Die Bundesbehörden
der Schweizerischen Eidgenossenschaft

831.441.1

Verordnung
über die berufliche Alters—, Hinterlassenen-
und Invalidenvorsorge

(BVV 2)

vom 18. April 1984 (Stand am 1. Januar 2012)

Der Schweizerische Bundesrat,

gestützt auf Artikel 97 Absatz 1 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 19821 über die berufliche Alters—, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG),

verordnet:

1. Kapitel:2 Grundsätze der beruflichen Vorsorge

1. Abschnitt: Angemessenheit

Art. 1 Beiträge und Leistungen

Art. 1a Angemessenheit bei mehreren Vorsorgeverhältnissen

Art. 1b Vorzeitiger Altersrücktritt

2. Abschnitt: Kollektivität

Art. 1c Vorsorgepläne

Art. 1d Wahlmöglichkeiten zwischen Vorsorgeplänen

Art. 1e Wahl der Anlagestrategien

3. Abschnitt: Gleichbehandlung

(Art. 1 Abs. 3 BVG)

Art. 1f

4. Abschnitt: Planmässigkeit

(Art. 1 Abs. 3 BVG)

Art. 1g

5. Abschnitt: Versicherungsprinzip

(Art. 1 Abs. 3 BVG)

Art. 1h

6. Abschnitt: Mindestalter für den Altersrücktritt

(Art. 1 Abs. 3 BVG)

Art. 1i

1a. Kapitel:3 Obligatorische Versicherung der Arbeitnehmer

1. Abschnitt: Versicherter Personenkreis und koordinierter Lohn

Art. 1j Von der obligatorischen Versicherung ausgenommene Arbeitnehmer

Art. 1k Befristet angestellte Arbeitnehmer

Art. 2 Personalverleih

Art. 3 Bestimmung des koordinierten Lohnes

Art. 3a Mindestbetrag des versicherten Lohnes

Art. 4 Koordinierter Lohn teilinvalider Versicherter

Art. 5 Anpassung an die AHV

Art. 6 Beginn der Versicherung

2. Abschnitt: Anschlusspflicht des Arbeitgebers

Art. 7 Auswirkungen des Anschlusses an eine oder mehrere Vorsorgeeinrichtungen

Art. 8

Art. 9 Überprüfung des Anschlusses

Art. 10 Auskunftspflicht des Arbeitgebers

3. Abschnitt: Individuelle Alterskonten und Freizügigkeitsleistungen

Art. 11 Führung der individuellen Alterskonten

Art. 12 Mindestzinssatz

Art. 12a–12b

Art. 13 Massgebendes Alter für die Berechnung der Altersgutschrift

Art. 14 Das Alterskonto invalider Versicherter

Art. 15 Vorgehen bei Teilinvalidität

Art. 16 Bestimmung der Freizügigkeitsleistung nach dem Obligatorium

3a. Abschnitt:4 Auflösung von Verträgen

Art. 16a Berechnung des Deckungskapitals

Art. 16b Zugehörigkeit der Rentenbezüger bei Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers

4. Abschnitt: Versicherungsleistungen

Art. 17

Art. 18 Koordinierter Lohn für die Berechnung der Hinterlassenen- und Invalidenleistungen

Art. 19

Art. 20 Anspruch des Ehegatten bei Scheidung und der Partnerin oder des Partners bei gerichtlicher Auflösung der eingetragenen Partnerschaft auf Hinterlassenenleistungen

Art. 20a Von der versicherten Person einbezahlte Beiträge

5. Abschnitt: …

Art. 21–23

6. Abschnitt: Überentschädigung und Koordination mit anderen Sozialversicherungen

Art. 24 Ungerechtfertigte Vorteile

Art. 25 Koordination mit der Unfall- und Militärversicherung

Art. 26 Krankengelder als Lohnersatz

7. Abschnitt:5 Rückgriff

Art. 27 Subrogation

Art. 27a Umfang

Art. 27b Gliederung der Ansprüche

Art. 27c Einschränkung des Rückgriffs

Art. 27d Verträge

Art. 27e Verhältnis zwischen Vorsorgeeinrichtung und rückgriffsberechtigten Sozialversicherungen

Art. 27f Rückgriff auf einen nicht haftpflichtversicherten Haftpflichtigen

8. Abschnitt:6 Verfahren bei Teil- oder Gesamtliquidation

Art. 27g Anspruch auf freie Mittel bei Teil- oder Gesamtliquidation

Art. 27h Kollektiver Anspruch auf Rückstellungen und Schwankungsreserven bei Teil- oder Gesamtliquidation

9. Abschnitt:7 Aufbewahrung von Vorsorgeunterlagen

Art. 27i Pflicht zur Aufbewahrung von Vorsorgeunterlagen

Art. 27j Aufbewahrungsfrist

Art. 27k Aufbewahrungspflicht bei Liquidation

2. Kapitel: Freiwillige Versicherung

Art. 28 Beitritt zur freiwilligen Versicherung

Art. 29 Koordinierter Lohn

Art. 30 Beitragspflichtige Arbeitgeber

Art. 31 Beiträge des Arbeitgebers

Art. 32 Inkasso der Beiträge durch die Vorsorgeeinrichtung

3. Kapitel: Organisation

1. Abschnitt: Oberstes Organ8

Art. 33

2. Abschnitt: Revisionsstelle9

Art. 34 Unabhängigkeit

Art. 35 Aufgaben

Art. 35a Besondere Aufgaben bei Unterdeckung einer Vorsorgeeinrichtung

Art. 36 Verhältnis zur Aufsichtsbehörde

3. Abschnitt: Experte für berufliche Vorsorge10

Art. 37

Art. 38

Art. 39

Art. 40 Unabhängigkeit

Art. 41 Verhältnis zur Aufsichtsbehörde

Art. 41a Besondere Aufgaben bei Unterdeckung einer Vorsorgeeinrichtung

4. Kapitel: Finanzierung

1. Abschnitt: Finanzierung der Vorsorgeeinrichtungen

Art. 42 Definition der Risiken

Art. 43 Rückdeckung

Art. 44 Unterdeckung

Art. 44a Arbeitgeberbeitragsreserven mit Verwendungsverzicht bei Unterdeckung

Art. 44b Verwendung der Arbeitgeberbeitragsreserven mit Verwendungsverzicht bei Teil- oder Gesamtliquidation

Art. 44c

Art. 45

Art. 46 Leistungsverbesserungen von Sammel- und Gemeinschaftseinrichtungen bei nicht vollständig geäufneten Wertschwankungsreserven

2. Abschnitt: Rechnungswesen und Rechnungslegung11

Art. 47 Ordnungsmässigkeit

Art. 48 Bewertung

Art. 48a Verwaltungskosten

2a. Abschnitt:12 Transparenz

Art. 48b Information der Vorsorgewerke

Art 48c Information der Versicherten

Art. 48d

Art. 48e Rückstellungen und Schwankungsreserven 2b. Abschnitt: Integrität und Loyalität der Verantwortlichen

2b. Abschnitt:13 Integrität und Loyalität der Verantwortlichen

Art. 48f Anforderungen an die Geschäftsführung und Vermögensverwaltung

Art. 48g Prüfung der Integrität und Loyalität der Verantwortlichen

Art. 48h Vermeidung von Interessenkonflikten

Art. 48i Rechtsgeschäfte mit Nahestehenden

Art. 48j Eigengeschäfte

Art. 48k Abgabe von Vermögensvorteilen

Art. 48l Offenlegung

3. Abschnitt: Anlage des Vermögens

Art. 49 Begriff des Vermögens

Art. 49a Führungsverantwortung und Aufgaben des obersten Organs

Art. 50 Sicherheit und Risikoverteilung

Art. 51 Ertrag

Art. 52 Liquidität

Art. 53 Zulässige Anlagen

Art. 54 Begrenzung einzelner Schuldner

Art. 54a Begrenzung einzelner Gesellschaftsbeteiligungen

Art. 54b Begrenzung bei der Anlage in einzelne Immobilien und bei deren Belehnung

Art. 55 Kategoriebegrenzungen

Art. 56 Kollektive Anlagen

Art. 56a Derivative Finanzinstrumente (Art. 71 Abs. 1 BVG)

Art. 57 Anlagen beim Arbeitgeber

Art. 58 Sicherstellung der Forderungen gegenüber dem Arbeitgeber

Art. 58a Meldepflicht

Art. 59 Anwendbarkeit der Anlagevorschriften auf andere Einrichtungen der beruflichen Vorsorge

Art. 60

5. Kapitel:14 Einkauf, versicherbarer Lohn und versicherbares Einkommen

Art. 60a Einkauf

Art. 60b Sonderfälle

Art. 60c Versicherbarer Lohn und versicherbares Einkommen

Art. 60d Einkauf und Wohneigentumsvorbezug

6. Kapitel:15 Besondere Bestimmungen

Art. 60e Gebühr für besonderen Aufwand

Art. 60ebis Beschwerdelegitimation des BSV

7. Kapitel:16 Schlussbestimmungen

1. Abschnitt: Aufhebung und Änderung bisherigen Rechts17

Art. 60f Aufhebung bisherigen Rechts

Art. 61 Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung

Art. 62

1a. Abschnitt:18 Ausführungsbestimmungen zu Buchstabe e der Übergangsbestimmungen der 1. BVG-Revision

Art. 62a

1b. Abschnitt:19 Übergangsbestimmungen der Ausführungsbestimmungen von Buchstabe e der Übergangsbestimmungen der 1. BVG-Revision

Art. 62b Anspruch auf Rente für Frauen mit den Jahrgängen 1942 und 1943

Art. 62c Mindestumwandlungssatz und ordentliches Rentenalter für bestimmte Jahrgänge

2. Abschnitt: Inkrafttreten

Art. 63

Schlussbestimmung der Änderung vom 23. Oktober 200220

Schlussbestimmungen der Änderung vom 24. März 200421

1 Die Vorsorgeeinrichtungen müssen ihre Reglemente und ihre Organisation bis zum 31. Dezember 2004 den neuen Bestimmungen dieser Änderung anpassen.

2 Für beim Inkrafttreten dieser Änderung bestehende Anlagen und Beteiligungen beim Arbeitgeber sowie für Grundpfänder nach Artikel 58 Absatz 2 Buchstabe b gelten die neuen Begrenzungen ab 1. Januar 2006.

Schlussbestimmungen der Änderung vom 18. August 200422

a. Mindestumwandlungssatz und ordentliches Rentenalter für bestimmte Jahrgänge

(Bst. b der Übergangsbestimmungen der 1. BVG-Revision)

Für die nachfolgend aufgeführten Jahrgänge und deren ordentliches Rentenalter gelten die folgenden Mindestumwandlungssätze für die Berechnung der Alters- und Invalidenrenten für die Männer:

Jahrgang

ordentliches Rentenalter Männer

Mindestumwandlungssatz Männer

1940

65

7.15

1941

65

7.10

1942

65

7.10

1943

65

7.05

1944

65

7.05

1945

65

7.00

1946

65

6.95

1947

65

6.90

1948

65

6.85

1949

65

6.80

b. Freizügigkeitsleistung nach Art. 14 Abs. 4

(Bst. b der Übergangsbestimmungen der 1. BVG-Revision)

Entsteht der Anspruch auf eine Invalidenrente vor dem 1. Januar 2005 und erlischt er nach diesem Datum, weil der Versicherte nicht mehr invalid ist, so wird die Freizügigkeitsleistung aufgrund folgender Grössen berechnet:

a.
bis zum 31. Dezember 2004: der koordinierte Lohn nach Artikel 14 Absatz 3 und die Altersgutschriften, je nach den Bestimmungen, wie sie bis zum 31. Dezember 2004 gelten;
b.
nach dem 1. Januar 2005: der bisherige koordinierte Lohn nach Artikel 14 Absatz 3, erhöht um 5,9 Prozent und die Altersgutschriften, die ab dem 1. Januar 2005 gelten.

c. Koordinierter Lohn für die Berechnung der Hinterlassenen- und Invalidenleistungen

(Bst. b der Übergangsbestimmungen der 1. BVG-Revision)

Entsteht der Anspruch auf eine Hinterlassenen- oder Invalidenleistung nach dem 31. Dezember 2004, und lag der letzte koordinierte Lohn während des letzten Versicherungsjahres (Art. 18) vor dem 1. Januar 2005, so wird dieser ab diesem Datum um 5,9 Prozent erhöht.

d. Reglementarische Bestimmungen zur Teil- oder Gesamtliquidation

(Art. 53b–53d BVG-Revision)

Die Anpassung der Reglemente und Verträge muss spätestens drei Jahre nach Inkrafttreten dieser Verordnungsänderung abgeschlossen sein.

Schlussbestimmungen der Änderung vom 10. Juni 200523

a. Formelle Anpassung

Die Vorsorgeeinrichtungen müssen die formelle Anpassung der Reglemente innerhalb von zwei Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung vornehmen.

b. Anlagestrategien

Hat eine Vorsorgeeinrichtung ihren Versicherten Möglichkeiten der Wahl einer Anlagestrategie angeboten, die nicht mit Artikel 1e vereinbar sind, muss sie ihre Regelung innerhalb einer Frist von höchstens zwei Jahren ab Inkrafttreten dieser Änderung Artikel 1e anpassen.

c. Versicherungsprinzip

Guthaben in Vorsorgeeinrichtungen, welche bei Inkrafttreten dieser Änderung bereits bestehen und die den Anforderungen von Artikel 1h nicht genügen, dürfen ab diesem Datum nicht mehr weiter geäufnet werden.

d. Mindestalter für den Altersrücktritt

Vorsorgeeinrichtungen können bisherige reglementarische Bestimmungen, die ein tieferes Rentenalter als 58 Jahre vorsahen, während fünf Jahren ab Inkrafttreten dieser Änderung für jene Versicherten beibehalten, die am 31. Dezember 2005 bei ihnen versichert waren.

Schlussbestimmung der Änderung vom 19. September 200824

Die Vorsorgeeinrichtungen und die Einrichtungen nach Artikel 59 müssen bis zum 1. Januar 2011 die Anlage des Vermögens an die Bestimmungen dieser Änderung anpassen.

Übergangsbestimmung zur Änderung vom 10. und 22. Juni 201125

Die Vorsorgeeinrichtungen müssen ihre Reglemente und Verträge sowie ihre Organisation bis zum 31. Dezember 2012 den Artikeln 48f Absätze 1 und 2, 48g–48l und 49a Absatz 2 in der Fassung der Änderung vom 10. und 22. Juni 2011 anpassen. Die erstmalige Prüfung nach den neuen Bestimmungen erfolgt für das Rechnungsjahr 2012.


Anhang
- Ermittlung der Unterdeckung


 AS 1984 543


1 SR 831.40
2 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 10. Juni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 4279).
3 Ursprünglich 1. Kap.
4 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 24. März 2004 (AS 2004 1709).
5 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 18. Aug. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 4279 4653).
6 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 18. Aug. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 4279 4653).
7 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 18. Aug. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 4279 4653).
8 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 10. und 22. Juni 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3435).
9 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 10. und 22. Juni 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3435).
10 Ursprünglich: 2. Abschn. Fassung gemäss Ziff. I der V vom 10. und 22. Juni 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 3435).
11 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 24. April 1996, in Kraft seit 1. Juli 1996 (AS 1996 1494).
12 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 24. März 2004 (AS 2004 1709).
13 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 18. Aug. 2004 (AS 2004 4279 4653). Fassung gemäss Ziff. I der V vom 10. und 22. Juni 2011, in Kraft seit 1. Aug. 2011 (AS 2011 3435). Siehe auch die UeB dieser Änd. am Schluss des Textes.
14 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 27. Nov. 2000 (AS 2000 3086). Fassung gemäss Ziff. I der V vom 10. Juni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 2005 4279).
15 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 22. Nov. 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2909).
16 Ursprünglich 5. Kap. vor Art. 61.
17 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 22. Nov. 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2909).
18 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 18. Aug. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 4279 4653).
19 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 18. Aug. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 4279 4653).
20 AS 2002 3904. Aufgehoben durch Ziff. IV 50 der V vom 22. Aug. 2007 zur formellen Bereinigung des Bundesrechts, mit Wirkung seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 4477).
21 AS 2004 1709
22 AS 2004 4279 4653
23 AS 2005 4279
24 AS 2008 4651
25 AS 2011 3435


Stand am 1. Januar 2012
Für Anregungen und Mitteilungen: Kompetenzzentrum Amtliche Veröffentlichungen