Die Bundesbehörden
der Schweizerischen Eidgenossenschaft

0.312.5

Übersetzung1

Europäisches Übereinkommen
über die Entschädigung für Opfer von Gewalttaten

Abgeschlossen in Strassburg am 24. November 1983
Von der Bundesversammlung genehmigt am 20. Juni 19912
Schweizerische Ratifikationsurkunde hinterlegt am 7. September 1992
In Kraft getreten für die Schweiz am 1. Januar 1993

(Stand am 17. Februar 2010)

Die Mitgliedstaaten des Europarats, die dieses Übereinkommen unterzeichnen –

von der Erwägung geleitet, dass es das Ziel des Europarats ist, eine engere Verbindung zwischen seinen Mitgliedern herbeizuführen;

in der Erwägung, dass es aus Gründen der Gerechtigkeit und der sozialen Solidarität notwendig ist, sich mit der Lage der Opfer vorsätzlicher Gewalttaten, die eine Körperverletzung oder Gesundheitsschädigung erlitten haben, sowie der unterhaltsberechtigten Hinterbliebenen der infolge solcher Straftaten verstorbenen Opfer zu befassen;

in der Erwägung, dass es notwendig ist, Regelungen einzuführen oder zu entwickeln, wie diese Opfer durch den Staat zu entschädigen sind, in dessen Hoheitsgebiet solche Straftaten begangen wurden, insbesondere, wenn der Täter nicht bekannt oder mittellos ist;

in der Erwägung, dass es notwendig ist, auf diesem Gebiet Mindestvorschriften zu schaffen;

in Hinblick auf die Entschliessung (77) 27 des Ministerkomitees des Europarats über die Entschädigung für Opfer von Straftaten –

sind wie folgt übereingekommen:

Teil I Grundsätze

Art. 1

Art. 2

Art. 3

Art. 4

Art. 5

Art. 6

Art. 7

Art. 8

Art. 9

Art. 10

Art. 11

Teil II Internationale Zusammenarbeit

Art. 12

Art. 13

Teil III Schlussklauseln

Art. 14

Art. 15

Art. 16

Art. 17

Art. 18

Art. 19

Art. 20

Geltungsbereich am 17. Februar 20103

Vertragsstaaten

Ratifikation Beitritt (B)

Inkrafttreten

Albanien*

26. November

2004

  1. März

2005

Aserbaidschan

28. März

2000 B

  1. Juli

2000

Belgien

23. März

2004

  1. Juli

2004

Bosnien und Herzegowina

25. April

2005

  1. August

2005

Dänemarka

  9. Oktober

1987

  1. Februar

1988

Deutschland*

27. November

1996

  1. März

1997

Estland

26. Januar

2006

  1. Mai

2006

Finnland

15. November

1990

  1. März

1991

Frankreich*

  1. Februar

1990

  1. Juni

1990

Kroatien

  4. Juli

2008

  1. November

2008

Liechtenstein

17. Dezember

2008

  1. April

2009

Luxemburg

21. Mai

1985

  1. Februar

1988

Niederlandeb

16. Juli

1984

  1. Februar

1988

Norwegen

22. Juni

1992

  1. Oktober

1992

Österreich*

30. August

2006

  1. Dezember

2006

Portugal

13. August

2001

  1. Dezember

2001

Rumänien

15. Februar

2006

  1. Juni

2006

Schweden

30. September

1988

  1. Januar

1989

Schweiz

  7. September

1992

  1. Januar

1993

Slowakei*

12. März

2009

  1. Juli

2009

Spanien*

31. Oktober

2001

  1. Februar

2002

Tschechische Republik*

  8. September

2000

  1. Januar

2001

Vereinigtes Königreich

7. Februar

1990

1. Juni

1990

Insel Man

  1. Juni

1995

  1. Juni

1995

Zypern*

17. Januar

2001

  1. Mai

2001

*

Vorbehalte und Erklärungen (die Erklärungen aller Vertragsstaaten über die zuständigen Behörden, gemäss Art. 12, sind im oben erwähnten Geltungsbereich nicht mit * aufgeführt).

Die Vorbehalte, Erklärungen und zuständigen Behörden werden in der AS nicht veröffentlicht. Die französischen und englischen Texte können auf der Internetseite des Europarates: http://conventions.coe.int eingesehen oder bei der Direktion für Völkerrecht, Sektion Staatsverträge, 3003 Bern, bezogen werden.

a

Das Übereinkommen gilt nicht für die Färöer-Inseln und Grönland.

b

Das Übereinkommen gilt nur für das Königreich in Europa.


AS 1993 1152; BBl 1990 II 961


1 Der französische Originaltext findet sich unter der gleichen Nummer in der entsprechenden Ausgabe dieser Sammlung.
2 AS 1993 1151
3 Eine aktualisierte Fassung des Geltungsbereiches findet sich auf der Internetseite des EDA (http://www.eda.admin.ch/vertraege).


Stand am 17. Februar 2010
Für Anregungen und Mitteilungen: Kompetenzzentrum Amtliche Veröffentlichungen