Die Bundesbehörden
der Schweizerischen Eidgenossenschaft

0.235.1

Übersetzung1

Übereinkommen
zum Schutz des Menschen bei der automatischen
Verarbeitung personenbezogener Daten

Abgeschlossen in Strassburg am 28. Januar 1981

Von der Bundesversammlung genehmigt am 5. Juni 19972

Schweizerische Ratifikationsurkunde hinterlegt am 2. Oktober 1997

Für die Schweiz in Kraft getreten am 1. Februar 1998

(Stand am 25. Januar 2012)

Präambel

Die Mitgliederstaaten des Europarats, die dieses Übereinkommen unterzeichnen –

in der Erwägung, dass es das Ziel des Europarats ist, eine engere Verbindung zwischen seinen Mitgliedern herbeizuführen, die vor allem auf der Achtung des Vorranges des Rechts sowie der Menschenrechte und Grundfreiheiten beruht,

in der Erwägung, dass es angesichts des zunehmenden grenzüberschreitenden Verkehrs automatisch verarbeiteter personenbezogener Daten wünschenswert ist, den Schutz der Rechte und Grundfreiheiten jedes Menschen, vor allem das Recht auf Achtung des Persönlichkeitsbereichs, zu erweitern,

unter gleichzeitiger Bekräftigung, für eine Informationsfreiheit ohne Rücksicht auf Staatsgrenzen einzutreten,

in Anerkennung der Notwendigkeit, die grundlegenden Werte der Achtung des Persönlichkeitsbereichs und des freien Informationsaustausches zwischen den Völkern in Einklang zu bringen –

sind wie folgt übereingekommen:

Kapitel I Allgemeine Bestimmungen

Art. 1 Gegenstand und Zweck

Art. 2 Begriffsbestimmungen

Art. 3 Geltungsbereich

Kapitel II Grundsätze für den Datenschutz

Art. 4 Pflichten der Vertragsparteien

Art. 5 Qualität der Daten

Art. 6 Besondere Arten von Daten

Art. 7 Datensicherung

Art. 8 Zusätzlicher Schutz für den Betroffenen

Art. 9 Ausnahmen und Einschränkungen

Art. 10 Sanktionen und Rechtsmittel

Art. 11 Weitergehender Schutz

Kapitel III Grenzüberschreitender Datenverkehr

Art. 12 Grenzüberschreitender Verkehr personenbezogener Daten und innerstaatliches Recht

Kapitel IV Gegenseitige Hilfeleistung

Art. 13 Zusammenarbeit zwischen den Vertragsparteien

Art. 14 Unterstützung von Betroffenen, die im Ausland wohnen

Art. 15 Sicherheiten bei Hilfeleistung durch bezeichnete Behörden

Art. 16 Ablehnung von Ersuchen und Anträgen

Art. 17 Kosten und Verfahren

Kapitel V Beratender Ausschuss

Art. 18 Zusammensetzung des Ausschusses

Art. 19 Aufgaben des Ausschusses

Art. 20 Verfahren

Kapitel VI Änderungen

Art. 21 Änderungen

Kapitel VII Schlussklauseln

Art. 22 Inkrafttreten

Art. 23 Beitritt von Nichtmitgliedstaaten

Art. 24 Räumlicher Geltungsbereich

Art. 25 Vorbehalte

Art. 26 Kündigung

Art. 27 Notifikationen Geltungsbereich am 25. Januar 2012 Erklärungen

Geltungsbereich am 25. Januar 20123

Vertragsstaaten

Ratifikation

Inkrafttreten

Albanien*

14. Februar

2005

  1. Juni

2005

Andorra*

  6. Mai

2008

  1. September

2008

Aserbaidschan*

  3. Mai

2010

  1. September

2010

Belgien*

28. Mai

1993

  1. September

1993

Bosnien und Herzegowina

31. März

2006

  1. Juli

2006

Bulgarien

18. September

2002

  1. Januar

2003

Dänemark* a

23. Oktober

1989

  1. Februar

1990

Deutschland*

19. Juni

1985

  1. Oktober

1985

Estland*

14. November

2001

1. März

2002

Finnland*

  2. Dezember

1991

  1. April

1992

Frankreich*

24. März

1983

  1. Oktober

1985

Georgien

14. Dezember

2005

  1. April

2006

Griechenland

11. August

1995

  1. Dezember

1995

Irland*

25. April

1990

  1. August

1990

Island*

25. März

1991

  1. Juli

1991

Italien*

29. März

1997

  1. Juli

1997

Kroatien*

21. Juni

2005

  1. Oktober

2005

Lettland*

30. Mai

2001

  1. September

2001

Liechtenstein*

11. Mai

2004

  1. September

2004

Litauen*

  1. Juni

2001

  1. Oktober

2001

Luxemburg*

10. Februar

1988

  1. Juni

1988

Malta*

28. Februar

2003

  1. Juni

2003

Mazedonien*

24. März

2006

  1. Juli

2006

Moldau*

28. Februar

2008

  1. Juni

2008

Monaco*

24. Dezember

2008

  1. April

2009

Montenegro*

  6. Juni

2006 N

  6. Juni

2006

Niederlande* b

24. August

1993

  1. Dezember

1993

    Karibische Gebiete (Bonaire,     Sint Eustatius und Saba)

10. Oktober

2010

10. Oktober

2010

Norwegen*

20. Februar

1984

  1. Oktober

1985

Österreich*

30. März

1988

  1. Juli

1988

Polen

23. Mai

2002

  1. September

2002

Portugal*

  2. September

1993

  1. Januar

1994

Rumänien*

27. Februar

2002

  1. Juni

2002

Schweden*

29. September

1982

  1. Oktober

1985

Schweiz*

  2. Oktober

1997

  1. Februar

1998

Serbien*

  6. September

2005

  1. Januar

2006

Slowakei*

13. September

2000

  1. Januar

2001

Slowenien*

27. Mai

1994

  1. September

1994

Spanien*

31. Januar

1984

  1. Oktober

1985

Tschechische Republik*

  9. Juli

2001

  1. November

2001

Ukraine

30. September

2011

  1. Januar

2011

Ungarn*

  8. Oktober

1997

  1. Februar

1998

Vereinigtes Königreich*

26. August

1987

  1. Dezember

1987

    Guernsey

26. August

1987

  1. Dezember

1987

    Insel Man*

21. Januar

1993

  1. Mai

1993

    Jersey

26. August

1987

  1. Dezember

1987

Zypern*

21. Februar

2002

  1. Juni

2002

*

Vorbehalte und Erklärungen.

Die Vorbehalte und Erklärungen werden in der AS nicht veröffentlicht, mit Ausnahme jener der Schweiz. Die französischen und englischen Texte können auf der Internetseite des Europarates: http://conventions.coe.int eingesehen oder bei der Direktion für Völkerrecht, Sektion Staatsverträge, 3003 Bern, bezogen werden.

a

Das Übereink. findet keine Anwendung auf die Färöer und Grönland.

b

Für das Königreich in Europa.


Erklärungen

Schweiz4

A.
Die Schweiz gibt gemäss Artikel 3 des Übereinkommens die nachstehende Erklärung ab:
1.
Das Übereinkommen findet auch Anwendung auf Personendaten von juristischen Personen und auf Sammlungen von Personendaten, die nicht automatisiert bearbeitet werden;
2.
Das Übereinkommen findet keine Anwendung auf:
a.
Datensammlungen, die von den eidgenössischen Räten und den kantonalen Parlamenten im Rahmen ihrer Beratungen angelegt und benutzt werden,
b.
Datensammlungen des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz,
c.
Sammlungen von Personendaten, die eine natürliche Person ausschliesslich zum persönlichen Gebrauch bearbeitet und deren Daten sie nicht an Aussenstehende bekannt gibt.
B.
Der «Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte»5 ist die für die Hilfeleistung bei der Durchführung des Übereinkommens zuständige Behörde.

 AS 2002 2847; BBl 1997 I 717


1 Der Originaltext findet sich unter der gleichen Nummer in der französischen Ausgabe dieser Sammlung.
2 AS 2002 2845
3 AS 2002 2858, 2004 4133, 2006 2115, 2009 3193 und 2012 617. Eine aktualisierte Fassung des Geltungsbereiches findet sich auf der Internetseite des EDA (www.eda.admin.ch/vertraege).
4 Art. 2 des BB vom 5. Juni 1997 (AS 2002 2845)
5 Die Bezeichnung der Verwaltungseinheit wurde in Anwendung von Art. 16 Abs. 3 der Publikationsverordnung vom 17. Nov. 2004 (SR 170.512.1) angepasst.


Stand am 25. Januar 2012
Für Anregungen und Mitteilungen: Kompetenzzentrum Amtliche Veröffentlichungen