Die Bundesbehörden
der Schweizerischen Eidgenossenschaft

0.440.4

Übersetzung1

Übereinkommen
zum Schutz des baugeschichtlichen Erbes
in Europa

Abgeschlossen in Granada am 3. Oktober 1985
Von der Bundesversammlung genehmigt am 6. Dezember 19952
Schweizerische Ratifikationsurkunde hinterlegt am 27. März 1996
In Kraft getreten für die Schweiz am 1. Juli 1996

(Stand am 20. März 2007)

Die unterzeichnenden Mitgliedstaaten des Europarates,

In der Erwägung, dass es das Ziel des Europarates ist, eine engere Verbindung zwischen seinen Mitgliedern herzustellen, um insbesondere die Ideale und Grundsätze, die ihr gemeinsames Erbe bilden, zu wahren und zu verwirklichen;

In der Erkenntnis, dass das baugeschichtliche Erbe einen unersetzlichen Ausdruck des Reichtums und der Vielfalt des europäischen Kulturerbes darstellt, ein unschätzbares Zeugnis unserer Vergangenheit in sich birgt und ein gemeinsames Vermächtnis aller Europäer ist;

Im Hinblick auf das Europäische Kulturabkommen, das am 19. Dezember 19543 in Paris unterzeichnet wurde, insbesondere mit Bezug auf den Artikel 1;

Im Hinblick auf die Europäische Charta über das baugeschichtliche Erbe, die am 26. September 1975 vom Ministerkomitee des Europarates genehmigt wurde, und auf die Resolution (76) 28, die am 14. April 1976 angenommen wurde und die Anpassung der nationalen Gesetze und Bestimmungen an die Erfordernisse eines integrierten Schutzes des baugeschichtlichen Erbes betrifft;

Im Hinblick auf die Empfehlung 880 (1979) der Beratenden Versammlung des Europarates betreffend die Erhaltung des baugeschichtlichen Erbes Europas;

Im Hinblick auf die Empfehlung R (80) 16 des Ministerkomitees an die Mitgliedstaaten betreffend die Fachausbildung von Architekten, Städteplanern, Tiefbautechnikern und Landschaftsplanern sowie die Empfehlung R (81) 13 des Ministerkomitees, die am 1. Juli 1981 verabschiedet wurde und sich mit Unterstützungsaktionen für bestimmte, vom Verschwinden bedrohte Handwerkszweige befasst;

Daran erinnernd, dass es wichtig ist, den zukünftigen Generationen ein System kultureller Bezugspunkte zu übergeben, die städtische und ländliche Umwelt zu verbessern und gleichzeitig die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung der Staaten und Regionen zu fördern;

In Anerkennung der Bedeutung einer gemeinsamen Politik, welche die Leitlinien der Erhaltung des baugeschichtlichen Erbes gewährleistet,

sind wie folgt übereingekommen:

Begriff des baugeschichtlichen Erbes

Art. 1

Erfassung der zu schützenden Güter

Art. 2

Rechtliche Schutzmassnahmen

Art. 3

Art. 4

Art. 5

Zusätzliche Massnahmen

Art. 6

Art. 7

Art. 8

Sanktionen

Art. 9

Politik zur Erhaltung von Kulturgütern

Art. 10

Art. 11

Art. 12

Art. 13

Beteiligung und Vereinigungen

Art. 14

Information und Ausbildung

Art. 15

Art. 16

Zusammenarbeit auf europäischer Ebene

Art. 17

Art. 18

Art. 19

Art. 20

Art. 21

Schlussbestimmungen

Art. 22

Art. 23

Art. 24

Art. 25

Art. 26

Art. 27

Geltungsbereich am 20. März 20074

Vertragsstaaten

Ratifikation Beitritt (B)

Inkrafttreten

Andorra

28. Juli

1999

  1. November

1999

Belgien

17. September

1992

  1. Januar

1993

Bosnien und Herzegowina

29. Dezember

1994 B

  1. April

1995

Bulgarien

31. Januar

1991 B

  1. Mai

1991

Dänemark*

23. Juli

1987

  1. Dezember

1987

Deutschland

17. August

1987

  1. Dezember

1987

Estland

15. November

1996

  1. März

1997

Finnland

17. Oktober

1991

  1. Februar

1992

Frankreich*

17. März

1987

  1. Dezember

1987

Georgien

13. April

2000

  1. August

2000

Griechenland

27. Mai

1992

  1. September

1992

Irland*

20. Januar

1997

  1. Mai

1997

Italien

31. Mai

1989

  1. September

1989

Kroatien

27. Januar

1993 B

  1. Mai

1993

Lettland

29. Juli

2003

  1. November

2003

Liechtenstein

11. Mai

1988

  1. September

1988

Litauen

  7. Dezember

1999

  1. April

2000

Malta

20. Juni

1990

  1. Oktober

1990

Mazedonien

30. März

1994 B

  1. Juli

1994

Moldau

21. Dezember

2001

  1. April

2002

Montenegro

  6. Juni

2006 N

  6. Juni

2006

Niederlande*

15. Februar

1994

  1. Juni

1994

Norwegen

  6. September

1996

  1. Januar

1997

Portugal

27. März

1991

  1. Juli

1991

Rumänien

20. November

1997

  1. März

1998

Russland

13. November

1990 B

  1. März

1991

Schweden

  5. Oktober

1990

  1. Februar

1991

Schweiz

27. März

1996

  1. Juli

1996

Serbien

28. Februar

2001 B

  1. Juni

2001

Slowakei*

  7. März

2001

  1. Juli

2001

Slowenien

  2. Juli

1992 B

  1. November

1992

Spanien

27. April

1989

  1. August

1989

Tschechische Republik

  6. April

2000

  1. August

2000

Türkei

11. Oktober

1989

  1. Februar

1990

Ukraine

21. Dezember

2006

  1. April

2007

Ungarn

18. April

1990 B

  1. August

1990

Vereinigtes Königreich*

13. November

1987

  1. März

1988

Gibraltar

31. Oktober

1991

  1. Februar

1992

Guernsey

13. November

1987

  1. März

1988

Insel Man

13. November

1987

  1. März

1988

Jersey

13. November

1987

  1. März

1988

Zypern

  6. Januar

1989

  1. Mai

1989

*

Vorbehalte und Erklärungen siehe hiernach.

Vorbehalte und Erklärungen

Dänemark

Das Übereinkommen gilt nicht für die Färöer—Inseln und Grönland.

Frankreich

Das Übereinkommen gilt für die europäischen Departements und die Übersee- Departements der Republik.

Irland

Irland erklärt nach Artikel 25 Absatz 1 des Übereinkommens, dass es sich das Recht vorbehält, die Bestimmungen des Artikels 4 Absatz 2 c) insgesamt nicht anzuwenden.

Niederlande

Das Königreich der Niederlande erklärt nach Artikel 25 Absatz 1 des Übereinkommens, dass es sich das Recht vorbehält, die Bestimmungen des Artikels 4 Absatz 2 Buchstaben c) und d) insgesamt nicht anzuwenden.

Das Übereinkommen gilt für das Königreich in Europa.

Slowakei

Die Slowakische Republik erklärt nach Artikel 25 Absatz 1 des Übereinkommens, dass es sich das Recht vorbehält, die Bestimmungen des Artikels 4 Absatz 2 d) insgesamt nicht anzuwenden.

Vereinigtes Königreich

Nach Artikel 25 Absatz 1 des Übereinkommens erklärt das Vereinigte Königreich, dass Artikel 4 Buchstabe c) des Übereinkommens zur Zeit auf Nordirland nicht angewendet werden kann.


AS 1996 2402; BB1 1995 III 445


1 Der französische Originaltext findet sich unter der gleichen Nummer in der entsprechenden Ausgabe dieser Sammlung.
2 AS 1996 2401
3 SR 0.440.1
4 Eine aktualisierte Fassung des Geltungsbereiches findet sich auf der Internetseite des EDA (http://www.eda.admin.ch/eda/de/home/topics/intla/intrea/dbstv.html).


Stand am 20. März 2007
Für Anregungen und Mitteilungen: Kompetenzzentrum Amtliche Veröffentlichungen