Die Bundesbehörden
der Schweizerischen Eidgenossenschaft

Anhang

Paragraph 1

1.  Der in Artikel 28 dieses Übereinkommens erwähnte Reiseausweis hat anzugeben, dass der Inhaber staatenlos im Sinne des Übereinkommens vom 28. September 1954 ist.

2.  Der Ausweis ist mindestens in zwei Sprachen abzufassen, von denen eine die englische oder die französische Sprache ist.

3.  Die vertragschliessenden Staaten prüfen die Möglichkeit, einen Reiseausweis gemäss beigefügtem Muster einzuführen.

Paragraph 2

Vorbehältlich der Vorschriften des Ausstellerlandes können Kinder im Ausweis eines Elternteils oder ausnahmsweise eines anderen Erwachsenen aufgeführt werden.

Paragraph 3

Die für die Ausstellung des Ausweises erhobenen Gebühren dürfen den niedrigsten Ansatz, der für heimatliche Pässe gilt, nicht übersteigen.

Paragraph 4

Ausser in besondern oder aussergewöhnlichen Fällen ist der Ausweis für möglichst viele Länder auszustellen.

Paragraph 5

Die Gültigkeitsdauer des Ausweises beträgt mindestens drei Monate und höchstens zwei Jahre.

Paragraph 6

1.  Die Erneuerung oder Verlängerung des Reiseausweises ist Sache der ausstellenden Behörde, solange der Inhaber sich nicht in einem andern Gebiet niedergelassen hat und sich rechtmässig auf dem Gebiet dieser Behörde aufhält. Zur Ausstellung eines neuen Ausweises ist unter der gleichen Bedingung die Behörde zuständig, die den frühern Ausweis abgegeben hat.

2.  Diplomatische und konsularische Vertretungen können ermächtigt werden, die Gültigkeitsdauer der von ihrer Regierung ausgestellten Ausweise um höchstens sechs Monate zu verlängern.

3.  Die vertragschliessenden Staaten prüfen wohlwollend, ob Staatenlosen, die sich nicht mehr rechtmässig auf ihrem Gebiet aufhalten und die vom Land

ihres rechtmässigen Aufenthalts keinen Reiseausweis erhalten können, ein solcher ausgestellt, erneuert oder verlängert werden kann.

Paragraph 7

Die vertragschliessenden Staaten anerkennen die gemäss Artikel 28 dieses Übereinkommens abgegebenen Ausweise.

Paragraph 8

Die zuständigen Behörden des Landes, in das der Staatenlose reisen will, tragen, wenn sie bereit sind, ihn aufzunehmen, in seinen Reiseausweis ein Visum ein, sofern dies notwendig ist.

Paragraph 9

1.  Die vertragschliessenden Staaten verpflichten sich, Staatenlosen, die das Einreisevisum des endgültigen Bestimmungsgebietes erhalten haben, Transitvisa zu erteilen.

2.  Die Erteilung dieses Visums kann aus Gründen verweigert werden, die auch gegenüber jedem andern Ausländer die Verweigerung des Visums rechtfertigen würden.

Paragraph 10

Die Gebühren für die Erteilung von Aus—, Ein— oder Durchreisevisa dürfen den für Visa in ausländischen Pässen vorgesehenen niedrigsten Ansatz nicht übersteigen.

Paragraph 11

Wenn ein Staatenloser sich rechtmässig auf dem Gebiet eines andern vertragschliessenden Staates niederlässt, ist es Sache der zuständigen Behörden dieses Gebietes, ihm gemäss Artikel 28 einen neuen Reiseausweis abzugeben; der Staatenlose kann sie darum ersuchen.

Paragraph 12

Die Behörde, die einen neuen Ausweis abgibt, hat den früheren einzuziehen und dem Ausstellungsland zurückzusenden, falls dies im Ausweis vorgesehen ist; ist dies nicht der Fall, zieht sie ihn ein und annulliert ihn.

Paragraph 13

1.  Ein nach Artikel 28 des Übereinkommens ausgestellter Reiseausweis berechtigt den Inhaber, vorbehältlich eines anders lautenden Vermerks, jederzeit während der Gültigkeitsdauer des Ausweises in das Gebiet des ausstellenden Staates zurückzukehren. Die Frist zur Rückkehr darf aber nicht weniger als drei Monate betragen, ausser wenn das Land, in welches der Staatenlose reisen will, keine Rückkehrgarantie im Reiseausweis verlangt.

2.  Unter Vorbehalt von Absatz 1 kann jeder vertragschliessende Staat verlangen, dass sich der Inhaber des Ausweises allen Formalitäten unterwirft, die in Bezug auf Ausreise oder Rückkehr in das Land vorgeschrieben werden können.

Paragraph 14

Die Bestimmungen dieses Anhanges, mit Ausnahme von Paragraph 13, berühren in keiner Weise die Gesetze und Verordnungen, die auf dem Gebiete der vertragschliessenden Staaten die Bedingungen für die Zulassung, die Durchreise, den Aufenthalt, die Niederlassung und die Ausreise regeln.

Paragraph 15

Weder die Abgabe des Ausweises noch die eingetragenen Vermerke bestimmen oder berühren den Status des Inhabers, insbesondere was die Staatsangehörigkeit anbelangt.

Paragraph 16

Die Ausstellung des Ausweises gibt dem Inhaber keinen Anspruch auf diplomatischen oder konsularischen Schutz des Staates, der den Ausweis abgegeben hat, und überträgt nicht ipso facto dessen Vertretern Schutzbefugnisse.

Muster—Reiseausweis

Es wird empfohlen, den Ausweis in Form eines Heftes (15 x 10 cm) auszustellen und ihn so zu drucken, dass jede mit chemischen oder anderen Mitteln vorgenommene Radierung oder Änderung leicht festgestellt werden kann und dass die Worte «Übereinkommen vom 28. September 1954» auf jeder Seite in der Sprache des ausstellenden Landes fortlaufend wiederholt werden.

Umschlag des Heftes

Reiseausweis

(Übereinkommen vom 28. September 1954)

Nr. ......................

(1)

Reiseausweis

(Übereinkommen vom 28. September 1954)

Dieser Ausweis wird am .................. ungültig, sofern er nicht verlängert wird.

Name

Vorname(n)

Begleitet von ........ Kind (Kindern).

1.
Dieser Ausweis wird dem Inhaber lediglich als Reiseausweis an Stelle eines nationalen Passes abgegeben. Er greift der Frage der Staatsangehörigkeit des Inhabers nicht vor und hat auf diese keinen Einfluss.
2.
Der Inhaber ist berechtigt, bis zum ................... , wenn nachstehend kein späteres Datum angegeben ist, nach ................. zurückzukehren. (Hier ist das Land anzugeben, dessen Behörden den Ausweis ausstellen. Der Zeitraum, während dessen es dem Inhaber erlaubt ist, zurückzukehren, darf nicht weniger als drei Monate betragen, ausser wenn das Land, in welches der Inhaber reisen will, keine Rückkehrgarantie im Ausweis verlangt.
3.
Lässt sich der Inhaber in einem anderen Lande nieder als dem, in dem der Ausweis ausgestellt wurde, so hat er, falls er sich wiederum ins Ausland begeben will, bei den zuständigen Behörden seines Aufenthaltslandes um einen neuen Ausweis nachzusuchen. (Der frühere Ausweis ist von der Behörde, die den neuen Ausweis ausstellt, einzuziehen und an die Behörde, die ihn ausgestellt hat, zurückzuschicken.1

(Dieser Ausweis enthält ohne Umschlag 32 Seiten.)

(2)

Geburtsort und -datum:

Beruf:

Gegenwärtiger Wohnort:

Mädchenname und Vorname(n) der Ehefrau1:

Name und Vorname(n) des Ehemannes1:

1

Nichtzutreffendes streichen

Personenbeschreibung

Grösse:

Haare:

Farbe der Augen:

Nase:

Gesichtsform:

Hautfarbe:

Besondere Kennzeichen:

Den Inhaber begleitende Kinder

Name

Vorname(n)

Geburtsort und -datum

Geschlecht

(Dieser Ausweis enthält ohne Umschlag 32 Seiten.)

(3)

Lichtbild des Inhabers und Stempel der den Ausweis ausstellenden Behörde. Fingerabdrücke des Inhabers (wenn erforderlich).

Unterschrift des Inhabers

(Dieser Ausweis enthält ohne Umschlag 32 Seiten.)

(4)

1.  Dieser Ausweis ist für folgende Länder gültig:

2.  Dieser Ausweis wird auf Grund folgender Unterlage(n) ausgestellt:

Ausgestellt in:

Datum:

Unterschrift und Stempel der den Ausweis ausstellenden Behörde:

Erhobene Gebühr:

(Dieser Ausweis enthält ohne Umschlag 32 Seiten.)

(5/6)

Verlängerung der Gültigkeitsdauer

Erhobene Gebühr:

Vom

bis

Fait à:

Datum:

Unterschrift und Stempel der die Gültigkeit des Ausweises verlängernden Behörde:

Verlängerung der Gültigkeitsdauer

Erhobene Gebühr:

Vom

bis

Ausgestellt in:

Datum:

Unterschrift und Stempel der die Gültigkeit des Ausweises verlängernden Behörde:

(Dieser Ausweis enthält ohne Umschlag 32 Seiten.)

(7–32)

Visa

Der Name des Ausweisinhabers ist in jedem Visum zu wiederholen.

(Dieser Ausweis enthält ohne Umschlag 32 Seiten.)

Geltungsbereich am 16. März 20122

Vertragsstaaten

Ratifikation Beitritt (B) Nachfolgeerklärung (N)

Inkrafttreten

Albanien

23. Juni

2003 B

22. September

2003

Algerien

15. Juli

1964 B

13. Oktober

1964

Antigua und Barbuda*

25. Oktober

1988 N

  1. November

1981

Argentinien*

  1. Juni

1972 B

30. August

1972

Armenien

18. Mai

1994 B

16. August

1994

Aserbaidschan

16. August

1996 B

14. November

1996

Australien

13. Dezember

1973 B

13. März

1974

Barbados*

  6. März

1972

30. November

1960

Belgien

27. Mai

1960

25. August

1960

Belize

14. September

2006 B

13. Dezember

2006

Benin

  8. Dezember

2011 B

  7. März

2012

Bolivien

  6. Oktober

1983 B

  4. Januar

1984

Bosnien und Herzegowina

  1. September

1993 N

  6. März

1992

Botsuana*

25. Februar

1969

30. September

1966

Brasilien

13. August

1996

11. November

1996

China

    Hongkonga

10. Juni

1997

  1. Juli

1997

Costa Rica

  2. November

1977

31. Januar

1978

Dänemark*

17. Januar

1956

16. April

1956

Deutschland*

  2. August

1976

24. Januar

1977

Ecuador

  2. Oktober

1970

31. Dezember

1970

Fidschi*

12. Juni

1972

10. Oktober

1970

Finnland*

10. Oktober

1968 B

  8. Januar

1969

Frankreich*

  8. März

1960

  6. Juni

1960

Georgien

23. Dezember

2011 B

22. März

2012

Griechenland

  4. November

1975 B

  2. Februar

1976

Guatemala*

28. November

2000

26. Februar

2001

Guinea

21. März

1962 B

19. Juni

1962

Irland*

17. Dezember

1962 B

17. März

1963

Israel

23. Dezember

1958

23. März

1959

Italien*

  3. Dezember

1962

  3. März

1963

Kiribati*

29. November

1983 N

12. Juli

1979

Korea (Süd-)

22. August

1962 B

20. November

1962

Kroatien

12. Oktober

1992 N

  8. Oktober

1991

Lesotho*

  4. November

1974

  4. Oktober

1966

Lettland*

  5. November

1999 B

  3. Februar

2000

Liberia

11. September

1964 B

10. Dezember

1964

Libyen

16. Mai

1989 B

14. August

1989

Liechtenstein

25. September

2009

24. Dezember

2009

Litauen

  7. Februar

2000 B

  7. Mai

2000

Luxemburg

27. Juni

1960

25. September

1960

Malawi

7. Oktober

2011 B

5. Januar

2011

Mazedonien

18. Januar

1994 N

17. November

1991

Mexiko*

  7. Juni

2000 B

  5. September

2000

Montenegro

23. Oktober

2006 N

  3. Juni

2006

Niederlande*

12. April

1962

11. Juli

1962

Nigeria

20. September

2011 B

19. Dezember

2011

Norwegen

19. November

1956

17. Februar

1957

Österreich*

  8. Februar

2008 B

  8. Mai

2008

Panama

2. Juni

2011 B

31. August

2011

Philippinen

22. September

2011

21. Dezember

2011

Ruanda

  4. Oktober

2006 B

  2. Januar

2007

Rumänien*

27. Januar

2006 B

27. April

2006

Sambia*

  1. November

1974

24. Oktober

1964

Schweden*

  2. April

1965

  1. Juli

1965

Schweiz

  3. Juli

1972

  1. Oktober

1972

Senegal

21. September

2005 B

20. Dezember

2005

Serbien

12. März

2001 N

27. April

1992

Simbabwe

  1. Dezember

1998 N

18. April

1980

Slowakei*

  3. April

2000 B

  2. Juli

2000

Slowenien

  6. Juli

1992 N

25. Juni

1991

Spanien*

12. Mai

1997 B

10. August

1997

St. Vincent und die Grenadinen*

27. April

1999 N

27. Oktober

1979

Swasiland

16. November

1999 B

14. Februar

2000

Trinidad und Tobago

11. April

1966

31. August

1962

Tschad

12. August

1999 B

10. November

1999

Tschechische Republik*

19. Juli

2004 B

17. Oktober

2004

Tunesien

29. Juli

1969 B

27. Oktober

1969

Turkmenistan

  7. Dezember

2011 B

  6. März

2012

Uganda

15. April

1965 B

14. Juli

1965

Ungarn*

21. November

2001 B

19. Februar

2002

Uruguay

  2. April

2004 B

  1. Juli

2004

Vereinigtes Königreich*

16. April

1959

15. Juli

1959

*

Vorbehalte und Erklärungen.

Die Vorbehalte und Erklärungen werden in der AS nicht veröffentlicht. Die französi-schen und englischen Texte können auf der Internetseite der Vereinten Nationen: http://treaties.un.org/ eingesehen oder bei der Direktion für Völkerrecht, Sektion Staatsverträge, 3003 Bern bezogen werden.

a

Vom 19. März 1963 bis zum 30. Juni 1997 war das Übereinkommen auf Grund einer Ausdehnungserklärung des Vereinigten Königreichs in Hongkong anwendbar. Seit dem 1. Juli 1997 bildet Hongkong eine Besondere Verwaltungsregion (SAR) der Volksrepublik China. Auf Grund der chinesischen Erklärung vom 10. Juni 1997 ist das Übereinkommen seit dem 1. Juli 1997 auch in der SAR Hongkong anwendbar.


1 Dieser in Klammern gesetzte Satz kann von Regierungen, die dies wünschen, eingesetzt werden.
2 AS 1972 2341, 1975 1742, 1976 2856, 1982 2072, 1984 976, 1990 322, 1993 2266, 2004 3219, 2006 4391, 2009 3181, 2011 3289 und 2012 1551. Eine aktualisierte Fassung des Geltungsbereiches findet sich auf der Internetseite des EDA (www.eda.admin.ch/vertraege).


Stand am 16. März 2012
Für Anregungen und Mitteilungen: Kompetenzzentrum Amtliche Veröffentlichungen