Die Bundesbehörden
der Schweizerischen Eidgenossenschaft

0.231.0

Übersetzung1

Welturheberrechts-Abkommen2

Abgeschlossen in Genf am 6. September 1952
Von der Bundesversammlung genehmigt am 22. Juni 19553
Schweizerische Ratifikationsurkunde hinterlegt am 30. Dezember 1955

In Kraft getreten für die Schweiz am 30. März 1956

(Stand am 15. April 2010)

Die vertragschliessenden Staaten,

vom Wunsche beseelt, den Schutz des Urheberrechts an Werken der Literatur, der Wissenschaft und der Kunst in allen Ländern zu gewährleisten,

überzeugt, dass eine Regelung des Schutzes des Urheberrechts, die, allen Nationen angemessen, in einem Weltabkommen niedergelegt ist und die bisher in Kraft befindlichen zwischenstaatlichen Ordnungen ergänzt, ohne ihnen Abbruch zu tun, zur Sicherung der Achtung vor den Menschenrechten und zur Förderung der Entwicklung der Literatur, der Wissenschaft und der Kunst beitragen wird,

in der Gewissheit, dass eine solche für die ganze Welt bestimmte Regelung des Schutzes der Urheberrechte die Verbreitung der Geisteswerke erleichtern und zu einer besseren Verständigung unter den Nationen beitragen wird,

haben das Folgende beschlossen:

Art. I

Art. II

Art. III

Art. IV

Art. V

Art. VI

Art. VII

Art. VIII

Art. IX

Art. X

Art. XI

Art. XII

Art. XIII

Art. XIV

Art. XV

Art. XVI

Art. XVII

Art. XVIII

Art. XIX

Art. XX

Art. XXI

Zusatzerklärung zu Artikel XVII

Die Mitgliedstaaten des Internationalen Verbandes zum Schutze von Werken der Literatur und der Kunst, die das Welturheberrechtsabkommen unterzeichnen, haben in dem Wunsche, ihre gegenseitigen Beziehungen auf der Grundlage des genannten Verbandes enger zu gestalten und jeden Konflikt zu vermeiden, der sich aus dem Nebeneinanderbestehen der Berner Übereinkunft4 und des Weltabkommens ergeben könnte,

in allseitiger Übereinstimmung folgende Erklärung angenommen:

a.
Die Werke, die nach der Berner Übereinkunft als Ursprungsland ein Land haben, das nach dem 1. Januar 1951 aus dem durch die genannte Übereinkunft geschaffenen Verband ausgeschieden ist, werden durch das Welturheberrechtsabkommen in den Ländern des Berner Verbandes nicht geschützt.
b.
Das Welturheberrechtsabkommen ist in den Beziehungen zwischen den Ländern des Berner Verbandes auf den Schutz der Werke nicht anwendbar, die nach der Berner Übereinkunft als Ursprungsland ein Land des durch die genannte Übereinkunft geschaffenen Internationalen Verbandes haben.

Entschliessung zu Artikel XI

Die Staatenkonferenz des Urheberrechtes hat die Fragen erwogen, die sich auf den in Artikel XI des Abkommens vorgesehenen Ausschuss von Regierungsvertretern beziehen; sie

fasst folgende Entschliessung:

1.  Die ersten Mitglieder des Ausschusses sind die Vertreter folgender zwölf Staaten, derart, dass jeder dieser Staaten einen Vertreter und einen Stellvertreter bestellt: Argentinien, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Indien, Italien, Japan, Mexiko, Schweiz, Spanien, Vereinigte Staaten von Nordamerika.

2.  Der Ausschuss wird gebildet, sobald das Abkommen gemäss Artikel XI in Kraft tritt.

3.  Der Ausschuss wählt einen Präsidenten und einen Vizepräsidenten. Er gibt sich seine Geschäftsordnung, welche die Anwendung der nachstehenden Regeln gewährleisten muss:

a.
Die gewöhnliche Dauer des Mandats der Vertreter beträgt sechs Jahre mit Auswechslung eines Drittels nach je zwei Jahren;
b.
vor dem Erlöschen des Mandats eines jeden Mitglieds entscheidet der Ausschuss darüber, welche Staaten nicht mehr in ihm vertreten sein sollen und welche Staaten aufgefordert werden, Vertreter zu bestellen. In erster Linie scheiden die Vertreter der Staaten aus, die das Abkommen nicht ratifiziert oder angenommen haben oder ihm nicht beigetreten sind;
c.
die verschiedenen Teile der Welt sollen in angemessener Weise vertreten sein;

und bringt den Wunsch zum Ausdruck,

die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur möge die Sorge für das Sekretariat des Ausschusses übernehmen.

Zu Urkund dessen haben die Unterzeichneten nach Hinterlegung ihrer Vollmachten dieses Abkommen unterzeichnet.

Geschehen zu Genf, am 6. September neunzehnhundertzweiundfünfzig, in einer einzigen Ausfertigung.

(Es folgen die Unterschriften)

Zusatzprotokoll 1 betreffend die Anwendung dieses Abkommens auf Werke von Staatenlosen und Flüchtlingen

Die Mitgliedstaaten des Welturheberrechtsabkommens (im folgenden Abkommen genannt), die diesem Protokoll beitreten,

haben die folgenden Bestimmungen vereinbart:

1.  Staatenlose und Flüchtlinge, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt in einem vertragschliessenden Staat haben, werden für die Anwendung des Abkommens den Angehörigen dieses Staates gleichgestellt.

2.
a. Dieses Protokoll soll unterzeichnet und von den Unterzeichnerstaaten ratifiziert oder angenommen werden, auch steht der Beitritt gemäss den Bestimmungen des Artikels VIII des Abkommens offen.
b.
Dieses Protokoll tritt für jeden Staat mit der Hinterlegung der diesbezüglichen Ratifikations-, Annahme- oder Beitrittsurkunde in Kraft, sofern dieser Staat bereits Mitglied des Abkommens ist.

Zu Urkund dessen haben die Unterzeichneten, die hierzu gehörig bevollmächtigt sind, dieses Protokoll unterzeichnet.

Geschehen zu Genf, am 6. September 1952, in englischer, französischer und spanischer Sprache, die in gleicher Weise massgebend sind, in einer einzigen Ausfertigung, die beim Generaldirektor der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur hinterlegt wird. Der Generaldirektor wird beglaubigte Abschriften den Unterzeichnerstaaten, dem Schweizerischen Bundesrat sowie zum Zwecke der Registrierung dem Generalsekretär der vereinten Nationen übermitteln.

(Es folgen die Unterschriften)

Zusatzprotokoll 2 betreffend die Anwendung dieses Abkommens auf Werke bestimmter internationaler Organisationen

Die Mitgliedstaaten des Welturheberrechtsabkommens (im folgenden Abkommen genannt), die diesem Protokoll beitreten,

haben die folgenden Bestimmungen vereinbart:

1.
a. Der in Ziffer 1 des Artikels II des Abkommens vorgesehene Schutz findet auf die Werke Anwendung, die zuerst durch die Organisation der Vereinten Nationen, die ihnen angeschlossenen Sondereinrichtungen oder durch die Organisation der Amerikanischen Staaten veröffentlicht wurden.
b.
Auch der in Ziffer 2 des Artikels II des Abkommens vorgesehene Schutz findet auf die genannten Organisationen oder Einrichtungen Anwendung.
2.
a. Dieses Protokoll soll unterzeichnet und von den Unterzeichnerstaaten ratifiziert oder angenommen werden, auch steht der Beitritt gemäss den Bestimmungen des Artikels VIII des Abkommens offen.
b.
Dieses Protokoll tritt für jeden Staat mit der Hinterlegung der diesbezüglichen Ratifikations-, Annahme- oder Beitrittsurkunde in Kraft, sofern dieser Staat bereits Mitglied des Abkommens ist.

Zu Urkund dessen haben die Unterzeichneten, die hierzu gehörig bevollmächtigt sind, dieses Protokoll unterzeichnet.

Geschehen zu Genf, am 6. September 1952, in englischer, französischer und spanischer Sprache, die in gleicher Weise massgebend sind, in einer einzigen Ausfertigung, die beim Generaldirektor der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur hinterlegt wird. Der Generaldirektor wird beglaubigte Abschriften den Unterzeichnerstaaten, dem Schweizerischen Bundesrat sowie zum Zwecke der Registrierung dem Generalsekretär der Vereinten Nationen übermitteln.

(Es folgen die Unterschriften)


Geltungsbereich des Abkommens am 15. April 20105

Vertragsstaaten

Ratifikation Beitritt (B) Nachfolgeerklärung (N)

Inkrafttreten

Albanien

  4. November

2003

  4. Februar

2004

Algerien

28. Mai

1973 B

28. August

1973

Andorraa

22. Januar

1953

16. September

1955

Argentinienb

13. November

1957

13. Februar

1958

Aserbaidschan

  7. April

1997 N

21. Dezember

1991

Australiena

  1. Februar

1969

  1. Mai

1969

Bahamas

13. Juli

1976 N

10. Juli

1973

Bangladeschc

  5. Mai

1975 B

  5. August

1975

Barbados

18. März

1983 B

18. Juni

1983

Belarus

29. März

1994 N

21. Dezember

1991

Belgiena

31. Mai

1960

31. August

1960

Belize

  1. Dezember

1982 N

21. September

1981

Boliviena

22. Dezember

1989 B

22. März

1990

Bosnien und Herzegowinaa

12. Juli

1993 N

  6. März

1992

Brasiliena

13. Oktober

1959

13. Januar

1960

Bulgarien

  7. März

1975 B

  7. Juni

1975

Chiled

18. Januar

1955

16. September

1955

China

30. Juli

1992 B

30. Oktober

1992

Hongkong

  9. Juni

1997

  1. Juli

1997

Costa Ricaa

  7. Dezember

1954 B

16. September

1955

Dänemarka

  9. November

1961

  9. Februar

1962

Deutschlanda

  3. Juni

1955

16. September

1955

Dominikanische Republik

  8. Februar

1983 B

  8. Mai

1983

Ecuadorb

  5. März

1957 B

  5. Juni

1957

El Salvadorc

29. Dezember

1978 B

29. März

1979

Fidschi

13. Dezember

1971 N

10. Oktober

1970

Finnlanda

16. Januar

1963

16. April

1963

Frankreicha

14. Oktober

1955

14. Januar

1956

Französisch Guyana

16. November

1955 B

14. Januar

1956

Guadeloupe

16. November

1955 B

14. Januar

1956

Martinique

16. November

1955 B

14. Januar

1956

Réunion

16. November

1955 B

14. Januar

1956

Ghanaa

22. Mai

1962 B

22. August

1962

Griechenlanda

24. Mai

1963 B

24. August

1963

Guatemalaa

28. Juli

1964

28. Oktober

1964

Guineac

13. August

1981 B

13. November

1981

Haitia

  1. September

1954

16. September

1955

Heiliger Stuhla

  5. Juli

1955

  5. Oktober

1955

Indiena

21. Oktober

1957

21. Januar

1958

Irlanda

20. Oktober

1958

20. Januar

1959

Island

18. September

1956 B

18. Dezember

1956

Israela

  6. April

1955

16. September

1955

Italiena

24. Oktober

1956

24. Januar

1957

Japana

28. Januar

1956

28. April

1956

Kambodschaa

  3. August

1953 B

16. September

1955

Kamerun

  1. Februar

1973 B

  1. Mai

1973

Kanadae

10. Mai

1962

10. August

1962

Kasachstan

  6. August

1992 N

21. Dezember

1991

Keniaa

  7. Juni

1966 B

  7. September

1966

Kolumbien

18. März

1976 B

18. Juni

1976

Korea (Süd-)c

  1. Juli

1987 B

  1. Oktober

1987

Kroatien

  6. Juli

1992 N

  8. Oktober

1991

Kubab

18. März

1957

18. Juni

1957

Laosa

19. August

1954 B

16. September

1955

Libanona

17. Juli

1959 B

17. Oktober

1959

Liberiab

27. April

1956

27. Juli

1956

Liechtensteinb

22. Oktober

1958 B

22. Januar

1959

Luxemburga

15. Juli

1955

15. Oktober

1955

Malawi

26. Juli

1965 B

26. Oktober

1965

Malta

19. August

1968 B

19. November

1968

Marokkoa

  8. Februar

1972 B

  8. Mai

1972

Mauritiusa

20. August

1970 N

12. März

1968

Mazedoniena

30. April

1997 N

17. November

1991

Mexikod

12. Februar

1957

12. Mai

1957

Moldova

23. Juni

1997 N

21. Dezember

1991

Monacob

16. Juni

1955

16. September

1955

Montenegroa

26. April

2007 N

  3. Juni

2006

Neuseelanda

11. Juni

1964 B

11. September

1964

Cook-Inseln

11. Juni

1964 B

11. September

1964

Niue

11. Juni

1964 N

11. September

1964

Tokelau

11. Juni

1964 B

11. September

1964

Nicaraguaa

16. Mai

1961

16. August

1961

Niederlandea

22. März

1967

22. Juni

1967

Nigerc

15. Februar

1989 B

15. Mai

1989

Nigeria

14. November

1961 B

14. Februar

1962

Norwegena

23. Oktober

1962

23. Januar

1963

Österreicha

  2. April

1957

  2. Juli

1957

Pakistana

28. April

1954 B

16. September

1955

Panamaa

17. Juli

1962 B

17. Oktober

1962

Paraguaya

11. Dezember

1961 B

11. März

1962

Peruc

16. Juli

1963

16. Oktober

1963

Polenc

  9. Dezember

1976 B

  9. März

1977

Portugala

25. September

1956

25. Dezember

1956

Ruandaa

10. August

1989 B

10. November

1989

Russland

27. Februar

1973 B

27. Mai

1973

Sambia

  1. März

1965 B

  1. Juni

1965

Saudi-Arabien

13. April

1994 B

13. Juli

1994

Schwedena

  1. April

1961

  1. Juli

1961

Schweizb

30. Dezember

1955

30. März

1956

Senegalc

  9. April

1974 B

  9. Juli

1974

Serbiena

11. September

2001 N

27. April

1992

Slowakeif

31. März

1993 N

  1. Januar

1993

Sloweniena

  5. November

1992 N

25. Juni

1991

Spaniend

27. Oktober

1954

16. September

1955

Sri Lankaa

25. Oktober

1983 B

25. Januar

1984

St. Vincent und die Grenadinenc

22. Januar

1985 N

27. Oktober

1979

Tadschikistan

28. August

1992 N

21. Dezember

1991

Togo

28. Februar

2003 B

28. Mai

2003

Trinidad und Tobago

19. Mai

1988 B

19. August

1988

Tschechische Republikf

26. März

1993 N

  1. Januar

1993

Tunesiena

19. März

1969 B

19. Juni

1969

Ukraine

17. Januar

1994 N

21. Dezember

1991

Ungarnd

23. Oktober

1970 B

23. Januar

1971

Uruguaya

12. Januar

1993

12. April

1993

Venezuelaa

30. Juni

1966 B

30. September

1966

Vereinigte Staatena

  6. Dezember

1954

16. September

1955

Amerikanische Jungferninseln

  6. Dezember

1954 B

16. September

1955

Guam

17. Mai

1957 B

17. August

1957

Kanalzone von Panama

16. Dezember

1954 B

16. September

1955

Puerto Rico

  6. Dezember

1954 B

16. September

1955

Vereinigtes Königreicha

27. Juni

1957

27. September

1957

Bermudas

  1. Dezember

1961 B

  1. März

1962

Britische Jungferninseln

26. April

1963 B

26. Juli

1963

Falklandinseln

26. April

1963 B

26. Juli

1963

Gibraltar

  1. Dezember

1961 B

  1. März

1962

Insel Man

  1. Dezember

1961 B

  1. März

1962

Kaimaninseln

11. März

1966 B

11. Juni

1966

Montserrat

  6. Oktober

1964 B

  6. Januar

1965

St. Helena

29. Oktober

1963 B

29. Januar

1964

Zypernc

19. September

1990 B

19. Dezember

1990

a

Staaten, die die Zusatzprot. 1, 2 und 3 angenommen haben.

b

Staaten, die die Zusatzprot. 1 und 2 angenommen haben.

c

Staaten, die das Zusatzprot. 1 angenommen haben.

d

Staaten, die das Zusatzprot. 2 angenommen haben.

e

Staaten, die das Zusatzprot. 3 angenommen haben.

f

Staaten, die die Zusatzprot. 2 und 3 angenommen haben.


AS 1956 102; BBl 1954 II 565


1 Der Originaltext findet sich unter der gleichen Nummer in der französischen Ausgabe dieser Sammlung.
2 Dieses Abk. ist für die Schweiz nur noch anwendbar in den Beziehungen mit den Staaten, die dem Welturheberrechts-Abkommen, revidiert am 24. Juli 1971 in Paris (SR 0.231.01 Art. IX Ziff. 4), nicht beigetreten sind.
3 AS 1956 101
4 SR 0.231.12/.15
5 Eine aktualisierte Fassung des Geltungsbereiches findet sich auf der Internetseite des EDA (http://www.eda.admin.ch/vertraege).


Stand am 15. April 2010
Für Anregungen und Mitteilungen: Kompetenzzentrum Amtliche Veröffentlichungen