Die Bundesbehörden
der Schweizerischen Eidgenossenschaft

0.440.5

Übersetzung1

Europäisches Übereinkommen
zum Schutz des archäologischen Erbes
(revidierte Fassung)

Abgeschlossen in Valletta am 16. Januar 1992
Von der Bundesversammlung genehmigt am 6. Dezember 19952
Schweizerische Ratifikationsurkunde hinterlegt am 27. März 1996
Für die Schweiz in Kraft getreten am 28. September 1996

(Stand am 17. August 2010)

Präambel

Die Mitgliedstaaten des Europarats und die anderen Staaten, Vertragsparteien des Europäischen Kulturabkommens, die dieses Übereinkommen unterzeichnen –

von der Erwägung geleitet, dass es das Ziel des Europarats ist, eine enge Verbindung zwischen seinen Mitgliedern herbeizuführen, um insbesondere die Ideale und Grundsätze, die ihr gemeinsames Erbe bilden, zu wahren und zu fördern;

im Hinblick auf das am 19. Dezember 19543 in Paris unterzeichnete Europäische Kulturabkommen, insbesondere auf dessen Artikel 1 und 5;

im Hinblick auf das am 3. Oktober 19854 in Granada unterzeichnete Übereinkommen zum Schutz des baugeschichtlichen Erbes Europas;

im Hinblick auf das am 23. Juni 1985 in Delphi unterzeichnete Europäische Übereinkommen über Straftaten im Zusammenhang mit Kulturgut;

im Hinblick auf die Empfehlungen der Parlamentarischen Versammlung über Archäologie, insbesondere die Empfehlungen 848 (1978), 921 (1981) und 1072 (1988);

im Hinblick auf die Empfehlung Nr. R (89) 5 betreffend den Schutz und die Förderung des archäologischen Erbes im Rahmen der Städteplanung und Raumordnung;

eingedenk der Tatsache, dass das archäologische Erbe wesentlich zur Kenntnis der Menschheitsgeschichte beiträgt;

in der Erkenntnis, dass das europäische archäologische Erbe, das von der frühesten Geschichte Zeugnis ablegt, durch die wachsende Zahl grossangelegter Planungsvorhaben, natürliche Gefahren, heimliche oder unwissenschaftliche Ausgrabungen und unzulängliches öffentliches Bewusstsein ernsthaft von Zerstörung bedroht ist;

in Bekräftigung der Tatsache, dass es wichtig ist, geeignete verwaltungsmässige und wissenschaftliche Überwachungsverfahren einzuführen, soweit sie noch nicht vorhanden sind, und dass es notwendig ist, den Schutz des archäologischen Erbes in Städtebau und Raumordnung sowie in der Kulturentwicklungspolitik fest zu verankern;

unter Hinweis darauf, dass die Verantwortung für den Schutz des archäologischen Erbes nicht nur dem unmittelbar betroffenen Staat, sondern gemeinsam allen europäischen Staaten obliegen soll, damit die Gefahr der Zerstörung verringert und die Erhaltung durch Förderung des Austauschs von Sachverständigen und Erfahrungen verbessert wird;

in Anbetracht der Notwendigkeit, im Gefolge der Entwicklung der Planungspolitik in europäischen Ländern die in dem am 6. Mai 19695 in London unterzeichneten Europäischen Übereinkommen über den Schutz des archäologischen Kulturgutes niedergelegten Grundsätze zu vervollständigen –

sind wie folgt übereingekommen:

Bestimmung des Begriffs archäologisches Erbe

Art. 1

Erfassung des Erbes und Schutzmassnahmen

Art. 2

Art. 3

Art. 4

Integrierte Erhaltung des archäologischen Erbes

Art. 5

Finanzierung der archäologischen Forschung und Erhaltung

Art. 6

Sammlung und Verbreitung wissenschaftlicher Informationen

Art. 7

Art. 8

Förderung des öffentlichen Bewusstseins

Art. 9

Verhinderung der unerlaubten Weitergabe von Elementen des archäologischen Erbes

Art. 10

Art. 11

Gegenseitige technische und wissenschaftliche Hilfe

Art. 12

Überwachung der Anwendung des (revidierten) Übereinkommens

Art. 13

Schlussbestimmungen

Art. 14

Art. 15

Art. 16

Art. 17

Art. 18 Geltungsbereich am 17. August 2010

Geltungsbereich am 17. August 20106

Vertragsstaaten

Ratifikation Beitritt (B)

Inkrafttreten

Albanien

19. Februar

2008

20. August

2008

Andorra

26. Juni

1998

27. Dezember

1998

Armenien

17. Dezember

2004

18. Juni

2005

Aserbaidschan

28. März

2000 B

29. September

2000

Bulgarien

  2. Juni

1993

25. Mai

1995

Dänemarka

16. November

2005

17. Mai

2006

Deutschland

22. Januar

2003

23. Juli

2003

Estland

15. November

1996

16. Mai

1997

Finnland

15. September

1994

25. Mai

1995

Frankreich

10. Juli

1995

11. Januar

1996

Georgien

13. April

2000

14. Oktober

2000

Griechenland

10. Juli

2006

11. Januar

2007

Heiliger Stuhl

  7. Mai

1999

  8. November

1999

Irland

18. März

1997

19. September

1997

Kroatien

  6. August

2004

  7. Februar

2005

Lettland

29. Juli

2003

30. Januar

2004

Liechtenstein

  1. Juli

1996

  2. Januar

1997

Litauen

  7. Dezember

1999

  8. Juni

2000

Malta

24. November

1994

25. Mai

1995

Mazedonien

  6. Februar

2006

  7. August

2006

Moldau

21. Dezember

2001

22. Juni

2002

Monaco

21. Oktober

1998

22. April

1999

Niederlandeb

11. Juni

2007

12. Dezember

2007

Niederländische Antillen

11. Juni

2007

12. Dezember

2007

Norwegen

20. September

1995

21. März

1996

Polen

30. Januar

1996

31. Juli

1996

Portugal

  5. August

1998

  6. Februar

1999

Rumänien

20. November

1997

21. Mai

1998

Schweden

11. Oktober

1995

12. April

1996

Schweiz

27. März

1996

28. September

1996

Serbien

14. September

2009

15. März

2010

Slowakei

31. Oktober

2000

  1. Mai

2001

Slowenien

  7. Mai

1999

  8. November

1999

Tschechische Republik

22. März

2000

23. September

2000

Türkei

29. November

1999

30. Mai

2000

Ukraine

26. Februar

2004

27. August

2004

Ungarn

  9. Februar

1993

25. Mai

1995

Vereinigtes Königreich

19. September

2000

20. März

2001

Insel Man

19. September

2000

20. März

2001

Jersey

19. September

2000

20. März

2001

Zypern

26. April

2000

27. Oktober

2000

a

Das Übereink. gilt nicht für die Färöer-Inseln und Grönland.

b

Für das Königreich in Europa.


 AS 1996 2965; BBl 1995 III 445


1 Der Originaltext findet sich unter der gleichen Nummer in der französischen Ausgabe dieser Sammlung.
2 AS 1996 2964
3 SR 0.440.1
4 SR 0.440.4
5 [AS 1970 1227. AS 1996 2785]
6 AS 1996 2973, 2003 2427, 2006 789 und 2010 3855. Eine aktualisierte Fassung des Geltungsbereiches findet sich auf der Internetseite des EDA (http://www.eda.admin.ch/vertraege).


Stand am 17. August 2010
Für Anregungen und Mitteilungen: Kompetenzzentrum Amtliche Veröffentlichungen