Die Bundesbehörden
der Schweizerischen Eidgenossenschaft

0.515.091

Übersetzung1

Übereinkommen
über das Verbot oder die Beschränkung des Einsatzes
bestimmter konventioneller Waffen, die übermässige
Leiden verursachen oder unterschiedslos wirken können

Abgeschlossen in Genf am 10. Oktober 1980
Von der Bundesversammlung genehmigt am 19. März 19822
Schweizerische Ratifikationsurkunde hinterlegt am 20. August 1982
In Kraft getreten für die Schweiz am 2. Dezember 1983

(Stand am 26. April 2010)

Die Hohen Vertragsparteien,

eingedenk dessen, dass jeder Staat im Einklang mit der Charta der Vereinten Nationen3 die Pflicht hat, in seinen internationalen Beziehungen jede gegen die Souveränität, die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt zu unterlassen,

sowie eingedenk des allgemeinen Grundsatzes des Schutzes der Zivilbevölkerung vor den Auswirkungen von Feindseligkeiten,

ausgehend von dem Grundsatz des Völkerrechts, dass die an einem bewaffneten Konflikt beteiligten Parteien kein unbeschränktes Recht in der Wahl der Methoden und Mittel der Kriegführung haben, sowie von dem Grundsatz, der die Verwendung von Waffen, Geschossen und Material sowie Methoden der Kriegführung, die geeignet sind, überflüssige Verletzungen oder unnötige Leiden zu verursachen, in bewaffneten Konflikten verbietet,

sowie eingedenk dessen, dass es verboten ist, Methoden oder Mittel der Kriegführung zu verwenden, die dazu bestimmt sind oder von denen erwartet werden kann, dass sie ausgedehnte, lang anhaltende und schwere Schäden der natürlichen Umwelt verursachen,

ihre Entschlossenheit bekräftigend, dass in Fällen, die von diesem Übereinkommen und den dazugehörigen Protokollen oder von anderen internationalen Übereinkünften nicht erfasst sind, die Zivilbevölkerung und die Kombattanten stets unter dem Schutz und der Herrschaft der Grundsätze des Völkerrechts verbleiben, wie sie sich aus feststehenden Gebräuchen, aus den Grundsätzen der Menschlichkeit und aus den Forderungen des öffentlichen Gewissens ergeben,

in dem Wunsch, zur internationalen Entspannung, zur Beendigung des Wettrüstens und zur Vertrauensbildung unter den Staaten und damit zur Verwirklichung der Bestrebungen aller Völker, in Frieden zu leben, beizutragen,

in der Erkenntnis, dass es wichtig ist, alle Anstrengungen zu unternehmen, die zum Fortschritt in Richtung auf allgemeine und vollständige Abrüstung unter strenger und wirksamer internationaler Kontrolle beitragen können,

die Notwendigkeit bekräftigend, die Kodifizierung und fortschreitende Entwicklung der Regeln des in bewaffneten Konflikten anwendbaren Völkerrechts fortzuführen,

in dem Wunsch, den Einsatz bestimmter konventioneller Waffen zu verbieten oder weiter zu beschränken, sowie in dem Glauben, dass die in diesem Bereich erzielten positiven Ergebnisse die wichtigsten Abrüstungsgespräche erleichtern können mit dem Ziel, der Herstellung, Lagerung und Weitergabe solcher Waffen ein Ende zu setzen,

nachdrücklich hervorhebend, dass alle Staaten, insbesondere die militärisch wichtigen Staaten, Vertragsparteien dieses Übereinkommens und der dazugehörigen Protokolle werden sollten,

im Hinblick darauf, dass die Generalversammlung der Vereinten Nationen und die Abrüstungskommission der Vereinten Nationen beschliessen könnten, die Frage einer möglichen Ausweitung des Umfangs der in diesem Übereinkommen und den dazugehörigen Protokollen enthaltenen Verbote und Beschränkungen zu prüfen,

sowie im Hinblick darauf, dass der Abrüstungsausschuss beschliessen könnte, die Frage der Annahme weiterer Massnahmen zum Verbot oder zur Beschränkung des Einsatzes bestimmter konventioneller Waffen zu prüfen,

sind wie folgt übereingekommen:

Art. 1 Anwendungsbereich

Art. 2 Verhältnis zu anderen internationalen Übereinkünften

Art. 3 Unterzeichnung

Art. 4 Ratifikation, Annahme, Genehmigung oder Beitritt

Art. 5 Inkrafttreten

Art. 6 Verbreitung

Art. 7 Vertragsbeziehungen beim Inkrafttreten dieses Übereinkommens

Art. 8 Revision und Änderungen

Art. 9 Kündigung

Art. 10 Depositar

Art. 11 Authentische Texte Protokoll
über nichtentdeckbare Splitter Protokoll I Protokoll
über das Verbot oder die Beschränkung des Einsatzes
von Minen, Sprengfallen und anderen Vorrichtungen Protokoll II


Protokoll
über nichtentdeckbare Splitter


Protokoll I

Es ist verboten, eine Waffe zu verwenden, deren Hauptwirkung darin besteht, durch Splitter zu verletzen, die im menschlichen Körper durch Röntgenstrahlen nicht entdeckt werden können.


Protokoll
über das Verbot oder die Beschränkung des Einsatzes
von Minen, Sprengfallen und anderen Vorrichtungen4


Protokoll II

Art. 1 Sachlicher Anwendungsbereich

Art. 2 Begriffsbestimmungen

Art. 3 Allgemeine Beschränkungen des Einsatzes von Minen, Sprengfallen und anderen Vorrichtungen

Artikel 4 Beschränkungen des Einsatzes von Minen, die keine fernverlegten Minen sind, von Sprengfallen und anderen Vorrichtungen in bevölkerten Gebieten

Art. 5 Beschränkungen des Einsatzes fernverlegter Minen

Art. 6 Verbot des Einsatzes bestimmter Sprengfallen

Art. 7 Aufzeichnung und Veröffentlichung der Lage von Minenfeldern, Minen und Sprengfallen

Art. 8 Schutz der Truppen und Missionen der Vereinten Nationen vor den Wirkungen von Minenfeldern, Minen und Sprengfallen

Art. 9 Internationale Zusammenarbeit bei der Beseitigung von Minenfeldern, Minen und Sprengfallen Technische Anlage
zu dem Protokoll über das Verbot oder die Beschränkung des
Einsatzes von Minen, Sprengfallen und anderen Vorrichtungen Protokoll II Grundsätze für die Aufzeichnung Protokoll
über das Verbot oder die Beschränkung des Einsatzes
von Brandwaffen Protokoll III


Technische Anlage
zu dem Protokoll über das Verbot oder die Beschränkung des
Einsatzes von Minen, Sprengfallen und anderen Vorrichtungen


Protokoll II


Grundsätze für die Aufzeichnung

Sobald nach Massgabe des Protokolls die Verpflichtung zur Aufzeichnung der Lage von Minenfeldern, Minen und Sprengfallen entsteht, sind folgende Grundsätze zu beachten:

1.
Hinsichtlich vorgeplanter Minenfelder sowie des umfangreichen und vorgeplanten Einsatzes von Sprengfallen
a)
sollen Karten, Diagramme oder andere Unterlagen so angefertigt werden, dass die Ausdehnung des Minenfelds oder des mit Sprengfallen versehenen Gebiets erkennbar ist, und
b)
soll die Lage des Minenfelds oder des mit Sprengfallen versehenen Gebiets mit Hilfe der Koordinaten eines Bezugspunkts und durch die geschätzten Ausmasse des Minen und Sprengfallen enthaltenden Gebiets im Verhältnis zu diesem einzigen Bezugspunkt bezeichnet werden.
2.
Hinsichtlich anderer Minenfelder, Minen und Sprengfallen, die verlegt oder angebracht worden sind, gilt folgendes:
Soweit möglich sollen die in Absatz 1 bezeichneten sachdienlichen Informationen aufgezeichnet werden, damit die Gebiete, die Minenfelder, Minen und Sprengfallen enthalten, festgestellt werden können.

Protokoll
über das Verbot oder die Beschränkung des Einsatzes
von Brandwaffen


Protokoll III

Art. 1 Begriffsbestimmungen

Art. 2 Schutz von Zivilpersonen und zivilen Objekten Protokoll über blindmachende Laserwaffen (Protokoll IV) Geltungsbereich am 26. April 2010

Protokoll über blindmachende Laserwaffen


(Protokoll IV)5


Geltungsbereich am 26. April 20106

Vertragsstaaten

Ratifikation Beitritt (B) Nachfolgeerklärung (N)

Inkrafttreten

Albanien

28. August

2002 B

28. Februar

2003

Argentinien*

  2. Oktober

1995

  2. April

1996

Australien

29. September

1983

29. März

1984

Bangladesch

  6. September

2000 B

  6. März

2001

Belarus

23. Juni

1982

  2. Dezember

1983

Belgien**

  7. Februar

1995

  7. August

1995

Beninb

27. März

1989 B

27. September

1989

Bolivien

21. September

2001 B

21. März

2002

Bosnien und Herzegowina

  1. September

1993 N

  6. März

1992

Brasilien

  3. Oktober

1995 B

  3. April

1996

Bulgarien

15. Oktober

1982

  2. Dezember

1983

Burkina Faso

26. November

2003 B

26. Mai

2004

Chileb

15. Oktober

2003

15. April

2004

China*

  7. April

1982

  2. Dezember

1983

Costa Rica

17. Dezember

1998 B

17. Juni

1999

Dänemark**

  7. Juli

1982

  2. Dezember

1983

Deutschland**

25. November

1992

25. Mai

1993

Dschibuti

29. Juli

1996 B

29. Januar

1997

Ecuador

  4. Mai

1982

  2. Dezember

1983

El Salvador

26. Januar

2000 B

26. Juli

2000

Estlandb

20. April

2000 B

20. Oktober

2000

Finnland**

  8. April

1982

  2. Dezember

1983

Frankreich* **

  4. März

1988

  4. September

1988

Gabunb

  1. Oktober

2007 B

  1. April

2008

Georgien

29. April

1996 B

29. Oktober

1996

Griechenland**

28. Januar

1992

28. Juli

1992

Guatemala

21. Juli

1983 B

21. Januar

1984

Guinea-Bissau

  6. August

2008 B

  6. Februar

2009

Heiliger Stuhl*

22. Juli

1997 B

22. Januar

1998

Honduras

30. Oktober

2003 B

30. April

2004

Indien

  1. März

1984

  1. September

1984

Irland**

13. März

1995

13. September

1995

Island

22. August

2008

22. Februar

2009

Israel* c

22. März

1995 B

22. September

1995

Italien*

20. Januar

1995

20. Juli

1995

Jamaikab

25. September

2008 B

25. März

2009

Japan

  9. Juni

1982

  2. Dezember

1983

Jordanienb

19. Oktober

1995 B

19. April

1996

Kambodscha

25. März

1997 B

25. September

1997

Kamerun

  7. Dezember

2006 B

  7. Juni

2007

Kanada*

24. Juni

1994

24. Dezember

1994

Kap Verde

16. September

1997 B

16. März

1998

Kasachstanb

  8. Juli

2009 B

  8. Januar

2010

Katarb

16. November

2009 B

16. Mai

2010

Kolumbien

  6. März

2000 B

  6. September

2000

Korea (Süd-)b c

  9. Mai

2001 B

  9. November

2001

Kroatien

  2. Dezember

1993 N

  8. Oktober

1991

Kuba

  2. März

1987

  2. September

1987

Laos

  3. Januar

1983 B

  2. Dezember

1983

Lesotho

  6. September

2000 B

  6. März

2001

Lettland

  4. Januar

1993 B

  4. Juli

1993

Liberia

16. September

2005 B

16. März

2006

Liechtenstein

16. August

1989

16. Februar

1990

Litauenb

  3. Juni

1998 B

  3. Dezember

1998

Luxemburg

21. Mai

1996

21. November

1996

Madagaskar

14. März

2008 B

14. September

2008

Maledivenb

  7. September

2000 B

  7. März

2001

Mali

24. Oktober

2001 B

24. April

2002

Malta

26. Juni

1995 B

26. Dezember

1995

Marokkoa c

19. März

2002

19. September

2002

Mauritius

  6. Mai

1996 B

  6. November

1996

Mazedonien

30. Dezember

1996 N

17. November

1991

Mexiko

11. Februar

1982

  2. Dezember

1983

Moldau

  8. September

2000 B

  8. März

2001

Monacob c

12. August

1997 B

12. Februar

1998

Mongolei

  8. Juni

1982

  2. Dezember

1983

Montenegro

23. Oktober

2006 N

  3. Juni

2006

Nauru

12. November

2001 B

12. Mai

2002

Neuseeland

18. Oktober

1993

18. April

1994

Nicaraguab

  5. Dezember

2000

  5. Juni

2001

Niederlande* ** d

18. Juni

1987

18. Dezember

1987

Niger

10. November

1992 B

10. Mai

1993

Norwegen**

  7. Juni

1983

  7. Dezember

1983

Österreich**

14. März

1983

  2. Dezember

1983

Pakistan

  1. April

1985

  1. Oktober

1985

Panama

26. März

1997 B

26. September

1997

Paraguay

22. September

2004 B

22. März

2005

Perub

  3. Juli

1997 B

  3. Januar

1998

Philippinen

15. Juli

1996

15. Januar

1997

Polen**

  2. Juni

1983

  2. Dezember

1983

Portugal**

  4. April

1997

  4. Oktober

1997

Rumänien*

26. Juli

1995

26. Januar

1996

Russland

10. Juni

1982

  2. Dezember

1983

Saudi-Arabienb

  7. Dezember

2007 B

  7. Juni

2008

Schweden**

  7. Juli

1982

  2. Dezember

1983

Schweiz**

20. August

1982

  2. Dezember

1983

Senegala b

29. November

1999 B

29. Mai

2000

Serbien

12. März

2001 N

27. April

1992

Seychellen

  8. Juni

2000 B

  8. Dezember

2000

Sierra Leoneb

30. September

2004

30. März

2005

Slowakei

28. Mai

1993 N

  1. Januar

1993

Slowenien

  6. Juli

1992 N

25. Juni

1991

Spanien**

29. Dezember

1993

29. Juni

1994

Sri Lankaa b

24. September

2004 B

24. März

2005

Südafrika

13. September

1995 B

13. März

1996

Tadschikistan

12. Oktober

1999 B

12. April

2000

Togo

  4. Dezember

1995

  4. Juni

1996

Tschechische Republik

22. Februar

1993 N

  1. Januar

1993

Tunesien

15. Mai

1987 B

15. November

1987

Türkei* b c

  2. März

2005

  2. September

2005

Turkmenistanc

19. März

2004 B

19. September

2004

Uganda

14. November

1995 B

14. Mai

1996

Ukraine

23. Juni

1982

  2. Dezember

1983

Ungarn

14. Juni

1982

  2. Dezember

1983

Uruguay

  6. Oktober

1994 B

  6. April

1995

Usbekistan

29. September

1997 B

29. März

1998

Venezuela

19. April

2005 B

19. Oktober

2005

Vereinigte Arabische Emirateb

26. Februar

2009 B

26. August

2009

Vereinigte Staaten* e

24. März

1995

24. September

1995

Vereinigtes Königreich* **

13. Februar

1995

13. August

1995

Zypern* **

12. Dezember

1988 B

12. Juni

1989

*

Vorbehalte und Erklärungen.

**

Einwendungen.

Die Vorbehalte, Erklärungen und Einwendungen werden in der AS nicht veröffentlicht. Die französischen und englischen Texte können auf der Internetseite der Vereinten Nationen: http://treaties.un.org/ eingesehen oder bei der Direktion für Völkerrecht, Sektion Staatsverträge, 3003 Bern, bezogen werden.

a

Dieser Vertragsstaat hat seine Zustimmung, durch Protokoll I gebunden zu sein, nicht gegeben.

b

Dieser Vertragsstaat hat seine Zustimmung, durch Protokoll II gebunden zu sein, nicht gegeben.

c

Dieser Vertragsstaat hat seine Zustimmung, durch Protokoll III gebunden zu sein, nicht gegeben.

d

Für das Königreich in Europa.

e

Dieser Staat hat das Protokoll III mit Wirkung am 21. Juli 2009 angenommen.


 AS 1983 1499; BBl 1981 III 301


1 Der französische Originaltext findet sich unter der gleichen Nummer in der französischen Ausgabe dieser Sammlung.
2 AS 1983 1497
3 SR 0.120
4 Siehe jedoch die Fassung vom 3. Mai 1996 (SR 0.515.091.2).
5 Siehe SR 0.515.091.1
6 AS 1983 1515, 1986 827, 1989 291, 1990 1195, 2003 4419, 2005 4783, 2009 3875 und 2010 2265. Eine aktualisierte Fassung des Geltungsbereiches findet sich auf der Internetseite des EDA (http://www.eda.admin.ch/vertraege).


Stand am 26. April 2010
Für Anregungen und Mitteilungen: Kompetenzzentrum Amtliche Veröffentlichungen