Die Bundesbehörden
der Schweizerischen Eidgenossenschaft

Anhang 21

(Art. 10)

Mindestanforderungen für das Halten von Wildtieren (mit oder ohne Bewilligung)

Vorbemerkungen

A.
Die Flächen- und Raummasse legen die kleinste jeweils zulässige Gehegegrösse fest. Die Gehege dürfen auch nicht kleiner sein, wenn weniger als die in den Tabellen genannte Zahl von Tieren (n) darin gehalten wird. Abtrenngehege, die die Mindestanforderungen nicht vollumfänglich erfüllen, dürfen nur für die kurzfristige Haltung von Tieren verwendet werden.
B.
Die Tabellen nennen die höchstzulässige Zahl von erwachsenen Tieren im Gehege. Dazu dürfen im selben Gehege deren Jungtiere gehalten werden. Bei Reptilien und Amphibien richtet sich die Mindestgehegegrösse nach dem grössten Individuum, das im Gehege gehalten wird. Der weitere Platzbedarf richtet sich nach der Grösse der anderen Tiere.
C.
Werden in einem Gehege mehrere Arten gehalten, die den Raum in gleicher Weise nutzen, so ist bei der Berechnung von Flächen und Volumina von jener Art mit den höheren Anforderungen an die Gehegemindestgrösse auszugehen. Die Flächen und Volumina für die weiteren Tiere der Art und für die Tiere der anderen Arten sind entsprechend den Anforderungen «für jedes weitere Tier» nach diesem Anhang dazuzuzählen.
D.
Werden in einem Gehege mehrere Arten gehalten, die den Raum in unterschiedlicher Weise nutzen, so dürfen in dem für die Art mit dem grössten Raumanspruch vorgesehenen Volumen nach diesem Anhang die übrigen Arten gehalten werden, ohne dass der Raum vergrössert werden muss.
E.
Bei Arten, die besondere Ansprüche z.B. an Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Bodensubstrat oder Nahrung stellen, sind diese Ansprüche zu berücksichtigen, auch wenn dazu in der Tabelle keine Angaben gemacht werden.
F.
Für Arten, für die ein Aussengehege vorgeschrieben ist, kann auf ein solches verzichtet werden, wenn den Ansprüchen der jeweiligen Tierart anders Rechnung getragen wird, beispielsweise durch geöffnete Fenster oder Schiebetüren bzw. -dächer, sofern Sonnenlicht bei geeigneter Aussentemperatur direkt einstrahlen kann und die Gehege durch künstliches Licht, mit dem Tageslicht vergleichbarem Spektrum, beleuchtet werden. In diesem Fall müssen die Masse der Innengehege mindestens jenen für Aussengehege entsprechen oder, falls Aussen- und Innengehege vorgeschrieben sind, deren Gesamtfläche. Verhalten wie Graben oder Überwintern in Höhlen sind dabei zu berücksichtigen.
G.
In nach Artikel 122 bewilligten Versuchstierhaltungen darf auf ein Aussengehege verzichtet werden.
H.
Bei der Gruppenzusammensetzung sind, ungeachtet der zulässigen Belegung nach den Tabellen, die Sozialstruktur der jeweiligen Art und die Verträglichkeit der Individuen angemessen zu berücksichtigen.
I.
Die Gehege müssen, ungeachtet der in den Tabellen im Einzelnen festgehaltenen Vorgaben, mit den der jeweiligen Art entsprechenden Funktions- und Klimabereichen angemessen ausgestattet sein. Der für die jeweilige Art optimalen Raumnutzung ist grosse Beachtung zu schenken.
J.
Die Gehege müssen mit Tageslicht oder mit nicht flimmerndem Kunstlicht, das ein der Tierart entsprechendes Lichtspektrum aufweist, beleuchtet werden. Nachtaktive Tiere, die in Aussengehegen gehalten werden, müssen die Möglichkeit haben, jederzeit eine Schlafbox aufzusuchen.
K.
Bei allen, auch den in diesem Anhang nicht aufgeführten Arten, sind die spezifischen Anforderungen an Ernährung, Sozialstruktur, Klima einschliesslich Mikroklima, Substrat, Schwimm- oder Badegelegenheit, Grab- und Rückzugsmöglichkeiten sowie andere Infrastruktur wie Abtrennmöglichkeiten oder Komforteinrichtungen (z.B. Kratzbäume, Suhlen) zu erfüllen. Gehege für nicht aufgeführte Arten müssen so viel Raum aufweisen, dass die notwendigen Strukturen darin geeignet angeordnet werden können, um die jeweils spezifischen Anforderungen zu erfüllen. Als Richtschnur gelten entsprechende Fachgutachten auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse.
L.
Mit der Fütterung sind die arttypischen Merkmale der Nahrungsaufnahme (räumlich und zeitlich variierendes Futterangebot, Futterbeschaffung, Futterbearbeitung und Dauer der Futteraufnahme) zu simulieren.
M.
In naturnah gestalteten Grossgehegen erfolgt die Überprüfung des Wohlergehens der Tiere durch eine ausreichend häufige und regelmässige Kontrolle des Funktionierens der Anlage und der technischen Einrichtungen, einschliesslich betreffend Ausbruchsicherheit, durch das Sicherstellen, dass die Tiere ihre Nahrungsbedürfnisse befriedigen können und angemessene Lebensbedingungen vorfinden, sowie durch eine Bestandesüberwachung.
N.
Die Tiere müssen so gefüttert werden, dass ihre besonderen Ansprüche, ungeachtet der in den Tabellen im Einzelnen festgehaltenen Vorgaben, ausreichend berücksichtigt sind.
O.
Bei der Gestaltung und beim Betrieb der Gehege sind Möglichkeiten zur Lebensraumbereicherung zu berücksichtigen (z.B. Stimuli wie Fremdgerüche, neue Objekte zur Bearbeitung).
P.
Gehege müssen so gewartet und betrieben werden, dass die besonderen klimatischen und hygienischen Ansprüche der verschiedenen Tierarten, ungeachtet der in den Tabellen im Einzelnen festgehaltenen Vorgaben, ausreichend berücksichtigt sind.

Gehege für Säugetiere Tabelle 1

Gehege für Säugetiere

Für Gruppen bis zu n Tieren

Für jedes weitere Tiera)

Besondere Anforderungen

Anzahl

Aussengehegea)

Innengehegea)

Aussen

Innen

Tierarten

(n)

Flächeb) m2

Volumen m3

Flächeb) m2

Volumen m3

m2

m2

Schnabeligel

c)

2

6

2

1) 6) 11)

Kuskus, Opossums, Kusus

c)e)

2

6

12

2

2) 3) 4)

Beutelratten, kleine Arten

c)e)

2

0,5

0,35

-

0,05

2) 3) 4)

Kowari

c)e)

2

1

1,8

-

0,5

2)3) 4)

Grosse und mittlere Gleitbeutler

c)e)

6

6

12

1

2) 3) 4)

Kleine Gleitbeutler

c)e)

6

3

6

0,5

2) 3) 4)

Beutelteufel

c)e)

2

20

6

1) 3) 4)

Wombat

c)e)

2

20

20

1) 3) 4)

Baumkängurus

c)e)

2

16

40

16

40

4

4

2) 5)

Kleinkängurus

c)

5

40

10

4

2

6) 22)

Rattenkängurus

c)

2

8

2

3) 6)

Felsenkängurus

c)e)

5

150

15

15

3

2) 7) 8)

Wallabies, Filander

c)

5

250

15

15

3

7) 8)

Grosskängurus

c)e)

5

300

20

30

4

7)

Kleine Flughunde (z.B. Nilflughund)

c)

20

20

50

1

9) 10)

Grosse Flughunde

c)

20

30

90

1

9) 10)

Fledermäuse

c)

20

10

20

0,2

9) 10) 50)

Spitzhörnchen

c)

5

3

6

0,5

2) 3) 6) 34) 36)

Marmosetten

c)d)

2

3

6

0,5

2) 3) 6) 14) 34) 36)

Mausmakis

c)e)

5

1,5

3

0,3

2) 3) 6) 14) 36)

Loris, Potto, Bärenmaki

c)e)

5

1,5

3

0,3

2) 3) 6) 14)

kleine Galagos, Koboldmaki, Halbmakis, Katzenmakis

c)e) c)e)

5

3

6

0,5

2) 3) 6)14) 34) 36)

Tamarine, Springtamarin

c)d)e)

5

3

6

0,5

2) 3) 6) 14) 34) 36)

Nachtaffe

c)d)e)

5

6

12

1

2) 3) 6) 14) 34)

Riesengalago, Titis

c)e)

5

6

12

1

2) 3) 6) 14) 34)

Saimiri Zwergmeerkatze

c)d)e) c)e)

5

6

15

6

15

1,5

1,5

2) 6) 14)

Echte Makis, Sakis, Uakaris, Brüllaffen, Kapuziner

c)e)

5

10

30

10

30

2

2

2) 6) 14)

Klammeraffen, Makaken, Wollaffen, Meerkatzen, kleine Languren, Varis

c)d)e) c)e)

5

15

45

15

45

3

3

2) 6) 11) 12) 14) Varis: 3)

Husarenaffen, Mangaben, Paviane, grosse Languren (z.B. Guereza), Sifakas

c)e) c)e)

5

25

75

25

75

4

4

2) 6) 11) 14)

Gibbons

c)e)

3

25

75

25

75

8

8

2) 6) 11) 12) 14) 34)

Schimpansen, Orang Utan

c)e)

3

35

140

35

140

8

8

2) 6) 11) 14)

Gorilla

c)e)

3

50

200

50

200

10

10

2) 6) 11) 14)

Kleine und mittlere Gürteltiere

c)e)

6

1,5

1) 3) 51

Tamandua

c)e)

2

12

24

4

2) 3) 4) 15) 51)

Grosser Ameisenbär

c)e)

2

100

12

10

6

11) 16) 18 )

Faultiere

c)e)

2

10

20

2

2) 36)

Igel, ausser Erinaceus europaeus

c)

1

2

1

39) 41)

Tanrek, kleine Arten

c)

1

0,5

0,05

2) 39) 41)

Tanrek, grosse Arten

c)

1

2

0,1

2) 39) 41)

Meerschweinchen, Cavia porcellus

d)f)g)

2

0,5

0,2

39) 41) 45) 47) 54)

Hamster, Mesocricetus sp.

d)

1

0,18

0,05

2) 40) 41) 42) 44) 45) 48)

Maus, Mus musculus

d)

2

0,18

0,05

2) 39) 41) 42) 44) 45) 47)

Mongolische Rennmaus (Gerbil)

d)

5

0,5

0,05

40) 41) 42) 44) 45) 46) 47)

Ratte, Rattus norvegicus

d)

5

0,5

0,35

0,05

39) 41) 42) 44) 45) 47)

Degu

5

0,5

0,35

0,05

40) 41) 45) 46) 47)

Chinchilla

d)

2

0,5

0,75

0,05

39) 41) 42) 43) 45) 46) 47)

Streifenhörnchen

1

0,5

0,75

0,05

2) 39) 41) 42) 43) 48) 50)

Erdhörnchen, Borstenhörnchen, Ziesel

c)

5

20

0,6

45) 50) Grabschicht 80 cm

Eichhörnchen, Schönhörnchen

c)

2

8

20

8

20

2

2

2) 3) 4) 17) 19)

Riesenhörnchen, grosse Gleithörnchen

c)

2

16

40

3

2) 3) 15) 17) 19)

Quastenstachler, Pinselstachler

c)e)

2

5

10

2

2) 3) 6) 19)

Stachelschweine

c)

2

40

20

4

3

1) 3) 6) 17) 19)

Biber

c)

5

40

4

3) 18) 19) 34)

Agutis, Pacas, Pacarana, Acouchis

c)

5

20

20

2

2

1) 3) 6) 19) 36)

Viscacha, Springhase

5

20

2

1) 3) 6) 11) 19)

Murmeltiere

c)

6

150

10

1) 49) 50)

Präriehund

c)

10

40

2

1) 49) 50)

Capybara

c)

5

150

20

10

2,5

6) 18) 19)

Bisamratte

c)

2

4

1

1) 3) 18) 19)

Nutria (Wildform)

c)

2

10

1

3) 18) 19)

Coendu, Urson (Baumstachler)

c)

2

10

30

4

2) 8) 19)

Greifschwanzferkelratte, grosse Felsenratte, Zaguti, Baumratte

c)

2

5

10

1,5

1) 2) 3) 6) 19)

Maras

c)

2

40

4

1) 3) 6) 19)

Hasen

c)

2

150

4

3) 6)

Wildkaninchen, Pfeifhasen

c)

5

30

3

1) 6) 49)

Fennek

c)

2

20

4

2

2

1) 3) 11) 36)

Mittelgrosse Füchse (z.B. Sandfuchs, Polarfuchs, Korsak, Kitfuchs), Löffelhund, Marderhund

c)

2

40

8

4

1

1) 3) 6) 8) 11)

Waldhund

c)e)

4

40

12

4

1

1) 3) 6) 11) 18) 34)

Rotfuchs, Graufuchs, Schakalfüchse

c)

2

100

10

1) 3) 6) 11)

Schakale, Kojote, Rothund

c)

4

150

15

3) 6) 34) 11)

Mähnenwolf

c)e)

2

200

2 je Tier

20

2

1) 3) 6) 8) 11) 34)

Wolf, Hyänenhund

c)

4

400

4 je Tier

20

1) 3) 6) 8) 11)

Malaienbär

c)e)

2

100

20

4

1) 2) 11) 14) 18) 21)

Andere Grossbären, Grosser Panda

c)e)

2

150

20

1) 2) 11) 14) 18) 21) 22)

Eisbär

c)e)

1

120

8

2) 4) 14) 18)

Kleiner Panda, Waschbären

c)e)

2

20

8

16

4

2

2) 3) Waschbären: 18)

Wickelbär, Katzenfrette

c)

2

16

40

2

2) 3) 6)

Nasenbären

c)

2

30

90

20

60

3

23

2) 3)

Kleine Wiesel

c)

2

8

3) 4)

Grosse Wiesel

c)

2

12

3) 4)

Iltis, Wildnerz, Frettchen

c)

2

15

1

3) 4) 18)

Frettchen als Heimtier mit zeitweiligem Auslauf in der Wohnung

c)

2

4

2,4

0,5

3) 14) 16)

Arboricole Marder

c)

2

16

40

0

0

2) 4) 17) 21)

Tayra

c)e)

2

16

40

16

40

4

4

2) 3) 17)

Vielfrass

c)e)

2

120

1) 2) 4) 21)

Skunk

c)e)

2

12

12

2

2

1) 3) 6) 17) für einige Arten: 18)

Dachs

c)

2

100

30

4

4

1) 3) 4) 17)

Zwergotter

c)

2

20

6

3

2

6) 15) 18)

Fischotter, Fingerotter

c)

2

40

4) 6) 15) 18)

Riesenotter

c)

2

80

24

10

4

6), 15) 18)

Seeotter

c)

2

10

3

6) 18)

Zwergmanguste

c)

6

20

10

2

2

1) 3) 15)

Erdmännchen, Zebra-, Fuchsmanguste

c)

6

20

10

2

2

1) 3) 15) 20)

Andere Mangusten

c)

2

20

20

5

3

1) 3) 15) 17) 20) Sumpfichneumon: 18)

Schwarzfusskatze, Bengalkatze, Rostkatze, Manul, arboricole Schleichkatzen

c)

2

16

40

16

40

4

3

2) 4) 6) 11) 15) 17) 21) 23) 52), 53)

Fossa, Binturong, Zibethkatze, Wildkatze, Rohrkatze, Jaguarundi

c)

2

40

120

20

50

5

4

2) 4) 6) 11) 15) 17) 21) 23) Fisch-, Flachkopfkatze: 18) 52) 53)

Serval, Mittelkatzen, Nebelparder, Luchs

c)

2

30

75

20

50

10

10

2) 4) 6) 11) 15) 21) 23) 52) 53)

Jaguar, Leopard, Puma, Schneeleopard,

c)e)

2

50

150

25

75

15

12

2) 4) 6) 11) 15) 21) 23) 52) 53) Jaguar: 18)

Löwe, Tiger

c)e)

2

80

240

30

90

20

15

2) 4) 6) 11) 15) 21) 23) 52) 53) Tiger: 18)

Gepard

c)e)

2

200

20

2) 4) 6) 11) 15) 21) 52) 53)

Erdwolf

c)e)

2

100

12 je Tier

10

6

1) 11) 21)

Hyänen

c)e)

2

200

20

1) 6) 11) 21) 53)

Erdferkel

c)e)

2

40

5

1) 3)

Schliefer

c)

5

16

40

16

40

3

3

2) 8) 36)

Elefantenkühe

c)e)

3

500

15 je Tier

100

24) 25) 52)

Elefantenbullen

c)e)

1

150

2 x 30 je Tier

100

24) 25) 52) Wechselstall

Grévyzebrastuten, Halbeselstuten

c)e)

5

500

8 je Tier

8) 25) 26) 52)

Grévyzebra-, Halbeselhengste

c)e)

1

150

8

8) 25) 26) 52)

Steppenzebra, Wildesel

c)e)

5

500

8 je Tier

80

8) 25) 26) 27)52)

Bergzebra, Wildpferd

c)e)

5

1000

8 je Tier

100

8) 25) 26) 27) 52)

Tapire

c)e)

2

200

15 je Tier

50

24) 25) 28)

Nashörner

c)e)

2

500

25 Tier

150

4) Ausnahme Breitmaulnashorn 11) 24) 25) 29) 38)

Zwergwildschwein

c)e)

2

30

4

10

25) 27) 29)

Andere Wildschweine

c)e)

2

100

4

20

8) 17) 25) 27) 29)

Pecari

c)e)

4

80

3

10

25) 29)

Zwergflusspferd

c)e)

2

100

10 je Tier

4) 24) 29)

Flusspferd

c)e)

2

250

40 je Tier

50

10

24)

Guanako, Vikunja

c)

6

300

2 je Tier

50

8)

Trampeltier, Dromedar

c)

3

300

8 je Tier

50

8) 27)

Kantschil

c)

2

20

6

2

6)

Hirschferkel

c)e)

2

40

8

12

2

6) 18)

Kleinhirsche (Pudu, Wasserreh, Muntjak)

c)

4

150

3 je Tier

10

6) 8) 30) 52)

Reh

c)

2

500

150

6) 8) 30) 52)

Mittelgrosse Hirsche (z.B. Sika, Damhirsch)

c)

8

500

4 je Tier

60

8) 27) 29) 30) 31) 52)

Grosse Hirsche, (Barashinga, Sambar, Sumpfhirsch, Rentier, Milu)*

c)

6

800

6 je Tier

80

8) 27) 29) 30) 31) 52) * zusätzlich 18)

Elch

c)

3

800

80

8) 18) 28) 31) 32) 52)

Okapi

c)e)

2

300

15 je Tier

100

4) 26) 52)

Giraffe

c)e)

4

500

25 je Tier

100

33) 52) Bulle: 26)

Kleine und mittlere Ducker, Dikdiks, Zwergantilopen

c)e)

2

50

3 je Tier

20

4) 6) 52)

Stenbok, Grysbok, Klippspringer

c)e)

2

50

3 je Tier

20

6) 52) Klippspringer: 2)

Oribi, Beira

c)e)

4

100

3 je Tier

15

6) 52)

Riesenducker

c)e)

2

100

4 je Tier

4) 6) 52)

Gazellen inkl. Springbock, Hirschziegenantilope, Impala

c)e)

10

500

4 je Tier

40

6) 8) 27) 52)

Gerenuk, Dibatag, Gabelbock, Saiga und andere mittelgrosse Antilopen

c)e)

6

500

5 je Tier

50

6) 8) 27) 52)

Grosse Antilopen, Moschusochse, Wisent, Bison andere Wildrinder

c)e)

5

500

8 je Tier

80

8) 11) 25) 26) 27) 31) 32) 52)

Gemse, Goral, Serau, Schneeziege, Takin

c)e)

4

400

4 je Tier

50

2) 6) 8) 28)

Mufflon und andere Wildschafe

c)

10

500

2 je Tier

50

2) 8) 52) andere Wildschafe: 27)

Wildziegen, Bharal, Mähnenspringer

c)

10

500

2 je Tier

50

2) 8) 27) 52)

Anmerkungen zu Tabelle 1 (Säugetiere)

a)

Wo die Gehegeabmessungen durch Mindestmasse für Grundfläche und Volumen bestimmt sind, muss die Höhe mindestens 80 % des Quotienten (Volumen/Grundfläche) betragen, wenn nichts anderes angegeben ist. Bei den Anforderungen für weitere Tiere ist das Volumen im gleichen Verhältnis wie die Grundfläche zu vergrössern.

b)

Wenn in Tabelle 3 Mindestabmessungen für Bassins vorgeschrieben sind, muss diese Fläche zusätzlich zu den in Tabelle 1 angegebenen Flächen zur Verfügung gestellt werden.

c)

Für die private Haltung ist eine Bewilligung nach Artikel 94 notwendig.

d)

Werden die Tiere in bewilligten Versuchstierhaltungen gehalten, so müssen sie mindestens nach den Anforderungen nach Anhang 3 gehalten werden.

e)

Diese Mindestmasse gelten für am 1. September 2008 bestehende Haltungen. Bei neu eingerichteten Anlagen sind vorliegende neue Erkenntnisse bei der Festlegung der Mindestmasse einzubeziehen.

f)

Von den Tieren begehbare erhöhte Flächen können bis zu 1/3 der geforderten Minimalfläche angerechnet werden.

g)

Für junge Meerschweinchen (<700 g) beträgt die zusätzliche Fläche ab dem 3. Tier für jedes Tier 0,1 m2.

Besondere Anforderungen

1)

Grabgelegenheit.

2)

Klettermöglichkeiten, je nach Art Äste oder Kletterfelsen. Die Astdicke hat den Greiforganen der Tiere zu entsprechen.

3)

Schlafboxen. Sie sind der Art entsprechend auf Bodenhöhe oder erhöht anzubringen. Bei zeitweise unverträglichen Arten muss für jedes Tier eine Boxe vorhanden sein.

4)

Haltung je nach Art einzeln, paarweise oder in Gruppen, Gehege unterteilbar. Für zusätzliche Tiere sind weitere Gehege erforderlich.

5)

Für die grösseren, mehr am Boden lebenden Arten (doriani, inustus, lumholtzi) auch Aussengehege.

6)

Sichtblenden, Ausweich- und Versteckmöglichkeiten.

7)

Innenraum/Stall durch Trennwände gegliedert.

8)

Für winterharte Arten natürliche oder künstliche Unterstände, die allen Tieren gleichzeitig Platz bieten, mindestens 1 m2 pro erwachsenes Tier; für übrige, nicht winterharte Arten Innengehege oder Stall wie angegeben.

9)

Haltungsmöglichkeiten an der Decke und im oberen Drittel der Gehege; für Höhlenbewohner vorn offene Schlafkästen.

10)

Mehrere Futterplätze, die von den Tieren auch kletternd erreicht werden können.

11)

Trenn- bzw. Absperrmöglichkeit.

12)

Für Magot, Tibetmakak und Rotgesichtsmakak sowie für Dschelada ist kein Innengehege nötig; eine isolierte Schutzhütte genügt. Dasselbe gilt für die Freilandhaltung anderer Arten während der Sommerzeit.

13)

Unterteilbare Schlafboxen für Gruppen und Einzeltiere.

14)

Beschäftigung der Tiere durch wechselnde Gegenstände, z.B. Schwingseile, Stroh, Plastikfässer, und durch das abwechslungsreiche Verstecken von Nahrung an wechselnden Orten. Primaten müssen durch zusätzliche Umweltreize zum Explorieren angeregt werden.

15)

Je nach Art erhöhte Liegeplätze (z.B. Tamandua, Riesenhörnchen, Katzen) oder Ausguck (Otter, Mangusten usw.).

16)

Grab- und Aufbrechmöglichkeit.

17)

Innen- oder Aussengehege. Falls für nicht winterharte Arten Aussengehege vorgesehen sind, ist zusätzlich ein heizbarer Innenraum erforderlich.

18)

Badegelegenheit. Falls Bassins mit definierten Mindestabmessungen erforderlich sind, gilt zusätzlich Tabelle 3.

19)

Regelmässig frische Äste für Zahnpflege und Beschäftigung der Tiere.

20)

Aussengehege mit Wärmestrahler.

21)

Individuelle Box für jedes Tier; Bodenfläche: Kleinraubtiere 0,5–1 m2; Vielfrass, Luchs, Serval, Mittelkatzen, Puma, Nebelparder 1,5 m2; Grosskatzen, Gepard 2,5 m2; Malaienbär, Hyänen, Erdwolf 4 m2; Grossbären, Grosser Panda 6 m2.

22)

Im Fall naturbelassener Böden: für Kleinkängurus 50 m2, für Bären 1000 m2 oder mehr.

23)

Innenraum nur für nicht winterharte (Unter-)Arten, sonst isolierte Schlafbox für jedes Adulttier nach Besondere Anforderung 21.

24)

Für Elefanten und asiatische Nashörner ganzjährig benutzbare Bade- oder Duschgelegenheit. Für Tapir, Flusspferd und Zwergflusspferd Bassin innen und aussen. Für Masse für Aussenbassins gilt Tabelle 3.

25)

Scheuermöglichkeiten, wie Baumstämme oder Felsen, und Sandbad oder Suhle zur Hautpflege.

26)

Einzelbox. Bei soziallebenden Arten muss zwischen den Einzelboxen Sichtkontakt bestehen. Geheizt bei nicht winterharten Arten.

27)

Je nach Art Trennmöglichkeit für Männchen oder Fluchtgänge für Weibchen und Jungtiere.

28)

Weicher Boden in Aussenanlage (Rasen, Rindenschnitzel).

29)

Suhle. Für Schweine Suhl- und Wühlgelegenheit.

30)

Fegebäume, Äste.

31)

Fläche gilt für teilweise befestigte Anlagen. Bei Anlagen, die nur über Naturboden verfügen, sind die Masse zu verdreifachen und die Gehege müssen unterteilbar sein.

32)

Baumstämme für Moschusochsen zur Beschäftigung.

33)

Zusätzlich Veranda oder Innenauslauf von 80 m2.

34)

Monogames Paar mit tolerierten Nachkommen.

35)

Unterstand oder Stall; bei Haltung in Einzelboxen ist die Fläche zu verdreifachen.

36)

Wenn ein Aussengehege vorhanden ist, muss der permanente Zugang zum Innengehege gewährleistet sein.

37)

Kühe in Gemeinschaftshaltung; kurzfristiges Anketten nur aus Sicherheitsgründen, zum Training, zur Fusspflege oder zur medizinischen Behandlung möglich.

38)

Weiche, elastische Bodenstruktur mit sumpfigem Bereich, der als ständiger Zugang zum Wasser dient.

39)

Geeignete Einstreu.

40)

Geeignete Einstreu zum Graben: für Hamster 15 cm tief; für Mongolische Rennmaus 25 cm tief; für Degu 30 cm tief.

41)

Eine oder mehrere Rückzugsmöglichkeiten, in denen alle Tiere Platz finden. Für Chinchilla erhöhte Rückzugsmöglichkeiten.

42)

Geeignetes Nestmaterial.

43)

Sitzbretter auf verschiedenen Höhen.

44)

Grob strukturiertes Futter, wie Heu oder Stroh; für Hamster und Mäuse Körnerbeimischungen; für Meerschweinchen Vitamin-C-haltiges Futter.

45)

Nageobjekte, wie Weichholz oder frische Äste.

46)

Sandbad.

47)

Die Tiere sind in Gruppen von mindestens 2 Tieren zu halten.

48)

Es darf ein einzelnes Tier in einem Gehege gehalten werden. Davon ausgenommen sind Tiere soziallebender Arten.

49)

Aussengehege, das das Graben von Erdbauten ermöglicht.

50)

Für Arten mit Winter- oder Trockenschlaf sind entsprechende klimatische Vorkehrungen zu treffen.

51)

Gehegebegrenzungen und Abschrankungen dürfen nicht aus Gitter bestehen.

52)

Der Gehegeboden muss die notwendigen Oberflächenstrukturen aufweisen, so dass daraus eine der Art entsprechende Fuss- und allenfalls Fellpflege resultiert. Für Katzen muss die Abnützung der Krallen zusätzlich durch geeignete Einrichtungen gewährt sein.

53)

Das Futter ist so anzubieten, dass das Tier Arbeit leisten muss, um es zu erlangen.

54)

Grob strukturiertes Futter, wie Heu oder Stroh und Vitamin-C-haltiges Futter.

Gehege für Vögel Tabelle 2

Gehege für Vögel

Für Gruppen bis zu n Tieren

Für jedes weitere Tiera)

Innenraum

Besondere Anforderungen

Anzahl

Freigehege

Voliereb)

Freigehege

Voliereb)

je Tierc)

Tierarten

(n)

Fläched) m2

Fläched) m2

Volumen m3

Fläche m2

Fläche m2

Fläche m2

Afrikanischer Strauss

e)

2

500

100

6

1) 2)

Nandus

e)

6

500

50

4

1) 2)

Kasuare

e)

2

150 + 150

10

3)

Emu

e)

2

300 + 100

100

1) 2) 4)

Grosse Pinguine (ab Eselpinguin)

e)g)

12

100

45

90

2

7) 8)

Kleine Pinguine und Adéliepinguine

e)g)

12

60

45

90

3

1

7) 8) 18)

Pelikane

e)

4

60

10

3

8) 9) 13)

Kormorane, Schlangenhalsvogel

e)g)

6

40

20

50

2

3

8) 10) 11)

Schuhschnabel

e)g)

2

100

50

6

8)

Sattelstorch, Riesenstorch, Marabu, Goliathreiher

e)g)

2

200

80

320

50

20

5

8) 13)

Mittelgrosse und kleine Störche

e)

2

100

100

500

10

10

1

8) 11) 12)

Grosse Reiher (Graureiher)

e)

6

100

100

500

5

3

1

8) 11) 12)

Mittelgrosse Reiher (Kuhreiher)

e)

6

40

160

2

0,5

8) 11) 12)

Hammerkopf

e)

6

40

160

5

2

5) 8) 9) 11) 12)

Ibis, Waldrapp, Löffler

e)

12

40

160

2

0,5

8) 11) 12)

Rohrdommel

e)

2

20

50

2

2

5) 8) 9) 11) 12)

Kleine Reiher (Zwergrohrdommel)

e)

2

10

25

5) 8) 10) 11)

Flamingos

e)

20

250

5

1

8) 9) 13)

Grosse Adler und Geier

e)

2

60

240

15

4

11) 12) 14) 15) 16)

Kleine Adler (Zwergadler), Fischadler, grosse Habichte, Bussarde, Milane, kleine Geier, Weihen

e)

2

30

90

10

2

11) 12) 14) 15) 16)

Grosse Falken (Wander-, Gerfalke)

e)

2

20

60

4

2

5) 11) 12) 14) 15) 16)

Mittelgrosse Falken (Baumfalke), kleine Habichte (Sperber)

e)

2

15

40

2

1

5) 11) 12) 14) 15) 16)

Zwergfalke

e)

2

10

20

0,5

5) 10) 11) 14) 15) 16)

Grosse Eulen (Uhu)

e)

2

30

90

6

3

5) 11) 12) 14) 15) 16)

Mittelgrosse Eulen (Schleiereule)

e)

2

20

40

3

2

5) 11) 12) 14) 15) 16)

Kleine Eulen (Steinkauz)

e)

2

10

20

1

1

5) 10) 11) 14) 15) 16)

Grosse Kraniche (Graukraniche)

e)

2

300

150

6

12) 13) 15)

Kleine Kraniche (Jungfernkraniche)

e)

2

200

100

2

12) 13) 15)

Grosspapageien (Aras und Kakadus)

e)f)

2

10

30

1

6) 15) 17) 19) 20) 21) 23)

Vögel bis Grösse Graupapageien (grosse Sittiche und Papageien)

2

0,7

0,84

0,1

15) 19) 20) 21) 22) 23)

Vögel bis Grösse Nymphensittiche (mittelgrosse Sittiche)

6

0,5

0,3

0,05

15) 19) 20) 21) 22) 23)

Vögel bis Grösse Agaporniden (Kanarien, Prachtfinken, kleine Sittiche, Agaporniden)

4

0,24

0,12

0,05

15) 20) 21) 22) 23) für Papageienartige: 19)

Sumpf- und Strandvögel

e)

8

20

40

1

0,5

8) 12)

Raubmöwen, grosse Möwen

e)

6

30

60

240

2

2

8)

Kleine Möwen

e)

10

60

240

1

8)

Nachtschwalben, Ziegenmelker

e)

2

20

40

1

5) 10) 11)

Kolibris, Nektarvögel

e)

2

3

6

1

5) 11) 15) 17)

Quetzal, Trogons

e)

2

20

60

4

11) 15)

Grosse Nashornvögel

e)

2

20

60

11) 15)

Paradiesvögel

e)

2

20

60

4

5) 11) 15)

Anmerkungen zu Tabelle 2 (Vögel)

a)

Wenn keine Angaben in der Spalte «Für jedes weitere Tier» stehen, bedeutet dies, dass grundsätzlich nicht mehr als n Tiere gehalten werden dürfen.

b)

Wo die Gehegeabmessungen durch Mindestmasse für Grundfläche und Volumen bestimmt sind, muss die Höhe mindestens 80 % des Quotienten (Volumen/Grundfläche) betragen, wenn nichts anderes angegeben ist. Bei den Anforderungen für weitere Tiere ist das Volumen im gleichen Verhältnis wie die Grundfläche zu vergrössern.

c)

Alle Ställe müssen mindestens 4 m2 Bodenfläche aufweisen.

d)

Wenn in Tabelle 4 Mindestabmessungen für Bassins vorgeschrieben sind, muss diese Fläche zusätzlich zu den in Tabelle 2 angegebenen Flächen zur Verfügung gestellt werden.

e)

Für die private Haltung ist eine Bewilligung nach Artikel 94 notwendig.

f)

Grosse Aras: Anodorhynchus glaucus, Anodorhynchus hyacinthinus, Anodorhynchus leari, Ara ambigua, Ara ararauna, Ara caninde, Ara chloroptera, Ara macao, Ara militaris, Ara rubrogenys, Cyanopsitta spixii.

Grosse Kakadus: Cacatua alba, Cacatua galerita, Cacatua moluccensis, Cacatua ophthalmica, Calyptorhynchus funereus, Calyptorhynchus lathami, Calyptorhynchus magnificus, Probosciger aterrimus.

g)

Diese Mindestmasse gelten für am 1. September 2008 bestehende Haltungen. Bei neu eingerichteten Anlagen sind vorliegende neue Erkenntnisse bei der Festlegung der Mindestmasse einzubeziehen.

Besondere Anforderungen

1)

Sandbad.

2)

Fläche gilt für befestigte Anlagen. Bei Anlagen, die über Naturboden verfügen, sind die Masse mindestens zu verdreifachen, bis die Bodenqualität den Bedürfnissen der Tiere entspricht; die Gehege müssen unterteilbar sein.

3)

Gehege müssen miteinander verbunden werden können.

4)

Im Gehege muss ein Unterstand vorhanden sein.

5)

Der Art entsprechende Versteckmöglichkeiten, wie Schilf, Büsche, Boden- oder Baumhöhlen.

6)

Innengehege; Aussengehege fakultativ. Ist das Aussengehege permanent zugänglich, so können dessen Masse bis maximal zu einem Drittel dem Innengehege angerechnet werden.

7)

Haltung innen und aussen. Haltung antarktischer und subantarktischer Arten im Sommer immer in klimatisierten Innenräumen. Im Winter Zugang zu Freigehege oder Spaziergänge («Pinguinparade»).

8)

Für Bassins siehe Tabelle 4. Auch für nicht in Tabelle 4 aufgeführte Arten ist ein angemessenes Bassin erforderlich.

9)

Badegelegenheit auch im Innengehege.

10)

Je nach der Art handelt es sich um Aussen- oder Innengehege.

11)

Aufbaummöglichkeit.

12)

Für nicht winterharte Arten muss ein Innenraum vorhanden sein.

13)

Innengehege muss an Aussengehege anschliessen.

14)

Tag- und Nachtgreife dürfen nur in nicht öffentlich zugänglichen Tierhaltungen an der Fessel gehalten werden. Greifvögel in falknerischer Haltung müssen regelmässig und ausreichend Gelegenheit zum Freiflug haben.

15)

Badegelegenheit.

16)

Volieren sind so anzulegen, dass die Vögel nicht durch das Publikum beunruhigt werden.

17)

Werden zwei Vögel gehalten, so muss das Gehege bei Bedarf unterteilt werden können.

18)

Möglichkeit zur frostfreien Haltung für kleine Pinguine in der kalten Jahreszeit.

19)

Reichlich Naturäste als Nage- und Klettermöglichkeit.

20)

Die Tiere sind in Gruppen von mindestens 2 Tieren zu halten.

21)

Die Gehege sind mit verschiedenen federnden Sitzgelegenheiten unterschiedlicher Dicke und Ausrichtung zu strukturieren, wobei ein Drittel des Volumens frei von Strukturen sein muss.

22)

In Gehegen kleiner als 2 m2 muss das Verhältnis von Länge zu Breite der Gehegeabmessungen höchstens 2:1 betragen.

23)

Den Vögeln ist geeigneter Sand zur Aufnahme zur Verfügung zu stellen.

Bassins für Säugetiere Tabelle 3

Bassins für Säugetiere

Für Gruppen bis zu n Tieren

Für jedes weitere Tiera)

Besondere Anforderungen

Tierarten

Anzahl (n)

Fläche m2

Tiefe m

Fläche m2

Nerz (Wildform), Iltis

2

1

0,2

Nutria

2

2

0,5

Biber

5

30

0,8

6)

Capybara

5

6

0,5

1

7)

Zwergotter

2

10

0,5

2

Fingerotter, Fischotter

2

20

0,8

Seeotter

2

60

2

25

Grossbären, ausgenommen Malaienbärenb)

2

50

1

2

Eisbärb)

1

400

2

20

Asiatische Nashörnerb)

2

10

1

5

Zwergflusspferdb)

2

20

0,8

Flusspferdb)

2

30

1,5

8

Tapireb)

2

10

0,8

Seeküheb)

2

80

2

20

Seehunde

5

80

2

10

1)

Seelöwen, Seebären

5

150

3

15

1)

See-Elefanten, Walrossb)

3

250

10

40

1)

Delfine, Tümmlerb)

5

800

5

50

2) 3) 4)

Asiatische Flussdelfineb)

4

400

4

25

2) 5)

Südamerikanische Flussdelfineb)

4

400

4

30

2) 5)

Schwertwal, Beluga, Grindwalb)

2

2000

10

150

2) 4) 5)

Anmerkungen zu Tabelle 3 (Bassins für Säugetiere)

a)

Das Volumen ist im gleichen Verhältnis wie die Grundfläche zu vergrössern.

b)

Diese Mindestmasse gelten für am 1. September 2008 bestehende Haltungen. Bei neu eingerichteten Anlagen sind vorliegende neue Erkenntnisse bei der Festlegung der Mindestmasse einzubeziehen.

Besondere Anforderungen

1)

Die angegebenen Masse gelten nur für die Bassins. Zusätzlich ist ein angemessener Landteil nötig. Mindestmasse pro Tier: Seehund 10 m2; Seelöwe, Seebär, Walross, See-Elefant: 15 m2.

2)

Filterleistung: Umwälzung des Gesamtvolumens in höchstens 4 Stunden.

3)

Einschliesslich Nebenbecken von 150 m2 und 3,5 m Tiefe mit der Möglichkeit zu unabhängiger Wasserversorgung und Abtrennbecken.

4)

Salzwasser.

5)

Einschliesslich Nebenbecken und Abtrennbecken; mindestens 1 Abtrennbecken mit der Möglichkeit zu unabhängiger Wasserversorgung.

6)

Das Bassin muss mit für den Biber bearbeitbarem Holz strukturiert sein. Das Holz muss regelmässig erneuert werden.

7)

Das Innengehege muss auch über ein Bassin verfügen.

Bassins für Vögel Tabelle 4

Bassins für Vögel

Für Gruppen bis zu n Tieren

Für jedes weitere Tier

  Besondere Anforderungen

Tierarten

Anzahl (n)

Fläche m2

Tiefe m

Fläche m2

Grosse Pinguine (ab Eselpinguin)a)

12

15

2

1

1)

Adéliepinguinea)

12

15

2

1

1)

Kleine Pinguinea)

12

15

1

0,5

1)

Pelikane

4

50

0,75

5

Kormorane, Schlangenhalsvogel

6

40

1,25

1

Flamingos

20

100

0,5

2)

Sumpf- und Strandvögel

8

6

2)

Grosse Möwen

6

12

Kleine Möwen

12

6

Anmerkungen zu Tabelle 4 (Bassins für Vögel)

a)

Diese Mindestmasse gelten für am 1. September 2008 bestehende Haltungen. Bei neu eingerichteten Anlagen sind vorliegende neue Erkenntnisse bei der Festlegung der Mindestmasse einzubeziehen.

Besondere Anforderungen

1)

Bassin mit Steilufer und Ausstiegen.

2)

Tiefe variabel mit Wattbereich.

Reptilien

Vorbemerkung

A.
Die Gehegegrösse muss sich, unter anderem wegen der teils enormen Unterschiede zwischen adulten und juvenilen Tieren, nach der Körperlänge bzw. der Panzerlänge des gehaltenen Individuums richten. Die Gehegegrösse ergibt sich aus der Addition der für jedes einzelne Tier bestimmten Flächen und wird in der Tabelle in der Masseinheit «Körperlänge» (KL) angegeben. Die Körperlänge bedeutet bei Echsen die Kopf-Rumpflänge, bei Schildkröten die Panzerlänge und bei Schlangen die Gesamtlänge.
B.
Die besonderen Ansprüche der jeweiligen Tierart an Temperatur und Luftfeuchtigkeit (Ektothermie) sind zu berücksichtigen.
C.
Gehege für giftige Reptilien, Riesenschlangen über 3 m Körperlänge sowie Warane und Leguane über einen Meter Körperlänge sind so zu gestalten und zu betreiben, dass den Sicherheitsaspekten ausreichend Rechnung getragen wird. Die Gehege müssen mit Sicherheits-verschlüssen ausgerüstet sein. In öffentlich zugänglichen Tierhaltungen müssen sie mit Sicherheitsglas sowie Schlupfkästen oder Absperranlagen versehen sein.

Reptilien Tabelle 5

Gehege für Reptilien

Für Gruppen bis zu n Tieren

Für jedes weitere Tier

Besondere Anforderungen

Anzahl

Landteil

Bassin

Gehege

Landteil

Bassin

Tierarten

(n)

Fläche KL

Fläche KL

Tiefe KL

Höhe KL

Fläche KL

Fläche KL

Europäische Landschildkröten, Testudo graeca, hermanni, marginata, horsfieldii

2

8x4

2x2

4) 5) 7) 9) 27) 32)

Tropische Landschildkröten aus Trockenwald- und Steppengebieten, Geochelone pardalis, radiata, elegans, Kinixys und Chersina spp.

2

8x4

2x2

1) 3) 5) 7) 9) 27)

Tropische Landschildkröten aus feuchten Waldgebieten, Geochelone carbonaria, denticulata, Kinixys homeana

2

8x4

2x2

1) 3) 5) 7) 9) 27)

Spornschildkröte Geochelone sulcata

d)

2

8x4

2x2

1) 3) 5) 6) 7) 9) 27)

Riesenschildkröten, Geochelone nigra, Dipsochelys spp)

d)

2

8x4

2x2

1) 2) 3) 5) 6) 7) 9) 27)

Alligatorschildkröten, Chelydra serpentina, Macroclemys temminckii

d)

2

2x2

3x3

1

2x2

3) 5) 9) 12) 28)

Wasserschildkröten, Pelomedusidae

2

2x2

4x2

1

1x1

3) 5) 9) 18) 26)

Schlammschildkröten, Kinosternidaae

2

2x2

4x3

1

2x2

3) 5) 9) 28)

Weichschildkröten, Trionychidae

2

2x2

5x3

2

2x2

3) 5) 7) 9) 28)

Schmuck- und Zierschildkröten, Trachemys, Pseudemys, Graptemys, Chrysemys, Deirochelys spp.

2

2x2

5x3

2

2x2

3) 5) 9) 29)

Schlangenhalsschildkröten, Chelodina, Hydromedusa, Phrynops, Emydura spp.

d)

2

2x2

5x3

2

2x2

3) 5) 9) 28)

Grosse Pelomedusenschildkröte, Podocnemis expansa

d)

2

2x1

4x2

1

1x1

3) 5) 9) 18) 26)

Wasseragame, Physignatus spp. Segelechse, Hydrosaurus spp.

2

5x3

1x1

0,5

5

2x2

3) 8) 29)

Dornschwanz, Uromastyx spp.

2

5x4

3

2x2

3) 7) 27)

Bartagamen, Pogona spp.

2

5x4

3

2x2

3) 8) 28)

Blutsauger-, Winkelkopfagamen, Calotes spp., Gonocephalus spp.

2

5x4

5

2x2

3) 29) 30)

Eidechsen, Lacerta, Podarcis, Galloti spp. c)

2

6x4

4

2x2

3) 9) 29)

Kielechse, Bergeidechse, Algyroides spp., Lacerta vivipara

2

6x4

4

2x2

1) 3) 13) 28) 31)

Tannenzapfenechse, Tiliqua rugosa

c)

2

7x4

3

2x2

3) 9) 28) 31)

Blauzungenskinke, Tiliqua spp.

c)

2

6x4

3

2x2

3) 29) 31)

Wickelschwanzskink, Corucia zebrata

c)

2

5x3

5

2x2

3) 8) 11) 27) 30)

Nachtaktive Geckos - kletternd, Tarentola, Diplodactylus, Oedura spp., Uroplates

c)

2

6x6

8

2x2

3) 8) 9) 28)

Nachtaktive Geckos - Bodenbewohner, Eublepharis, Coleonix, Nephrurus spp.

c)

2

4x3

2

2x2

3) 7) 9) 28)

Tagaktive Geckos, Phelsuma, Lygodactylus, Gonatodes spp.

c)

2

6x6

8

2x2

3) 8) 28)

Gürtelschweife, Plattechsen, Cordylus, Platysaurus spp.

c)

2

5x3

4

2x2

3) 8) 9) 28)

Riesengürtelschweif, Cordylus giganteus

c)

2

5x3

3

2x2

3) 7) 28)

Krustenechsen, Heloderma spp.

d)

2

4x3

3

2x2

3) 4) 9) 12) 26)

Baumbewohnende Echte Chamäleons, Bradypodion, Chamaeleo, Calumma, Furcifer, Kinyongia

d)

1

4x4

4

2x2

1) 3) 4) 5) 8) 9) 13) 15) 17) 26)

Bodenbewohnende Echte Chamäleons, Chamaeleo

d)

1

6x4

3

2x2

1) 3) 4) 5) 9) 13) 15) 17) 26)

Erdchamäleons, Brookesia, Rhampholeon

d)

1

6x4

4

2x2

5) 9) 17)

Grüne Leguane, Iguana spp.

d)

2

4x3

4

2x2

2) 3) 5) 8) 9) 12) 26)

Grosse bodenbewohnende Leguane (ausgewachsen > 1 m Gesamtlänge), Conolophus spp., Ctenosaura acanthura, C. pectinata, C. similis, Cyclura spp.

d)

2

5x4

2

2x2

3) 5) 7) 8) 9) 12) 26)

Krokodiltejus, Dracaena, Crocodilurus

d)

2

3x2

2x2

0,5

3

1x1

1x1

3) 5) 9) 12) 25) 26)

Grosstejus, Tupinambis spp.

d)

2

5x3

3

2x2

3) 5) 4) 7) 9) 12) 13) 26)

Bodenbewohnende Grosswarane aus trockenen Gebieten2

d)

2

5x3

2

2x2

3) 4) 5) 6) 7) 8) 9) 12) 13) 26)

Bodenbewohnende Grosswarane aus halbtrockenen Gebieten, V. bengalensis, V. komodoensis, V. nebulosus

d)

2

5x3

2

2x2

2) 3) 5) 6) 7) 8) 9) 12) 26)

Baumbewohnende Grosswarane aus feuchten Gebieten3

d)

2

5x2

5

2x2

2) 3) 5) 6) 8) 9) 12) 26)

Halbaquatisch lebende Grosswarane, Varanus niloticus, V. ornatus, V. salvator

d)

2

5x3

2x2

0,5

3

2x2

3) 5) 6) 8) 9) 12) 26)

Wasserwarane, Varanus mertensi

d)

2

2x2

3x2

0,5

3

1x1

1x1

3) 5) 6) 9) 12) 26)

Herbivore Grosswarane, Varanus mabitang, V. olivaceus

d)

2

5x3

2x2

0,5

5

2x2

3) 5) 6) 8) 9) 12) 25) 26)

Grosse Riesenschlangen4

d)

2

1x0,5

0,75

2) 5)10) 12)

Anakondas, Eunectes spp.

d)

2

1x0,5

1x0,5

0,2e)

0,75

0,1x0,1

5) 12)

Asiatische Kielrückennatter, Rhabdophis spp.

d)

2

1x0,5

0,5x0,5

0,2

0,5

0,5x0,1

4) 11) 12) 17)

Blütenkrait, Balanophis ceylonensis

2

1x0,5

0,5

5) 11) 12) 17)

Gefährliche Trugnattern, Boiga dendrophila, B. blandingii, Dispholidus typus, Thelotornis spp.

d)

2

1x0,5

0,7

5) 8) 11) 12) 17) 23)

Grosse bodenbewohnende Giftnattern, Elapidae (adult >1 m)

d)

2

1x0,5

0,5

4) 5) 11) 12) 13) 17) 23)

Kleine bodenbewohnende Giftnattern, Elapidae (adult < 1 m)

d)

2

1x0,5

0,5

4) 5) 11) 12) 13) 17) 23)

Königskobra, Ophiophagus hannah

d)

1

1x0,5

0,5

5) 11) 12) 14) 17) 23) 25)

Baumbewohnende Giftnattern, Dendroaspis spp. ohne D. polylepis, Pseudohaje goldii

d)

2

1x0,5

0,7

8) 11) 12) 14) 17) 23)

Sehr grosse Giftnattern, Dendroaspis polylepis, Oxyuranus spp.

d)

2

1x0,5

0,5

4) 8) 11) 12) 14) 17) 23)

Wasserkobra, Boulengerina annulata

d)

2

0,5x0,5

1x0,5

0,4

0,5

0,5x0,5

11) 12) 17) 23)

Plattschwänze (Seeschlangen), Laticauda spp.

d)

2

0,5x0,5

2x1

0,5

1x1

12) 17) 18) 20) 21) 23)

Gelbbauch-Seeschlange, Pelamis platurus

d)

2

2x1

0,5

1x1

12) 17) 18) 19) 20) 22)

Erdvipern, Atractaspididae

d)

2

1x0,5

0,5

5) 7) 9) 12) 13) 17) 23)

Bodenbewohnende Vipern und Grubenottern, Viperidae, Viperinae und Crotalinae

d)

2

1x0,5

0,5

4) 11) 12) 13) 17) 23)

Seitenwindende Vipern und Grubenottern5

d)

2

1x0,5

0,5

4) 11) 12) 13) 17) 23) 24)

Baumbewohnende Vipern und Grubenottern, Viperidae, Viperinae und Crotalinae

d)

2

1x0,5

1

8) 11) 12) 13) 17) 23)

Wassermokassinotter, Agkistrodon piscivorus

d)

2

0,5x0,5

0,5x0,2

0,1

0,5

0,5x0,1

4) 11) 12) 13) 17) 23)

Alligatoren, Gaviale, Kaimane, Krokodile6

d)

1

4x2

4x2

0,5

0,5

2x2

3) 5) 6) 12) 17) 18) 26)

Tuatara, Sphenodon spp.

d)

1

4x3

2x1

0,4

0,5

9) 11) 16) 17)

Anmerkungen zu Tabelle 5 (Reptilien)

a)

Das Gehegevolumen darf für adulte und subadulte Tiere 30 Liter nicht unterschreiten. Tiere können für die Quarantäne, zur Behandlung von Krankheiten und Unfällen, zur Eingewöhnung bzw. zur Zucht und Aufzucht vorübergehend in kleineren, strukturierten Gehegen gehalten werden.

b)

Angegeben ist die Wassertiefe an der tiefsten Stelle des Bassins; es sollen auch flachere Bereiche vorhanden sein.

c)

Angegeben ist die durchschnittliche Höhe der Gehege; diese dürfen an einzelnen Stellen höher oder niedriger sein.

d)

Für die private Haltung ist eine Bewilligung nach Artikel 94 notwendig.

e)

Bassin max. 0,6 m tief.

Besondere Anforderungen

1)

Zusätzlicher Auslauf im Freien, solange es die Wetterverhältnisse erlauben, jedoch Heizung im Aussengehege erforderlich.

2)

Gewisse Arten müssen in einem heizbaren Bassin oder Becken ausreichender Grösse baden können, auch im Abtrenngehege.

3)

Die Temperatur muss den Bedürfnissen der Tiere entsprechen. Ein kleinerer Teil des Geheges muss allenfalls eine höhere Temperatur aufweisen und je nach Art muss für jedes Tier eine Wärmelampe vorhanden sein, damit es sich individuell aufwärmen kann.

4)

Die klimatischen Bedingungen über das Jahr hindurch müssen so gewählt werden, dass ein Winterschlaf oder eine Trockenruhe für alle Altersklassen erfolgen kann.

5)

Soziale Struktur beachten. Unter Umständen müssen die Tiere einzeln gehalten werden.

6)

Für alle Riesenschildkröten, Sporenschildkröten, Weichschildkröten und Warane: Werden mehrere Tiere im gleichen Gehege gehalten, so müssen die Gehege unterteilt werden können oder es müssen andere geeignete Abtrenngehege vorhanden sein.

7)

Der Boden muss teilweise mit begrabbarem Substrat versehen sein, so dass die Tiere darin graben und, je nach Art, sich zurückziehen können.

8)

In allen Gehegen müssen, entsprechend der Art, horizontale oder vertikale Klettermöglichkeiten auf Bäumen, körperdicken Ästen, feinen Zweigen bzw. auf Kork- oder Felswänden vorhanden sein.

9)

Versteckmöglichkeiten müssen vorhanden sein.

10)

Erhöhte Liegeflächen.

11)

Einsehbare Versteckmöglichkeiten, wie Boden- oder Baumhöhlen, Schlupfkästen, Korkröhren oder Ähnliches müssen vorhanden sein.

12)

Solide Gehegekonstruktion (Terrarium).

13)

In der Nacht muss eine deutliche Abkühlung stattfinden.

14)

Von aussen bedienbarer Schlupfkasten oder eine andere Abtrennmöglichkeit muss vorhanden sein, auch bei Einzelhaltung.

15)

Das Gehege muss gut belüftet sein (min. 2 Wände aus Maschendraht).

16)

Kühlanlage muss vorhanden sein, auch für das Bassin.

17)

Es muss ein gruppenspezifischer Sachkundenachweis erbracht werden.

18)

Ausreichend dimensionierte Filteranlagen.

19)

Aquarium muss abgerundete Ecken aufweisen. Ideal sind kreis- oder oval-zylinderförmige Becken.

20)

Aquarium muss eine ausbruchsichere Abdeckung haben.

21)

Je nach Art Haltung im Süss-, Brack- oder Meerwasseraquarium.

22)

Haltung im Meerwasseraquarium ohne Landteil.

23)

Falls für die gehaltenen Arten verfügbar, müssen Antivenine (Seren) vorrätig gehalten oder über die Mitgliedschaft in einem Serumverein leicht beschaffbar sein.

24)

Bei gewissen Arten müssen Stellen mit feinem, staubfreiem, losem Sand vorhanden sein, wo sich die Tiere eingraben können.

25)

Der Nachweis muss erbracht werden, dass ausreichend artgerechtes Futter beschafft werden kann.

26)

Bei gewissen tagaktiven Arten sind helle Lampen (z.B. Halogen, HQL oder HQI) zur Bestrahlung lokaler Aufwärmplätze zu verwenden, ausser die Tiere werden im Freiland oder in Gehegen mit direkter Sonneneinstrahlung gehalten. Die ausschliessliche Verwendung von Bodenheizungen oder Infrarotstrahlern ist nicht zulässig.

27)

Die Nahrung muss hauptsächlich aus vegetarischen Bestandteilen zusammengesetzt sein und darf kaum tierisches Protein enthalten.

28)

Die Nahrung muss vor allem aus Fleisch (möglichst ganze Futtertiere einschliesslich Darm) oder Insekten zusammengesetzt sein.

29)

Die Nahrung muss aus Fleisch oder Insekten und aus pflanzlichen Bestandteilen zusammengesetzt sein.

30)

Die relative Luftfeuchtigkeit muss konstant zwischen 70 und 100 % betragen.

31)

Die relative Luftfeuchtigkeit muss zwischen 70 und 100 % betragen und starke Schwankungen aufweisen.

32)

Haltung im Freien mit geschütztem, wärmeoptimiertem Bereich.

Amphibien

Vorbemerkung

A.
Die Gehegegrösse muss sich, unter anderem wegen der teils enormen Unterschiede zwischen adulten und juvenilen Tieren, nach der Körperlänge des gehaltenen Individuums richten. Die Gehegegrösse ergibt sich aus der Addition der für jedes einzelne Tier bestimmten Flächen und wird in der Tabelle in der Masseinheit «Körperlänge» (KL) angegeben. Die Körperlänge bedeutet bei Froschlurchen die Kopf-Rumpflänge, bei Schwanzlurchen die Gesamtlänge.
B.
Die besonderen Ansprüche der jeweiligen Tierart an Temperatur und Luftfeuchtigkeit (Ektothermie) sind zu berücksichtigen.
C.
Die Nahrung für die Larven der Amphibien muss vor allem aus pflanzlichen Bestandteilen zusammengesetzt sein.
D.
Die Nahrung der Amphibien nach Metamorphose (juvenil und adult) muss vor allem aus ganzen Futtertieren (Insekten, Spinnentiere, Würmer, Schnecken, kleine Reptilien und Säugetiere) zusammengesetzt sein. Die Futtertiere müssen von guter Qualität, allenfalls mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichert und als Ganzes schluckbar sein.

Amphibien Tabelle 6

Gehege für Amphibien

Für Gruppen bis zu n Tierena)

Für jedes weitere Tier

Besondere Anforderungen

Anzahl

Landteil

Bassin

Gehege

Landteil

Bassin

Tierarten

(n)

Fläche KL

Fläche KL

Tiefe KL

Höheb) KL

Fläche KL

Fläche KL

Laubfrösche, Hyla arborea, H. cinerea, H. meridionalis, Rhacophorus dennynsi

2

10x5

2x1

2

10

2x2

1x1

1) 2) 3) 4) 5) teilweise 7)

Laubfrösche aus tropisch subtropischen Klimazonen, Agalychnis, Hyperolius, Poypedates spp.

2

10x5

2x1

2

10

2x2

1x1

1) 2) 3) 4) 5) teilweise 7)

Baumsteigerfrösche Tropischer Wälder, Dendrobates, Phyllobates spp.

2

8x8

2x2

1

10

2x2

1x1

1) 2) 3) 4) 6) 8) 10)

Krallenfrösche und Wabenkröten tropischer Gewässer, Xenopus, Hymenochirus, Pipa spp.

2

5x4

4

2x2

1) 4) 5) 11)

Teichfrosch, Wasserfrosch, Rana spp.

2

10x5

5x5

2

5

2x2

2x1

1) 2) 3) 4) 5)

Erdkröte, Bufo bufo Wechselkröte, Bufo viridis Kreuzkröte, Bufo calamita Berberkröte, Bufo mauretanicus

2

5x5

2x1

0,5

4

2x2

1x1

1) 2) 3) 4) 7) 8)

Agakröte, Bufo marinus Pantherkröte, Bufo pardalis Tropfenkröte, Bufo guttatus

2

5x5

2x1

0,5

4

2x2

1x1

1) 2) 3) 4) 8)

Coloradokröte, Bufo alvarius

2

10x5

2x1

0,5

4

2x2

1x1

1) 2) 3) 4) 8) 9)

Wassermolche, Triturus, Taricha, Pachytrition spp.

2

5x5

10x4

4

4

2x2

3x3

1) 2) 4) 12)

Riesensalamander, Cryptobranchidae, Andrias spp.

1

3x2

0,5

3x2

4) 5) 6) 9)

Landsalamander, Salamandra Ambystoma spp.

2

8x4

2x4

2

4

2x2

1x1

1) 2) 4) teilweise 7) 12)

Axolotl, Armmolch, Ambystoma mexicanum

1 (–2)

4x2

2

1x1

1) 2) 4) 11)

Anmerkungen zu Tabelle 6 (Amphibien)

a)

Tiere können für die Quarantäne, zur Behandlung von Krankheiten und Unfällen, zur Eingewöhnung bzw. zur Zucht und Aufzucht vorübergehend in kleineren, strukturierten Gehegen gehalten werden.

b)

Angegeben ist die durchschnittliche Höhe der Gehege; diese dürfen an einzelnen Stellen höher oder niedriger sein.

Besondere Anforderungen

1)

Es dürfen zwei Tiere zusammen gehalten werden; eine Paarhaltung ist jedoch nicht notwendig. Bei solitär lebenden Arten dürfen zwei verträgliche Tiere auf der Mindestgehegegrösse gehalten werden.

2)

Die Temperatur im Gehege muss im unter «Besondere Anforderungen» aufgeführten Temperaturbereich liegen, wobei ein kleiner Gehegebereich die angegebene höhere Temperatur aufweisen muss.

3)

Das Gehege muss mit verschiedenen Klettermöglichkeiten, wie z.B. Ästen oder Rindenstücken, ausgestattet sein.

4)

Das Gehege muss Versteckmöglichkeiten, wie Höhlen, Spalten oder Laub, aufweisen.

5)

Das Gehege muss mit Grünpflanzen ausgestattet sein, auf denen sich die Tiere aufhalten können.

6)

Das Gehege muss mit Bromelien oder vergleichbaren trichterförmigen Grünpflanzen ausgestattet sein.

7)

Die Tiere müssen die Winterruhe in lockerem, grabfähigem Substrat verbringen können.

8)

Der Gehegeboden muss mit lockerem, grabfähigem Substrat ausgestattet sein, damit die Tiere sich zur Winterruhe (Hibernation) zurückziehen können.

9)

Der Gehegeboden muss mit lockerem, grabfähigem Substrat ausgestattet sein, damit die Tiere sich zum Trockenschlaf (Aestivation) zurückziehen können.

10)

Hohe Luftfeuchtigkeit.

11)

Das Becken für überwiegend aquatisch lebende Arten muss eine ausreichende Infrastruktur mit Versteckmöglichkeiten aufweisen.

12)

Stark saisonal schwankendes Klima. Starke Absenkung der Temperatur während der Nacht.

Mindestanforderungen für das Halten und den Transport von Speise- und Besatzfischen Tabelle 7

Haltung

Transport

Forellenartige

Karpfenartige

Forellenartige

Karpfenartige

1

Tierbesatz

11

Maximale Besatzdichte pro Kubikmeter Wasser1

kg

25–100

28–100

250

500

2

Wasserqualität

21

Sauerstoffsättigung

211

–  Erwachsene Tiere

maximale Sättigung

Prozente

120

212

minimale Sättigung

Prozente

  60

  12

213

–  Jungtiere

minimale Sättigung

Prozente

  70

22

Minimaler gelöster Sauerstoff im abfliessenden Wasser

mg/l

    5

23

Minimaler gelöster Sauerstoff im Tierbereich

231

–  langfristig

mg/l

    6,5

   3,5

5,0–8,0

232

–  kurzfristig

mg/l

    5

   0,5

24

Maximaler Ammoniakgehalt

241

–  Erwachsene Tiere

mg/l

   0,01

   0,02

   0,01

   0,02

242

–  Jungtiere

mg/l

   0,006

   0,006

   0,006

   0,02

25

Maximaler Nitratgehalt

mg/l

200

200

200

200

26

Maximaler Kochsalzgehalt

mg/l

  35

  35

27

Kohlendioxydgehalt

mg/l

  20

  20

  20

  20

28

pH-Werte

    5,5–8,5

    6,5–9,0

    6,5–9,0

    6,5–9,0

29

Maximale Temperatur

291

–  Erwachsene Tiere

°C

  18

  30

    2–14

    2–18

292

–  Jungtiere

°C

  14

  28

293

Maximale Temperaturdifferenz beim Umsetzen

°C

    3

    5

    3

    5

3

Futterentzug maximal

Tagesgrade

100

280

100

280

1

Der Tierbesatz ist so zu wählen, dass jederzeit alle Parameter der Wasserqualität eingehalten werden.

Mindestanforderungen für das Halten von Fischen zu Zierzwecken

Vorbemerkung

A.
Gilt für Zierfische, die länger als 20 cm werden.
B.
Die Gehegegrösse muss sich, unter anderem wegen der teils enormen Unterschiede zwischen adulten und juvenilen Tieren, nach der Körperlänge des grössten gehaltenen Individuums richten. Die Gehegegrösse wird durch die Addition der Einzelwerte aller Fische bestimmt und in der Tabelle in der Masseinheit «Körperlänge» (KL) angegeben. Die grössten Tiere sind zuerst zu berücksichtigen.
C.
Die Körperlänge bedeutet bei Fischen die Gesamtlänge.

Mindestanforderungen für das Halten von Fischen zu Zierzweckena) Tabelle 8

Für Gruppen bis zu n Tieren

Besondere Anforderungen

Anzahl (n)

Länge KL

Breite KL

1

Längster Fischb)

  1

2

1,5

1) 2)

11

Für die 9 nächstgrösseren Fische: jedes weitere Tier

  1

0,5

0,1

12

Für weitere Tiere: KL des jeweils grössten Tieres

10

0,25

0,1

Anmerkungen zu Tabelle 8 (Halten von Fischen zu Zierzwecken)

a)

Für die gewerbsmässige Haltung ist eine Bewilligung nach Artikel 90 notwendig.

b)

Die Wassertiefe darf auf mindestens zwei Drittel der Gehegegrundfläche die KL des grössten Fisches nicht unterschreiten.

Besondere Anforderungen

1)

Der Tag-Nachtrhythmus ist einzuhalten.

2)

Das Aquarium darf nicht allseitig direkt einsehbar sein.


1 Bereinigt gemäss Ziff. II der V vom 14. Jan. 2009, in Kraft seit 1. März 2009 (AS 2009 565).
2 Varanus albigularis, V. exanthematicus, V. giganteus, V. gouldii, V. griseus, V. panoptes, V. rosenbergi, V. spenceri, V. varius, V. yemenensis.
3 Varanus caerulivirens, V. cerambonensis, V. doreanus, V. dumerilii, V. finschi, V. indicus, V. jobiensis, V. juxtindicus, V. melinus, V. rudicollis, V. salvadorii, V. spinulosus, V. yuwonoi.
4 Epicrates angulifer, Liasis olivaceus, L. oenpelliensis, L. papuanus, Morelia amethistina, M. boeleni, Python molurus, P. natalensis, P. reticulatus, P. sebae.
5 Bitis peringueyi, B. schneideri, Cerastes spp., Crotalus cerastes, Eristicophis macmahoni, Pseudocerastes persicus.
6 Alligator, Caiman, Crocodylus, Gavialis, Mecistops, Melanosuchus, Paleosuchus, Osteolaemus, Tomistoma.


Stand am 1. Januar 2012
Für Anregungen und Mitteilungen: Kompetenzzentrum Amtliche Veröffentlichungen