0.414.8
Übersetzung1
Übereinkommen
über die Anerkennung von Qualifikationen
im Hochschulbereich in der europäischen Region
Abgeschlossen in Lissabon am 11. April 1997
Unterzeichnet von der Schweiz am 24. März 19982
In Kraft getreten für die Schweiz am 1. Februar 1999
(Stand am 1. Oktober 2007)
Die Vertragsparteien dieses Übereinkommens,
In dem Bewusstsein, dass das Recht auf Bildung ein Menschenrecht ist und dass die Hochschulbildung, die dem Streben nach Wissen und der Förderung des Wissens dient, sowohl für den einzelnen als auch für die Gesellschaft ein aussergewöhnlich wertvolles kulturelles und wissenschaftliches Gut darstellt;
In der Erwägung, dass der Hochschulbildung eine wesentliche Rolle bei der Förderung des Friedens, des gegenseitigen Verständnisses und der Toleranz sowie bei der Schaffung gegenseitigen Vertrauens zwischen den Völkern und Nationen zukommen soll;
In der Erwägung, dass die grosse Vielfalt der Bildungssysteme in der europäischen Region deren kulturelle, gesellschaftliche, politische, philosophische, religiöse und wirtschaftliche Vielfalt widerspiegelt und ein ausserordentliches Gut darstellt, das es in vollem Umfang zu achten gilt;
In dem Wunsch, allen Menschen der Region die Möglichkeit zu geben, diese reiche Vielfalt voll zu nutzen, indem den Bewohnern jedes Staates und den Studenten der Bildungseinrichtungen jeder Vertragspartei der Zugang zu den Bildungsmitteln der anderen Vertragsparteien erleichtert wird, insbesondere indem ihre Bemühungen erleichtert werden, ihre Bildung an Hochschuleinrichtungen dieser anderen Vertragsparteien fortzusetzen oder dort eine Studienzeit abzuschliessen;
In der Erwägung, dass die Anerkennung von in einem anderen Staat der europäischen Region durchgeführten Studien und erworbenen Zeugnissen, Diplomen und Graden eine wichtige Massnahme zur Förderung der akademischen Mobilität zwischen den Vertragsparteien darstellt;
Dem Grundsatz der institutionellen Eigenständigkeit grosse Bedeutung beimessend und im Bewusstsein der Notwendigkeit, diesen Grundsatz hochzuhalten und zu schützen;
Überzeugt, dass eine gerechte Anerkennung von Qualifikationen einen wesentlichen Bestandteil des Rechtes auf Bildung und eine Aufgabe der Gesellschaft darstellt;
Im Hinblick auf die Übereinkommen des Europarats und der UNESCO betreffend die akademische Anerkennung in Europa, nämlich
die Europäische Konvention über die Gleichwertigkeit der Reifezeugnisse3 (1953, ETS 15) und das Zusatzprotokoll4 dazu (1964, ETS 49),
das Europäische Abkommen über die Gleichwertigkeit der Studienzeiten an den Universitäten5 (1956, ETS 21),
das Europäische Abkommen über die Gleichwertigkeit der akademischen Grade und Hochschulzeugnisse6 (1959, ETS 32),
das Übereinkommen über die Anerkennung von Hochschulstudien, Universitätsdiplomen und akademischen Graden in den Staaten der Region Europa7 (1979),
die Europäische Konvention über die allgemeine Gleichwertigkeit der Studienzeiten an Universitäten8 (1990, ETS 138);
Ferner im Hinblick auf das Internationale Übereinkommen über die Anerkennung von Studien, Diplomen und Graden im Hochschulbereich in den an das Mittelmeer angrenzenden arabischen und europäischen Staaten (1976), das im Rahmen der UNESCO angenommen wurde und die akademische Anerkennung in Europa teilweise mit erfasst;
Eingedenk dessen, dass dieses Übereinkommen auch im Zusammenhang mit den UNESCO-Übereinkommen und der Internationalen Empfehlung für andere Regionen der Welt sowie der Notwendigkeit eines verbesserten Informationsaustausches zwischen diesen Regionen betrachtet werden soll;
Im Bewusstsein der weit reichenden Veränderungen im Hochschulbereich in der europäischen Region seit Annahme dieser Übereinkünfte, die zu einer erheblich grösseren Diversifizierung innerhalb der nationalen Hochschulsysteme und zwischen ihnen geführt haben, und der Notwendigkeit, die Übereinkünfte und die Rechtspraxis anzupassen, um diesen Entwicklungen Rechnung zu tragen;
Im Bewusstsein der Notwendigkeit, gemeinsame Lösungen für die praktischen Anerkennungsprobleme in der europäischen Region zu finden;
Im Bewusstsein der Notwendigkeit, die gegenwärtige Anerkennungspraxis zu verbessern, durchschaubarer zu machen und besser an die gegenwärtige Lage im Bereich der Hochschulbildung in der europäischen Region anzupassen;
Im Vertrauen auf die positive Bedeutung eines Übereinkommens, das unter der gemeinsamen Schirmherrschaft des Europarats und der UNESCO ausgearbeitet und angenommen wird, um der weiteren Entwicklung der Anerkennungspraxis in der europäischen Region einen Rahmen zu geben;
Im Bewusstsein der Bedeutung, die der Schaffung dauerhafter Durchführungsmechanismen zur Umsetzung der Grundsätze und Bestimmungen dieses Übereinkommens zukommt,
sind wie folgt übereingekommen:
Abschnitt III: Wesentliche Grundsätze in Bezug auf die Bewertung von Qualifikationen
Art. III.1Art. III.2
Art. III.3
Art. III.4
Art. III.5
Abschnitt IV: Anerkennung von Qualifikationen, die den Zugang zur Hochschulbildung ermöglichen
Art. IV.1Art. IV.2
Art. IV.3
Art. IV.4
Art. IV.5
Art. IV.6
Art. IV.7
Art. IV.8
Art. IV.9
Abschnitt VI: Anerkennung von Hochschulqualifikationen
Art. VI.1Art. VI.2
Art. VI.3
Art. VI.4
Art. VI.5
Abschnitt VII: Anerkennung von Qualifikationen, die Flüchtlinge, Vertriebene und den Flüchtlingen gleichgestellte Personen innehaben
Art. VIIAbschnitt VIII: Informationen über die Bewertung von Hochschuleinrichtungen und —programmen
Art. VIII.1Art. VIII.2
Abschnitt XI: Schlussklauseln
Art. XI.1Art. XI.2
Art. XI.3
Art. XI.4
Art. XI.5
Art. XI.6
Art. XI.7
Art. XI.8
Art. XI.9 Geltungsbereich am 1. Oktober 2007 Erklärungen
Geltungsbereich am 1. Oktober 20079
|
Vertragsstaaten |
Ratifikation Beitritt (B) Nachfolgeerklärung (N) Unterzeichnet ohne Ratifikationsvorbehalt (U) |
Inkrafttreten | ||
|
Albanien* |
6. März |
2002 |
1. Mai |
2002 |
|
Armenien* |
7. Januar |
2005 |
1. März |
2005 |
|
Aserbaidschan* |
10. März |
1998 |
1. Februar |
1999 |
|
Australien |
22. November |
2002 |
1. Januar |
2003 |
|
Belarus |
19. Februar |
2002 B |
1. April |
2002 |
|
Bosnien und Herzegowina |
9. Januar |
2004 |
1. März |
2004 |
|
Bulgarien* |
19. Mai |
2000 |
1. Juli |
2000 |
|
Dänemark |
20 März |
2003 |
1. Mai |
2003 |
|
Deutschland |
23. August |
2007 |
1. Oktober |
2007 |
|
Estland* |
1. April |
1998 |
1. Februar |
1999 |
|
Finnland* |
21. Januar |
2004 |
1. März |
2004 |
|
Frankreich |
4. Oktober |
1999 |
1. Dezember |
1999 |
|
Georgien |
13. Oktober |
1999 |
1. Dezember |
1999 |
|
Heiliger Stuhl* |
28. Februar |
2001 |
1. April |
2001 |
|
Irlanda |
8. März |
2004 |
1. Mai |
2004 |
|
Island |
21. März |
2001 |
1. Mai |
2001 |
|
Israel |
12. Juli |
2007 |
1. September |
2007 |
|
Kasachstan |
7. Oktober |
1998 |
1. Februar |
1999 |
|
Kirgisistan |
9. März |
2004 B |
1. Mai |
2004 |
|
Kroatien |
17. Oktober |
2002 |
1. Dezember |
2002 |
|
Lettland* |
20. Juli |
1999 |
1. September |
1999 |
|
Liechtenstein* |
1. Februar |
2000 B |
1. April |
2000 |
|
Litauen |
17. Dezember |
1998 |
1. Februar |
1999 |
|
Luxemburg* |
4. Oktober |
2000 |
1. Dezember |
2000 |
|
Malta* |
16. November |
2005 |
1. Januar |
2006 |
|
Mazedonien* |
29. November |
2002 |
1. Januar |
2003 |
|
Moldau* |
23. September |
1999 |
1. November |
1999 |
|
Montenegro |
6. Juni |
2006 N |
6. Juni |
2006 |
|
Norwegen* |
29. April |
1999 |
1. Juni |
1999 |
|
Österreich* |
3. Februar |
1999 |
1. April |
1999 |
|
Polen* |
17. März |
2004 |
1. Mai |
2004 |
|
Portugal |
15. Oktober |
2001 |
1. Dezember |
2001 |
|
Rumänien* |
12. Januar |
1999 |
1. März |
1999 |
|
Russland |
25. Mai |
2000 |
1. Juli |
2000 |
|
Schweden |
28. September |
2001 |
1. November |
2001 |
|
Schweiz* |
24. März |
1998 U |
1. Februar |
1999 |
|
Serbien* |
3. März |
2004 |
1. Mai |
2004 |
|
Slowakei* |
13. Juli |
1999 |
1. September |
1999 |
|
Slowenien* |
21. Juli |
1999 |
1. September |
1999 |
|
Tschechische Republik* |
15. Dezember |
1999 |
1. Februar |
2000 |
|
Türkei* |
8. Januar |
2007 |
1. März |
2007 |
|
Ukraine* |
14. April |
2000 |
1. Juni |
2000 |
|
Ungarn* |
4. Februar |
2000 |
1. April |
2000 |
|
Vereinigtes Königreich* |
23. Mai |
2003 |
1. Juli |
2003 |
|
Insel Man |
23. Mai |
2003 |
1. Juli |
2003 |
|
Zypern |
21. November |
2001 |
1. Januar |
2002 |
|
Vorbehalte und Erklärungen (die Erklärungen aller Vertragsstaaten über die zuständigen Behörden, gemäss Art. IX.2, sind im oben erwähnten Geltungsbereich nicht mit * aufgeführt). Die Vorbehalte und Erklärungen werden in der AS nicht veröffentlicht, mit Ausnahme jener der Schweiz. Die französischen und englischen Texte können auf der Internet-Seite des Europarates: http://conventions.coe.int eingesehen oder bei der Direktion für Völkerrecht, Sektion Staatsverträge, 3003 Bern, bezogen werden. | ||||
Erklärungen
Schweiz
Die Schweiz erklärt, dass sie sich gemäss den Bestimmungen von Art. XI.7 das Recht vorbehält, Artikel IV.8 teilweise anzuwenden.
Die Schweizerische Zentralstelle für Hochschulwesen (SZfH) Informationsstelle für Anerkennungsfragen (Swiss ENIC) Sennweg 2 CH-3012 Bern Tel.: +41 (0)31 306 60 33/32 Fax: +41 (0)31 302 68 11
liefert Informationen über die für die verschiedenen Arten von Entscheidungen in Anerkennungsfällen zuständigen Behörden.
Diese Informationen sind auf der Website verfügbar: http://www.szfh.ch
Das Nationale Informationszentrum der Schweiz ist die:
Schweizerische Zentralstelle für Hochschulwesen (SZfH) Informationsstelle für Anerkennungsfragen (Swiss ENIC) Sennweg 2 CH-3012 Bern Tel.: +41 (0)31 306 60 33/32 Fax: +41 (0)31 302 68 11 http://www.szfh.ch.
Aufgrund einer Reorganisation der Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten (CRUS) wurde die Schweizerische Zentralstelle für Hochschulwesen aufgelöst und ins Generalsekretariat der Konferenz integriert. Folglich lautet die Adresse der Nationalen Informationsstelle wie folgt:
Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten (CRUS) Informationsstelle für Anerkennungsfragen (Swiss ENIC) Sennweg 2 CH-3012 Bern Internet: http://www.crus.ch.
1 Der französische Originaltext findet sich unter der gleichen Nummer in der entsprechenden Ausgabe dieser Sammlung.
2 Ohne Ratifikationsvorbehalt.
3 SR 0.414.1
4 SR 0.414.11
5 SR 0.414.31
6 SR 0.414.5
7 SR 0.414.6
8 SR 0.414.32
9 Eine aktualisierte Fassung des Geltungsbereiches findet sich auf der Internetseite des EDA (http://www.eda.admin.ch/eda/de/home/topics/intla/intrea/dbstv.html).