die Person, welche die Arzneimittel zurücknimmt.

1 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 24. März 2010, in Kraft seit 15. April 2010 (AS 2010 1299).


Art. 29 Aufbewahrungsdauer

1 Die Unterlagen nach den Artikeln 10, 19 und 26-28 sowie das Original und die Kopien der Verschreibung von Fütterungsarzneimitteln und Arzneimittelvormischungen sind während drei Jahren aufzubewahren, mindestens aber bis zum Abschluss eines laufenden Verfahrens.1

2 Längere Aufbewahrungsfristen nach anderen Erlassen bleiben vorbehalten.


1 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 24. März 2010, in Kraft seit 15. April 2010 (AS 2010 1299).


5. Kapitel: Vollzug

1. Abschnitt: Kontrolle

Art. 30 Zuständigkeit und Befugnisse

1 Die Kantonstierärztinnen und Kantonstierärzte sind verantwortlich für die Kontrollen und den Vollzug der Heilmittelgesetzgebung in:1

a.
tierärztlichen Privatapotheken;
b.
anderen Detailhandelsbetrieben, deren Arzneimittelsortiment zu einem überwiegenden Teil aus Tierarzneimitteln besteht;
c.2
Betrieben, die nach Artikel 3 Absatz 3 der Verordnung vom 23. November 20053 über die Primärproduktion registriert sind.

2 Sie dürfen insbesondere:

a.
zu den üblichen Geschäftszeiten ohne Voranmeldung sämtliche Räume betreten sowie die Fahrzeuge besichtigen, in denen Tierarzneimittel oder Futtermittel aufbewahrt, verarbeitet oder angewendet werden;
b.
in sämtliche Unterlagen und Dokumente, die gestützt auf diese Verordnung geführt oder aufbewahrt werden müssen, sowie in Buchhaltungen Einsicht nehmen und diese sicherstellen;
c.4
im Einzelfall zusätzliche Betriebsbesuche zu den in der TAM-Vereinbarung festgelegten vorschreiben, wenn bei Kontrollen Mängel festgestellt werden, welche die Lebensmittelsicherheit oder die Tiergesundheit gefährden;
d.
bei lebenden oder geschlachteten Tieren sowie bei Arzneimitteln und Futtermitteln Proben entnehmen;
e.
gesundheitsgefährdende, verbotene, nicht den Vorschriften der Heilmittelgesetzgebung entsprechende oder unrechtmässig erworbene Tierarzneimittel zuhanden der zuständigen Behörde sicherstellen, beschlagnahmen, amtlich verwahren oder vernichten;
f.
Betriebe und Personen überprüfen, die Nutztierhalterinnen und Nutztierhalter mit Produkten zur Behandlung und Pflege von Tieren beliefern.

3 Inhaberinnen und Inhaber von Herstellungs- und Grosshandelsbewilligungen liefern auf Verlangen den Kantontierärztinnen oder Kantonstierärzten die Angaben zu den Mengen von Tierarzneimitteln, die die einzelnen Bezügerinnen und Bezüger in ihrem Kontrollgebiet bezogen haben.

4 Das Institut legt in Absprache mit dem BVET, dem BLW, dem Bundesamt für Gesundheit (BAG), der schweizerischen Akkreditierungsstelle SAS und den Kontrollorganen in einer technischen Weisung Form und Inhalt der Kontrollen fest. Es ist zusammen mit den zuständigen Bundesämtern dafür besorgt, dass die Kontrollen nach dieser Verordnung mit den Kontrollen im Aufgabenbereich dieser Ämter koordiniert werden.


1 Fassung gemäss Anhang 2 Ziff. 2 der Kontrollkoordinationsverordnung vom 26. Okt. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5297).
2 Fassung gemäss Anhang Ziff. 4 der Inspektionskoordinationsverordnung vom 14. Nov. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 6167).
3 SR 916.020
4 Fassung gemäss Anhang 2 Ziff. 2 der Kontrollkoordinationsverordnung vom 26. Okt. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5297).


Art. 311 Kontrollfrequenz und Delegation der Kontrollen

1 Detailhandelsbetriebe und tierärztliche Privatapotheken, die Arzneimittel für Nutztiere führen, sind mindestens alle fünf Jahre, reine Heimtierpraxen mindestens alle zehn Jahre zu kontrollieren.

2 Je nach Risiko werden zusätzliche Kontrollen durchgeführt.

3 Die Kontrollfrequenz, die Koordination der Kontrollen und die Erfassung der Kontrolldaten der Primärproduktionsbetriebe richten sich nach der Kontrollkoordinationsverordnung vom 26. Oktober 20112.

4 Die Kantone können zur Kontrolle Stellen beiziehen, die nach der europäischen Norm ISO/IEC 17020 «Allgemeine Kriterien für den Betrieb verschiedener Typen von Stellen, die Inspektionen durchführen»3 und der Akkreditierungs- und Bezeichnungsverordnung vom 17. Juni 19964 akkreditiert sind.


1 Fassung gemäss Anhang 2 Ziff. 2 der Kontrollkoordinationsverordnung vom 26. Okt. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5297).
2 SR 910.15
3 Der Text dieser Norm kann bei der Schweizerischen Normen-Vereinigung, Bürglistrasse 29, 8400 Winterthur (www.snv.ch) bezogen werden.
4 SR 946.512


Art. 32 Mitwirkungspflichten

1 Die Inhaberinnen und Inhaber tierärztlicher Privatapotheken oder anderer Detailhandelsbetriebe sowie die Nutztierhalterinnen und Nutztierhalter sind verpflichtet, bei der Kontrolle mitzuwirken. Insbesondere müssen sie den Kontrollorganen:

a.
Zutritt gewähren;
b.
die erforderlichen Auskünfte erteilen;
c.
die nötigen Unterlagen zur Verfügung stellen;
d.
bei der Entnahme von Proben behilflich sein.

2 Die Mitwirkung bei der Kontrolle wird nicht entschädigt.


Art. 33 Periodische Berichterstattung an das Institut

1 Die Kontrollorgane erstatten dem Institut periodisch Bericht über:

a.
die Anzahl der kontrollierten Betriebe;
b.
die Anzahl und Art der Beanstandungen;
c.
die angeordneten Verwaltungsmassnahmen;
d.
die erfolgten Strafanzeigen.

2 Das Institut wertet die Berichte aus und veröffentlicht sie in geeigneter Form.

3 Die Kontrollorgane können die Berichte dem kantonalen Veterinäramt zur Eingabe in das zentrale Informationssystem nach Artikel 65a der Tierseuchenverordnung vom 27. Juni 19951 übermitteln.2


1 SR 916.401
2 Eingefügt durch Anhang Ziff. 3 der V vom 15. Nov. 2006, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2006 5217, 2008 5587 Abs. 1 Bst. b).


Art. 341 Anforderungen an die Kontrollorgane

1 Die Kontrollorgane, die gestützt auf diese Verordnung Kontrollen durchführen, müssen über ein Qualitätsmanagement-System nach international anerkannten Normen verfügen und nach der Akkreditierungs- und Bezeichnungsverordnung vom 17. Juni 19962 akkreditiert sein.

2 Die einzelnen Kontrolleurinnen und Kontrolleure müssen in ihrem Fachgebiet über eine ausreichende Qualifikation sowie über Erfahrung verfügen; darüber hinaus müssen sie sich laufend fortbilden.

3 Die Kontrolleurinnen und Kontrolleure müssen von den Betrieben, die sie kontrollieren, unabhängig sein. In den Fällen nach Artikel 10 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 19683 über das Verwaltungsverfahren müssen sie in den Ausstand treten.


1 Fassung gemäss Anhang 2 Ziff. 2 der Kontrollkoordinationsverordnung vom 26. Okt. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5297).
2 SR 946.512
3 SR 172.021


2. Abschnitt: Anforderungen an die Bearbeitung von Verbrauchsdaten

Art. 35 Mitteilungspflicht

Auf Verlangen des Instituts haben zur Verfügung zu stellen:

a.
Personen, die nach Artikel 43 HMG über Arzneimittel Buch führen müssen, die Angaben, die sie im Rahmen dieser Pflicht erhoben haben.
b.
Personen, die Fütterungsarzneimittel oder Arzneimittel-Vormischungen verschreiben, die Angaben, die sie im amtlichen Formular festgehalten haben.
c.
Behörden und Organisationen die Daten, die für den Vollzug dieser Verordnung erforderlich sind.

Art. 36 Datensammlung

1 Das Institut bearbeitet die Personendaten, die ihm im Rahmen der Artikel 33 und 35 zur Verfügung gestellt werden. Es erstellt damit namentlich eine Tierarzneimittel-Verbrauchsstatistik zur Überwachung der Antibiotikaresistenzsituation.

2 Die nach dieser Verordnung zuständigen Kontrollorgane können selbstständig Personendaten bearbeiten.

3 Das Institut kann die erhobenen Daten dem BAG, dem BVET und dem BLW zur Verfügung stellen.

4 Daten dürfen anonymisiert veröffentlicht werden.

5 Sämtliche Bearbeitungen unterstehen dem Bundesgesetz vom 19. Juni 19921 über den Datenschutz.


1 SR 235.1


6. Kapitel: Schlussbestimmungen

Art. 37 Änderung bisherigen Rechts

Die Änderung bisherigen Rechts wird in Anhang 3 geregelt.


Art. 38 Änderung von Anhang 2

Das Departement des Innern passt den Anhang 2 regelmässig dem aktuellen Stand von Technik und Wissenschaft an.


Art. 39 Übergangsbestimmungen

1 …1

2 Die Kontrollorgane haben die Anforderungen nach Artikel 34 bis spätestens fünf Jahre nach Inkrafttreten dieser Verordnung zu erfüllen.

3 …2

4 Arzneimittel-Vormischungen, deren Arzneimittelinformation keine Angaben über die Eignung der Mischung im vorgesehenen Verarbeitungsprozess enthalten (Art. 19 Bst. c), dürfen bis 1. Januar 2007 verwendet werden.

5 Arzneimittel, die nach dem 1. Januar 2005 von einer nicht abgabeberechtigten Person aufbewahrt werden, müssen nach den Artikeln 4 und 5 etikettiert und mit einer Anwendungsanweisung versehen sein.


1 Aufgehoben durch Anhang 2 Ziff. II 1 der Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung vom 23. Nov. 2005, mit Wirkung seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5451).
2 Aufgehoben durch Anhang 2 Ziff. II 1 der Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung vom 23. Nov. 2005, mit Wirkung seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5451).


Art. 40 Inkrafttreten

1 Diese Verordnung tritt unter Vorbehalt von Absatz 2-4 am 1. September 2004 in Kraft.

2 Die Artikel 16 Absatz 1 und 25-29 treten am 1. Januar 2005 in Kraft.

3 Die Artikel 9 und 18-21 treten am 1. Juli 2005 in Kraft.

4 Die Artikel 8 Absatz 2 und 11 Absatz 2 Buchstabe c treten am 1. Januar 2006 in Kraft.



Anhang 1

(Art. 10 Abs. 2)

Voraussetzung für eine Abgabe von Tierarzneimitteln
im Rahmen einer TAM-Vereinbarung

1 Beurteilungskriterien

Die Tierärztin oder der Tierarzt, die oder der eine TAM-Vereinbarung abgeschlossen hat, muss anlässlich des Betriebsbesuchs für jede Tierart Folgendes überprüfen und schriftlich dokumentieren:

a.
die aktuelle Gesundheitssituation im Bestand;
b.
die seit dem letzten Besuch festgestellten gesundheitlichen Probleme sowie die erfolgten Behandlungen und Nachkontrollen;
c.
die seit dem letzten Besuch gestellten Indikationen für Prophylaxemassnahmen und Therapien;
d.
die Aufzeichnungen zum Tierarzneimitteleinsatz sowie die Tierarzneimittelablage im Stall.

2 Minimale Besuchsfrequenzen für Betriebsbesuche

1 Jeder Betrieb ist mindestens zweimal pro Jahr zu besuchen.

2 In Sömmerungsbetrieben muss mindestens einmal während der Sömmerungsperiode ein Betriebsbesuch durchgeführt werden.

3 Die Betriebsbesuche sind angemessen aufs Jahr zu verteilen. Sie werden grundsätzlich zusammen mit einem Bestandesbesuch vorgenommen, der sich aus medizinischen Gründen als notwendig erweist. In Mastbetrieben mit Rein-Rausverfahren müssen die Besuche auf die verschiedenen Mastumtriebe verteilt werden.

3 Vertragsinhalt und -dauer

1 Die TAM-Vereinbarung muss für die Dauer von mindestens einem Jahr abgeschlossen werden.

2 Die Tierärztin oder der Tierarzt sorgt dafür, dass ein lückenloser Notfalldienst gewährleistet ist, und hat ihren oder seinen Sitz in der Regel in der Region der Nutztierhalterin oder des Nutztierhalters.

4 Aufbewahrungspflicht

1 Die Nutztierhalterin oder der Nutztierhalter muss die Dokumente, die die Tierärztin oder der Tierarzt ausgestellt hat, während mindestens drei Jahren aufbewahren.

2 Die Tierärztin oder der Tierarzt muss Kopien dieser Dokumente in der Dokumentation nach Artikel 27 Absatz 2 aufbewahren. Zusätzliche Betriebsbesuche sind ebenfalls dort festzuhalten.


Anhang 21

(Art. 12-14)

Liste der veterinärmedizinischen Wirkstoffe,
die unter Einhaltung der aufgeführten Anwendungszwecke und Verabreichungsarten keine Höchstkonzentration erfordern

Erläuterungen zur Liste

Die Listen a und b enthalten Wirkstoffe, die unter Einhaltung der aufgeführten Anwendungszwecke und Verabreichungsarten als Tierarzneimittel an Nutztiere verabreicht werden dürfen und keine Festlegung von Höchstkonzentrationen in der Lebensmittelgesetzgebung erfordern.

Nur die in Liste a aufgeführten Wirkstoffe dürfen zur Herstellung eines Tierarzneimittels nach Artikel 9 Absatz 2 Buchstaben a-cbis HMG für Nutztiere verwendet werden.

1 Anwendungszweck

Aa

=

Antiallergika/Antihistaminika

Ag

=

Analgetika/Antipyretika/Antiinflammatorika/Hyperämika

Ai

=

Antiinfektiva/Desinfektionsmittel/zur Wundheilung

Am

=

Antimykotika

An

=

Analeptika/Stimulantia

Ap

=

Antiparasitika/Anthelmintika

D

=

Diverse

Ex

=

Expektoranzien/Antiasthmatika/Antitussiva

Ho

=

Hormone/Zyklusregulatoren

K

=

Kokzidiostatika

Tr

=

Anaesthetika/Sedativa/Tranquillantia

V

=

Vitamine/Mineralstoffe

2 Liste a

Wirkstoff

Anwendungs- zweck

Verabreichungsart

Bemerkungen

Aktivkohle

D

oral

Alginat als Natriumalginat

D

oral

Allantoin

Ai

topisch

Aloen, Barbados und Kap, ihr standardisierter Trockenextrakt und Zubereitungen daraus

D

oral

Ammonium-Bituminosulfonat (Ichthammol)

Ag/Ai

topisch

Ammoniumchlorid

Ex

oral

Apfelsäure

D

topisch

Arnikablüten

Ag

topisch

Ascorbinsäure (Vitamin C)

V

oral, parenteral

Benzalkoniumchlorid

Ai

topisch

Benzethoniumchlorid

Ai

topisch

Betainhydrochlorid

D

oral

Biotin (Vitamin H)

V

oral, parenteral

Bockshornkleesamen

D

oral

Butafosfan

D

parenteral

Calcium als

-
Borogluconat
-
Carbonat
-
Chlorid
-
Gluconat
-
Hydrogenphosphat
-
Hydroxid
-
Phosphat

V

oral, parenteral

Cayennepfefferschoten

Ag

topisch

Chinarinde, standardisierte Extrakte und Zubereitungen daraus

D

oral

Chlorhexidin

Ai

topisch

Cholecalciferol (Vitamin D)

V

oral, parenteral

Cyanocobalamin (Vitamin B12)

V

oral, parenteral

Dexpanthenol

V

oral, parenteral

Dimethylsulfoxid

D

topisch

Eisenoxid

V

Enzianwurzel, standardisierte Extrakte und Zubereitungen daraus

D

oral

Eukalyptusöl

Ag

topisch

Fenchelsamen

D

oral

Fichtennadeln

D

oral

Fructose

D

oral, parenteral

Glucose

D

oral, parenteral

Glycerin

D

topisch

Glycin

D

oral

Hamamelisblüten

Ag

topisch

Hyaluronsäure

Ag

oral, parenteral

Ingwerwurzel

D

oral

Iod

V

Iod als

-
Iodpovidon
-
Kaliumiodid

Ai

intrauterin, oral und topisch

Iod als

-
Nonoxinoliod

Ai

topisch

Mastitisprophylaxe bei Kühen

Isopropylalkohol

Ai

topisch

Johannisbrotfrucht

D

oral

Kalium als

-
Carbonat
-
Chlorid
-
Dihydrogenphosphat
-
Gluconat

V

oral, parenteral

Kamillenblüten

D

oral, topisch

Kampfer

Ag

topisch

Kaolin (Weisser Ton, Bolus Alba)

D

oral, topisch

Kümmelsamen

D

oral

Kupfersulfat

V

Lactose

D

oral, parenteral

Lavendelöl

Ai

topisch

Leinöl

Ai

topisch

Lindenrinde

D

oral

Lorbeeröl

Ai

topisch

Magnesium als

-
Chlorid
-
Hydroxid
-
Hypophosphat
-
Sulfat

V

oral, parenteral

Mangan als

-
Sulfat Monohydrat

V

Menthol

D

oral, topisch

Methionin als

-
Acetylmethionin

D

parenteral

Methylsalicylat

Ag

topisch

Natrium als

-
Acetat
-
Chlorid
-
Dihydrogenphosphat
-
Hydrogencarbonat
-
Sulfat

V

oral, parenteral

Nicotinamid (Vitamin PP)

V

oral, parenteral

Nonivamid

Ag

topisch

Pansenanaerobier

D

oral

Pantothensäure

V

oral, parenteral

Pepsin

D

oral

Phenol verflüssigt (Karbolsäure)

Ai

topisch

Phosphat als

-
Aminoethyldihydrogenphosphat
-
Aminoethylphosphat

V

parenteral

Phytomenadion (Vitamin K1) und Menadion (Vitamin K3)

V

parenteral

Populi Gemma (Pappelknospe)

Ag

topisch

Propionsäure

D

oral

Propylenglycol

D

oral

Pyridoxin (Vitamin B6)

V

oral, parenteral

Retinol als

-
Acetat
-
Palmitat

V

Riboflavin (Vitamin B2)

V

oral, parenteral

Rosmarinblätter

Ag

topisch

Simethicon (Dimeticon)

D

oral

Sorbitol

D

oral, parenteral

Tannin

D

oral, topisch

Tausendgüldenkraut

D

oral

Thiamin (Vitamin B1)

V

oral, parenteral

Thymol

Ai

topisch

Auch zur Behandlung der Varroatose in Bienenstöcken

Tocopherol (Vitamin E) als

-
alpha-Tocopherol
-
Tocopherolacetat

V

oral, parenteral

Toldimfos

D

parenteral

Wacholderbeeren

D

oral

Wermutkraut

D

oral

Zitronenmelissenblätter

D

oral

Zypressenöl

Ag

topisch

Liste a / Homöopathika

Alle homöopathischen Einzelmittel, die in einer Potenzierung von D6 oder höher vorliegen, sind Bestandteil der Liste a.

Einzeln aufgeführt sind nachfolgend die Einzelmittel, die auch in einer Potenzierung unter D6 in den aufgeführten Vorgaben ohne Absetzfrist verwendet werden dürfen. Wird in der Liste keine tiefste Potenzierung vorgegeben, kann das homöopathische Einzelmittel in allen Potenzierungen inkl. Urtinktur verwendet werden.

Die Herstellungsverfahren richten sich nach:

-
dem deutschen Homöopathischen Arzneibuch (HAB),
-
der Pharmacopée Française (Ph.F.; unter préparations homéopathiques) oder
-
der British Homeopathic Pharmacopoeia (B.Hom.P.)

Homöopathische Einzelmittel

Verwendete Pflanzenteile

Potenzierung

Bemerkungen

Adonis vernalis

Oberirdische Teile oder ganze Pflanze

D2 oder höher

Aesculus hippocastanum

Samen

D1 oder höher

Agnus castus (Vitex agnus castus)

Früchte

Ailanthus altissima = Ailanthus glandulosa

Zweige und Rinde

Allium cepa

Knollen

Apocynum cannabinum

Unterirdische Teile, v.a. Wurzeln

D2 oder höher

oral

Aqua levici

Arnica montana

Blüten, ganze Pflanze oder Wurzeln

D1 oder höher

Artemisia abrotanum

Zweige und Blätter

Atropa belladonna

Ganze Pflanze

D2 oder höher

Bellis perennis

Ganze Pflanze

Calendula officinalis

Blütenblätter und oberirdische Teile

D1 oder höher

Camphora

D2 oder höher

Cardiospermum halicacabum

Oberirdische Teile

Carduus marianus (= Silybum marianum)

Samen

Convallaria majalis

Oberirdische Teile

D3 oder höher

Crataegus oxyacantha und C. monogyna

Blätter, Früchte und Blüten

Echinacea purpurea, E. angustifolia und E. pallida

Oberirdische Teile und/oder Wurzeln

D1 und höher

Eucalyptus globulus

Blätter

Euphrasia officinalis = Euphrasia rostkoviana

Ganze Pflanze

Ginkgo biloba

Blätter

D3 oder höher

Panax ginseng (= Panax pseudoginseng)

Wurzeln

Hamamelis virginiana

Rinde und/ oder Blätter

D1 oder höher

Haronga madagascariensis (= Harunga resp. Harungana madagascariensis)

Blätter und Rinde

D3 oder höher

Harpagophytum procumbens

Knollen der Seitenwurzeln

Hypericum perforatum

Oberirdische Teile

Lachnanthes tinctoria

Ganze Pflanze

D3 oder höher

Lobaria pulmonaria (= Sticta pulmonaria)

Ganze Flechte

Okoubaka aubrevillei

Rinde

Phytolacca americana (= P. decandra)

Wurzeln

D3 oder höher

Prunus laurocerasus L. (= Laurocerasus officinalis)

Blätter

D3 oder höher

Ruta graveolens

Oberirdische Teile

D3 oder höher

Nicht bei Tieren anwenden, die der Milchgewinnung dienen

Selenicereus grandiflorus (= Cereus grandiflorus)

Stämme und Blüten

D2 oder höher

Serenoa repens (= Sabal serrulata)

Früchte

Solidago virgaurea

Ganze Pflanze

Syzygium cumini (= Syzygium jambolanum)

Samen

Thuja occidentalis

Blätter und Zweige

D2 oder höher

Turnera diffusa (= Turnera aphrodisiaca, Damiana)

Blätter

Urginea maritima (= Scilla, Urginea maritima var. Rubra)

Knolle

D2 oder höher

oral

Urtica dioica

Oberirdische Teile oder ganze Pflanze

Virola sebifera (= Myristica sebifera)

Saft aus der Rinde

D2 oder höher

Viscum album

Zweige mit Blättern und Beeren

3 Liste b

Wirkstoff

Anwendungszweck

Verabreichungsart

Bemerkungen

Acetylcystein

Ex

oral

Acetylsalicylsäure

Ag

topisch

Acetylsalicylsäure

Ag

oral

Nicht für laktierende Rinder und Legehennen

Adrenalin

Ho

parenteral

In Kombination mit Lokalanästhetika und als Notfalltherapeutikum in der Anästhesiologie

Aluminiumsalicylat

Ag

oral, topisch

Oral nicht für laktierende Rinder

Ameisensäure

Ap

Behandlung der Varroatose in Bienenstöcken

Atropin

D

oral, parenteral

Oral in Kombination mit Hustenmitteln und parenteral als Parasympatholythicum

Bacitracin-Zink

Ai

topisch

Bei intramammärem Gebrauch ist die Höchstkonzentration in der FIV (SR 817.021.23) zu beachten

Birkenteer

Ai

topisch

Bromhexinhydrochlorid

Ex

oral, parenteral

Swissmedic-Absetzfrist ein- halten. Nicht bei Rindern einsetzen, deren Milch in den Verkehr gebracht wird

Bronopol

Ai

Desinfektionsmittel für Fische; Swissmedic-Absetzfrist einhalten

Brotizolam

D

parenteral

Appetitstimulans für therapeutische Zwecke beim Rind

Buserelin

Ho

parenteral

Butorphanol

Ag

parenteral

Swissmedic-Absetzfrist einhalten

Carbetocin

Ho

parenteral

Uterustonikum post partum für Rinder und Schweine

Cefacetril

Ai

intramammär

Euterinjektor für Kühe:

-
essbare Gewebe: Swissmedic-Absetzfrist einhalten
-
Milch: Grenzwert gemäss FIV (SR 817.021.23) beachten

Cefoperazon

Ai

intramammär

Euterinjektor für Kühe:

-
essbare Gewebe: Swissmedic-Absetzfrist einhalten
-
Milch: Grenzwert gemäss FIV (SR 817.021.23) beachten

Chloramin

Ai

topisch

Zitzendesinfektionsmittel

Chlorphenamin

Aa

oral

Chondroitinsulfat

D

intraartikulär, parenteral

Gelenkserkrankungen beim Pferd

Cobalt als

-
Carbonat
-
Chlorid

V

oral

Dembrexinhydrochlorid

Ex

oral

Sekretolytikum für Pferde; Swissmedic-Absetzfrist einhalten

Detomidin

Tr

parenteral

Sedativum und Präanästhetikum für Pferde und Rinder Swissmedic-Absetzfrist einhalten

Doxapram

An

sublingual, parenteral

Swissmedic-Absetzfrist einhalten

Eisen als

-
Salze
-
Oxiddextran (Gleptoferron)
-
Verbindungen

V

oral, parenteral

Eniloconazol

Ai

topisch

Ergometrinmaleat

D

parenteral

Uterustonikum post partum

Fenpipramidhydrochlorid

D

intravenös

Für Pferde

Flumethrin

Ap

topisch

Für Honigbienen

Formaldehyd

D

topisch

Furosemid

D

parenteral

Swissmedic-Absetzfrist einhalten

Gonadorelin und D-Phe6-Gonadorelin

Ho

parenteral

Gonadotropin

Ho

parenteral

Guajacol

Ai

topisch

Hydrocortison

Ag

topisch

Hydroxyethylamylopectin (HAES)

D

parenteral

Plasmaexpander

Isofluran

Tr

inhalativ

Anästhetikum; Swissmedic-Absetzfrist einhalten

Isoxsuprin

D

parenteral

Uterusrelaxans

Kaliumiodid

D

oral

Ketanserin

D

topisch

Wundbehandlung bei Pferden

Ketoprofen

Ag

oral

Swissmedic-Absetzfrist einhalten

Kolophonium

D

topisch

Kupfer als

-
Sulfat

Ai

oral, topisch

Lärchenterpentin

Ag

topisch

Lebertran

D

oral, topisch

Lecirelin

Ho

parenteral

Für Rinder, Pferde, Kaninchen

Levomethadon

Ag

intravenös

Schmerzmittel und Anästhetikum für Pferde. Swissmedic-Absetzfrist einhalten

Lidocainhydrochlorid

Tr

parenteral

Lokalanästhetikum; Swissmedic-Absetzfrist einhalten

Mangan als

-
Sulfat

V

oral

Medroxyprogesteronacetat

Ho

intravaginal

Nur für therapeutische und zootechnische Anwendung. Swissmedic-Absetzfrist einhalten

Menbutenon

D

parenteral

Methadonhydrochlorid

Tr

parenteral

Schmerzmittel und Anästhetikum für Pferde; Swissmedic-Absetzfrist einhalten

Nadelholzteer

Ai

topisch

Klauenerkrankungen bei Wiederkäuern und Schweinen

Natamycin

Am

topisch

Antimykotikum für Rinder und Pferde

Neostigmin als

-
Bromid
-
Methylsulfat

D

parenteral

Oxytocin

Ho

parenteral

Paracetamol

Ag

oral

Swissmedic-Absetzfrist einhalten

Pentobarbital

Tr

parenteral

Anästhetikum; Swissmedic-Absetzfrist einhalten

Piperonylbutoxid

Ap

topisch

Policresulen

Ai

intrauterin, topisch

Polymyxin B Sulfat

Ai

intraoculär

Anwendung am Auge

Praziquantel

Ap

oral

Prethcamid (Cropropamid und Crotetamid)

An

oral

Atemstimulans für Neugeborene

Procainhydrochlorid

D

parenteral

Nur in Kombination mit Penicillinantibiotika

Progesteron

Ho

parenteral, intravaginal

Nur für therapeutische und zootechnische Anwendung. Swissmedic-Absetzfrist einhalten

Prostaglandin F2alpha und Analoga: Cloprostenol, Dinoprost, Dinoprostone, Etiproston, Luprostiol, Tiaprost

Ho

parenteral

Luteolytikum; Swissmedic-Absetzfrist einhalten

Pyrantel als

-
Embonat
-
Hydrogentartrat

Ap

oral

Anthelmintikum für Pferde; Swissmedic-Absetzfrist einhalten

Pyrethrumextrakt

Ap

topisch

Retinol (Vitamin A)

V

oral, parenteral, topisch

Romifidin

Tr

parenteral

Sedativum und Präanästhetikum für Pferde; Swissmedic-Absetzfrist einhalten

Salicylsäure und Natriumsalicylat

Ag

topisch

Salicylsäure und Natriumsalicylat

Ag

oral

Nicht für laktierende Rinder und Legehennen

Selen als

-
Natriumselenid

V

oral, parenteral

Terpentinöl, medizinisches

Ag

topisch

Tetracainhydrochlorid

D

topisch

Lokalanästhetikum; Swissmedic-Absetzfrist einhalten

Thiamylal

Tr

parenteral

Swissmedic-Absetzfrist einhalten

Tiludronsäure

D

intravenös

Für Pferde (nicht bei Tieren einsetzen, deren Milch in den Verkehr gebracht wird)

Trichlormethiazid

D

oral

Swissmedic-Absetzfrist einhalten

Tripelenamin

Aa

parenteral

Swissmedic-Absetzfrist einhalten

Undecylensäure

Am

topisch

Wismut als

-
Subcarbonat
-
Subnitrat
-
Aluminat

D

intramammär, oral und topisch

Bei intramammärer Anwendung; Swissmedic-Absetzfrist einhalten

Xylazin

Tr

parenteral

Sedativum und Präanästhetikum für Pferde und Rinder Swissmedic-Absetzfrist einhalten

Zink als

-
Oxid
-
Sulfat

D

oral, topisch


1 Fassung gemäss Ziff. II der V vom 24. März 2010, in Kraft seit 15. April 2010 (AS 2010 1299).


Anhang 3

(Art. 37)

Änderung bisherigen Rechts

Die nachstehenden Verordnungen werden wie folgt geändert:

1


1 Die Änderungen können unter AS 2004 4057 konsultiert werden.


Anhang 41

(Art. 10a)

Stoffe und Zubereitungen, die nicht an Nutztiere
verabreicht werden dürfen

Folgende Stoffe und Zubereitungen dürfen nicht an Nutztiere verabreicht werden:

a.
Stilbene, Stilbenderivate, -salze und -ester sowie Thyreostatika;
b.
Stoffe mit östrogener, androgener oder gestagener Wirkung sowie Betaagonisten zur Förderung der Mastleistung, soweit nicht bei der Zulassung von Tierarzneimitteln Ausnahmen gewährt werden;
c.
Zartmacher (Tenderizer);
d.
Aristolochia spp. und deren Zubereitungen, Chloramphenicol, Chloroform, Chlorpromazin, Colchicin, Dapson, Dimetridazol, Metronidazol, Nitrofurane (einschliesslich Furazolidon), Ronidazol.

1 Eingefügt durch Anhang 2 Ziff. II 1 der Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung vom 23. Nov. 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 5451).



 AS 2004 4057